Vorträge Posterdemonstrationen

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Prospektive Untersuchung der Veränderungen des periimplantären Knochens nach Sofort- und Spätimplantation

Cornelia Katharina Müller

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum, Jena

Zielstellung: Die Sofortimplantation unmittelbar nach Zahnextraktion hat sich als Alternative zur Implantation nach Konsolidierung der Alveole etabliert. Ziel vorliegender Studie war die vergleichende Untersuchung des krestalen Knochenabbaus nach Sofort- und Spätimplantation.

Material und Methoden: 58 Patienten (Gruppe 1), die nach dem Konzept der Sofortimplantation, und 800 Patienten (Gruppe 2), die nach dem Konzept der Spätimplantation versorgt worden waren, wurden in die Studie integriert. Alle Implantate wurden im Oberkiefer nach einer Einheilzeit von 6 und im UK nach einer Einheilzeit von 3 Monaten freigelegt und prothetisch versorgt. 6, 12, 24, 36 und 48 Monate nach Freilegung wurde der marginale Knochenverlust nach dem von Gomez-Roman et al. (1995) etablierten System bestimmt.

Ergebnisse: In der Gruppe der Sofortimplantate konnten im Nachuntersuchungszeitraum keine Implantatverluste (Überlebensrate: 100 %) festgestellt werden. In der Gruppe der Spätimplantate erfolgten 38 Explantationen (Überlebensrate: 95,25 %). Ein signifikanter Unterschied konnte festgestellt werden (p = 0,035). Nach 12 Monaten zeigte sich in der Gruppe der Sofortimplantate ein marginaler Knochenverlust von 0,5 mm (SD: 0,2 mm) und in der Gruppe der Spätimplantate ein marginaler Knochenverlust von 0,6 mm (SD: 0,4 mm). Nach 24, 36 und 48 Monaten wurde ein im Vergleich zum 12-Monats-Follow-up stabiles periimplantäres Knochenniveau erreicht. Signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen waren nicht festzustellen.

Schlussfolgerung: Unter Voraussetzung einer adäquaten Case Selection stellt die Sofortimplantation ein dem „Goldstandard“ der Spätimplantation gleichwertiges Verfahren in Bezug auf Erfolgsrate und Knochenabbau dar. Für den Patienten kann durch Verkürzung der Behandlungsdauer eine Optimierung der postoperativen Lebensqualität erreicht werden.

Implantationen vor Abschluss des Kieferwachstums in der Oberkieferfront

Jan Tetsch

Praxis, Münster

Zielstellung: Als Kontraindikation für Implantationen gilt ein nicht abgeschlossenes Kieferwachstum. Aus funktionellen und psychischen Gründen kann sich jedoch die Indikation für eine frühzeitige implantatprothetische Versorgung ergeben. Anhand der funktionellen und ästhetischen Langzeitergebnisse sollte die These überprüft werden, dass unter bestimmten Voraussetzungen ein frühzeitiges Vorgehen erfolgreich sein kann.

Material und Methoden: Bei 27 Patienten wurden 52 Implantate in der Oberkieferfront im Wachstumsalter (12–15 Jahre) inseriert. Dabei wurden bei 50 Implantaten augmentative Maßnahmen (prospektive Überaugmentation) erforderlich. Bis zum Alter von 18 Jahren erfolgte eine regelmäßige klinische und röntgenologische Kontrolle. Fotografien und Röntgenaufnahmen wurden metrisch analysiert.

Ergebnisse: Während der Wachstumsphase sind in vielen Fällen prothetische Korrekturmaßnahmen notwendig. Je früher der Implantationszeitpunkt liegt, desto häufiger sind diese Korrekturen erforderlich. Für das Langzeitergebnis sind die exakte Positionierung des Implantats und das Ausmaß der Augmentationen entscheidend.

Schlussfolgerung: Auch bei Implantationen im Wachstumsalter können unter bestimmten Voraussetzungen und bei Berücksichtigung der zu erwartenden Veränderungen sehr gute Resultate erzielt werden.

Einfluss zweier Barrieremembranen auf die gesteuerte Knochenregeneration (GBR) und Osseointegration von Titanimplantaten im Hundemodell

Ilja Mihatovic

Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Aufnahme,
Universität, Düsseldorf,

Ziel: Ziel der Studie war die Untersuchung des Einflusses zweier Barrieremembranen in Kombination mit zwei Knochenersatzmaterialien mit oder ohne autologen Knochen (AB) auf die gesteuerte Knochenregeneration sowie die Osseointegration von Titanimplantaten im Hundemodell.

Material und Methoden: Im Unterkiefer (UK) von zwölf Foxhunden wurden jeweils sechs sattelförmige Alveolarfortsatzdefekte mit einem bovinen Knochenmineral (NBM) und einem biphasischen Kalziumphosphat (SBC) versorgt. Im Oberkiefer (OK) von sechs Foxhunden erfolgte nach Erzeugung von jeweils vier sattelförmigen Alveolarfortsatzdefekten die Applikation von NBM oder SBC gemischt mit AB (50 %). Im Anschluss folgte die Abdeckung aller Defekte mittels einer Polyethylenglykol-Membran (PEG) oder einer Kollagenmembran (CM). Nach einer Heilungsperiode von acht Wochen wurden die augmentierten Areale eröffnet und chemisch modifizierte Titanimplantate (modSLA) inseriert. Nach einer submukosalen Einheilzeit von zwei Wochen erfolgte die Probenentnahme zur histomorphometrischen Aufbereitung und Analyse der Parameter Knochenneubildung (MT) sowie Knochen-Implantat-Kontakt (BIC).

Ergebnisse: Im OK sowie im UK waren Mittelwerte für MT (mm2) und BIC (%) in beiden Gruppen vergleichbar. Lediglich in der Gruppe PEG+SBC+AB im OK konnten signifikant höhere Mittelwerte für MT verzeichnet werden. UK; PEG-Gruppe: [MT: NBM (3,4 ± 1,7); SBC (4,2 ± 2,0)/BIC: NBM (67,7 ± 16,9); SBC (66,9 ± 17,8)], CM-Gruppe: [MT: NBM (2,5 ± 0,8); SBC (2,3 ± 1,6)/BIC: NBM (54,1 ± 22,6); SBC (61,0 ± 8,7)]. OK; PEG-Gruppe: [MT: NBM+AB (10,4 ± 2,5); SBC+AB (10,4 ± 5,8)/BIC: NBM+AB (86,4 ± 20,1); SBC+AB (80,1 ± 21,5)], CM-Gruppe: [MT: NBM+AB (9,7 ± 4,8); SBC+AB (7,8 ± 4,3)/ BIC: NBM+AB (71,3 ± 20,8); SBC+AB (72,4 ± 20,3)].

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der vorliegenden Studie zeigen, dass alle untersuchten GBR-Maßnahmen zu einer suffizienten Knochenregeneration sowie Osseointegration von chemisch modifizierten Titanimplantaten führten.

Einfluss von deproteinisierter, boviner Knochenmatrix auf die Resorption von autologen,
kortikospongiösen Beckenkammtransplantaten

Matthias Gierloff

Klinik für MKG-Chirugie, Universitätsklinikum SWH,
Campus Kiel

Zielsetzung: Die Augmentation atrophierter Alveolarkammabschnitte mit autologem Knochen vom anterioren oder posterioren Beckenkamm ist ein häufig durchgeführtes Verfahren. Kortikospongiöse Knochentransplantate unterliegen jedoch im Laufe der Zeit einer deutlichen Resorption. Ziel dieser Studie war es, den Einfluss einer Überschichtung der Beckenkammtransplantate mit deproteinisierter, boviner Knochenmatrix auf die postoperative Resorption zu untersuchen.

Material und Methoden: Es wurden 85 Patienten, bei denen eine Augmentation mit monokortikalen Beckenkammtransplantaten vor Implantatinsertion erforderlich war, prospektiv über einen Zeitraum von 3 Jahren nachuntersucht. Bei 45 Patienten (Testgruppe) erfolgte eine Überschichtung des Transplantats mit deproteinisierter, boviner Knochenmatrix, bei 40 Patienten (Kontrollgruppe) wurde das Augmentat nicht überschichtet. Die Transplantatresorption wurde mittels Panoramaschichtaufnahmen nach linearer Superimposition ermittelt. Die unmittelbar postoperative Höhe des Augmentats wurde als 100 % gewertet und diente als Ausgangswert. Klinische und radiologische Untersuchungen wurden vor und nach Augmentation sowie sechs Monate, ein, zwei und drei Jahre postoperativ durchgeführt.

