Sofortfunktion in der zahnärztlichen Praxis

PDF

, ,

D. Siebers1, P. Gehrke2, H. Schliephake3

Einleitung: Kann die Sofortversorgung oder Sofortbelastung in der privaten zahnärztlichen Praxis als sicheres Therapiemittel für ausgewählte Behandlungsfälle angesehen werden? Eine Fall-Kontroll-Untersuchung an einer privaten Praxisklientel sollte diese Fragestellung beantworten.

Material und Methode: Es wurden alle 111 in den Jahren 2001 bis 2004 nach einem Sofortfunktionsprotokoll behandelten Implantate nachuntersucht. Als Referenz dienten 111 in allen Parametern möglichst ähnliche Vergleichsimplantate. 96 Untersuchungsvariablen bei 76 Patienten wurden erfasst und ausgewertet. Darunter befanden sich zahlreiche in der Literatur benannte Risikofaktoren, Implantat- und Zahnersatzparameter, klinische sowie radiologische Parameter. Eine Erfolgsbewertung aller Implantate sowie eine ästhetische Beurteilung eines sinnvollen Anteils im ästhetisch relevanten Bereich wurde vorgenommen.

Ergebnisse: Fünf der 222 Implantate gingen in der Einheilphase verloren (Überlebensquote 97,7 % nach durchschnittlich 3,25 Jahren). Bei der Verweildaueranalyse zeigten sich statistisch signifikante bessere Ergebnisse für die Kontroll- (Überlebensquote 100 %) im Vergleich zur Testgruppe (Überlebensquote 95,5 %, p = 0,024) sowie für die Spätimplantation (99,4 %, p = 0,0055) im Vergleich zur Sofortimplantation (93,1 %). Die Erfolgsquote erreichte 97,75 % (Gettleman/Schnitman) respektive 95,5 % (Buser/Naert). Spätimplantationen schnitten statistisch signifikant besser ab als Sofortimplantationen (p = 0,017). Ästhetisch signifikante Vorteile bestanden für die Test- im Vergleich zur Kontrollgruppe (p = 0,0074). Ebenfalls Vorteile ergaben sich für den periimplantären Knochenlevel zwischen der Sofort- und der Spätimplantation (p = 0,0076) sowie der Test- im Vergleich zur Kontrollgruppe (p = 0,0092). Die Sondierungstiefe war geringer bei der Test- im Vergleich zur Kontrollgruppe (p = 0,011) sowie der Sofortbelastungs- im Vergleich zur Sofortversorgungsgruppe (p = 0,025).

Schlussfolgerung: Die Sofortfunktion stellt ein Therapieverfahren mit einer hohen Erfolgsrate von 95,5 % und hohem ästhetischen Potential dar. Allerdings sind Sofortfunktion und Sofortimplantation mit einem höheren Misserfolgsrisiko assoziiert. Für jeden Patienten ist eine exakte Risikoanalyse
zur Vermeidung von Risikoakkumulation erforderlich.

Schlüsselwörter: Dentale Implantate; Sofortfunktion; Sofortbelastung; Sofortversorgung; Sofortimplantation; klinische Parameter; Risikofaktoren; Risikoakkumulation; Erfolg; ästhetische Bewertung

Einleitung

Die belastungsfreie, gedeckte vier- bis sechsmonatige Einheilung [12, 13] von Implantaten stellt inzwischen seit Jahrzehnten ein funktionierendes Konzept in der dentalen Implantologie dar und wurde lange Zeit als „conditio sine qua non“ betrachtet. Bereits frühzeitig wurde dieses Konzept im Hinblick auf eine Verbesserung des Patientenkomforts infrage gestellt [51, 52]. Derzeit existieren zwei Konzepte zur Verkürzung der Behandlungsdauer [22, 71]. Sie werden unterschieden nach dem Zeitpunkt der Implantatinsertion und dem Zeitpunkt der Belastung. Die Sofortfunktion wird dabei in zwei Belastungsformen [22, 71] differenziert. Die Sofortbelastung, bei der innerhalb von 48 Stunden nach Implantatinsertion eine Restauration in Okklusion zur Gegenbezahnung integriert wird. Demgegenüber steht die Sofortversorgung, die eine prothetische Versorgung in der gleichen Zeitspanne nach Implantatinsertion ohne Kontakte zur Gegenbezahnung vorsieht. Andere Autoren verwenden Termini wie direkte und indirekte okklusale Kontakte [6] oder sofortige funktionelle im Gegensatz zu sofortiger nicht-funktioneller Belastung [27].

Vorhandene Literaturübersichten, Reviews, Metaanalysen und Konsensuspapiere [3, 6, 21, 23, 33, 48, 60, 61] zeigen eine hohe Schwankungsbreite. Dabei sind gute bis sehr gute Erfolgsraten von 90 % und mehr in allen Veröffentlichungen dokumentiert. Insbesondere die Sofortbelastung bei interforaminaler mandibulärer Implantation ist wissenschaftlich gut dokumentiert [3, 21, 33, 70] und weist unabhängig von Implantattyp, Oberflächenbeschaffenheit, Zahnersatzdesign eine hohe Erfolgsrate auf. Geringere Evidenz besteht für den Oberkiefer und teilbezahnte Situationen [5, 21, 33]. Attard et al. [6] konstatierten 2005 den biologischen Erfolg der Sofortbelastung. Glauser et al. [37] untersuchten 2006 in einer Metaanalyse die vorhandene Literatur auf die Zusammenhänge zwischen marginalen Weichgeweben und Belastungsprotokoll. Sie stellten fest, dass sofortversorgte und -belastete Implantate nach erfolgreicher Osseointegration eine Weichgewebsreaktion im Hinblick auf parodontale und morphologische Aspekte aufweisen, die vergleichbar ist mit der an konventionell belasteten Implantaten. Viele Autoren beklagen die schlechte methodologische Qualität der Studien [5, 21, 22, 37] und fordern mehr Langzeituntersuchungen mit einem strikteren Untersuchungsdesign, größeren Implantatzahlen und längeren Beobachtungszeiträumen. Daten aus zahnärztlichen Privatpraxen sind extrem rar.

Konsens besteht in dem Punkt, dass Implantate, die sofort versorgt werden sollen, primär stabil inseriert werden müssen, um Relativbewegungen an der Grenzfläche Implantat zu Knochen auf die physiologisch akzeptablen Werte zu begrenzen. Da dem praktisch tätigen Implantologen außer der relativ ungenauen Röntgendiagnostik wenig Hilfsmittel zur Verfügung stehen, um Informationen über Struktur und Dichte des ortständigen Knochens zu erhalten, muss ein anderes Maß für diesen Parameter gefunden werden. Einzig validierter Kontrollmechanismus hierfür ist das Eindrehmoment. Die enge Korrelation zwischen Knochendichte und dem finalen Eindrehmoment [41, 54, 57] konnte nachgewiesen werden. Heute empfehlen deshalb viele Autoren finale Eindrehmomente zwischen 25 und 40 Ncm [14, 26, 44], da sie für eine ausreichende Knochendichte sprechen. Weitere wesentliche Voraussetzungen sind sorgfältige Fallselektion [29] und die Anwendung adäquater chirurgischer Techniken zur Schonung der periimplantären Gewebe bei der Zahnentfernung [6, 7].

Die Bewertung des Erfolgs von Sofortimplantationen ist in der Regel durch die Erfassung der Tatsache, dass sich ein Implantat noch in situ befindet, nur unvollständig möglich. Auch wenn klinische und röntgenologische Befunde in die Erfolgsbewertung integriert werden [2, 16, 36, 65], so wird doch der für die Sofortimplantation wichtige Anspruch des ästhetischen Erfolgs – insbesondere in der Oberkieferfrontzahnregion – nicht mit erfasst. Hier müssen auch ästhetische Aspekte und die Langzeitstabilität der periimplantären Gewebe bewertet werden [10, 68]. Testori und Mitarbeiter [68] beschreiben den Implantat-Ästhetik-Score, eine Erweiterung des Papillenindex [42], der eine Bewertung des ästhetischen Behandlungsergebnisses gestattet. Beurteilt werden die mesio-distale Papille, der Kieferkamm, die Oberflächenstruktur und die Farbe der periimplantären Weichgewebe sowie die mukosale Kontur.

