Es ist Zeit für neue Wege

Der 35. Kongress der DGI als Deutscher Implantologentag

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Der inner- und interdisziplinäre Austausch über die Fachgrenzen von Zahnmedizin und Medizin hinweg verspricht spannende Diskussionen auf dem 35. Jahreskongress der DGI. Dieser soll vom 25.–27. November 2021 als Deutscher Implantologentag unter dem Motto „Implantologie vernetzt“ manche Weichen neu stellen – Horizonterweiterung garantiert. Der Kongress wird als Hybrid-Veranstaltung stattfinden, vor Ort in Wiesbaden und online.

Kongress à la carte. „Wir freuen uns, dass wir unseren Kolleginnen und Kollegen eine Veranstaltung à la carte servieren können“, sagt Prof. Dr. Knut A. Grötz (Wiesbaden), der gemeinsam mit Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas (Mainz) die Kongress-Präsidentschaft übernommen hat. „Das Programm findet in einem der modernsten Kongresszentren Deutschlands statt und wird live online auf der Kongress-Plattform der DGI übertragen, die sich bei unserem Online-Event 2020 bereits bewährt hat.“

Das traditionelle Treffen der DGI-Familie als End- und Höhepunkt des Fortbildungsjahres hat in diesem Jahr noch einen zweiten Titel: Es ist der erste Deutsche Implantologentag. Diesen richtet die DGI gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Orale Implantologie (DGOI) und der DGI-Nachwuchs-Organisation Next Generation aus. Das Motto lautet: „Implantologie vernetzt“.

Als weitere Mitstreiter bringen auch noch andere zahnmedizinische und medizinische Fachgesellschaften als sogenannte Gast-Gesellschaften ihre jeweilige Expertise in diese ganz besondere Veranstaltung ein: Die Deutsche Gesellschaft für Parodontologie (DG PARO) ist der Einladung der DGI ebenso gefolgt wie die Deutsche Gesellschaft für Prothetische Zahnmedizin und Biomaterialien (DG Pro), die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Zahnmedizin (DGÄZ) und die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Letztere ist mit rund 28.000 Mitgliedern ein Schwergewicht unter den medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften Deutschlands und Europas. Für die US-amerikanische Perspektive sorgt die Academy of Osseointegration.

Weichen für die Zukunft stellen. Die beiden Präsidenten des Kongresses hoffen, dass bei dieser Tagung nicht nur einige Weichen für die zukünftige Entwicklung der Implantologie und ihre Integration in die (Zahn)medizin neu gestellt, sondern dass vor allem auch neue Wege in der Zusammenarbeit zwischen den zahnmedizinischen und medizinischen Disziplinen beschritten werden. „Wir wollen Gemeinsamkeiten deutlich machen und ein klares Signal für die Zukunft senden“, betont Professor Al-Nawas. „Es ist an der Zeit, die Kooperation sowohl innerdisziplinär, also innerhalb der ZMK-Heilkunde, als auch interdisziplinär mit anderen medizinischen Fachrichtungen voranzubringen“, so das Credo von DGI-Präsident Grötz.

Es sind die neuen Möglichkeiten der Implantattherapie von Patientinnen und Patienten, die diesen Schulterschluss der Fachdisziplinen erforderlich machen. Schon der 32. Kongress der DGI, der 2018 ebenfalls in Wiesbaden stattgefunden hatte, machte mit seinem Motto „Personalisierte Implantologie“ deutlich, wohin die Reise seitdem geht: Die harten Kontraindikationen für eine Implantattherapie wurden und werden zunehmend abgelöst von individuellen Therapieentscheidungen, angepasst an die individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen eines Menschen.

Eine Implantattherapie ist unter entsprechenden Kautelen bei Parodontitis- Patienten ebenso möglich wie bei Patienten, die sich einer Strahlentherapie oder einer Behandlung mit Antiresorptiva unterziehen müssen. Auch gut eingestellte Diabetiker und Patienten mit Autoimmunerkrankungen, etwa Rheumatoider Arthritis, müssen nicht auf Implantate verzichten – vorausgesetzt, die Behandlung berücksichtigt und integriert das Wissen der verschiedenen Disziplinen.

Implantologie bedeutet mehr als zu augmentieren. „Es reicht heute nicht mehr aus, zu sagen, dass man komplexe Augmentationen beherrscht“, sagt Professor Grötz. Vielmehr gelte es, den Patienten als Ganzes zu sehen mit allen Faktoren, die seinen Gesundheitszustand ausmachen. Kurz: Aufgrund ihrer medizinischen Vorgeschichte erfordern die meisten Patientinnen und Patienten die Sichtweise verschiedener Disziplinen, die darum zusammenarbeiten und sich austauschen müssen. Nur dann können vorbelastete oder vorerkrankte Patientinnen und Patienten erfolgreich behandelt werden.

Ein vielschichtiges Programm. Diese Notwendigkeiten spiegeln sich auch im Programm des Deutschen Implantologentages wider. Geht es beispielsweise um die Themen Bakteriämie, Endokarditis, Mundhöhle und Mikrobiom referieren Experten aus den Bereichen Parodontologie und Innere Medizin. Das Thema Implantattherapie in der Oberkiefer-Frontzahnregion bestreiten Referenten der DGÄZ und der DG Pro. Geht es um Materialien, Unverträglichkeiten und immunologische Aspekte, stehen Experten aus drei Bereichen auf der Bühne: aus der Prothetik, der Implantologie und der Inneren Medizin. Antworten auf die Frage „Quo vadis Implantologie?“ mit dem Schwerpunkt auf Forschungsperspektiven geben die Vertreterinnen und Vertreter der drei implantologischen Gesellschaften.

Die Moderationen und Sitzungsvorsitze wechseln ebenfalls zwischen Vertreterinnen und Vertretern der verschiedenen Fachgesellschaften. Und wenn Fachleute aus verschiedenen Bereichen in den Diskussionen aufeinandertreffen, kann sich das Auditorium auf einen spannenden Diskurs mit garantierter Horizonterweiterung freuen.

Bewährte Komponenten. Lebhafte Diskussionen gibt es stets auch bei den beliebten Tischdemonstrationen, die wie bei jedem Kongress der DGI auch in diesem Jahr am Freitag stattfinden. Hinzu kommen Posterbeiträge und freie Vorträge zum Thema „Neues aus Praxis und Wissenschaft“. Wie schon beim letzten Kongress können die Erst-Autorinnen und -Autoren dieser Beiträge kostenfrei am Kongress teilnehmen.

Sitzungen der Landesverbände. Traditionell gestalten zwei „ortsansässige“ Landesverbände jeweils Sitzungen in eigener Regie am zweiten Kongresstag. Der Landesverband Rheinland-Pfalz hat als Thema Parodontologie und Implantologie gewählt und beleuchtet Leitlinien aus den Bereichen Parodontologie und Periimplantitis-Therapie. Der Landesverband Hessen widmet seine Sitzung dem Thema „augmentative Techniken“.

Programm für die Assistenz. Ebenfalls am Samstag findet das Forum Assistenz und Betreuung statt. In diesem geht es um perfekte Prozesse in der Praxis, um Terminvergabe, Kommunikation und Rechnungsstellung. Ein Prozesstraining für die Einbindung neuer Mitarbeitenden kommt hinzu. Begleitet wird der Kongress traditionell von der internationalen Implant Expo. Die Sponsoren des Kongresses veranstalten ihre Workshops mit einem vielfältigen Themenangebot am Donnerstag, dem 25. November, und auch das „Implant-Village“ öffnet wieder seine Pforten.


(Stand: 31.08.2021)

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