Ergebnisse: Die Höhe des Augmentats betrug 6 Monate postoperativ in der Gruppe mit Überschichtung 91,8 % (Testgruppe) und in der Kontrollgruppe ohne Überschichtung 87,9 % des Ausgangswerts. Ein Jahr postoperativ lag die Augmentathöhe bei 83,1 % (Testgruppe) und 78,2 % (Kontrollgruppe). Im zweiten und dritten Jahr betrugen die Knochenhöhen in der Testgruppe 79,8 % bzw. 81,5 % und in der Kontrollgruppe 77,9 % bzw. 76,5 % der Ausgangswerte.

Schlussfolgerung: Die Überschichtung von kortikospongiösen Beckenkammtransplantaten mit deproteinisierter, boviner Knochenmatrix scheint die physiologische Resorption des Augmentats zu verringern. Diese Technik könnte möglicherweise die Langzeit-Implantat-Überlebensrate im augmentierten Bereich verbessern.

Vollkeramik versus Metallkeramik auf Implantaten – Eine retrospektive Studie von 232 Einzelkronen

Stefanie Schwarz

Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Universitätsklinikum, Heidelberg

Ziel: Ziel dieser retrospektiven Untersuchung war es, die Überlebens- und Erfolgsraten von implantatgetragenen Einzel-
kronen aus Vollkeramik mit Metallkeramikkronen zu vergleichen.

Material und Methode: 154 Patienten (51,7 % Männer, MW 50,01 Jahre) erhielten 232 zementierte Einzelkronen auf 232 Implantaten. Davon wiesen 179 Kronen ein Metallgerüst auf und 53 Kronen wurden aus Vollkeramik hergestellt. 54,7 % der Kronen waren provisorisch zementiert, bei 45,3 % wurden definitive Zemente verwendet.

Ergebnisse: Während des Beobachtungszeitraums von bis zu 6,2 Jahren (mittlere Beobachtungsdauer 2,8 Jahre, SD 1,35) ging ein Implantat nach 3,04 Jahren in Funktion verloren (Überlebensrate 99,6 %). Weitere 7 Implantate wiesen Knochendefizite und klinische Zeichen von Periimplantitis auf, resultierend in einer Erfolgsrate von 96,9 %. Insgesamt 78,2 % der Metallkeramikkronen und 69,8 % der Vollkeramikkronen wiesen keinerlei technische Komplikationen auf. Die häufigste Komplikation, Abplatzung der Verblendung, trat bei vollkeramischen Kronen signifikant häufiger auf (p < 0,001). Insgesamt 8 Einzelkronen mussten erneuert werden, woraus sich Überlebensraten von 98,3 % (Metallkeramik) und 88,7 % (Vollkeramik) ergaben. Dezementierungen traten an 27 Einzelkronen auf, wobei der verwendete Zement keinen Einfluss auf die Häufigkeit der Komplikation hatte (p = 0,427).

Schlussfolgerung: Die Überlebens- und Erfolgsraten von vollkeramischen Einzelkronen auf Implantaten sind signifikant niedriger als die von Metallkeramikkronen. Abplatzungen der Verblendung stellen die häufigste Ursache für Komplikationen dar. Für die Zementierung von Einzelkronen auf Implantaten können sowohl provisorische als auch definitive Zemente verwendet werden.

Vergleichende Untersuchung der Osseointegration von Zirkonimplantaten mit verschiedenen
Gewindeparametern und Oberflächentopographien

Cornelia Katharina Müller

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum, Jena

Zielstellung: Titan stellt das derzeitige Standardmaterial in der Implantologie dar. Elektrochemische Korrosion, Sensibilisierungspotential sowie ästhetische Nachteile führten zur Untersuchung von Zirkon als Alternativmaterial. Ziel vorliegender Studie war die vergleichende Evaluation verschiedener Zirkonoxidimplantate in Bezug auf die Osseointegration.

Material und Methoden: Insgesamt 6 verschiedene Implantatdesigns wurden evaluiert: (1) Titan, zylindrisch + Standardgewinde, Ra = 1,7 ? m; (2) Zirkon, zylindrisch + Standardgewinde, Ra = 1,7 ? m; (3) Zirkon, zylindrisch + optimiertes Gewinde, Ra = 1,7 ? m; (4) Zirkon, konisch + optimiertes Gewinde, Ra = 1,7 ?m; (5) Zirkon, zylindrisch + Standardgewinde, Ra = 0,3 ?m und (5) Zirkon, zylindrisch + Standardgewinde, Ra = 3,0 ?m. Zehn Minischweinen wurden jeweils 6 verschiedene Implantate in die Ossa frontalia inseriert. Nach einer Standzeit von 2 und 4 Monaten erfolgte die Probenentnahme und Aufarbeitung mittels Mikroradiographie.

Ergebnisse: Bezüglich des mikroradiographisch ermittelten
Bone-Implant-Contact ergaben sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Titan und Zirkon. Innerhalb der Zikronimplantate zeigten Implantate mit mittlerem Ra einen signifikant größeren Knochen-Implantat-Kontakt sowohl nach 2 (p = 0,035) als auch nach 4 Monaten (p < 0,001) post op im Vergleich zu Implantaten mit niedrigem (0,3 ? m) oder hohem (3 ?m) Ra.

Schlussfolgerung: In Bezug auf den biologischen Prozess der Osseointegration konnte eine Gleichwertigkeit von Titan und Zirkon im Rahmen der Studie nachgewiesen werden. Eine materialtechnische Gleichwertigkeit von Titan- und Zirkonimplantaten unter Belastung sollte in weiterführenden Studien evaluiert werden.

Minimal invasiver Sinuslift mithilfe des neuen, auf hohem hydraulischen Druck basierenden Jeder-
Systems. Eine Multicenter-Pilotstudie mit 20 Fällen

Philip Jesch

Zahnambulatorium Wienerberg City, Wien

Zielstellung: Das Ziel der Studie war es, die medizinische Wirksamkeit und Sicherheit des crestalen, minimalinvasiven Sinuslifts mithilfe des innovativen Jeder-Systems zu untersuchen.

Material und Methoden: In 20 Fällen (18 Patienten) wurde im Zeitraum Sep. 2010 bis Feb. 2011 an 2 Prüfzentren in Wien ein Sinuslift mit dem Jeder-System durchgeführt. Das Jeder-System besteht aus der Jeder-Fräse – dem eigentlichen Arbeitsinstrument – und der Jeder-Pumpe sowie dem sie verbindenden Schlauchset. Die Pumpe erzeugt hohen hydraulischen Druck (1,5 bar) in dem abgedichteten System, um die Sinus-Membran beim knöchernen Ersteintritt von der Fräse wegzudrücken. Zusätzlich generiert die Pumpe Vibrationen, um die Membran nach dem Ersteintritt weiter vom Knochen zu lösen, und dient außerdem zur laufenden Druck- und Volumenmessung.

Ergebnisse: 5 % Membranperforationsrate (1 von 20), wobei Perforation nur im Kontroll-CT nachgewiesen wurde und Patient klinisch beschwerdefrei war. 100 % Primärstabilität, kein einziger Implantatverlust (Überprüfung nach 6 Wochen). Aufbau des Kieferknochens um mehr als 9 mm (von 4,6 ± 1,4 mm auf 13,8 ± 2,3 mm). Durchschnittliche Patientenzufriedenheit von 9,82 auf einer Skala von 1 bis 10 (1 = „nicht zufrieden“ bis 10 = „sehr zufrieden“) sowie durchschnittliche Krankenstandsdauer der Patienten von 0,17 Tagen.

Schlussfolgerungen: Die Anwendung der neuartigen Methode stellt einen Gesundheitsnutzen für den Patienten dar. Die Perforationsrate von 5 % stellt eine Reduzierung der Perforationsrate verglichen mit den in der Literatur dokumentierten Perforationsraten dar. Die klassische, derzeit angewandte Methode des Sinuslifts bedeutet für den Patienten einen erheblich größeren chirurgischen Eingriff mit stärkeren Schmerzen und Schwellungen im Gesichtsbereich und deutlich erhöhter Infektionsgefahr, die durch Anwendung der neuen chirurgischen Instrumente und der minimalinvasiven Methode verhindert wurde.

