Ästhetikbewertung von implantologischern Einzelzahnersatz

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ZZI 04/2001, 148-53

Ästhetikbewertung von implantologischern Einzelzahnersatz

E Engel, G. Gomez Roman, D. Axmann Krcmar

Zusammenfassung:
Das Interesse an der Ästhetik in der dentalen implantologie hat in den letzten Jahren zunehmend mehr Aufmerksamkeit gefunden. Zahnärzte, Zahntechniker und die Industrie suchen laufend nach neuen Wegen und Methoden, das ästhetische Therapieergebnis zu verbessern. Dennoch bleibt das Problem unverändert, dass jedes Individuum eine eigene Vorstellung von Ästhetik haben kann. Ziel dieser Untersuchung war es daher, normative Kriterien für die Bewertung von Ästhetik bei der implantologischen Einzelzahnversorgung eines zentralen Schneidezahnes im Oberkiefer zu finden. Dazu sind 40 Dias von Einzelzahnversorgungen neben einem gesunden Schneidezahn vermessen und bewertet worden. Die Achsneigung, die Breite der Kronen an der Durchtrittstelle, die vertikale Lage der Durchtrittstelle sowie die Länge der Kronen an der Inzisalkante wurden sowohl für die Implantatkrone als auch den natürlichen Vergleichszahn ausgemessen und die Messwerte anschließend voneinander subtrahiert. Zusätzlich ist die Ästhetik dieser Merkmale durch 3 Zahnärzte unabhängig voneinander bewertet worden. Diese subjektive Bewertung diente als „Goldstandard" für eine Schwellenwertbestimmung mithilfe einer Receiver Operating Characteristic (ROC) Kurve. Das Kappa als Maßzahl für die Übereinstimmung der Bewertung zwischen den Untersuchern erreichte Werte zwischen 0,30 und 0,80. Für 3 der untersuchten Merkmale konnten mit den ROC Kurven zuverlässige Schwellenwerte bestimmt werden. Differenzen zwischen 0,7 mm (Länge der Krone an der Inzisalkante) und 1,5 mm (vertikale Lage der Durchtrittstelle) sowie 3,5 Grad (Achsneigung) werden von Zahnärzten bei der Betrachtung eines Implantatzahnersatzes für einen oberen zentralen Schneidezahn im Vergleich zu seinem natürlichen Pendant als ästhetisch störend betrachtet. Die Untersuchung hat gezeigt, dass eine Normierung des ästhetischen Empfindens von Zahnärzten möglich ist. Eine Normierung scheint wünschenswert zu sein, da sie eine verbesserte Kommunikation über die Ästhetik der implantologisch prothetischen Versorgung der Einzelzahnsituation ermöglicht.

Evaluation of the esthetic outcome of single tooth implant restorations

Summary:
Recently, the interest in esthetics in dental implantology has considerably increased. Dentists, dental technicians and the industry are combined in their effort to improve the esthetic treatment outcome. However, the problem remains that each individual may have her or his own idea about dental esthetics. The aim of this study was, to find normative criteria for the evaluation of the esthetic outcome of single tooth implant restorations in the maxilla. Forty slides of single tooth restorations replacing a missing central maxillary incisor next to its natural contralateral counterpart were selected. Inclination of the long axis, width of the tooth at the gingival margin, vertical position of the gingival margin and length of the crown at the incisal edge were measured. The difference between the values of the implant restorations and the natural contralateral incisor was calculated. In addition, a panel of three dentists judged the esthetic outcome of the implant restoration compared to the intact central incisor. Kappa values were obtained ranging from 0.30 to 0.80. Cutting points for the 4 differences of measurements were calculated with receiver operating characteristic (ROC) curves using the esthetic ratings of the dentists as a "gold standard". In three cases valid ROC curves could be calculated. Dentists perceived a poor esthetic result at differences between the implant restoration and the natural counterpart of 0.7 mm for the length of the crown at the incisal edge and 1.5 mm for the vertical position of the gingival margin as well as 3 degrees for the inclination of the long axis. The study demonstrated the possibility to norm the judgment of dentists about the esthetic outcome of single tooth restorations of maxillary central incisors. Determination of a norm seems to be desirable, because it allows for a better communication about the esthetic treatment outcome in cases of single tooth restorations.


(Stand: 01.04.2001)

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