Geführte Knochenregeneration mit Hilfe von individuell gegossenen Titanbarrieren <br> Eine Pilotuntersuchung am Kaninchenschädel

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ZZI 04/2001, 164-72

Geführte Knochenregeneration mit Hilfe von individuell gegossenen Titanbarrieren


Eine Pilotuntersuchung am Kaninchenschädel

R. J. Kohal, M. Bächle; P. M. Trejo; A. Tripodakis

Zusammenfassung:
Die geführte Knochenregeneration findet in Fällen zu geringen Knochenangebots Anwendung. Die Resilienz einiger auf dem Markt befindlicher Barrieremembranen stellt ein Problem bezüglich des Erhalts eines für das Augmentationsresultat mitbestimmenden Hohlraumes unter diesen Membranen dar. Das Ziel dieses Experiments war es zu untersuchen, ob individuell hergestellte Titanbarrieren in Form von Halbkugeln das Einwachsen von Knochen in einen vorgeformten Hohlraum fördern können. Zu diesem Zweck wurden am Schädel von 6 Kaninchen zwei experimentelle (Test )Defekte hergestellt. Bei allen Tieren wurde zusätzlich ein weiterer Kontrolldefekt angelegt. Ein Testdefekt wurde mit einer geschlossenen Titanbarriere (Testgruppe 1), der andere mit einer mit einer GoreTex® Membran abgedeckten perforierten Titanbarriere (Testgruppe 2) behandelt. Die Kontrolldefekte wurden nicht behandelt. Nach drei Monaten zeigte die histologische und histomorphometrische Auswertung eine 100%ige knöcherne Auffüllung der intraossären Defekte unter den Titanbarrieren (Testgruppe 1 und 2). Die Kontrolldefekte zeigten eine knöcherne Regeneration demgegenüber nur im basalen und mittleren Bereich der intraossären Defekte (66,1 %). Der Anteil des mineralisierten Knochens in den regenerierten intraossären Schädeldefekten betrug im Mittel 38,2 % (Testgruppe 1) bzw. 37,1 % (Testgruppe 2). Der regenerierte Knochen in der Kontrollgruppe zeigte einen mineralisierten Knochenanteil von 23,8%. Ein statistisch signifikanter Unterschied konnte bezüglich der intraossären knöchernen Heilung zwischen den Testgruppen und der Kontrollgruppe festgestellt werden. Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass beide Testgruppen eine suprakrestale Knochenregeneration über die vorhandene knöcherne Begrenzung der Calvaria hinaus förderten und dass in beiden Gruppen die Hohlräume fast vollständig mit trabekulärem Knochen aufgefüllt waren (Testgruppe 1: 99,1 %, Testgruppe 2: 96,9%). Der Anteil des mineralisierten Knochens in den suprakrestalen Bereichen betrug 28,5 % (Testgruppe 1) bzw. 26,8 % (Testgruppe 2). Aus unseren Ergebnissen kann geschlossen werden, dass die intraossäre Regeneration bzw. die suprakrestale Bildung von Knochen mit Hilfe verschiedener individuell hergestellter Titanbarrieren möglich ist.

Guided bone regeneration with the use of custommade cast titanium barriers


A pilot investigation in the rabbit

Summary:
Guided bone regeneration has been used in cases of insufficient amount of bone. The resiliency of some currently used barriers presents a problem in maintaining the required space to allow for obtaining the desired augmentation result. The aim of this study was therefore to examine whether custom made cast titanium domes can be used as a barrier material to promote bone formation in a predetermined space. In the midhead of 6 rabbits, two experimental scull defects were produced. In all animals an untreated control defect with the same size was created. one defect was treated with a solid custom made titanium dome shaped barrier (testgroup 1), the other side with a perforated custom made titanium dome shaped barrier covered with a GoreTex® membrane (testgroup 2). The control sites were left untreated. After three months of healing the histological and histomorphometric evaluation in all test groups showed a 100% bone regeneration of the intraosseous defects. Conversely, the controls showed bone regeneration only in the bottom or mid part of the defect (66.1 %). The area analysis for the intrabony defects detected a mean of 38.2 % of mineralized bone for testgroup 1, and 37.1 for testgroup 2. In the control group, the area analysis showed a mean of 23.8 % of mineralized bone. A statistically significant difference in bone healing could be found between the test groups and the control group. In addition, both test groups promoted supracrestal new bone formation in all instances, and the supracrestal areas were filled almost entirely with trabecular bone (testgroup 1: 99.1 %, testgroup 2: 96.9 %). The supracrestal mineralized tissue portion amounted to 28.5 % (testgroup 1), and 26.8 % (testgroup 2). Within the limits of this pilot animal investigation, it could be shown that promotion of intrabony and supracalvarial bone formation in a predetermined space is possible using different prefabricated custom-made cast titanium barrier devices.


(Stand: 01.04.2001)

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