Studieren und Trainieren am Humanpräparat

Gemeinsamer Fortbildungskurs von DGI und ÖGI

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Mitte Mai veranstalteten die beiden Schwestergesellschaften ÖGI und DGI in Graz erstmals einen gemeinsamen Fortbildungskurs. Das chirurgische Training stand dabei im Mittelpunkt. Ihre Fertigkeiten konnten die 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an speziell fixierten Humanpräparaten „à la Grazer Anatomie“ trainieren.

Dieser Humanpräparatkurs war in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes: Zum ersten Mal wurde von der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) und der Österreichischen Gesellschaft für Implantologie (ÖGI) ein gemeinsamer Fortbildungskurs abgehalten. Die Grundlage für diese und hoffentlich viele weitere Kollaborationen ist bei der Gemeinschaftstagung der drei deutschsprachigen Gesellschaften DGI, ÖGI und SGI im Jahr 2015 gelegt worden. Eine weitere Besonderheit war das Programm dieses als Ergänzung zum DGI-Curriculum geplanten Workshops. Der Fokus lag darum auf der implantologischen Praxis. Im Zentrum standen Anwendung und Vertiefung der im Rahmen des Curriculums gelernten Grundlagen und Techniken.

Dazu wurde ein für diesen Zweck unerreichtes Medium eingesetzt: Das Humanpräparat. An keinem anderen biologischen oder künstlichen Modell kann man besser die eigenen chirurgischen Fertigkeiten trainieren. Die Aufbereitung von Körperspenden hat im Anatomischen Institut der Grazer Universität eine lange Tradition: Dort wird mit einer Fixierung gearbeitet, die vom ehemaligen Institutsvorstand entwickelt und nach diesem benannt wurde, die „Thiel’sche Fixierung“. Im Gegensatz zu anderen Verfahren ermöglicht es diese Präparation, die Gewebe zu sterilisieren und zu fixieren, ohne dass die Strukturen an Flexibilität einbüßen. Mit diesen lebensnahen Präparaten konnten in zwei Tagen an der Grazer Vorklinik die 13 Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Kurses ein dicht gedrängtes Programm meistern.

Am ersten Kurstag ging es in Theorie und Praxis um das Sofortimplantat, um die vertikale Augmentation durch die Schalentechnik mit allogenem Graft sowie das freie Schleimhauttransplantat. Von diesem intensiven Tag erholten sich Teilnehmer und Referenten bei einem gemütlichen Abendessen in der Grazer Altstadt vor der Kulisse des Schlossbergs.

Mehr (oder weniger) gut ausgeruht erfolgte der Start in den zweiten Kurstag. An diesem beschäftigen sich die Kollegen und Kolleginnen mit der lateralen Augmentation mit Ramusgraft oder der klassischen Guided Bone Regeneration in der ästhetischen Zone und kurzen 4-Millimeter-Implantaten. Der klassische Sinuslift über den lateralen Zugang beendete den Workshop.

Ein derart dicht gedrängtes Programm konnte nur durch eine hervorragende Betreuungssituation sinnvoll umgesetzt werden. Während des Workshops lag das Verhältnis zwischen Referenten und Teilnehmer/-innen bei eins zu zwei. So konnten nicht nur die Techniken nahegebracht, sondern auch viele praktische Tipps weitergegeben werden.

Sowohl aus der Sicht der Teilnehmer/-innen als auch aus der der Referenten war der Kurs ein voller Erfolg. Ein da capo ist für den Mai 2018 bereits geplant und die Referenten hoffen auf motivierte Kollegen und Kolleginnen.


(Stand: 08.09.2017)

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