„Ich wollte mehr Sicherheit beim Implantieren gewinnen“

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Sie haben das Curriculum vor zehn Jahren absolviert. Was war Ihnen wichtig?

Das Wichtigste war mir, eine gewisse Sicherheit zu erreichen. Weil ich wusste, dass wir von den Besten und bei der größten Gesellschaft auf diesem Gebiet lernen, gab mir diese Ausbildung nicht nur mehr Sicherheit bei der Behandlung, sondern letztlich auch so etwas wie Rechtssicherheit. Das gibt Selbstbewusstsein – auch wenn es darum geht, die Behandlung den Patienten anzubieten.

Gab es etwas, was Sie sich gewünscht hätten – auch im Nachhinein?

Im Großen und Ganzen war das Curriculum super. Das Einzige, was ich mir gewünscht hätte, wäre noch eine stärkere Anbindung an erfahrene Kollegen gewesen, etwa durch weitere Hospitationen, bei denen man diesen Erfahrenen über die Schulter schauen kann.

Die DGI hat jetzt ein Mentorenprogramm für die Teilnehmer des Curriculums aufgelegt.

Dann ist dieser Wunsch ja in Erfüllung gegangen.

Wie hat sich das Curriculum auf Ihre tägliche Praxis ausgewirkt?

Natürlich habe ich aufgrund der erworbenen Fachkompetenz mehr und mit mehr Sicherheit implantiert. Die Implantologie ist ein Schwerpunkt in unserer Praxis.

Haben Sie seitdem noch andere Curricula absolviert?

Ich habe danach noch ein Endo-Curriculum absolviert. Inspiriert hat mich dazu ein Referent im DGI-Curriculum, Josef Diemer. Er ist Experte sowohl in der Endodontie als auch in der Implantologie. Und von ihm habe ich gelernt, dass der Brückenschlag zwischen beiden Bereichen wichtig ist und dass das eine das andere nicht ausschließt. Das Implantat ist ein Segen, wenn die Indikation stimmt. Wenn ich einen Zahn noch fünf oder zehn Jahre erhalten kann, bevor ich implantiere, dann habe ich einen echten Vorteil erzielt. Vor zehn Jahren war die Periimplantitis kaum ein Thema, heute ist sie eines. Es gilt also stets das Pro und Contra abzuwägen: Alles zu seiner Zeit und mit der richtigen Indikation. Das ist die Strategie, die wir hier in der Praxis entwickelt haben.

Haben Sie einen Rat für junge Kolleginnen und Kollegen, die das Curriculum gerade durchlaufen oder es planen?

Ich würde raten, nicht zu früh mit der Implantologie anzufangen. Man sollte zunächst die allgemeinen operativen Verfahren beherrschen, also etwa die Entfernung von Weisheitszähnen, bevor man implantiert. Ich rede jetzt nicht von dem einfachen Implantat in regio 46 mit einem breiten Knochen. Da kann jeder ein Implantat setzen. Aber es geht um die Beherrschung von Komplikationen. Was mache ich, wenn die Knochenwand wegbricht oder die Kieferhöhle aufgeht? Wenn ich implantiere, aber noch nie eine Kieferhöhle zugenäht habe, dann kann ich das Implantat vielleicht setzen, aber ich beherrsche die Begleitchirurgie nicht. Darum lautet mein Rat: Beherrscht erst die kleine Chirurgie, bevor Ihr Implantate setzt.

Die Fragen stellte Barbara Ritzert, Pöcking

 

 

 


(Stand: 17.09.2018)

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