Im Unterschied zu vielen klinischen Studien wurden in der vorliegenden Arbeit daher nicht nur klinische und röntgenologische Parameter, sondern auch ästhetische Ergebnisse implantologisch versorgter Patienten in Form einer longitudinalen Fall-Kontroll-Studie nachuntersucht. Da es bei der Patientenauswahl keinen Ausschluss von Risikofaktoren gab, handelt es sich um eine Patientenklientel, die in zahnärztlichen Praxen in der täglichen Routine behandelt wird.

Material und Methode

In einer longitudinalen Studie wurden im Zeitraum von Juni bis Dezember 2006 alle in der Zahnarztpraxis Dr. Derk Siebers in den Jahren 2001 bis 2004 inserierten – nach einem Sofortfunktionsprotokoll versorgten – Implantate im Rahmen einer Routinekontrolle nachuntersucht. Alle Implantate der Testgruppe waren innerhalb von 48 Stunden nach Insertion mit provisorischen oder definitiven prothetischen Rekonstruktionen versorgt worden. Ausgeschlossen blieben sieben Patienten mit insgesamt 17 sofortversorgten bzw. belasteten Implantaten, die nicht zu Routinenachuntersuchungen erschienen waren. Rauchen, Bruxismus und chronische Parodontalerkrankungen in saniertem Zustand wurden erfasst, aber nicht als Ausschlusskriterien angesehen. Innerhalb der Testgruppe der Sofortfunktion wurde differenziert zwischen Sofortversorgung (42,4 %) und Sofortbelastung (57,6 %). Die durchschnittliche Beobachtungsdauer der Testimplantate betrug 165 Wochen (3,16 Jahre) und die der Kontrollimplantate betrug 185 Wochen (3,55 Jahre). Die durchschnittliche provisorische Belastungsdauer der Testgruppe lag bei 45 Wochen und betrug somit in etwa zehn Monate. Die durchschnittliche Liegedauer für das gesamte Kollektiv betrug 175 Wochen also 3,36 Jahre, drei Jahre – vier Monate – neun Tage. Die kürzeste Beobachtungsdauer betrug 79 Wochen (1,52 Jahre), die längste Beobachtungsdauer (eines Kontrollimplantats) betrug 377 Wochen (7,24 Jahre).

Die 111 sofortversorgten oder belasteten Implantate waren bei 44 Patienten inseriert worden und wurden mit 111 Kontroll implantaten bei 37 Patienten, die nach dem konventionellen zweizeitigen Behandlungsprotokoll versorgt worden waren, verglichen. Für 25 Implantate bei 17 Patienten der Testgruppe ließ sich ein äquivalentes Implantat beim selben Patienten zur Nachuntersuchung heranziehen. Ansonsten wurde die Vergleichsgruppe so gebildet, dass sie der Testgruppe bezüglich aller Parameter so ähnlich wie möglich war (Alter, Lokalisation, Indikation, Insertionszeitpunkt, Risikofaktoren [Rauchen, Bruxismus, Parodontalerkrankungen, Implantat- und Zahnersatzparameter usw.]). Insgesamt handelte es sich um 76 Patienten, darunter 42 Frauen mit 123 nachuntersuchten Implantaten (55,4 %) und 34 Männer mit 99 Implantaten (44,6 %). Bei einem verstorbenen Patienten mit sechs sofortbelasteten Implantaten wurden die Untersuchungsergebnisse seiner letzten Routineuntersuchung im Februar 2006 herangezogen.

Alle 222 Implantate wurden auf die der Tabelle 1 zu entnehmenden Parameter untersucht. Vier verschiedene Implantatsysteme von drei Herstellern wurden verwendet. Inseriert wurden 193 Camlog Root-Line und sechs Camlog Screw-Line Implantate der Firma Altatec, sowie 21 Osseotite Implantate der Firma 3i und zwei Restore Implantate der Firma Lifecore. In der Testgruppe wurden 108 Camlog Root-Line und drei Osseotite Implantate, in der Kontrollgruppe 85 Camlog Root-Line, 18 Osseotite sowie zwei Restore Implantate inseriert (Abb. 1).

Chirurgisches Protokoll

Alle Patienten durchliefen ein ähnliches chirurgisches Protokoll. Die Lokalanästhesie wurde mit Ultracain mit Epinephrinzusatz durchgeführt. Die postoperative Analgesie wurde nach Bedarf durch die Kombination von Paracetamol mit Codein erreicht. In der Test- und in der Kontrollgruppe wurden die Implantataufbereitungs- und Insertionsprotokolle der jeweiligen Implantathersteller eingehalten. Es wurden sowohl in der Test- als auch in der Kontrollgruppe Sofortimplantationen vorgenommen. 58 Implantationen (26,1 %) wurden als Sofortimplantationen durchgeführt. Die Anzahl der Sofortimplantationen war mit 46 in der Testgruppe fast viermal so hoch wie in der Kontrollgruppe, in der sie zwölf betrug.

Voraussetzung für eine Sofortfunktion waren ein finales Drehmoment von mindestens 25 Ncm und periimplantäre Defekte von weniger als 3 mm in allen Richtungen. Bei Vorliegen von periimplantären Knochendefekten von mehr als 3 mm wurde eine Entscheidung zugunsten der gedeckten, unbelasteten Einheilung getroffen. Kleinere Augmentationen von weniger als 3 mm in vertikaler und/oder horizontaler Richtung im Rahmen der Implantation waren kein Anlass, das Protokoll für die geplante Sofortfunktion zu verlassen. Auch in der Kontrollgruppe wurde bei der simultanen Augmentation im Rahmen der Implantationen diese Dimension der Augmentatgröße nicht überschritten.

Die provisorische Versorgung auf Einzelimplantaten wurde immer mit indirekter Belastung, also ohne direkten Kontakt zur Gegenbezahnung, aber – wenn möglich – mit approximalen Kontaktpunkten zu den Nachbarzähnen hergestellt. War eine Verblockung von mindestens zwei Implantaten miteinander möglich, wurde stets eine direkte okklusale Belastung etabliert und Kontakt zur Gegenbezahnung hergestellt. Die Suprakonstruktionen auf den sofortversorgten und -belasteten Implantaten waren entweder PEEK-Abutments der Fa. Camlog oder es wurden die definitiven Titanabutments bzw. einmal auch Distanzhülsen der Herstellerfirma verwendet. Die Restaurationen der Sofortfunktion wurden in vier Gruppen differenziert. Einzelkronen-Kunststoffprovisorien, Brücken-Kunststoffprovisorien, definitive Brückenkonstruktion und „Teleskopkronen“. Sofortbelastung wurde bei 64 Implantaten (57,7 %), bei denen eine Verblockung zwischen mindestens zwei Implantaten möglich war, etabliert. Die restlichen 47 Implantate (42,3 %) waren nach einem Sofortversorgungsprotokoll versorgt worden. Eine Sofortversorgung wurde etabliert, wenn einzelne Implantate inseriert worden waren. Die Implantate wurden indirekt belastet, d. h., es durften keinerlei okklusale oder translatorische Kontakte auf der Restauration vorhanden sein. Sobald mindestens zwei Implantate miteinander verblockt werden konnten, wurde eine Sofortbelastung mit direkter Belastung vorgenommen. Die Implantate wurden unmittelbar in okklusalen Kontakt zur Gegenbezahnung gestellt. Abbildung 2 und Abbildung 3 zeigen Fotos einer typischen „chairside“ angefertigten provisorischen Sofortversorgung auf einem beschliffenen PEEK-Abutment.

