Verbessern Wachstumsfaktoren an Titanfolien die Knochenqualität?

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ZZI 04/2002, 197-204

Verbessern Wachstumsfaktoren an Titanfolien die Knochenqualität?

H. Deppe, H.-H. Horch, A. Stemberger, J. Henke, M. Hillemanns, S. Wagenpfeil

Zusammenfassung:
In der oralen Chirurgie werden Folien aus Titan sowie Wachstumsfaktoren zur Verbesserung der Knochenheilung empfohlen. Durch eine eigene Entwicklung können Titanfolien mit einem resorbierbaren niedermolekularen Arzneistoffträger auf der Basis von Polymilchsäure beschichtet werden, um osteoinduktive Pharmaka und Antibiotika einzuarbeiten. Ziel der vorliegenden Untersuchung war, den Einfluss der Wachstumsfaktoren TGF-b 1 und IGF-I bei gleichzeitiger Anwesenheit von Clindamycin auf die Knochenheilung zu untersuchen. An insgesamt 24 weiblichen Sprague-Dawley-Ratten wurden im Kieferwinkelbereich sog. critical size defects von 5 mm Durchmesser angelegt. Je sechs Defekte wurden mit Titanfolien abgedeckt, die wie folgt beschichtet waren: (1) Titanfolie und resorbierbarer Träger, (2) Titanfolie und resorbierbarer Träger mit Clindamycin, (3) Titanfolie und resorbierbarer Träger mit TGF-b 1 und IGF-I, (4) Titanfolie und resorbierbarer Träger mit TGF-b 1 und IGF-I sowie Clindamycin. Als Kontrollen dienten jeweils die kontralateral eingesetzten unbeschichteten Titanfolien. Nach Ablauf von 28 Tagen wurden makroskopische, histologische und histometrische Untersuchungen durchgeführt. Defekte, die mit Titanfolie und resorbierbarem Träger mit TGF-b 1 sowie IGF-I versorgt wurden, zeigten eine nahezu vollständige Defektfüllung mit beginnender Neubildung von Faserknochen im Übergang zu Lamellenknochen. Eine Verbesserung der Knochenqualität infolge der Applikation von Wachstumsfaktoren war in dieser Untersuchung nach 28 Tagen jedoch nicht zu erkennen.

Do growth factors on titanium membranes improve bone quality?

Summary:
Reconstructive surgical treatment with osteopromotive membranes has become an integral part of implant dentistry. Nevertheless, there are still indications where this technique alone is of limited or no benefit. The aim of the present study was to determine if a combination of titanium membranes, coated with TGF-b 1 and IGF-I, is of value in the regeneration of so called critical size defects in the rat model. Moreover, it was analyzed whether locally administered antibiotics are harmful to the bone regeneration or not. A total of 24 rats were included in the study, resulting in 4 groups with 6 animals each. Critical size defects were created and covered by titanium membranes coated with (1) polylactide, (2) polylactide and clindamycin, (3) polylactide and growth factors and (4) polylactide, clindamycin and growth factors. All 24 contralateral defects were covered by titanium membranes without any substrate (controls). Four weeks after therapy, the animals were sacrificed. In groups 3 and 4, most defects showed evidence of new bone formation. Especially clindamycin had no inhibitory effect on the regeneration of bone. Nevertheless, there was no significant difference between all groups (including controls) concerning the amount of newly formed bone. These results support the hypothesis that anti-infective substances may be helpful in protecting osseoregenerative membranes. Nevertheless, bone quality yielded with osteopromotive substances is not enhanced compared to that one of the controls.


(Stand: 01.04.2002)

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