Dentale Implantate als wesentlicher Bestandteil der Rehabilitation neurologischer und geriatrischer Problempatienten

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ZZI 04/1996, 212-7

Dentale Implantate als wesentlicher Bestandteil der Rehabilitation neurologischer und geriatrischer Problempatienten

Wächter R, Kartun D, Fabinger A, Krekeler G, Schilli W

Zusammenfassung:
Patienten mit neurologischen Erkrankungen sind oft bereits früh zahnlos und auf eine Vollprothese angewiesen. Durch Dys- und Hyperkinesien der Zunge und perioralen Muskulatur bei Parkinsonpatienten ist der Prothesenhalt auf konventionellem Wege nicht zu erzielen. In diesen Fällen stellt die Insertion von dentalen Implantaten die letzte Möglichkeit dar, diese Menschen zu rehabilitieren und sozial zu integrieren.
Bei insgesamt 20 Patienten mit altersbedingten, neurologischen oder psychosomatischen Erkrankungen wurden zur Prothesenstabilisation im Unterkiefer ΙΉ-Implantate (Bonefit®) inseriert. In der Mehrzahl der Fälle wurde ein Steg als Suprakonstruktion ver-ivendet. Alle Patienten wurden regelmäßig nachuntersucht. Mit Hilfe eines speziellen Fragebogens wurden Auskünfte über Veränderungen der oralen Funktion und der sozialen Situation ermittelt. Alle Patienten gaben übereinstimmend an, daß sie sich nach der Implantation wieder sicherer und gesellschaftlich integrierter fühlten. Insbesondere hätten die Sprechprobleme mit Angst vor dem persönlichen Gespräch durch den verbesserten Prothesenhalt beseitigt werden können. Die Mehrzahl würde sich nochmals dem Eingriff unterziehen. Die eingeschränkte orale Hygienefähigkeit muß bei diesen Patienten als kalkulierbares Risiko in Kauf genommen werden. Die Chance auf eine Verbesserung der gesamten Lebenssituation durch Implantate sollte deshalb wenn immer möglich genutzt werden.

 

Summary:
Patients with neurological diseases often become edentulous at a rather young age and are in need of full dentures. Dyskinesia and hyperkinesia of the tongue and the perioral muscles in patients suffering from Parkinson's disease preclude adequate denture retention using conventional techniques. In these cases the placement of dental implants may help rehabilitate and reintegrate these patients. A total of 20 patients with geriatric, neurological, and psychosomatic diseases received ITI dental implants (Bonefit®) to improve denture retention. In most cases a bar and clip retention system was used. All patients were followed-up within our recall system. A specifically designed questionnaire provided information on changes in oral function and social situation.
In general, all patients reported that they felt socially more integrated after implant treatment. Particularly their speech problems, that used to make them avoid personal communication, were eliminated as a result of improved denture retention. The restricted ability of these patients to carry out oral hygiene procedures has to be accepted as a calculable risk. Most patients would undergo this type of treatment again. The results suggest that the opportunity to improve the patients' quality of life by using dental implants should not be left unused.


(Stand: 01.04.1996)

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