Erfolgsbewertung

Folgende parodontale Parameter wurden in der Nachuntersuchung evaluiert: Überleben des Implantats, Mobilität, Sondierungstiefe, Sondierungsblutung, Vorhandensein von bukkaler und lingualer keratinisierter Mukosa, Suppuration sowie der modifizierte Blutungsindex [55]. Sondierungstiefe, Suppuration und Sondierungsblutung wurden pro Implantat an sechs Punkten erhoben und mit der Florida-Probe (FP32, Florida Probe Version 6.6.1) aufgezeichnet. Außerdem wurden zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung Röntgenbilder angefertigt. Von jedem Implantat wurde ein digitales Einzelbild in Rechtwinkeltechnik und ein Orthopantomogramm angefertigt (Röntgentubus CCX Digital Trophy-Trex mit dem RVG-5 Sensor der Firma Trophy, OP 100 D der Firma Instrumentarium). Um die Aufnahmen möglichst reproduzierbar zu machen, wurde das Rinn-Röntgenhaltersystem XCP-DS benutzt. Für jedes Implantat wurden mesialer und distaler Knochenlevel in Relation zur Implantatplattform zum Zeitpunkt der Röntgenaufnahme evaluiert. Außerdem wurden die Höhe der Suprakonstruktion ausgemessen und das Verhältnis Suprakonstruktionshöhe zu Implantatlänge errechnet. Das Ausmessen der verschiedenen radiologischen Parameter erfolgte mit dem Freewareprogramm ImageJ 1.36b der National Institutes of Health (USA).

Von allen Test- und Kontrollzähnen wurden Fotos mit einer digitalen Spiegelreflexkamera (Nikon D200 mit Makroblitz-Kit R1) angefertigt. An 55 ausgewählten Implantaten wurde eine Evaluation der ästhetischen Situation anhand des Ästhetik-Implantat-Index nach Testori et al. [68] vorgenommen. Die Auswahl beschränkte sich auf Implantate in der ästhetisch hochrelevanten Region (Oberkieferfrontzähne und -prämolaren). Ausgeschlossen blieben Implantate, die aufgrund von langjähriger Zahnlosigkeit oder bestehender parodontaler Anamnese einen großen präimplantären Knochenverlust aufwiesen und zum Ausgleich der vertikalen und horizontalen Gewebedefizite herausnehmbar hätten restauriert werden müssen, aber auf Patientenwunsch mit festsitzendem Zahnersatz versorgt worden waren. Die Abbildung 4 zeigt ein Beispielfoto, anhand dessen die Fotoauswertung vorgenommen wurde.

Die Evaluation des Implantaterfolgs wurde anhand der von Gettleman/Schnitman [36, 65] vorgeschlagenen Kriterien vorgenommen. Diese lauten: 1. Implantat in situ; 2. Lockerungsgrad 0–1; 3. vertikaler Knochenabbau ist nicht größer als 1/3 der vertikalen Implantatlänge; 4. Gingivitis der Therapie zugänglich, keine Zeichen der Infektion; 5. keine Verletzung von Nerven, Zähnen, Kieferhöhle oder Nasenboden. Aufgrund des Fehlens standardisierter Röntgenaufnahmen zum Zeitpunkt der Implantatinsertion konnten nicht die von Albrektsson und Zarb [2] postulierten Kriterien zur Bewertung herangezogen werden. Die Erfolgskriterien nach Gettleman/Schnitman wurden mit den recht ähnlichen Erfolgskriterien von Buser/Naert [15, 16, 56, 66] verglichen. Der Unterschied zwischen den drei letztgenannten Indizes und dem von Gettleman/Schnitman liegt einzig in kleinen qualitativen Definitionsunterschieden und hauptsächlich in der nicht quantifizierten röntgenologischen Transluzenz. Einschränkend muss festgestellt werden, dass für die Beurteilung der Erfolgskriterien von Naert [56] und Snauwaert [66] eine Periotestmessung vorgenommen wurde, was in der untersuchten Patientenklientel nicht geschehen ist.

Alle Auswertungen wurden mit dem Programmpaket STATISTICA der Firma StatSoft, Inc., Tulsa, USA, durchgeführt (StatSoft, Inc.: STATISTICA für Windows [Computer-Programm-Handbuch, Version 7.1]. Eigenverlag: Tulsa, OK, USA, 2005). Die Verweildauer-Analyse bzw. die Berechnung der Verlustrate wurde nach der von Kaplan und Meier (1958) beschriebenen Methode durchgeführt. Der Vergleich von Überlebensraten zwischen mehreren Stichproben wurde mithilfe des Log-Rank-Tests durchgeführt (Peto und Peto , 1972). Das Signifikanzniveau betrug 5 %.

 

Ergebnisse

Die Verteilung der Implantate bezüglich Lokalisation und Indikation (klassische Einteilung) ist der Abbildung 5 und der Abbildung 6 zu entnehmen.

Insgesamt gingen im Untersuchungszeitraum fünf der inserierten Implantate verloren. Das entspricht einer Verlustrate von 2,25 % bzw. dem Überleben von 97,75 % der Implantate. Alle Verluste traten innerhalb von drei Monaten nach Insertion auf. Entsprechend sank der Anteil der Implantate „in situ“ in diesem Zeitraum von 100 % auf 97,75 % und verharrte dann im weiteren Verlauf auf diesem Niveau. Die längsten Beobachtungsdauern erreichten etwa 76 Monate (entspricht sechs Jahren und vier Monaten). Verluste traten nur in der Testgruppe mit Sofortfunktion auf. Der Unterschied hinsichtlich des Verlaufs des Anteils nicht versagender Implantate mit der Zeit war statistisch signifikant (Log-Rank-Test, p = 0,024). Beim konventionellen Protokoll konnte eine 100-prozentige Verweildauer konstatiert werden, wohingegen für die Sofortfunktion eine 95,5-prozentige Überlebensquote zu verzeichnen war.

Ebenfalls statistisch signifikant war der Unterschied (Log-Rank-Test, p = 0,0055) zwischen der Sofort- und der Spätimplantation. In der Gruppe der Spätimplantationen ging ein Implantat verloren, woraus eine Überlebensquote von 99,4 % resultiert, wohingegen in der Gruppe der Sofortimplantationen vier Implantate verloren gingen (Überlebensquote 93,1 %). Für alle anderen Parameter – gesundheitliche und andere Risikofaktoren (Rauchen, Bruxismus, Parodontalerkrankungen, Implantat- und Zahnersatzparameter) – ließ sich keine statistische Signifikanz nachweisen.

Für alle Einflussgrößen, deren Signifikanzniveau in der univariaten Analyse einen Wert unter p = 0,15 ergeben hatte, wurde eine multivariate Regressionsanalyse (Cox-Regression) vorgenommen (siehe Tab. 2). Der globale p-Wert deutet mit 0,033 (grau hinterlegt) auf ein statistisch signifikantes Ergebnis hin. Allerdings ließ sich für keinen der einbezogenen Parameter die statistische Signifikanz sichern (letzte Spalte, alle p > 0,05). Für die Parameter Sofortimplantation/Spätimplantation (p = 0,11) und Durchmesser (p = 0,12) ergab sich allerdings ein nur knapp nicht statistisch signifikantes Ergebnis.

Die statistische Auswertung der parodontalen Parameter ergab die folgenden Ergebnisse. Der Mittelwert der Sondierungstiefe für das Gesamtkollektiv betrug insgesamt 2,101 mm mit einer Standardabweichung von 0,5946 mm. Die Minima betrugen 0 mm, die Maxima 6 mm. Die Verteilung der Sondierungstiefen auf die sechs Lokalisationen ist in der Abbildung 7 grafisch dargestellt. Im Mittel war bei 28,3 % der untersuchten Implantatflächen eine Sondierungsblutung festzustellen. Die keratinisierte Mukosa war bei 96,5 % der Lokalisationen vorhanden. Der Mittelwert des modifizierten Blutungsindex betrug bukkal 0,903 und lingual 0,899, so dass sich ein Gesamtmittelwert von 0,901 ergab (Abb. 8). Suppuration und Mobilität waren nicht vorhanden.