Verbesserung der Osseointegration durch osseokonduktive Kollagen-I-beschichtete Implantatoberflächen – Eine tierexperimentelle Vergleichsstudie

Cornelia Katharina Müller

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum, Jena

Zielstellung: Infolge des demographischen Wandels besteht eine erhöhte Nachfrage nach implantatgetragenen, kaufunktionellen Rehabilitationen auch bei älteren und multimorbiden Patienten. Vor diesem Hintergrund war es Ziel der Studie, den Einfluss einer Kollagen-I-Beschichtung dentaler Titanimplantate auf die Osseointegration zu untersuchen.

Material und Methoden: Kommerziell erhältliche Titanimplantate wurden mit Kollagen I (10 ?g) mittels Sprühverfahren beschichtet. 9 Hausschweinen wurden jeweils ein beschichtetes Experimentimplantat und ein unbeschichtetes Kontrollimplantat in das Os frontale inseriert. 2, 4 und 8 Wochen post insertionem wurden Proben entnommen und einer mikroradiographischen Analyse sowie einer immunhistochemischen Evaluation (Zielmoleküle: Osteocalcin, Kollagen I) zugeführt.

Ergebnisse: Die Kollagen-I-Beschichtung führt im Vergleich zu Titan zu einer signifikanten Erhöhung der Kollagen-I-Expression im periimplantären Knochen (p = 0,028) im 2-Wochen-Follow-up, zu einer signifikanten Erhöhung der Osteocalcin-Expression im 2- (p = 0,037) und 4-Wochen- (p = 0,042) Follow-up sowie zu einer signifikanten Erhöhung des Bone-Implant-Contact im 4-Wochen-Follow-up (p = 0,049).

Schlussfolgerung: Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass Kollagen-I-Beschichtung die Osseointegration dentaler Titan-implantate durch Unterstützung der Osseokonduktion zu fördern scheint.

Kann Weichgewebsverdickung initialen Knochenabbau um das Implantat verhindern? Eine klinische, prospektive, randomisierte, kontrollierte Studie

Arthur Hehn

Praxis, Lauda-Königshofen

Hintergrund: Der Zusammenhang eines erhöhten initialen Knochenabbaus um ein Implantat bei geringer Mukosadicke wird diskutiert. Eine denkbare Ursache ist die Unterschreitung der biologischen Breite. In einer Studie von Berglundh wurde die Weichgewebsdicke um Implantate reduziert. Eine verstärkte Knochenresorption setzte ein, bis die vorherigen Weichgewebsdimensionen wieder hergestellt waren. Dies hat klinische Auswirkungen insbesondere im ästhetisch anspruchsvollen Bereich und bei eingeschränktem Knochenangebot.

Hypothese: Der initiale Knochenabbau um ein Implantat wird durch Verdickung des Weichgewebes verringert oder vollständig verhindert.

Material und Methode: In einem Split-Mouth-Design wurden zwei Implantate bei geschlossener Einheilung im Bereich des ersten linken und rechten unteren Molaren inseriert. Auf der Kontrollseite wurde nach Standardprotokoll implantiert. Auf der Testseite wurde ein Spaltlappen präpariert und die Mukosa mit einem Bindegewebstransplantat verdickt. Test- und Kontrollseite wurden randomisiert festgelegt. Bei 20 Patienten wurden 40 Camlog Screw Line Promote plus K-line PS Implantate gesetzt. Mit individualisierten Röntgenbildhaltern wurden zum Zeitpunkt der Implantat-OP, der Freilegung, nach sechs und zwölf Monaten Kleinröntgenaufnahmen angefertigt und ausgewertet.

Ergebnisse: Sechs Monate nach der Implantation und drei Monate nach der Freilegung waren alle Implantate osseointegriert. Die Daten eines Patienten wurden nicht in der Studie ausgewertet. Der initiale Knochenabbau ist auf der Testseite geringer als auf der Kontrollseite. Die Ergebnisse sind statistisch nicht signifikant.

Schlussfolgerung: Initialer Knochenabbau kann durch Verdickung der Mukosa mithilfe eines Bindegewebstransplantats nicht vorhersagbar verringert oder vollständig verhindert werden.

Etablierung eines Controlled-Release-Systems zur topischen Applikation osseoinduktiver Wachstumsfaktoren am Beispiel von VEGF

Cornelia Katharina Müller

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum, Jena

Zielstellung: Die Stimulation der Knochenneubildung im Bereich von Defekten durch osseoinduktive Wachstumsfaktoren wird in der rezenten Literatur kontrovers diskutiert. Hauptproblem bei der Wachstumsfaktorapplikation ist die Gewährleistung einer hohen topischen Konzentration unter Vermeidung systemischer Nebenwirkungen. Ziel vorliegender Studie war die Etablierung eines Systems zur kontrollierten Freisetzung des proangiogenen Wachstumsfaktors VEGF unter Nutzung der Methode der zellbasierten Gentherapie.

Material und Methoden: Allogene Kollagenmembranen wurden 30 Ratten bilateral in die Leistenregion implantiert und autologe Fibroblasten simultan in den Membranbereich replantiert. Entsprechend der applizierten Zellsource wurden die Tiere randomisiert in 3 Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 (n = 10): untransfizierte, Gruppe 2 (n = 10): GFP-transfizierte und Gruppe 3 (n = 10): VEGF-transfizierte Fibroblasten. Biopsien wurden an Tag 7 und 14 post op entnommen und auf Transgenexpression und Perfusion untersucht.

Ergebnisse: In vivo zeigte sich nach Replantation VEGF-transgener Zellen eine signifikante VEGF-Überexpression im Membranbereich, jedoch nicht im umliegenden Gewebe. Im Blut waren keine signifikanten Alterationen des VEGF-Spiegels detektierbar. Die Bildung morphologisch intakter Gefäße im Membranbereich wurde beschleunigt. Aberrationen der Gefäße waren in der Umgebung nicht detektierbar.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Fibroblasten-basierte Plasmid-Applikation eine hohe Effizienz und bislang keine detektierbaren Nebenwirkungen besitzt.

Das Volumenverhalten autogener Beckenkammtransplantate nach Sinusbodenelevation

Marcus Gerressen

Klinik für ZMK-Heilkunde, Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum der RWTH Aachen

Zielstellung: Beim Sinuslift gelten autogene Knochentransplantate insbesondere aus der Crista iliaca nach wie vor als Goldstandard. Ihr Resorptionsverhalten muss im Hinblick auf die spätere Implantatinsertion berücksichtigt werden, weswegen wir den zu erwartenden Volumenverlust in einer prospektiven Untersuchung quantifizierten wollten.

Material und Methoden: Zu diesem Zweck führten wir bei 15 Patienten (8 w und 7 m, Durchschnittsalter 56,3 Jahre), bei denen ein bilateraler Sinuslift mit autogenem Beckenknochen durchgeführt worden war, dreidimensionale Messungen des Transplantatknochenvolumens durch. Dazu wurden unmittelbar nach dem Eingriff (T0) sowie drei (T1) und sechs Monate (T2) postoperativ DVT-Untersuchungen der Kieferhöhlenregion angefertigt und die dabei akquirierten DICOM-Datensätze mit einer geeigneten Analysesoftware ausgewertet. Nach Segmentierung der jeweiligen Transplantate anhand von Schnittbildern konnten die Objektvolumina in der Planausgabe unmittelbar abgelesen werden. Die auf diese Weise zum Zeitpunkt T0, T1 und T2 ermittelten Transplantatvolumina einer jeden Kieferhöhle wurden mithilfe eines T-Tests für gepaarte Stichproben zum Signifikanzniveau p = 0,05 paarweise miteinander verglichen.

Ergebnisse: Das mittlere Volumen zum Zeitpunkt T0 betrug 9,5 cm3; bis T1 kam es zu einer signifikanten Resorption von durchschnittlich 44 % auf 5,4 cm3. Bis zum Zeitpunkt T2 verkleinerte sich das mittlere Transplantatvolumen erneut signifikant auf nunmehr 4,7 cm3, wobei der Volumenverlust zwischen T1 und T2 nur noch 7 % betrug. Das Ergebnis zeigt im betrachteten Altersintervall keine Altersabhängigkeit und gilt gleichermaßen für beide Geschlechter.

Schlussfolgerung: Nach Sinusbodenelevation mit autogenem Beckenknochen ist ein halbes Jahr postoperativ mit einer Transplantatresorption von durchschnittlich 51 % zu rechnen. Auf der Grundlage der gewonnenen Daten sollte die Implantatinsertion bereits drei Monate nach Durchführung des Sinuslifts erfolgen.

