MEMORIX Zahnmedizin

T. Weber, Thieme Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978–3232243730, 616 Seiten, 680 Abb., 116 Tab., 59,95 €

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T. Weber, Thieme Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978–3232243730, 616 Seiten, 680 Abb., 116 Tab., 59,95 €

Die ganze Zahnheilkunde auf ca. 600 Seiten: ist das überhaupt möglich? Machen sich doch an anderer Stelle hochrangige Autoren-Teams die nicht immer einfache Mühe, nur Teilbereiche der Zahnheilkunde in vergleichbarem Umfang darzustellen. Um es vorwegzunehmen: Es ist möglich und es ist sogar sehr gut möglich, wenn man das vorliegende Buch als das sieht, was es nach dem Vorwort des Autors sein soll: ein Kitteltaschenkompendium.

Im ersten von 17 Kapiteln werden Grundlagen einschließlich „Evidence Based Dentistry“ (EBD) abgehandelt. Hier sehr hilfreich: Kurzinformationen zum kleinen/großen Blutbild und vor allem zur Blutgerinnung. Anatomische Grundlagen sind dem Zahnarzt sicherlich bekannt, aber ein kurzes und komprimiertes Nachlesen ruft so manches wieder in Erinnerung. Kurz, aber sehr informativ auch die Ausführungen zur EBD. Im zweiten Kapitel – der Bedeutung entsprechend – folgt die präventive Zahnheilkunde mit Hinweisen auf die Plaquebildung, die Möglichkeiten der Plaqueentfernung und – ebenfalls stichworthaft – der Fluoridierung. Besonders erfreulich: Anamnese und Befunderhebung erhalten ein eigenes Kapitel, in dem auch auf die allgemeinmedizinisch relevanten Erkrankungen eingegangen wird. Neben den üblichen zahnärztlichen Befundungen (z. B. verschiedene Indices) wird auch auf den Foetor ex ore eingegangen. Es folgen Kapitel über Kinderzahnheilkunde (Gebissentwicklung, restaurative und endodontische Therapie), Kieferorthopädie (hilfreich auch oder gerade für den Allgemein-Zahnarzt), und zahnärztliche Radiologie/Röntgendiagnostik. Hier werden auch die neuen digitalen Techniken in der gegebenen Kürze, aber ohne wichtige Auslassungen besprochen. Es folgen Kapitel über Erkrankungen der Mundschleimhaut, Speicheldrüsen und der perioralen Haut, in dem neben den klassischen Mundschleimhauterkrankungen auch auf Malignome eingegangen wird. Im Kapitel über Zahnärztliche Hygiene werden u. a. Instrumentenaufbereitung und Sterilisation einschließlich der rechtlichen Grundlagen behandelt. Ein jeweils eigenes Kapitel erhalten die zahnärztliche Chirurgie, die Implantologie, Traumatologie, Parodontologie und Endodontologie, letzeres einschließlich modernster maschinell basierter Behandlungstechniken. Kapitel über die Restaurative Zahnheilkunde, angewandte zahnärztliche Pharmakologie, ein Notfall-Kompendium und über Qualitäts- und Praxismanagement schließen das Buch ab. Allein diese Aufzählung der einzelnen Kapitel macht deutlich, dass die Zahnheilkunde nicht schematisch nach den üblichen Fächern eingeteilt dargestellt wurde, sondern dass hier dankenswerterweise durch die Gliederung schon die Aktualität und Bedeutung einzelner Gebiete deutlich wird.

Die Darstellung ist sehr übersichtlich, oftmals in tabellarischer Form. Dieses Taschenbuch im wahrsten Sinne des Wortes mit seinen vielen und klaren Schemazeichnungen kann und will keine klassischen Lehrbücher mit vielen klinischen Bildern und der eingehenden Diskussion jeweils verschiedener Aspekte eines Themas ersetzen, es dient vielmehr zur Auffrischung und zum Nachschlagen. Vielleicht sollten in einer folgenden Auflage einige Passagen im Kapitel „Restaurative Zahnheilkunde“, wie z. B. die Indikation von Kompositwerkstoffen im Seitenzahngebiet und Matrizentechnik oder Keramik-Inlays/Teilkronen, noch weiter aktualisiert werden. Diese Anmerkungen sollen den Wert dieses Buches aber in keiner Weise schmälern. Es ist in seiner hohen Praxisrelevanz und exzellenten Gebrauchsfähigkeit jedem Zahnarzt zu empfehlen.

G. Schmalz, Regensburg

(Dtsch Zahnärztl Z 2010;65:538)


(Stand: 21.03.2011)

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