Die Auswertung der radiologischen Parameter ergab einen Mittelwert von 2,229 mm für den mesialen und 2,29 mm für den distalen Knochenlevel. Daraus resultierte ein mittlerer Knochenlevel am Implantat von 2,260 mm. Der Knochenabbau im Verhältnis zur Implantatlänge betrug im Mittel 0,173 mm. Die knöcherne Rezession betrug bei fünf Implantaten mehr als ein Drittel der Implantatlänge.

Die Auswertung der ästhetischen Bewertung bei 55 Implantaten nach dem Testori-Index [68] ergab für 10,9 % der untersuchten Zähne eine ungenügende Bewertung, 87,3 % zeigten akzeptable Ergebnisse und nur 1,8 % – nämlich ein Fall – war nach dem Ästhetikindex mit perfekt bewertet worden.

Die Erfolgsbewertung der Gesamtklientel nach den von Gettleman/Schnitman beschriebenen Indizes ergab einen Misserfolg für 2,25 % und dementsprechend einen Implantaterfolg für 97,75 %. Die im Vergleich zu Gettleman/Schnitman ähnlichen, aber deutlich strengeren Indices nach Buser/Naert ergaben eine Misserfolgsquote von 4,5 % und somit eine Erfolgsquote von 95,5 %

Ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Testgruppe (Sofortfunktion) und der Kontrollgruppe (konventionelles Behandlungsprotokoll) ließ sich bezüglich des Ästhetikindex nachweisen (Mann-Whitney-U-Test; p = 0,0074). Die Sofortfunktion erreichte mit 664 Punkten deutlich bessere ästhetische Ergebnisse als die Kontrollgruppe mit 876 Punkten. In der Testgruppe wurde ein Implantat als perfekt beurteilt und 26 als akzeptabel. In der Kontrollgruppe gab es kein ästhetisch perfektes Ergebnis. 22 Implantate wurden als akzeptabel und sechs Implantate als ungenügend bewertet (Abb. 9).

Hinsichtlich des periimplantären Knochenlevels ließ sich ein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Sofort- und Spätimplantaten feststellen (Mann-Whitney-U-Test; p = 0,0076). Während dieser Wert in der Gruppe der Spätimplantationen im Mittel 2,3 ± 0,9 mm betrug, lag er bei den Sofortimplantationen bei 2,0 ± 0,7 mm (Abb. 10).

Die mittlere Sondierungstiefe lag in der Gruppe der Sofortversorgung bei 2,1 ± 0,6 mm und bei der Sofortbelastung bei 1,9 ± 0,6 mm. Dies ergab einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen Sofortversorgung und Sofortbelastung (Mann-Whitney-U-Test; p = 0,025).

Beim Vergleich zwischen Sofortfunktion und konventionellem Belastungsprogramm bezüglich klinischer Parameter und radiologischen Knochenverlusts ließen sich statistisch signifikante bzw. hochsignifikante Unterschiede feststellen. Die mittlere Sondierungstiefe lag in der Testgruppe bei 2,0 ± 0,6 mm und in der Kontrollgruppe bei 2,2 ± 0,6 mm (Mann-Whitney-U-Test; p = 0,011). Ein deutlicher Unterschied war auch beim Mittelwert der Sondierungsblutung zu erkennen. Die Sofortversorgung und -belastung hatte einen Mittelwert von 0,21, wohingegen die Kontrollgruppe einen Mittelwert von 0,35 aufwies. Diese Unterschiede waren hochsignifikant (Mann-Whitney-U-Test; p = 0,0050, Abb. 11). Ebenfalls statistisch signifikante Unterschiede ließen sich für den periimplantären Knochenlevel nachweisen. Der krestale Knochenrand der Testgruppe lag im Mittel bei 2,09 ± 0,8 mm, der der Kontrollgruppe bei 2,42 ± 0,8 mm (Mann-Whitney-U-Test von p = 0,0092, Abb. 12). Bei Betrachtung dieses Knochenabbaus im Verhältnis zur Implantatlänge ergab sich ein statistisch hochsignifikanter Unterschied zwischen der Testgruppe mit einem Mittelwert von 0,15 und der Kontrollgruppe von 0,19 (Mann-Whitney-U-Test; p = 0,00049).

Der Vergleich aller Erfolgsbeurteilungen für Test- und Kontrollgruppe (Sofortfunktion vs. konventionelles Procedere) ergab keine statistisch signifikanten Unterschiede. Das Ergebnis der Gegenüberstellung zwischen der Erfolgsbeurteilung nach Gettleman/Schnitman und dem Zeitpunkt der Implantation war statistisch signifikant (Fisher-Test, p = 0,017). Während von den 164 Spätimplantaten nur in einem Fall keine Erfolgsbeurteilung vorlag (0,6 %), betrug dieser Anteil bei den Sofortimplantaten 6,9 % (vier von 58). Kein statistisch signifikanter Unterschied konnte dagegen für die Erfolgsbeurteilung nach Buser/Naert festgestellt werden (p = 0,29).

Diskussion

Die Entscheidung, ob eine Sofortfunktion möglich ist und etabliert wurde, war in dieser Untersuchung von verschiedenen Faktoren abhängig. In erster Linie spielte natürlich der Wunsch des Patienten nach einem möglichst komfortablen Provisorium und einer kurzen Behandlungsdauer eine Rolle. Hinzu kamen aber selbstverständlich die notwendigen klinischen Faktoren (z. B. ausreichendes Knochenangebot, ausreichende Primärstabilität u. a.), die teilweise erst intraoperativ entschieden werden konnten. Somit waren in der Gruppe der Sofortfunktion viele der Faktoren, die in der Literatur ursächlich für Implantatversagen verantwortlich gemacht werden [58, 63], deutlich unterrepräsentiert. Diese positive Vorauswahl begünstigt die Gruppe der Testimplantate, ist aber auch bei anderen Studien vorhanden. Umgekehrt gilt das für die Sofortimplantation: Sie stellt ein erhöhtes Risiko für Implantatversagen dar [5, 39, 58]. In der Testgruppe finden sich in dieser Untersuchung viermal so viel Sofortimplantate wie in der Kontrollgruppe, woraus eine nicht gewollte Risikoakkumulation resultiert.

Die in dieser Fall-Kontroll-Untersuchung erzielten Überlebensraten von 97,75 % der Implantate des Gesamtkollektivs stimmen mit den in der Literatur für das Implantatüberleben genannten Zahlen weitgehend überein. Rechnet man die Implantate der Sofortfunktion heraus, ergibt sich eine Überlebensrate der nach konventionellem Protokoll versorgten Implantate von 100 %. Der ADA „Council of Scientific Affairs“ kam bei der Auswertung zahlreicher Studien mit insgesamt mehr als 10.000 Implantaten über einen Zeitraum von zwei bis 16 Jahren zu einer durchschnittlichen Überlebensrate von 94,4 %, mit einer Spanne zwischen 76 % und 98,7 % [1]. Andere Studien erzielten in ihren Fünf- bzw. Zehnjahresuntersuchungen eine Überlebensquote von 96,5 % [47] bzw. 95,7 % [62] und stellten fest, dass auch konventionell (von Spezialisten – Chirurgen, Implantologen oder Parodontologen) inserierte Implantate nach längeren Beobachtungszeiträumen eine gewisse Komplikationsrate [62] aufweisen.

Die erzielten Überlebensraten der sofortversorgten oder -belasteten Implantate betrugen in dieser Fall-Kontroll-Untersuchung 95,5 % im Gegensatz zur Kontrollgruppe, in der die Überlebensrate bei 100 % lag. Dies ergab einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Gruppen und stimmt mit den in der Literatur erzielten Ergebnissen weitgehend überein. Für Sofortfunktionssprotokolle wird eine Überlebensrate von 94 % [1], 96,7 % [39] bzw. eine Spanne von 96,15–100 % [70] oder von 70,8–100 % [8] angegeben. Andere Autoren konnten keinen Unterschied bezüglich des Implantatüberlebens und verschiedener Belastungsprotokolle [26, 38,60] nachweisen.