Alveolarkammrekonstruktion mit autologer Knochenblocktransplantation aus der Kalotte

Christian Mertens

Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie, Universität Heidelberg

Ziel: Bei ausgedehnten Alveolarfortsatzdefekten werden zur Rekonstruktion am häufigsten freie Beckenkammtransplantate verwendet. Bei diesem Verfahren werden jedoch oft späte Knochenresorptionen nach prothetischer Versorgung beobachtet. Ziel dieser Studie war die Ermittlung des klinischen und radiologischen Erfolgs von Kieferkammrekonstruktionen mittels Transplantationen autologer Knochenblöcke aus der Tabula externa.

Patienten & Methode: Bei umfangreichen und komplexen knöchernen Alveolarfortsatzdefekten wurde in dieser Studie mittels autologer Knochenblocktransplantate aus der Kalotte rekonstruiert. Bei 15 Patienten wurden 19 Augmentationen (15 im OK, 4 im UK) durchgeführt. Die Transplantate wurden mittels Osteosyntheseschrauben lateral und/oder vertikal am Kieferkamm fixiert. Nach 3-monatiger Einheilzeit erfolgte die Metallentfernung mit simultaner Implantation von insgesamt 99 Implantaten (Astra Tech, Mölndal, Schweden). Nach weiteren 3 Monaten wurden diese freigelegt und funktionell mit Zahnersatz versorgt und anschließend klinisch sowie röntgenologisch nachuntersucht.

Ergebnisse: Im Bereich der Entnahmestelle kam es zu keinen intra- oder postoperativen Komplikationen. Bei zwei Patienten traten in den augmentierten Arealen postoperative Infektionen auf, welche zum Teilverlust der Transplantate führten. Dennoch ließen sich alle augmentierten Areale mit Implantaten versorgen. Bei zwei Patienten ging jeweils ein Implantat nach der Freilegung verloren. Alle Patienten wurden nach der prothetischen Versorgung durchschnittlich 25 Monate nachuntersucht. Röntgenologisch ließen sich dabei keine Anzeichen einer erhöhten marginalen Knochenresorption feststellen.

Diskussion: Bei geringer Morbidität der Entnahmestelle und guter knöcherner Langzeitstabilität der augmentierten Areale stellen der Kalotte entnommene autologe Blocktransplantate eine sinnvolle Alternative zu Beckenkammtransplantationen dar.

Vergleich konventioneller vs. ultraschallgestützter Implantatbettaufbereitung hinsichtlich Materialabrieb und Knochenmikromorphologie mittels EDX/ESEMS

Ashkan Rashad

Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinikum Bremerhaven-Reinkenheide

Zielstellung: Ziel der vorliegenden Studie war es, eine vergleichende Betrachtung der knöchernen Mikromorphologie und Arbeitsspitzenabnutzung nach konventioneller und ultraschallgestützter Implantatbettaufbereitung durchzuführen.

Material und Methoden: Unter suffizienter Spülung gemäß den Herstellerempfehlungen wurden konventionelle (Straumann) und ultraschallgestützte (Piezosurgery, Mectron und Variosurg, NSK) Implantatbettaufbereitungen an von Weichgewebe befreiten, frischen Rinderrippen durchgeführt. Die osteotomierten Oberflächen wurden mittels Environmental-Scanning-Electron-Microscopy (ESEM) untersucht. Die Evaluation des Materialabriebs im Knochen und in der Spülflüssigkeit erfolgte anhand der energiedispersiven Röntgenanalyse (EDX).

Ergebnisse: ESEM: Es zeigte sich bei der konventionellen Aufbereitung eine teilweise zerstörte Mikroarchitektur und Einlagerung von Debris im Bereich der Spongiosa, während bei der ultraschallgestützten Aufbereitung die Integrität der Strukturen erhalten blieb. EDX: Bei keinem der Verfahren wurden im Bereich der Osteotomieflächen Metallpartikel im Knochen nachgewiesen, hingegen fanden sich im Vergleich zur konventionellen Osteotomie nach beiden Ultraschallosteotomie-Verfahren gehäuft Metallpartikel der Arbeitsspitzen (insbesondere Aluminium) in der Spülflüssigkeit.

Schlussfolgerung: Die piezoelektrische Implantatbettaufbereitung bewahrt weitgehend die Integrität anatomischer Strukturen, scheint jedoch mit einem erhöhten Materialabrieb verbunden zu sein, was die Bedeutung einer ausreichenden Spülleistung für die Ultraschallmethode unterstreicht.

Thermisches Monitoring der Implantatbettfräsung am Beispiel optimierter Spiralbohrer

Ulrich W. Wahlmann

Klinik für MKG-Chirurgie, Universität Regensburg

Zielstellung: Seit Untersuchungen von Albrektsson und Eriksson ist bekannt, dass Temperaturen über 48 °C Knochen schädigen und die Osseointegration von Implantaten behindern. Da beim Fräsen Reibungskräfte auftreten, die zur Erwärmung des Knochens führen, ist es wichtig, Bohrer mit hoher Effektivität und geringer thermischer Last zu nutzen. Ziel der Untersuchung ist es, optimierte Fräser zu schaffen und andererseits ein einfaches berührungs- und trägheitsloses Messverfahren zu erproben, das die thermische Belastung des Knochens erfasst.

Material und Methoden: Zwei Stahlfräser und vier experimentelle Keramikfräser werden im standardisierten Versuch mit 60 und 800 UPM und konstanter Kraft (10 N) ohne Kühlung auf isolierte Schweinerippen angewendet. Alle Bohrstellen (n = 18 pro Parameter) werden durch Pilotbohrung mit einem 2-mm-Fräser normalisiert, um Einflüsse der lokalen Knochenqualität zu erfassen. Die Zeit bis zur Perforation der Gegenkortikalis und die Temperatur des perforierten Knochens werden bestimmt. Die Messung erfolgt mit der IR-Kamera Trotec EC 060 V im Videomodus.

Ergebnisse: Die Temperatur lässt sich berührungslos und in Realzeit festhalten. Bei 60 UPM liegen die mittleren Temperatursteigerungen zwischen 14,3 °C (SD 2,9) und 17,1 °C (SD 5,1) bei Bohrzeiten zwischen 5,3 (SD 1,5) und 63,3 (SD 34,4) Sekunden. Die Unterschiede sind hochsignifikant (p < 0,001). Bei 800 UPM treten mittlere Temperaturdifferenzen von 26,7 °C (SD 6,7) bis zu 58,5 °C (SD 17,1) auf. Bei hoher Drehzahl lassen sich deutliche Unterschiede von ?T (p < 0,01) feststellen, bei Bohrzeiten zwischen 0,8 (SD 0,15) und 8,2 (SD 4,7) Sekunden.

Schlussfolgerungen: Im Gegensatz zu implantierten Thermosonden erlaubt die vorgestellte IR-Messung eine unverfälschte und sofortige Temperaturerfassung am Knochen. Modifikationen der Fräser führen zu unterschiedlichen Bohreigenschaften, Änderung der Fräszeiten und Temperaturentwicklung. Die Optimierung der Fräser bietet somit das Potential, das thermische Trauma für den Knochen zu verringern und die Osseointegration zu fördern.

Evaluation der Weichgewebsästhetik nach Augmentation mit autologen oder allogenen Knochenblöcken

Jan-Friedrich Dehner

Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum, Frankfurt

Zielstellung: Wenige Untersuchungen beschäftigen sich mit der Objektivierbarkeit ästhetischer Ergebnisse. Die Patienten dieser Studie wurden nach allogener (PurOs) oder autologer Blockaugmentation implantatprothetisch versorgt. Anhand des Pink-Esthetic-Scores (PES) wurde die Weichgewebsästhetik bemessen.

Material und Methoden: Insgesamt wurden dazu bei 31 Patienten entweder allogene (10) oder autologe (21) Knochenblöcke im ästhetisch relevanten Bereich (15 bis 25 und 35 bis 45) transplantiert und implantatprothetisch versorgt. Zur Evaluation wurden standardisierte Fotoaufnahmen, Einzelzahnaufnahmen und ein Fragebogen zur Patientenzufriedenheit herangezogen. Die Fotos wurden von drei willkürlich gewählten, zahnmedizinisch vorgebildeten Personen nach dem Modus des PES bewertet. Zusätzlich wurde die Änderung des röntgenologischen Knochenniveaus im Kontrollzeitraum (8–18 Monate) gemessen.

