Implantatmedizin als Wissenschaft, Handwerk und Heilkunst – Vergleich von Äpfeln mit Birnen?

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Ende November ist es wieder so weit – die Jahrestagung der DGI steht an. Turnusgemäß findet sie alle drei Jahre als Gemeinschaftstagung zusammen mit der österreichischen und der schweizerischen Fachgesellschaft statt.

Unter der Kongresspräsidentschaft von Prof. Lorenzoni ist für Wien ein Programm entstanden, das die unterschiedlichen Aspekte der Implantologie als Teil der Medizin analysiert: Wissenschaft, Handwerk und Heilkunst.

Sicher verschiedene Seiten derselben Medaille – und dennoch ist das Thema von höchster Aktualität: Innovative Materialien oder neue Methoden in der Implantologie richten sich in ihrer Bewertung entsprechend einer Evidenzbasierten Medizin (EBM) immer zuerst nach den Wünschen des Patienten. Sie müssen durch den Anwender – sei es Zahntechniker, Prothetiker oder Chirurg – sicher beherrscht werden (interne Evidenz) und sich nicht zuletzt in wissenschaftlich gut geplanten Studien bewährt haben (externe Evidenz).

Diese Ausgabe der ZZI nimmt diese Trias von interner und externer Evidenz sowie neuen Therapieansätzen zum Wohl der Patienten auf:

Der Fallbericht von Dr. Frank Zastrow zeigt das schrittweise Vorgehen bei der Versorgung des stark atrophierten Oberkiefers. Ein in den Einzelschritten vielleicht bekanntes Konzept, das aber in der Darstellung als Fallbericht sehr gut die notwendige fachliche Qualifikation des Gesamtteams dokumentiert. Medizin – so der Gründungspräsident der Universität Witten/Herdecke Dr. Konrad Schily – werde noch immer mit der Hand am Arm ausgeübt. Ihre Grundlagen werden nicht nur im Hörsaal, sondern auch am Krankenbett vermittelt und erlernt.

Der Beitrag der Arbeitsgruppe um Prof. Florian Beuer widmet sich den digitalen Aspekten der Implantologie. Ein näherer Blick in das Autorenteam, das renommierte Spezialisten in den Bereichen der Chirurgie, Prothetik und Zahntechnik umfasst, zeigt gut strukturiert die Vorgehensweise bei einem innovativen, aber durchaus komplexen Konzept, das der Minimierung der Behandlungszeit des Patienten dient.

Nicht zuletzt widmet sich der Biometriesplitter von Dr. Knippschild und Mitarbeitern dem vermeintlichen Trumpf in der wissenschaftlichen Bewertung: der Metaanalyse. Aus Sicht der Praxis lassen sich hier kaum Stolpersteine vermuten. Der Beitrag räumt mit diesem Eindruck auf und beschreibt eindrücklich, was zu beachten ist, damit nicht – wie dem Titel zu entnehmen ist – Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Vielleicht hat aber Herbert Knebel als Ruhrgebietsoriginal und Comedian in dem ihm nachgesagten Satz das notwendige Zusammenwirken zwischen Wissenschaft und Praxis in der Implantologie gut zusammengefasst: Erst grübeln – dann dübeln.

In diesem Sinne. Freuen Sie sich auf diese Ausgabe der ZZI. Freuen Sie sich auf unsere Gemeinschaftstagung in Wien!

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Prof. Dr. Axel Zöllner


(Stand: 08.09.2015)

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