Generell finden sich in der Literatur sehr hohe Erfolgsraten für die Sofortbelastung [5, 21, 70]. Im Gegensatz zur Studie von Degidi et al. [26] ließ sich in dieser Untersuchung kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der Überlebensrate sofortversorgter oder -belasteter Implantate feststellen. Die Sofortversorgung wies eine Überlebensquote von 91,5 % auf, wohingegen die Sofortbelastung eine Überlebensrate von 98,4 % zeigte. Diese deutlichen Unterschiede ließen allerdings aufgrund der zu geringen Stichprobengröße den Nachweis einer statistischen Signifikanz nicht zu.

In konventionell versorgten Patientenkollektiven werden äußerst inkongruente Angaben über die Größe des periimplantären Knochenabbaus und die Sondierungstiefen und auch die Sondierungsblutung gemacht [38, 61, 62], weshalb eine Vergleichbarkeit mit den in dieser Studie erzielten Ergebnissen schwierig ist. Prospektive Kohortenstudien [39] zu diesen Parametern sind fast nicht vorhanden. Die Sondierungstiefe an „gesunden“ Schraubenimplantaten reicht bis ungefähr 1,4 mm oberhalb des Knochenlevels und sollte bei erfolgreichen Implantaten nicht mehr als 3 mm betragen. Die progressive Zunahme der klinischen Sondierungstiefe ist als „Alarmzeichen“ [64] zu betrachten.

Die in dieser Untersuchung erreichten Erfolgsbeurteilungen von 97,75 % nach der Bewertung von Gettleman/Schnitman sowie 95,5 % nach Buser/Naert erfüllen die Forderung der Consensus-Konferenz NIH von 1978, die mindestens eine 75-prozentige Erfolgsrate voraussetzt, und liegen immer noch höher als die von Albrektsson et al. 1986 [2] verlangte Mindesterfolgsrate von 85 %. Interessant ist, dass für die Erfolgsbewertung zwischen Sofortfunktions- und Kontrollgruppe trotz der sehr unterschiedlichen Erfolgsquoten kein statistisch signifikanter Unterschied nachzuweisen war. Erfolgsraten enossaler Implantate können aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Implantatsysteme und Indikationen nur bedingt miteinander verglichen werden [72]. Auch behandler- oder patientenbedingte Gründe sowie die Auswahl der Erfolgsparameter spielen bei der Erfolgsstatistik eine entscheidende Rolle. Basierten die Erfolgskriterien rein auf klinischen Parametern – ohne radiologische Auswertung – so stiegen die Erfolgsraten deutlich an. Insbesondere der verwendete Parameter der fehlenden Mobilität [2, 36, 56, 65] ist untauglich. Ein Vergleich verschiedener Studien mit unterschiedlichen Erfolgskriterien ist faktisch unmöglich, weshalb bis heute kein allgemein gültiger Konsens zum Erfolg enossaler Implantate [15, 63] besteht.

Bezüglich Verweildaueranalyse, Erfolgsbewertung sowie periimplantären Knochenlevels ergaben sich statistisch signifikante Unterschiede beim Vergleich der Sofortimplantation mit der Spätimplantation. Auch andere Autoren konstatierten geringfügig schlechtere Erfolgsraten in Sofortfunktionsstudien, bei denen Implantate in frische Extraktionsalveolen platziert worden waren [5, 8, 69]. Überlebensraten sofortversorgter oder -belasteter Implantate sanken im Vergleich zu traditionellen Belastungskonzepten um etwa 10 % [39]. Generell muss von einem höheren Risiko der Sofortimplantation im Zusammenhang mit der Sofortfunktion ausgegangen werden [29, 39]. Auch die Literatur hinsichtlich des periimplantären Knochenlevels bei der Sofortimplantation ist kontrovers. Die Mehrzahl der Autoren konstatiert eine stärkere bukkale Rezession nach Sofortimplantation im Vergleich zum verzögerten oder späten Vorgehen [4, 11, 30]. Andere Studien diagnostizieren für die Sofortimplantation sogar einen geringeren krestalen Knochenabbau [5, 26]. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass eine möglichst frühzeitige Implantatinsertion durch die funktionelle Belastung zur Erhaltung des Kieferknochens und der dazugehörigen Weichgewebe beiträgt. Die Sofortimplantation im Zusammenhang mit der Sofortversorgung wird in der Literatur selten beschrieben und die Schlussfolgerungen, die aus den vorliegenden Studien gezogen werden können, sind aufgrund des Studiendesigns, der geringen Beobachtungszeiträume und anderer Faktoren begrenzt [6]. Die Bestimmung des Gewebetyps hat sich für die Vorhersehbarkeit eines Rezessionsrisikos bei Sofortimplantationen im ästhetisch hochrelevanten Bereich als wichtig erwiesen [19, 30, 45, 50]. Art und Qualität des vorhandenen Weichgewebes und der parodontale Zustand der Nachbarzähne beeinflussen das Ausmaß von Resorption [46] genauso wie die bukkale Positionierung [30] der Implantatschulter. Dickere Biotypen induzieren signifikant auch eine dickere periimplantäre Mukosa [45], die wiederum Einfluss auf Resorption und Remodelling speziell der vestibulo-krestalen Lamelle hat. Gleichwohl weisen andere Arbeiten darauf hin, dass bei der Sofortimplantation trotz zusätzlicher Hart- und Weichteilaugmentation Resorptionsvorgänge nicht unbedingt verhindert werden können [4, 11, 29]. Die daraus resultierende Beeinträchtigung im ästhetisch hochrelevanten Bereich durch mögliche Rezessionen ist nicht vorhersehbar. Sowohl für die Sofortimplantation als auch für die Spätimplantation ist die Datenlage, insbesondere für die langfristige Prognose, noch völlig offen [29, 30, 38].

Statistisch signifikante Unterschiede zwischen Test- und Kontrollgruppe ließen sich in dieser Untersuchung für den periimplantären Knochenlevel, die Sondierungstiefe und die Sondierungsblutung feststellen. In der Literatur werden Differenzen bei den klinischen Parametern kontrovers diskutiert. In der größten Mehrzahl der Veröffentlichungen waren keine Unterschiede zwischen den verschiedenen Belastungsprotokollen nachzuweisen [5, 38, 39, 48]. Insbesondere für den marginalen Knochenlevel ist die Datenlage kontrovers [5, 18, 38]. Eine Vergleichbarkeit dieser Werte mit denen aus der vorliegenden Arbeit, wo der Knochenlevel bei 2,0 mm lag, ist aufgrund der unterschiedlichen Implantat- und auch Studiendesigns nur bedingt möglich. Eine Erklärung für die in dieser Untersuchung geringfügig besseren Werte der Sondierungstiefe und der Sondierungsblutung der sofortversorgten bzw. sofortbelasteten Test- im Vergleich zur konventionell belasteten Kontrollgruppe könnte in der umfangreicheren Risikoaufklärung der Test- im Vergleich zur Kontrollgruppe liegen. Der geringfügig bessere marginale Knochenlevel ist auf die von diversen Autoren beschriebenen positiven Effekte durch die frühzeitige funktionelle Belastung in einem bestimmten, kontrollierten Ausmaß während der Einheilphase des Knochens [14, 17, 25, 31] zurückzuführen. Die frühzeitige Einleitung von Belastungsreizen auf das Knochen-Implantat-Interface führt zur funktionellen Adaptation des Knochens an die Belastungsverhältnisse (Remodelling) und zur besseren Differenzierung von Knochenstrukturen, was sich in einem höheren marginalen Knochenlevel auswirkt.