Ergebnisse: In dem 14 Punkte messenden Score konnte für beide Knochenblöcke ein Mittelwert von 7,6 für autologe Materialien und 7,8 für allogene Materialien bestimmt werden. Es ergab sich kein signifikanter ästhetischer Unterschied zwischen den beiden Augmentationsmaterialien. Die zur Kontrolle der Bewerter durchgeführte, zweite Auswertungsrunde erbrachte ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Der mittlere Verlust an Knochenhöhe in beiden Gruppen lag bei 1,6 mm. Bei der Bewertung der subjektiven Patientenzufriedenheit anhand des Fragebogens wurde der alloplastische Knochenaufbau mit 88 % im Vergleich zum autologen (76 %) besser bewertet. Das farbliche Aussehen der Gingiva traf bei 72 % beider Gruppen auf Zustimmung.

Schlussfolgerungen: Trotz des unterschiedlich langen Kontrollintervalls blieben Knochenhöhen in beiden Gruppen konstant, darum wird die Ästhetik sowohl subjektiv als auch objektiv gleichermaßen positiv wahrgenommen. Somit ist das allogene dem autologen Material hinsichtlich der Ästhetik ebenbürtig und als eine gleichwertige Alternative anzusehen, zumal ein Entnahmeeingriff vermieden werden kann.

Evaluation der Weichgewebsästhetik nach kieferorthopädischer Extrusion als präimplantologische Maßnahme

Oliver Seitz

Klinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, Universitätsklinikum, Frankfurt

Zielstellung: Das Ziel der Studie war es, eine sowohl subjektive als auch objektive Ästhetikbewertung der Patientenfälle mit KFO-Extrusion durchzuführen und gleichzeitig einen bereits etablierten, objektiven Score (Pink-Estetic-Score) zur Evaluierung der Ästhetik bei KFO-Extrusion zu prüfen.

Material und Methoden: Dazu wurden standardisierte Bilder von 20 Zähnen an 12 Patienten (31 % männliche, 69 % weibliche Patienten, Altersdurchschnitt: 47 Jahre, 25 % Raucher) vor und nach der endgültigen Versorgung erstellt, die anhand des von Fürhauser et al. publizierten Pink-Esthetic-Scores durch fünf unabhängige zahnmedizinisch vorgebildete Auswerter in zwei Runden bewertet wurden. Darüber hinaus erhielt jeder Patient einen Fragebogen, in dem die eigene Zufriedenheit mit der prothetischen Situation abgefragt wurde. Der Attachmentverlust (Sondierungstiefe + Rezession) wurde unmittelbar vor Behandlungsbeginn erhoben.

Ergebnisse: Die Auswertung des PES ergab einen nachvollziehbaren, ästhetischen Erfolg, der sich in der Patientenzufriedenheit widerspiegelt. Der PES stieg im Durchschnitt um 10 % an. Der zu erwartende Gewebegewinn war negativ mit dem Attachmentverlust korreliert, d. h., je mehr Attachmentverlust vor der Therapie bereits bestand, desto weniger neuer Knochen und Weichgewebe werden gebildet. Hierbei ergab sich kein Unterschied zwischen Nichtrauchern und Rauchern, wobei die Raucher bereits vor Beginn der Studie mehr Attachmentverlust zeigten und somit weniger Gewebe wiederhergestellt werden konnte.

Schlussfolgerungen: Diese Studie legt die Schlussfolgerung nahe, dass die kieferorthopädische Extrusion eine schonende und zu vorhersagbaren Ergebnissen führende Therapieoption ist, die dennoch stark von Attachmentverlust vor Behandlungsbeginn und Patientencompliance abhängig ist. Weitere Studien mit höheren Fallzahlen sind nötig, um genauere Angaben zu Knochengewinn und dem idealen Implantationszeitpunkt machen zu können.

Zur dekontaminativen Wirksamkeit von Laserlicht und Desinfizienzien auf intraorale Biofilme auf Titanoberflächen – Eine mikrobiologische Studie

Sabine Sennhenn-Kirchner

Abt. für MKG-Chirurgie, Universitätsklinikum, Göttingen

Zielstellung: Der Entfernung des Biofilms kommt eine Schlüsselrolle in Prophylaxe und Therapie der Periimplantitis zu.

Material und Methoden: Zwei Laserverfahren (Diodenlaser, 809 nm und Er:YAG Laser, 2940 nm) und zwei desinfizierende Spüllösungen (Chlorhexidindigluconat, 0,12 % und Octenisept, 0,1 %) wurden hinsichtlich ihrer dekontaminativen Potenz auf Anaerobier in Biofilmen auf rauen Titanoberflächen evaluiert und direkt miteinander verglichen. Die Effektivität der vier Dekontaminationsverfahren wurde mit kulturellen Verfahren und zusätzlich das Ausmaß der Biofilmeliminierung mittels der Polymerase-Kettenreaktion (PCR) bestimmt. Der untersuchte orale Biofilm entstand in vivo über 10 Tage bei 16 Probanden in Titanhülsen an individuellen Unterkieferschienen.

Ergebnisse: Den stärksten antibakteriellen Einfluss im Vergleich mit den unbehandelten Kontrollen zeigte nach der Auswertung der Kulturen der Er:YAG-Laser mit 93,9 %, gefolgt vom Dioden-Laser mit 92,2 %, Octenidin/2-Phenoxyethanol mit 90,5 % und Chlorhexidin mit 77,5 %. Beide Laserverfahren zeigten sich signifikant besser gegenüber beiden Spüllösungen. Octenidin/2-Phenoxyethanol wirkte signifikant besser als Chlorhexidin. Die Ergebnisse der PCR-gestützten Auswertung zeigten, dass der Er:YAG-Laser den Biofilm zu 51,2 % beseitigte, der Dioden-Laser zu 36,9 %, Octenisept/2-Phenoxyethanol zu 21,0 % und Chlorhexidin zu 16,8 %. Die Unterschiede zwischen den Laserverfahren waren signifikant, ebenso der Vergleich beider Laser zu beiden Spüllösungen.

Schlussfolgerungen: Die untersuchten Laser- und chemischen Dekontaminationsverfahren reduzierten anaerobe Bakterien in intraoral über 10 Tage gewachsenen Biofilmen auf rauen Titanoberflächen unterschiedlich stark. Den deutlichsten bakteriziden und Biofilm eliminierenden Effekt konnten damit die Laserverfahren – hier besonders der Er:YAG-Laser – erzielen, aber auch die Spülung mit Octenidin/2-Phenoxyethanol zeigte einen deutlichen Effekt.

Biofunktionalisierung der Implantatoberfläche
mit unterschiedlichen Konzentrationen eines synthetischen Peptids (P-15)

Christopher Prechtl

Klinik für MKG-Chirurgie, Universitätsklinikum, Erlangen

Ziele: Die Verbindung zwischen der Zell-Bindungs-Domäne von Kollagen Typ I (P-15) und dem Zytoskelett von Osteoblasten wird durch ?2?1-Integrine vermittelt. Die Übertragung von biomechanischen Kräften bewirkt dabei eine Aktivierung der Knochenneubildung. Die vorliegende Studie hatte die Identifizierung der idealen Konzentration dieser biofunktionellen Oberflächenbeschichtung von Implantaten zum Ziel.

Material und Methoden: Es wurden modifizierte ANKYLOS A8 Implantate mit 5 verschiedenen P-15-Konzentrationen (0 ?g/ml bis 400 ?g/ml) in das Os frontale von 45 Hausschweinen eingebracht. Die histomorphometrischen und mikroradiographischen Ergebnisse wurden nach 7, 14 und 30 Tagen mit denen von unbeschichteten Implantaten (Friadent Plus Oberfläche) verglichen.

Ergebnisse: Die höchsten Knochen-Implantat-Kontakt-(KIK)-Werte wurden bei einer P-15-Konzentration von 100 µg/ml erreicht. Der KIK, der als primärer histologischer Parameter für die Osseointegration dient, war mit 86,2 % (± 17,4 %) 30 Tage postoperativ signifikant (p = 0,004) gegenüber dem der unbeschichteten Implantate (77,5 % (± 25,1 %)) erhöht. Zu den anderen Untersuchungszeitpunkten kam es in dieser Versuchsgruppe zu keiner signifikanten Erhöhung des KIK. Dasselbe gilt für die Werte der periimplantären Knochendichte (KD).

