Das Ziel: optimale Behandlungsprotokolle für alle Patienten

7. Gemeinschaftstagung von DGI, ÖGI, SGI

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„Gewusst. Gekonnt. Geheilt. Implantatmedizin als Wissenschaft, Handwerk und Heilkunst.“ Unter diesem Motto steht die 7. Gemeinschaftstagung von DGI, ÖGI und SGI, die vom 26. bis 28. November 2015 in Wien stattfindet.

Die Implantologie ist als Querschnittsfach nicht nur mit den meisten Bereichen der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde eng verbunden. Zahllose Berührungspunkte mit anderen medizinischen Fächern, etwa der Inneren Medizin und insbesondere der Allgemeinmedizin, kommen hinzu. Darum liegt der Schwerpunkt der 7. Gemeinschaftstagung von DGI, ÖGI und SGI am ersten Adventswochenende in Wien auf den Verbindungen von Allgemeinmedizin und Zahnmedizin. Und diese Verbindungen sind zahlreich, wie eine Fülle von Studien inzwischen belegt. Viele vor allem chronische Erkrankungen haben Auswirkungen auf den Erfolg einer Implantattherapie – ein gemeinsamer Nenner sind beispielsweise Entzündungsreaktionen. Darum geht es zum Kongressauftakt am Freitag im Forum Wissenschaft und Praxis gleich in medias res: Themen sind Parodontitis und kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes und Parodontitis sowie rheumatische Erkrankungen als Risikofaktoren für orale Entzündungen.

Allgemeinmedizinische Risikofaktoren ... Nicht zuletzt aufgrund des demographischen Wandels nehmen immer mehr multimorbide Patienten auf dem Behandlungsstuhl Platz, bei denen nicht nur verschiedene Grunderkrankungen beachtet werden müssen, sondern die auch mit einer Vielzahl von – oft neuen – Medikamenten behandelt werden. Neue Antikoagulanzien (NOAKs) sind dafür ein Beispiel. Für diese gab es bislang kein Antidot – inzwischen hat ein Hersteller die Zulassung für ein erstes Gegenmittel beantragt. Bisphosphonate sind ein weiteres Beispiel einer Medikamentengruppe, mit der eine steigende Zahl von Patienten behandelt wird – darunter zunehmend auch bereits implantologisch versorgte Patienten. Von großer praktischer Bedeutung ist auch eine sachgerechte Antibiotikatherapie, die auf der Gemeinschaftstagung sowohl von einem Infektiologen als auch von einem Implantologen beleuchtet wird. Schließlich gilt es, angesichts bedrohlicher Resistenzentwicklungen den Verbrauch dieser Medikamente zu senken.

Doch nicht nur Allgemeinerkrankungen und Arzneimittel können Risikofaktoren für eine Implantattherapie sein. Darum geht es in den verschiedenen Foren mit anderen Einflussgrößen weiter: Rauchen, Extraktionen und Erkrankungen der Mundschleimhaut ebenso wie Weichgewebe, Prothetik und Funktion.

... und wie man sie beherrschen kann. Natürlich beleuchten die 90 Referenten der Tagung aus fünf Ländern nicht nur die Risikofaktoren. Sie demonstrieren vor allem auch, wie mit den Methoden und Verfahren der modernen Implantologie – angefangen bei der Diagnostik über die Chirurgie bis hin zur Prothetik und der wichtigen Nachsorge – selbst bei Patienten mit Risikofaktoren und komplexen Situationen eine erfolgreiche Behandlung möglich ist.

In den Foren stehen darüber hinaus auch die neuesten technischen Trends und Entwicklungen auf der Agenda: Diskussionsstoff liefern die Regeneration von Hart- und Weichgewebe, das 3D-Röntgen, kürzere und dünnere Implantate, der Stellenwert von CAD/CAM, und nicht zuletzt geht es auch um Konzepte für die Sofortimplantation und die Sofortbelastung.

„Ziel soll es sein, am Ende dieser Veranstaltung für alle unsere Patientinnen und Patienten das optimale Behandlungsprotokoll gestalten zu können“, formuliert Tagungspräsident Prof. Dr. Martin Lorenzoni, Graz, das Ziel der Organisatoren.

Das attraktive Programm sorgt für kontinuierlich steigende Teilnehmerzahlen und der Themenmix stößt nicht nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf großes Interesse, sondern auch außerhalb des deutschsprachigen Raums. Darum haben die Gesellschaften im Forum Wissenschaft und Praxis eine englische Simultanübersetzung vorgesehen.

Neue Kooperation. Erstmals in der Geschichte der Drei-Länder Tagung wird es in Wien eine Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie (ÖGP) geben. „Der Nutzen liegt in der Zusammenführung zweier Bereiche, die sich fachlich nicht trennen lassen und eng miteinander verwoben sind“, erklärt ÖGP-Präsident Priv.-Doz. Dr. Werner Lill, Wien. Schließlich gehört die orale Rehabilitation von Patienten mit parodontal vorgeschädigtem Gebiss zu den großen Herausforderungen in der Implantologie und erfordert die Expertise beider Fachdisziplinen.

Die Entzündungsfreiheit im gesamten Gebiss vor einer Implantation und der Erhalt derselben als „Periimplantitis-Prävention“, so Lill, seien schließlich eine Voraussetzung für den Langzeiterfolg einer Implantattherapie. Dies mache die Kooperation der implantologischen Gesellschaften mit der ÖGP bei der Tagung zu einem richtungweisenden Signal.

Barbara Ritzert, Pöcking


(Stand: 08.09.2015)

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