Implantologie-Starter-Tipps beim Dental Summer in Timmendorf

DGI gemeinsam mit DGÄZ und Dentista

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Das Programmpaket für das eintägige Hands-on-Seminar für Implantologie-Einsteiger beim diesjährigen Dental Summer Ende Juni in Timmendorf hatten die drei Veranstalter gemeinsam gepackt: Alles rund um Ästhetik und Funktion gab es von der DGÄZ, wichtige Tipps zum Start in die Implantologie lieferte die DGI und Dentista steuerte rechtliche Aspekte für implantierende Zahnärztinnen und Zahnärzte im Angestelltenverhältnis bei sowie Anregungen für die Kommunikation, ein wichtiger Erfolgsfaktor der Behandlung.

Der Einstieg, vermittelt von Prof. Dr. Bilal Al-Nawas, Halle, DGI-Vorstandsmitglied, drehte sich um den besten Zahn für die erste eigene Implantation – und was man bei der Patientenselektion beachten sollte, wenn die Erfahrung noch fehlt. In diesen Fällen ist mit ausreichenden Basiskenntnissen und möglichst mehreren Hospitationen eine Einzelzahnversorgung im Molarenbereich eine zu meisternde Aufgabe, während eine Frontzahnversorgung mit hohem Anspruch an die Ästhetik ein deutliches Risiko für einen Misserfolg berge – und zwar nicht nur für Starter in der Implantologie. Der Blick auf die Implantologie gehe heute weit über den Fokus „erfolgreiche Einheilung“ hinaus, betonte Al-Nawas. Beispielsweise werde dem Faktor des lebenslangen Wachstums von Gesicht und Kiefer viel Aufmerksamkeit gewidmet aufgrund notwendiger Konsequenzen für die Behandlung.

Ein eher selten bei Kongressen vertretenes Thema stellte RA Carsten Wiedey vor, Beirat Rechtsfragen bei Dentista und BdZA: Was dürfen eigentlich angestellte Zahnärzte selbst entscheiden? Dürfen sie einen Zahn endodontisch erhalten, für den der Arbeitgeber „Ex“ und Implantat vorgesehen hat? Dürfen sie bei einer Implantation das Implantatsystem selbst auswählen? Was den Aspekt „Endo oder Implantat“ betrifft, machte RA Wiedey deutlich: Ist eine Indikation auch für eine endodontische Behandlung vorhanden und der Patient entsprechend aufgeklärt, entscheidet – rechtlich betrachtet – immer der Patient. Was die Auswahl von Implantatsystemen oder auch des zu beauftragenden Labors betrifft, ist der angestellte Zahnarzt zur Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern der Praxis verpflichtet. Viele Fragen und eine intensive Diskussion zeigten den großen Bedarf an Informationen auf diesem Gebiet.

Wie sehr eine – vielleicht sogar durch Hypnose verstärkte – Entspannung und positive Kommunikation zum Behandlungserfolg beiträgt, machte Dr. Dr. Anette Strunz/Berlin als Referentin des Dentista e.V. deutlich: Ein Arzt könne das Leben eines Patienten auch durch Worte und Verhalten gefährden. Studien hätten gezeigt, dass Angstabbau und innere Ruhe den Heilungserfolg optimieren. Ihrer langjährigen Erfahrung nach habe eine wohlgewählte Sprache, die neurologische Effekte auslöse, einen deutlichen Einfluss auf die Gesundheit des Patienten. Sie zeigte, wie mit einfachen Mitteln der Stressabbau des Patienten gefördert und eine wohlwollende Stimmung erzeugt werden kann: „Dann macht uns selbst das Behandeln ja auch mehr Spaß!“

Das Schwerpunktthema der DGÄZ war an diesem Tag die Augmentation, die bei entsprechenden Voraussetzungen sowohl ästhetisch als auch hinsichtlich der Funktion deutlichen Einfluss auf ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis haben kann. DGÄZ-Präsident Prof. Dr. mult. Robert Sader, Frankfurt, vermittelte den Teilnehmern des ausgebuchten Workshops viele Basiskenntnisse rund um Augmentate. Er beleuchtete ihre Einsatzgebiete zur Verbesserung des Implantatlagers und zur Optimierung von Situationen bei nicht ausreichendem Hartgewebe. Auch aus ästhetischen Gründen, so Professor Sader, böten die Verfahren Möglichkeiten die Weichgewebeverhältnisse zu verbessern, um verloren gegangenes Volumen rund um die Mundregion auszugleichen.

Zentraler Teil des Kurstages waren die Hands-on-Übungen, bei denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unterstützt von Camlog und Geistlich, vieles ausprobieren konnten: Wie sieht ein vom Hersteller produziertes Knochenersatzmaterial aus, wie fühlt es sich an, wie verarbeitet man es und was tun, wenn es in die Alveole eingelegt ist? Währenddessen probierten andere Kolleginnen und Kollegen das Setzen eines Implantats in einen „Knochen“ und bekamen ein Gefühl für Ausmaße und Kraftkontrolle. An der dritten Work-Station gab es eine Einführung in ein „System“: Was ist ein Vorbohrer, welche Instrumente leisten welche Aufgabe, welche Implantate gibt es und wie konstruiert man eine Implantatversorgung von Abformung bis Abutment?

Abschließend stellten sich die Referenten in einer Podiumsrunde den Fragen der jungen Kolleginnen und Kollegen und berichteten über ihren eigenen Weg in die Implantologie. Selbst nach dem offiziellen Veranstaltungsende blieben viele Teilnehmer noch da, um den Experten noch mehr Know-how zu entlocken. Das unterstreicht, was ein Teilnehmer zum Abschied dem Referententeam mit auf den Weg zurück gab: Es sei eine der besten Veranstaltungen beim Dental Summer gewesen. Man nehme enorm viel mit – und er fühle sich jetzt motiviert zu einer umfassenden Ausbildung in Implantologie. Sein Fazit: „Die Beiträge haben nachvollziehbar, aber auch begeisternd gezeigt, wie viel Detailwissen zum Fach heute gehört: Das will ich jetzt auch lernen und können.“


(Stand: 08.09.2017)

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