Schlussfolgerung: Nach 30 Tagen kam es bei der Verwendung einer P-15-Beschichtung mit einer Konzentration von 100 µg/ml zu einer Steigerung des KIK um 8,7 % im Vergleich zu unbeschichteten Implantaten. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass diese Beschichtung bei kompromittieren Patienten, wie zum Beispiel bei Diabetikern oder bei einem Zustand nach Radiatio, möglicherweise die initiale Einheilung von Implantaten positiv beeinflusst. Des Weiteren könnte diese biofunktionelle Oberflächenmodifikation die Osseointegration von Implantaten mit periimplantären knöchernen Defekten, wie sie bei Sofortimplantationen in Extraktionsalveolen auftreten, positiv beeinflussen.

Interaktion von endothelialen Progenitorzellen (EPC) mit unterschiedlichen Titanoberflächen

Thomas Ziebart

Klinik für MKG-Chirurgie und plastische Operationen, Universität Mainz

Zielstellung: Voraussetzung für eine erfolgreiche Osseointegration von Zahnimplantaten ist die zeitgerechte periimplantäre Gefäßneubildung. Insbesondere endotheliale adulte Stammzellen (EPC) spielen eine wesentliche Rolle im Rahmen der Neovaskularisation und tragen so wesentlich zur Hart- und Weichgeweberegeneration bei. Hierbei führt die Freisetzung von Zytokinen wie VEGF zur Differenzierung von Endothelzellen, und diese triggern ebenfalls die osteoblastäre Entwicklung. Ziel unserer Arbeit war die Untersuchung von unterschiedlichen Titanoberflächen auf die Anzahl, Morphologie und VEGF-Sekretion von EPC.

Methoden: Mononukleäre Zellen (MNC) wurden durch Dichtegradientenzentrifugation aus dem peripheren venösen Blut isoliert. Nach Differenzierung zu EPC erfolgte die Kultivierung auf unterschiedlich modifizierten Oberflächen: A (säuregeätzte Oberflächen), modA (säuregeätzte Oberfläche unter Stickstoffatmosphäre), SLA (sandgestrahlte, säuregeätzte Oberflächen), modSLA (sandgestrahlte, geätzte PT Oberflächen unter Stickstoffatmosphäre), Kontrollgruppen (Medium ohne Zellen und fibronektinbeschichtete Oberfläche). An Tag 1 (d1), Tag 3 (d3) und Tag 7 (d7) wurden die Zellzahl und VEGF-Freisetzung von EPCs auf den jeweiligen kultivierten Oberflächen bestimmt (ELISA). Die Morphologie wurde anhand konfokaler Laser-Scanning-Mikroskopie (CLSM) beurteilt.

Ergebnisse: Im Gegensatz zur Reduktion der Zellzahl auf modifizierten Titanoberflächen erhöhten A- und modA-Oberflächen signifikant die VEGF-Sekretion im Vergleich zur Kontrolle. Die stärksten Effekte auf die VEGF-Sekretion wurden bei modSLA- und SLA- Oberflächen verzeichnet.

Zusammenfassung: Wir konnten zum ersten Mal die Bedeutung von unterschiedlichen Titanoberflächen auf die Zytokinfreisetzung von EPCs zeigen. Besonders SLA- und modSLA-Oberflächen erhöhten die VEGF-Freisetzung und damit die Gefäßneubildungskapazität. Dies könnte insbesondere bei Risikopatienten zu einer besseren Osseointegration von Implantaten beitragen.

Implantatüberleben und Manöverkritik bei 3D-navigierter Implantation mittels lnochengetragener Bohrschablone

Hannes Kappel

Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie, Universität
Heidelberg

Ziel: Ziel dieser Studie war es zu untersuchen, ob Implantationen mittels knochengetragener Bohrschablonen einen Einfluss auf das Implantatüberleben haben und inwiefern im praktischen Ablauf die Ansprüche aus der Planung erfüllt werden können.

Material und Methode: Hierfür wurden im Zeitraum 2008–2010 sechsundzwanzig Patienten (53,9 % Frauen; Durschnittsalter 52,69 a) mit 140 Implantaten (Astra Tech, Mölndal, Schweden) versorgt. Die Planung erfolgte über Facilitate (Astra Tech, Mölndal, Schweden). Alle Implantate heilten 3 Monate geschlossen ein. Bei 17 Patienten wurde in zuvor augmentierte Areale implantiert. Hierbei wurden 4 Patienten mit Beckenkamm, 7 Patienten mit Kalottenaugmentat, 3 Patienten mit Knochenersatzmaterial und 3 Patienten mit Kieferwinkelblöcken augmentiert.

Ergebnisse: Bei 6 der 26 Patienten (23,1 %) musste die Bohrschablone intraoperativ in ihrer Ausdehnung reduziert werden, um eine unnötige Denudation des Knochens zu vermeiden. Um einen epikrestalen Abschluss zu gewährleisten, mussten 21 Implantate (15 %) nach der geführten Positionierung in sagittaler Ebene korrigiert werden. Davon waren ausschließlich anteriore Implantate in Regio 13–23 und 33–43 ohne Korrelation zur Schablonenpassung oder Patientenspezifität betroffen.

Innerhalb der DBD von 16,6 Monaten gingen zwei Implantate verloren, was einer Überlebensrate von 98,6 % entspricht. Beide Implantate waren im Augmentat der Kalotte inseriert und zum Zeitpunkt der Freilegung nicht osseointegriert. Die übrigen Implantate waren gemäß der Planung prothetisch versorgbar. Anzeichen von Periimplantitis wurden in keinem Fall diagnostiziert.

Schlussfolgerung: Die knochengetragene schablonengestützte Implantation stellt auch im zahnlosen Kiefer ein sehr präzises Verfahren dar, das den Behandler jedoch nicht aus seiner Sorgfaltspflicht entlässt und zwingend der klinischen Inspektion und Kontrolle bei jeder Bohrung bedarf.

Sofortbelastungskonzept bei rauchenden zahnlosen Patienten mit dem Pharmazeutikum Vareniclin (Champix): Eine zweijährige rückblickende klinische Studie

Mustafa Ayna

Praxis, Duisburg

Ziel: Das Ziel dieser Studie war es, ein sicheres und wirksames chirurgisches und prothetisches Protokoll für die Sofortbelastung bei Rauchern mit dem „All-on-Four“-Konzept in die Praxis zu integrieren.

Materialien und Methoden: In dieser Untersuchung wurden 18 Patienten mit 72 Implantaten (Nobel Speedy) zwischen Januar 2008 und April 2009 behandelt. Es wurden Raucher ausgesucht, die eine Ergobehandlung mit einer Entwöhnungsberatung zur Änderung ihrer Konsumgewohnheiten gewählt haben. Die Raucher nahmen 4 Wochen lang täglich eine Tablette Champix ein. Die Implantation erfolgte in der fünften Woche. Es wurden neun zahnlose Oberkiefer und sieben zahnlose Unterkiefer behandelt. Die Implantatzahl wurde auf vier Implantate reduziert, von denen die beiden hinteren Implantate angewinkelt eingebracht wurden. Die Patienten wurden mit einer okklusal verschraubten provisorischen Kunststoffbrücke innerhalb von 24 Stunden nach der Chirurgie versorgt. Das Eindrehmoment für die Implantate betrug mindestens 40 Ncm. Die endgültige festsitzende Versorgung, die durch eine Metallkonstruktion unterstützt wurde, wurde nach einer Wartezeit von 12 Wochen gelegt. Eine radiologische Bewertung des Randknochenniveaus wurde durchgeführt. Alle Implantate wurden in einem Zeitraum von 24 Monaten kontrolliert und untersucht.

Ergebnisse: Im beobachten Zeitraum haben 70 % der Patienten mit dem Rauchen aufgehört. Die Rückfallquote betrug 30 %. Zwei Implantate gingen bei zwei Rauchern in den ersten 6 Monaten im Oberkiefer verloren, die zweijährige kumulative klinische Überlebensrate betrug 97,22 %, die prothetische Überlebensrate 100 %. Das Randknochenniveau war nach 2 Jahren bei den ehemaligen Rauchern durchschnittlich 1,2 ± 0,8 mm und bei den Rauchern 1,5 ± 0,9 mm unter der Implant-Knochen-Schnittstelle. Ein guter Weichgewebszustand und insgesamt ein gutes ästhetisches Ergebnis wurden bei den ehemaligen Rauchern beobachtet.