Die Sofortfunktion zeigte in dieser Untersuchung deutlich bessere ästhetische Ergebnisse als die nach konventionellem Belastungsprotokoll behandelte Kontrollgruppe. Dabei war die Sofortimplantation in der Gruppe der Sofortfunktion – viermal häufiger als in der Kontrollgruppe – deutlich überrepräsentiert. Auch der ästhetische Erfolg verschiedener Behandlungsprotokolle wird in der Literatur äußerst kontrovers diskutiert. Einige Autoren stellen fest, dass das Belastungsprotokoll keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die Gewebeentwicklung und die daraus resultierende ästhetische Beurteilung nach Implantation zu haben scheint [40, 70]. Neuere Ergebnisse [29, 59, 69] stimmen allerdings mit den Ergebnissen dieser Untersuchung überein und zeigen, dass die Ästhetik von Sofortversorgung und -implantation zumindest nicht schlechter – teilweise sogar besser – ist als die von Spätimplantationen. Der Grund dafür dürfte sein, dass Sofortimplantationen vorgenommen werden, um noch bestehende mukogingivale Strukturen bestmöglich zu erhalten. Daher erscheint es durchaus logisch, dass das Ziel einer möglichst natürlichen „periimplantären Architektur“ auf diesem Wege leichter zu erreichen ist als bei der Implantation in den ausgeheilten Kieferknochen. Sinnvoller erscheint deshalb eine Kategorisierung der untersuchten Implantate nach anderen Faktoren. So wurde von zahlreichen Autoren eine Einteilung in dicke und dünne Gewebemorphotypen [46, 50] vorgeschlagen. Zudem wird unterschieden zwischen hoch und gering skalloppierendem Gingivaverlauf [50, 67]. Diese Faktoren dürften einen weitaus höheren Einfluss auf die mukosalen Parameter sowie die ästhetische Beurteilung haben als bestimmte Vorgehensweisen des Behandlungs- oder Belastungsprotokolls. Deshalb sind Untersuchungen zu fordern, die diese Einteilungen berücksichtigen und deren Einfluss auf die mukosalen Parameter und das ästhetische Ergebnis evaluieren [30]. Ursache für die relativ inkongruenten Ergebnisse in der Literatur dürften mehrere Faktoren sein: Es gibt relativ wenige Studien zum Zusammenhang verschiedener Behandlungsprotokolle und Auswirkungen auf die ästhetischen Ergebnisse. Die verschiedenen in der Literatur vorgestellten Indizes (Papillenindex [42], Implantat-Ästhetik-Index [68], Rosa-Ästhetik-Score [32] und der Implantatkronen-Ästhetik-Index [53]) sind sehr unterschiedlich und deshalb keinesfalls miteinander vergleichbar. Bei der Mehrzahl der Indizes [32, 42, 68] wird nur die ästhetische Situation der Weichgewebe, nicht aber die Ästhetik der zahnärztlichen Rekonstruktion betrachtet, wie es im Implantat-Kronen-Ästhetik-Index geschieht [53]. Die Validität und Reproduzierbarkeit dieser Indizes zur objektiven Ästhetikauswertung ist bisher nicht in ausreichendem Maße untersucht und ihre Reproduzierbarkeit mehr oder weniger fragwürdig [34, 35].

In dieser Untersuchung konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen verschiedenen einzelnen Risikofaktoren, wie Rauchen, Diabetes, ungenügende Mundhygiene, Parodontitis, Bruxismus, zusätzliche operative Maßnahmen, kleine Implantatdurchmesser und kurze Implantatlängen sowie gesundheitliche Einschränkungen und ihre Auswirkungen auf verschiedene klinische Parameter, und dem Implantaterfolg festgestellt werden. Die einzigen Faktoren, die aufgrund dieser Untersuchung als statistisch signifikante Einflussfaktoren auf die Implantatverweildauer und den Implantaterfolg betrachtet werden können, sind die Sofortfunktion und -implantation. Auch die multivariate Regressionsanalyse konnte keinen Einzelfaktor identifizieren, so dass von einem Summationseffekt durch verschiedene Einflussfaktoren ausgegangen werden muss. Die Relevanz der einzelnen Risikofaktoren für den Implantaterfolg wird auch in der Literatur sehr kontrovers diskutiert. Ein Grund für die fehlende Evidenz einzelner Risikofaktoren ist sicherlich, dass der Misserfolg in der Implantattherapie ein relativ seltenes Ereignis ist. So resultieren selbst bei großen untersuchten Patientenkollektiven nur geringe Fallzahlen aus scheiternden Implantaten mit allen daraus sich ergebenden negativen Konsequenzen für die statistische Auswertung. Es sind also weitere wissenschaftliche Studien mit deutlich höheren Fallzahlen zu fordern, um einzelne Risikofaktoren erkennen und isolieren zu können. Große Gewichtung muss der Risikoakkumulation [9, 24] zugemessen werden.

Die Sofortfunktion kann seit einigen Jahren in Praxen von mit dieser Technik vertrauten Behandlern als erfolgreiche und sichere Therapievariante für ausgesuchte Behandlungsfälle angesehen werden [5]. Esposito et al. betonen in ihrer systematischen Cochrane-Database-Metaanalyse [28], dass es möglich ist, dentale Implantate bei selektierten Patienten sofort oder früh zu belasten. Sie weisen allerdings auch darauf hin, dass einige Praktiker vermehrt Misserfolge mit dieser Technik erzielen. Zur Vermeidung von Misserfolgen mit der Sofortfunktion sind die sorgfältige Fallselektion sowie die Einhaltung eines strikten chirurgischen und prothetischen Protokolls ausschlaggebend [5, 21, 49, 70]:

  • 1. Ausreichende Primärstabilität von mindestens 25 Ncm muss erzielt werden. Dies ist einerseits bedingt durch ausreichende Knochenquantität und -qualität, andererseits kann mit adäquaten chirurgischen Techniken (Knochenverdichtung und/oder -spreizung, unterdimensionierte Aufbereitung etc.) ein innigerer Knochenkontakt und somit eine höhere Primärstabilität erzielt werden.
  • 2. Präzise Operations- und Therapieplanung im Vorfeld der chirurgischen und auch prothetischen Maßnahmen ist zwingend erforderlich.
  • 3. Makrobewegungen bzw. Relativbewegungen des Implantats sind zu vermeiden. Dies ist z. B. durch prothetische Techniken zu erreichen, wie eine Verblockung von sofortbelasteten Implantaten (direkte Belastung) oder eine vollständige okklusale Lastfreiheit von sofortversorgten Implantaten (indirekte Belastung).
  • 4. Eine ausreichende Patientencompliance in Bezug auf Ernährung und Vermeidung individuell schädlicher Einflussfaktoren ist unbedingt zu fordern.
  • 5. Risikoakkumulation muss vermieden werden. Kommt es während der operativen Phase oder bereits in der Behandlungsplanung zu einer erkennbaren Summation potenziell schädlicher Einflussfaktoren, sollte auf das konventionelle zweizeitige Behandlungsprotokoll umgeschwenkt werden.

Schlussfolgerung

Als Ergebnis dieser Untersuchung kann konstatiert werden, dass die Sofortversorgung oder -belastung im Vergleich zum konventionellen Belastungsprotokoll zumindest keine schlechteren Werte für die klinischen Parameter, den marginalen Knochenlevel sowie Erfolgs- und ästhetische Beurteilung ergibt und somit als erfolgreiche Therapievariante betrachtet werden darf. Die Sofortfunktion stellt ein verlässliches Therapieverfahren mit einer vorhersagbar hohen Erfolgsrate von 95,5 % dar. Es ist somit in dieser Untersuchung eine mit der Literatur vergleichbare Erfolgsquote für die Sofortfunktion erreicht worden. Im Vergleich zum konventionellen Behandlungsprotokoll, wo heute Erfolgszahlen von 96–100 % erreicht werden, ist ein nur geringfügig erhöhtes Risiko vorhanden [22, 43]. Selbstverständlich darf zu keinem Zeitpunkt der Therapie der Sachverhalt aus den Augen verloren werden, dass das oberste Ziel immer die Verbesserung der Patientenbehandlung sein muss. Therapievarianten, die das Implantat oder die implantatgetragene Restauration auf ein unakzeptabel hohes Risikoniveau setzen, sind inakzeptabel. Deshalb ist für jeden Patienten eine exakte individuelle Risiko-Nutzen-Abwägung bzw. Risikoanalyse erforderlich, um die Gefahren zu minimieren und den Nutzen für den Patienten zu maximieren. Aufgrund des leicht erhöhten Risikos ist auch eine rückhaltlose Aufklärung des Patienten – nicht zuletzt über seine unbedingt erforderliche Mitarbeit – zwingend notwendig. Die Erwartungshaltung des Patienten muss realistisch sein. Er muss verstehen, dass der Implantatverlust eine zwar seltene, aber ein realistisches Risiko in der Sofortfunktion darstellt. Wenn der Patient diesen Kriterien genügt, kann die Sofortfunktion als außerordentlich vorteilhafte und nutzbringende Therapievariante mit ästhetisch anspruchsvollen Ergebnissen betrachtet werden.

