Abdruckfreie Praxis, individualisierte Abutments

Interview mit Priv.-Doz. Dr. Florian Beuer

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Für Patienten ist eine „abdruckfreie Praxis“ sicherlich angenehm. Wo sehen Sie derzeit die Grenzen der Methode?

F. Beuer: Die intraorale digitale Erfassung wird die Zahnmedizin stärker beeinflussen, als es die Digitalisierung im zahntechnischen Labor getan hat. Derzeit ist die Limitation vor allem bei langspannigen Restaurationen und unbezahnten Bereichen zu sehen. Da es sich immer um die Aneinanderreihung von einzelnen Aufnahmen handelt, wird der sog. Matchingfehler entsprechend größer, wenn viele Aufnahmen zu einem Datensatz zusammengefügt werden. Dies ist vor allem bei unbezahnten Bereichen ein Problem. Eine weitere Limitation ist sicher noch der Preis, da die meisten heute zur Verfügung stehenden Techniken sehr aufwändig sind. Die Lücken im digitalen Workflow sind derzeit eine Baustelle, die aber bei weiterer Verbreitung der intraoralen Scanner sicher Schritt für Schritt behoben werden kann.

 

Wie genau sind die derzeit zur Verfügung stehenden Verfahren? Sehen Sie hier relevante Weiterentwicklungen?

F. Beuer: Die derzeit am Markt erhältlichen Verfahren unterscheiden sich vor allem in ihrer Technologie. So gibt es puderfreie Systeme und Systeme, die eine Mattierung der Oberfläche benötigen, um die Mundsituation zu erfassen. Es gibt Systeme, die Einzelaufnahmen erstellen, und andere, die ein Videosignal verarbeiten. Einige interessante Ansätze sind in der Entwicklung bzw. kurz vor der Markteinführung. Handliche und günstige Geräte mit einfacher Erfassungstechnologie könnten zu einer weiten Verbreitung der Intraoralscanner führen. Wichtig ist, dass jeder Zahnarzt für sich und seine Praxis den Benefit der digitalen Technologie sieht.

 

In welchen Fällen setzen Sie persönlich individualisierte Implantatabutments ein?

F. Beuer: Für mich war die Einführung der individuellen CAD/CAM-Abutments ein großer Durchbruch für zementierte Versorgungen auf Implantaten. Seither setze ich keine manuell individualisierten Abutments oder Standardabutments mehr ein. Die CAD/CAM-gefertigten Abutments bieten neben der gleichen hohen Passgenauigkeit der Standardabutments eine Reihe von Vorteilen: die Zementfuge kann in gut zugängliche Bereiche gelegt werden und daher wird das klinische Problem der möglichen Zementüberschüsse weitgehend gelöst; alle Formen sind denkbar, wir sind nicht mehr an bestimmte gewinkelte Formen gebunden und auch preislich sind diese Aufbauten sehr interessant. Eine ganz neue interessante Variante ist die sogenannte Hybridkrone, hier wird eine Krone mit dem Abutment aus einem Stück gefertigt (z. B. aus Lithiumdisilikat) und auf einer Titanklebebasis befestigt. Dann kann diese Restauration verschraubt werden.


(Stand: 19.09.2012)

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