Glukokortikoid-induzierte Osteoporose im Kiefer des Berliner Minischweins

Matthias Christian Schulz

Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie, Universitätsklinikum, Dresden

Zielstellung: Auf Grund der demographischen Entwicklung in Deutschland nimmt die Inzidenz der Osteoporose als Allgemeinerkrankung zu. Auch für die Implantologie ist die Osteoporose als Risikofaktor von Bedeutung. Die Erzeugung von osteoporotischen Tiermodellen ist durch verschiedene Methoden möglich. Die Induktion über die orale Gabe von Glukokortikoiden ist eine Möglichkeit. Gegenstand dieser Studie war die Hypothese, dass sich eine Osteoporose im Kiefer von Minischweinen nach der oralen Gabe von Glukokortikoiden nachweisen lässt.

Material und Methode: 27 Berliner Minischweine erhielten eine Kalzium-reduzierte Diät (0,07 % Kalzium). Zusätzlich wurde für 2 Monate 1 mg Prednisolon/kg Körpergewicht verabreicht. Nach 2 Monaten wurde die Dosis auf 0,5 mg Prednisolon/kg Körpergewicht reduziert. Vor Beginn der Prednisolon-Gabe sowie nach 6 Monaten wurden Computertomographien der Kiefer angefertigt. Als Referenzregion zum Nachweis einer Osteoporose diente der erste Lendenwirbel, von dem ebenfalls CT-Aufnahmen angefertigt wurden. Zusätzlich wurden die Serum-werte der Knochenstoffwechselmarker Ostase, ?-Crosslaps, Vitamin D und Osteocalcin zu beiden Zeitpunkten bestimmt.

Ergebnisse: Nach 6 Monaten konnte in den CTs eine Rarifizierung der Trabekelstruktur sowohl in den Lendenwirbeln als auch in der Kieferregion beobachtet werden. Es zeigte sich eine Abnahme der Hounsfield-Werte (HE) im Oberkiefer von 434 HE auf 331 HE und im Unterkiefer von 569 HE auf 450 HE. In den ersten Lendenwirbeln verringerten sich die Hounsfield-Werte von 374 HE auf 349 HE. Im Verlauf kam es zu einer Abnahme der untersuchten Parameter im Serum (Ostase: – 58,02 U/l; ?-Crosslaps: – 0,52 ng/ml; Vitamin D: – 33, 87 pg/ml; Osteocalcin: – 99,16 ng/ml).

Schlussfolgerung: In der vorliegenden Studie konnte gezeigt werden, dass bei dieser mittels einer oralen Glukokortikoidtherapie induzierten Osteoporose osteoporotische Veränderungen sowohl im Lendenwirbel als auch im Bereich des Ober- und Unterkiefers auftreten.

Sofortbelastungskonzept für zahnlose Unterkiefer: Eine sechsjährige rückblickende klinische Studie

Mustafa Ayna

Praxis, Duisburg

Ziel: Das Ziel dieser Studie war es, ein einfaches, sicheres und wirksames chirurgisches und prothetisches Protokoll für die Sofortbelastung mit dem „All-on-Four“-Konzept in die Praxis zu integrieren. Diese Studie bewertet zurückblickend den klinischen Erfolg in der Rehabilitation zahnloser Unterkiefer in der Kombination mit einem unmittelbaren Sofortbelastungsprotokoll.

Material und Methoden: In dieser Untersuchung wurden 27 Patienten mit 108 Implantaten (Nobel Speedy) zwischen Januar 2005 und April 2005 behandelt. Raucher und Bruxer wurden nicht ausgeschlossen. Die Implantatzahl wurde auf vier Implantate reduziert, von denen die beiden hinteren Implantate angewinkelt eingebracht wurden. Die Patienten wurden mit einer okklusal verschraubten provisorischen Kunststoffbrücke innerhalb von 24 Stunden nach der Chirurgie versorgt. Das Eindrehmoment für die Implantate betrug mindestens 40 Ncm. Die Implantate wurden nur in total ausgeheilte Extraktionsalveolen gesetzt. Die endgültige festsitzende Versorgung, die durch eine Metallkonstruktion unterstützt wurde, wurde nach einer Wartezeit von 12 Wochen eingesetzt. Eine radiologische Bewertung des Randknochenniveaus wurde durchgeführt. Alle Implantate wurden in einem Zeitraum von 72 Monaten kontrolliert und untersucht.

Ergebnisse: Ein Implantat ging bei einem Raucher verloren, die sechsjährige kumulative klinische Überlebensrate betrug 98,64 %, die prothetische Überlebensrate 100 %. Das Randknochenniveau war nach sechs Jahren durchschnittlich 1,1 ± 0,7 mm unter der Implant-Knochen-Schnittstelle. Ein guter Weichgewebszustand und insgesamt ein gutes ästhetisches Ergebnis wurden berichtet.

Histomorphometrische und radiologische Studie nach intraoperativer Stammzellanreicherung in kortikospongiösen Beckenkammtransplantaten

Jörg Heine

Klinik für MKG-Chirurgie, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel

Zielstellung: Osteogen induktive Eigenschaften werden als unverzichtbare Bestandteile eines Beckenkammtransplantats bei komplexen Kieferrekonstruktionen vor implantatprothetischer Versorgung angesehen. Intraoperative Anreicherung von Stammzellen und Wachstumsfaktoren mit dem Ansatz zur In-situ-Regeneration führt zu höherer Knochenqualität.

Material und Methoden: 30 Patienten mit komplexen An- und Auflagerungsosteoplastiken vor implantatprothetischer Versorgung wurden in drei Gruppen (jeweils n = 10) randomisiert: Gruppe 1 wurde zusätzlich mit angereicherten Stammzellen mithilfe eines offenen Sterilbanksystems therapiert, Gruppe 2 wurde zusätzlich mit angereicherten Stammzellen mithilfe eines geschlossenen Chairside-Systems therapiert und Gruppe 3 diente als Kontrollgruppe ohne zusätzliche Zellanreicherung.

Histomorphometrische Untersuchungen wurden an Knochentrepanproben aus der Implantatschachtpräparation erstellt, radiologisch die Knochenhöhen bei Implantation bestimmt und unter den Gruppen verglichen.

Ergebnisse: Die klinische Routine der Gewinnung von kortikospongiösen Transplantaten zur komplexen Rekonstruktion der Kiefer kann unterstützt werden durch intraoperative Stammzellgewinnung, -anreicherung und -transplantation ohne zusätzliche Entnahmemorbidität. Die gewonnenen Stammzellen lassen sich hierbei als ruhende mesenchymale Stammzellen mit ihren charakteristischen Oberflächenantigenen identifizieren. Die histomorphometrischen und radiologischen Untersuchungen ergeben für die Gruppen der mit Stammzellen angereicherten Transplantate eine höhere Knochenqualität (p = 0,012) und eine 15 % geringere Knochenresorption (p = 0,011) im Vergleich zur Kontrolle.

Schlussfolgerung: Der Nachweis geringerer Resorption in der Posttransplantationsphase bis zur Implantation erlaubt es, in der Zukunft mithilfe der Stammzellanreicherung geringere Knochenvolumina bei komplexen Rekonstruktionen zu entnehmen.

Sofortimplantate mit gleichzeitiger Weichgewebeaugmentation – 1-Jahresergebnisse einer neuen Technik

Stefan Reinhardt

Praxis, Münster

Zielsetzung: Kann das gleichzeitige Einbringen eines freien BGT mit der Envelope-Technik die Rezession nach Sofortimplantation verhindern.

Material und Methode: Es wurden bei 38 Patienten nach Extraktion eines Zahns ohne Aufklappung unter Erhalt der bukkalen crestalen Knochenlamelle Sofortimplantate vom Typ Nobel-Active der Fa. NobelBiocare inseriert. In allen Fällen wurde ein freies BGT in einer Envelope-Technik bukkal eingebracht, um die Weichgewebe zu verdicken. Die meisten Patienten wurden sofort mit einer provisorischen verschraubten Krone versorgt.

Nach der Zahnextraktion wurden die Knochendicke des bukkalen krestalen Knochens, die gesamte Dicke des bukkalen Weichgewebes und die Gingivahöhe in Relation zu den Nachbarzähnen gemessen. Die Messungen wurden 6 und 12 Monate später wiederholt.