Die Voraussetzungen zur Erreichung und Erhaltung akzeptabler Ergebnisse sind heute noch nicht vollständig bekannt. Es sollten deshalb klinisch erprobte und bewährte chirurgische und prothetische Behandlungskonzepte eingehalten werden. Aufgrund des erhöhten Risikos und der noch nicht vollständig geklärten Voraussetzungen für die Sofortfunktion gehören Sofortbelastungsprotokolle als fortgeschrittene und komplexe Therapievarianten in die Hände von geschickten und erfahrenen, praktisch tätigen Implantologen [22].

 

Interessenkonflikt: Vom Autor sowie den Co-Autoren wurden keine möglichen Interessenkonflikte im Sinne der ICMJE angegeben.

Korrespondenzadresse

Dr. med. dent. Derk Siebers MSc

Soorstr. 26/Hölderlinstr. 19a

14050 Berlin

Tel.: 030 / 31802300

Fax: 030 / 30102966

E-Mail: info@zahnarzt-siebers.de

Literatur

1. ADA Council on scientific affairs: Dental endosseous implants: an update. J Am Dent Assoc 2004;135:92–97

2. Albrektsson T, Zarb GA, Worthington P, Eriksson RA: The long-term efficacy of currently used dental implants: a review and proposed criteria of success. Int J Oral Maxillofac Implants 1986; 1:11–25

3. Alsabeeha N, Atieh M, Payne AG: Loading protocols for mandibular implant overdentures: a systematic review with meta-analysis. Clin Implant Dent Relat Res 2010;12 Suppl 1:e28–38

4. Araujo MG, Lindhe J: Dimensional
ridge alterations following tooth extraction. An experimental study in the dog. J Clin Periodontol 2005;32:
212–218

5. Atieh MA, Payne AG, Duncan WJ, Cullinan MP: Immediate restoration/loading of immediately placed single implants: is it an effective bimodal approach? Clin Oral Implants Res 2009;
20:645–59

6. Attard NJ, Zarb GA: Immediate and early implant loading protocols: A literature review of clinical studies. J Prosthet Dent 2005;94:242–258

7. Babbush CA: Immediate implant placement in fresh extraction sites. Dent Implantol Update 2006;17:89–93

8. Bahat O, Sullivan RM: Parameters for successful implant integration revisited part II: algorithm for immediate loading diagnostic factors. Clin Implant Dent Relat Res 2010;12 Suppl 1:13–22

9. Behneke A, Behneke N: Ätiologische Faktoren für pathologische Veränderungen. Z Zahnärztl Implantol 2000; 16:197–206

10. Belser UC, Bernard JP, Buser D: Implant-supported restorations in the anterior region: prosthetic considerations. Pract Periodontics Aesthet Dent 1996;8:875–883

11. Botticelli D, Berglundh T, Lindhe J: Hard tissue alterations following immediate implant placement in extraction sites. J Clin Periodontol 2004;31: 820–828

12. Branemark PI, Breine U, Adell R, Hansson BO, Lindström J, Ohlsson A: Intra-osseous anchorage of dental prosthesis I. Experimental studies. Scand J Plast Reconstr Surg 1969;3:81–100

13. Branemark PI, Hansson BO, Adell R et al.: Osseointegrated implants in the treatment of the edentulous jaw. Experience from a 10-year period. Scand J Plast Reconstr Surg 1977;16:1–132

14. Brunski JB: Biomechanical factors affecting the bone-dental implant interface. Clin Mater 1992;10:153–201

15. Buch RS, Weibrich G, Wagner W: Erfolgskriterien in der Implantologie. [Criteria of success in implantology]. Mund Kiefer Gesichtschir 2003;7: 42–46

16. Buser D, Weber HP, Lang NP: Tissue integration of non-submerged implants. 1-year results of a prospective study with 100 ITI hollow-cylinder and hollow-screw implants. Clin Oral Implant Res 1990;1:33–40

17. Cameron H, Pilliar RM, MacNab I: The effect of movement on the bonding of porous metal to bone. J Biomed Mater Res 1973;7:301–311

18. Capelli M, Esposito M, Zuffetti F, Galli F, Del Fabbro M, Testroi T: A 5-year report from a multicentre randomised clinical trial: immediate non-occlusal versus early loading of dental implants in partially edentulous patients. Eur J Oral Implantol 2010;3:209–219

19. Chen ST, Buser D: Clinical and esthetic outcomes of implants placed in postextraction sites. Int J Oral Maxillofac Implants. 2009;24 Suppl:186–217

20. Chen ST, Darby IB, Reynolds EC: A prospective clinical study of non-submerged immediate implants: clinical outcomes and esthetic results. Clin Oral Implants Res 2007;18:552–562

21. Chiapasco M: Early and immediate restoration and loading of implants in completely edentulous patients. Int J Maxillofac Implants 2004;19:76–91

22. Cochran DL, Morton D, Weber HP: Consensus statements and recommended clinical procedures regarding loading protocols for endosseous dental implants. Int J Oral Maxillofac Implants 2004;19:109–113

23. Cochran DL: The evidence for immediate loading of implants. J Evid Based Dent Pract 2006;6:155–163

24. Davarpanah M, Caraman M, Jakubowicz-Kohen B, Kebir-Quelin M, Szmukler-Moncler S: Prosthetics success with a maxillary immediate-loading protocol in the multiple-risk patient. Int J Periodontics Restorative Dent 2007;27: 161–169

25. Davies JE: Understanding peri-implant endosseous healing. J Dent Educ 2003; 67:932–949

26. Degidi M, Piattelli A, Carinci F: Parallel screw cylinder implants: Comparative analysis between immediate loading and two-stage healing of 1005 dental implants with a 2-year follow up.
Clin Implant Dent Relat Res 2006;8: 151–160

27. Degidi M, Piattelli A, Gehrke P, Felice P, Carinci F: Five-year outcome of 111 immediate non-functional single restorations. J Oral Implantol 2006;32: 277–285

28. Esposito M, Grusovin MG, Achille H, Coulthard P, Worthington HV: Interventions for replacing missing teeth: different times for loading dental implants. Cochrane Database Syst Rev. 2009 Jan 21:CD003878

29. Esposito M, Grusovin MG, Polyzos IP, Felice P, Worthington HV: Timing of implant placement after tooth extraction: immediate, immediate-delayed or delayed implants? A Cochrane systematic review. Eur J Oral Implantol 2010;3:189–205

30. Evans CD, Chen ST: Esthetic outcomes of immediate implant placements. Clin Oral Implants Res 2008;19:73–80

31. Frost HM: Vital biomechanics: proposed general concepts for skeletal adaptations to mechanical usage. Calcif Tissue Int 1988;42:145–156

32. Fürhauser R, Florescu D, Benesch T, Haas R, Mailath G, Watzek G: Evaluation of soft tissue around single-tooth implant crown: the pink esthetic score. Clin Oral Implant Res 2005;16: 639–644

33. Gallucci GO, Morton D, Weber HP: Loading protocols for dental implants in edentulous patients. Int J Oral Maxillofac Implants 2009;24 Suppl:132–46

34. Gehrke P, Degidi M, Lulay-Saad Z, Dhom G: Reproducibility of the implant crown aesthetic index-rating aesthetics of single-implant crowns and adjacent soft tissues with regard to observer dental specialization. Clin Implant Dent Relat Res 2009;11:201–213

35. Gehrke P, Lobert M, Dhom G: Reproducibility of the pink esthetic score-rating soft tissue esthetics around single-implant restorations with regard to dental observer specialization. J Esthet Restor Dent 2008;20:375–384

36. Gettleman L, Schnitman PA, Kalis P et al.: Clinical evaluation criteria of tooth implant success. J Oral Implantol 1978; 8:12–28

37. Glauser R, Zembic A, Hämmerle CH: A systematic review of marginal soft tissue at implants subjected to immediate loading or immediate restoration. Clin Oral Implants Res 2006;17:82–92

38. Grandi T, Garuti G, Guazzi P, Tarabini L, Forabosco A: Survival and success
rates of immediately and early loaded implants: 12-month results from a multicentric randomized clinical study. J Oral Implantol 2011; [Epub ahead of print]

39. Grütter L, Belser UC: Implant loading protocols for the partially edentulous esthetic zone. Int J Oral Maxillofac Implants 2009;24 Suppl:169–179

40. Hall JA, Payne AG, Purton DG, Torr B, Duncan WJ, De Silva RK: Immediately restored, single-tapered implants in the anterior maxilla: prosthodontic and aesthetics outcomes after 1 year. Clin Implant Dent Relat Res 2007;9:34–45

41. Javed F, Romanos GE: The role of primary stability for successful immediate loading of dental implants. A literature review. J Dent 2010;38:612–620

42. Jemt T: Regeneration der Gingivapapillen nach Einzelzahn-Implantatversorgung. Int J Parodontol Rest Zahnheilk 1997;17:307–313

43. Jivrai S, Reshad M, Chee WW: Critical appraisal. Immediate loading of implants in the esthetic zone. J Esthet Restor Dent 2005;17:320–325

44. Kacer CM, Dyer JD, Kraut RA: Immediate loading of dental implants in the anterior and posterior mandible: a retrospective study of 120 cases. J Oral Maxillofac Surg 2010;68:2861–2867

45. Kan JY, Rungcharassaeng K, Lozada JL: Bilaminar subepithelial connective tissue grafts for immediate implant placement and provisionalization in the esthetic zone. J Calif Dent Assoc 2005; 33:865–871

46. Kan JY, Rungcharassaeng K, Umezu K, Kois JC: Dimension of peri-implant mucosa: an evaluation of maxillary anterior single implants in humans. J Periodontol 2003;74:557–562

47. Karoussis IK, Salvi GE, Heitz-Mayfield LJ, Brägger U, Hämmerle CH, Lang NP: Long-term implant prognosis in patient with and without a history of chronic periodontitis: a 10-years prospective cohort study of the ITI dental Implant System. Clin Oral Implants Res 2003;14:329–339

48. Kawai Y, Taylor JA: Effect of loading
time on the success of complete mandibular titanium implant retained overdentures: a systematic review. Clin Oral Implants Res 2007;18:399–408

49. Koh RU, Rudek I, Wang HL: Immediate implant placement: positives and negatives. Implant Dent 2010;19:98–108

50. Kois JC, Kan JY: Predictable peri-implant gingival aesthetics. Surgical and Prosthodontic rationales. Pract Proced Aesthet Dent 2001;13:691–698

51. Ledermann P: Das TPS-Schraubenimplantat nach siebenjähriger Anwendung. Quintessenz 1984;30:1–11

52. Ledermann P: Stegprothetische Versorgungen des zahnlosen Unterkiefers mit Hilfe plasmabeschichteter Titanschraubenimplanate. Dtsch Zahnärztl Z 1979; 34:907–911

53. Meijer HJ, Stellingsma K, Meijndert L, Raghoebar GM: A new index for rating aesthetics of implant-supported single crowns and adjacent soft tissues – the Implant Crown Aesthetic Index. Clin Oral Implants Res 2005;16:645–649

54. Molly L: Bone density and primary stability in implant therapy. Clin Oral Implants Res 2006;17:124–135

55. Mombelli A, van Oosten MA, Schurch E Jr, Lang NP: The microbiota associated with successfull or failing osseointegrated titanium implants. Oral Microbiol Immunol 1987;2:145–151

56. Naert I, Quirynen M, van Steenberghe D, Darius PA: Six-year prosthodontic study of 509 consecutively inserted implants for the treatment of partial edentulism. J Prosthet Dent 1992;67: 236–245

57. Ostman PO, Hellman M, Wendelhag I, Sennerby L: Resonance frequency analysis measurements of implants at placement surgery: Int J Prosthodont 2006;19:77–83

58. Paquette DW, Brodala N, Willliams RC: Risk factors for endosseous dental implant failure. Dent Clin North Am 2006;50:361–374

59. Paul S: Risiko oder Gewinn für die Ästhetik bei lappenlosen sofortigen Implantationen im Frontzahnbereich. Fallberichte: Europ J Esthet Dent 2007; 2:16–29

60. Roccuzzo M, Aglietta M, Cordaro L: Implant loading protocols for partially edentulous maxillary posterior sites. Int J Oral Maxillofac Implants 2009; 24 Suppl:147–157

61. Romanos G, Froum S, Hery C, Cho SC, Tarnow D: Survival rate of immediately vs delayed loaded implants: analysis of the current literature. J Oral Implantol 2010;36:315–324.

62. Roos-Jansaker A-M, Lindahl C, Renvert H: Nine- to fourteen-year follow-up of implant treatment. Part II: presence of periimplant lesions. J Clin Periodontol 2006;33:290–295

63. Sakka S, Coulthard P: Implant failure: etiology and complications. Med Oral Patol Oral Cir Bucal 2011;16:e42–44

64. Salvi GE, Lang NP: Diagnostic parameters for monitoring peri-implant conditions. Int J Oral Maxillofac Implants 2004;19:116–127

65. Schnitman PA, Shulman LB: Recommendation of the consensus development conference of dental implants. J Am Dent Assoc 1979;9:3–377

66. Snauwaert K, Duyck J, van Steenberghe D, Quirynen M, Naert I: Time dependent failure rate and marginal bone loss of implant supported prostheses: a 15-year follow-up study. Clin Oral Investig 2000;4:13–20

67. Tarnow DP, Cho SC, Wallace SS: The effect of inter-implant distance on the height of inter-implant bone crest. J Periodontol 2000;71:546–549

68. Testori T, Bianchi F, Del Fabbro M et al.: Implant aesthetic score for evaluating the outcome: immediate loading in the aesthetic zone. Pract Proced Aesthet Dent 2005;17:123–130

69. Valentini P, Abensur D, Albertini JF, Rocchesani M: Immediate provisionalization of single extraction-site implants in the esthetic zone: a clinical evaluation. Int J Periodontics Restorative Dent 2010;30:41–51

70. Wang HL, Ormianer Z, Palti A, Perel ML, Trisi P, Sammartino G: Consensus conference on immediate loading: the single tooth and partial edentulous areas. Implant Dent 2006;15:324–333

71. Weber HP, Morton D, Gallucci GO, Roccuzzo M, Cordaro L, Grutter L: Consensus statements and recommended clinical procedures regarding loading protocols. Int J Oral Maxillofac Implants 2009;24 Suppl:180–183.

72. Weibrich G, Al-Nawas B: Erfolgsaussichten implantologischer Maßnahmen. Zahnmed Mitteil 2001;23:36–43

Fussnoten

1 Privatpraxis, Berlin

2 Privatpraxis, Ludwigshafen

3 Direktor Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie,
Georg-August-Universität, Göttingen

DOI 10.3238/ZZI.2011.0220


(Stand: 25.08.2011)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

zum Nachruf an Dr. Ackermann

Aktuelle Ausgabe 2/2021

Im Fokus

  • Freiendkonstruktionen zur Versorgung von Schalt- und Freiendlücken
  • Hybridgestützte Doppelkronen als Konzept für langlebige Versorgung
  • Komplikationen bei Implantaten

FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

WERDEN SIE AUTOR

Sie haben ein spannendes Thema aus dem Bereich der Implantologie und würden gerne einen Artikel dazu in der ZZI veröffentlichen? Dann nutzen Sie unseren Editorial Manager und reichen Sie ihr Manuskript direkt bei uns ein.

Manuskript einreichen