Ergebnisse: In dieser fortlaufenden Studie zeigten 20 Fälle in einem Beobachtungszeitraum von mindestens einem Jahr:

1. Die bukkale Knochenlamelle war bei allen Patienten unter 1 mm dick.

2. Im Beobachtungszeitraum konnten wir in keinem Fall eine Rezession der Gingiva unter den Ausgangswert feststellen.

3. Die Verdickung der Gingiva verringerte sich mit der Zeit, blieb aber über dem Ausgangswert.

4. Kein Implantat ging verloren.

Schlussfolgerung: Unter Vorbehalt des kurzen Untersuchungszeitraums kann festgestellt werden, dass mit dieser Operationsmethode einer Rezession der Gingiva vorgebeugt werde kann. Das NobelActive-Implantat scheint für eine Sofortversorgung geeignet zu sein. Da die Nachuntersuchung bis 2 Jahre ausgedehnt wird, werden wir weitere Ergebnisse zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlichen.

Verhindert die Verschraubung implantatgetragenen Zahnersatzes periimplantäre Entzündungen?

Christian Mertens

Klinik und Poliklinik für MKG-Chirurgie, Universität Heidelberg

Einleitung: Die Periimplantitis stellt nach erfolgreicher Osseointegration von Implantaten die Hauptursache für Implantatverluste dar. Als potentieller Auslöser der Periimplantitis und Mukositis werden schwer entfernbare subgingivale Zementreste diskutiert. Dieses Risiko lässt sich durch Verwendung von verschraubten prothetischen Versorgungen vermeiden. Ziel dieser Studie war es, verschraubten implantatgetragenen Zahnersatz, der mindestens 10 Jahre in situ ist, klinisch und radiologisch auf Komplikationen zu überprüfen.

Patienten und Methoden: Im Rahmen der Studie wurden 50 Patienten nachuntersucht, denen in den Jahren 1995–1999 Implantate inseriert wurden und die mit festsitzendem, verschraubtem Zahnersatz versorgt worden waren. Insgesamt wurden 238 Implantate (140 im OK, 98 im UK) untersucht. Alle Implantate waren mit einteiligen, konfektionierten Abutments und zentraler Verschraubung versorgt worden. Die Kronenränder verliefen alle adgingival. Ausgewertet wurden die Parameter „Implantatüberleben, marginaler Knochenverlust“ sowie „mechanische und biologische Komplikationen“.

Ergebnisse: Von 238 nachuntersuchten Implantaten waren sechs Implantate verloren gegangen, davon zwei durch Implantatfrakturen. Zwei Suprakonstruktionen mussten neu angefertigt werden. Als weitere Komplikation wurden Frakturen der Keramikverblendungen festgestellt. Ein mittlerer marginaler Knochenverlust von 0,5 mm ± 1,13 mm konnte nach mindestens zehnjähriger Nachkontrolle dokumentiert werden. Nur vier Implantate zeigten Anzeichen einer periimplantären Infektion.

Diskussion: Implantate, die mit verschraubtem, festsitzendem Zahnersatz versorgt wurden, erweisen sich als langfristig stabil und zeigen einen nur geringen marginalen Knochenverlust. Einteilige, konfektionierte Abutments, in Kombination mit adgingivalem Kronenverlauf, könnten hierbei ein potentieller positiver Einflussfaktor sein. Des Weiteren sind die Suprakonstruktionen aufgrund der Verschraubung leichter reparabel und anpassbar.

Eine prospektive Studie zur intraoperativen Knochensituation von durchmesserreduzierten Roxolid-Implantaten

Vera Oberhoff

Praxis, Münster

Zielstellung: Mit der Entwicklung von durchmesserreduzierten Roxolid-Implantaten (Fa. Straumann) sollte das Indikationsspektrum für implantat-prothetische Versorgungen erweitert werden. In einer prospektiven Studie werden die klinischen und röntgenologischen Ergebnisse des neuen Implantattyps analysiert. Eine erste Auswertung umfasst die metrische Analyse des intraoperativen Knochenangebots im Vergleich zu größer dimensionierten Bone-Level-Implantaten (ø 4,1 mm).

Material und Methoden: In dem Zeitraum 2010–2011 wurden 336 Roxolid-Implantate (ø 3,3 mm) (Fa. Straumann) bei 145 Patienten mit einem reduzierten transversalen Knochenangebot in unterschiedlichen Indikationen inseriert. Intraoperativ wurden Messwerte zur Knochensituation erhoben, protokolliert und statistisch ausgewertet. Ein Vergleich der Messdaten erfolgte mit 336 Titan-Implantaten (ø 4,1 mm), die in vergleichbaren Indikationen bei 137 Patienten zum Einsatz kamen.

Ergebnisse: Bei 60,7 % der Roxolid-Implantate fanden sich vestibuläre Knochendefizite zwischen 1 und 12 mm. Bei den Titan-Implantaten (ø 4,1 mm) lag der Wert bei 46,7 %. Apikale Defizite (1–10 mm) wurden bei 94 (Roxolid) und 93 Implantaten (Titan) registriert. Zur Verbesserung der morphologischen Voraussetzungen wurden bei 313 Roxolid- und 295 Titan-Implantaten Anlagerungsplastiken durchgeführt. Durch externe und interne Sinusbodenelevationen konnte das vertikale Knochenangebot bei 94 Roxolid- und bei 91 Titan-Implantaten verbessert werden. Der statistische Vergleich mit Titan-Implantaten größeren Durchmessers zeigt bei den grazileren Roxolid-Implantaten signifikant größere Defizite (p < 0,001).

Schlussfolgerung: Bei einem reduzierten transversalen Knochenangebot kann die Indikation für durchmesserreduzierte Implantate bestehen. Der Umfang augmentativer Maßnahmen lag bei dieser Studie trotz der grazileren Implantate statistisch signifikant über demjenigen, der bei größer dimensionierten Implantaten erforderlich war.

Erste Ergebnisse einer internationalen, multicenter, prospektiven Post-Market Studie des Implantatsystems ANKYLOS C/X (PAX)

Bilal Al-Nawas

Klinik für MKG-Chirurgie, plastische Operationen, Universitätsmedizin, Mainz

Einleitung: 2008 wurde das ANKYLOS C/X eingeführt, um die Mechanik der konischen Verbindung mit den Vorteilen eines tief platzierten Index zu kombinieren. Ziel dieser Studie ist die Untersuchung von Implantatüberleben und -erfolg im Routineeinsatz in zahnärztlichen Praxen in Europa und Nordamerika.

Materialien und Methode: In dieser prospektiven Beobachtungsstudie wurden Patienten eingeschlossen, die mindestens ein Implantat erhalten; alle ANKYLOS C/X (DENTSPLY Friadent). Primäres Zielkriterium ist Implantatüberleben. Sekundäres Zielkriterium ist Implantaterfolg (Fehlen von: Mobilität, periimplantärer Radioluzenz, Zeichen von Infektion, persistenten Beschwerden, prothetischer Versorgbarkeit). In dieser ersten Auswertung sind die Daten einer zweijährigen Rekrutierungsphase analysiert.

Ergebnisse: 170 Patienten wurden aus 38 Zentren eingeschlossen. 552 Implantate wurden inseriert; 428 (85 %) unter antibiotischer Prophylaxe; 88 (18 %) bei Rauchern. Ein Implantat wurde entfernt (Einjahresüberlebensrate 99,8 %). 490 Implantate (97,4 %) wurden, auf der Basis der oben genannten Kriterien, als erfolgreich bewertet. Erfolgsraten in Bezug auf den Zeitpunkt der Implantatinsertion: 100 % für die Sofortimplantation (n = 76), 90 % für die verzögerte Sofortimplantation (n = 73) und 98,3 % für die verzögerte Implantation (n = 354). Erfolgsraten in Bezug auf die Knochenqualität: D1: 100 %, D2: 98 %, D3: 97 %, D4: 92 %. Erfolgsraten in Bezug auf Augmentation: Bone spread 100 % (n =77), Sinuslift 94 % (n = 48), GBR 100 % (n = 38), horizontale Augmentationen 92 % (n = 59), Knochenkondensation 85 % (n = 23).

Zusammenfassung: Im Vergleich zu historischen Kollektiven zeigen diese frühen Daten für das neue indexierte Implantat eine vielversprechende Überlebens- (99 %) und Erfolgsrate (97 %). Die univariate Analyse ergab als Risikofaktor die Knochenqualität D4 und Knochenkondensation. Die Bedeutung des Zeitpunkts der Implantatinsertion für den Implantaterfolg bedarf weiterer Analyse in einem multivariaten Model.

Vergleich der Knochenheilung nach ultraschallgestützter und konventioneller Osteotomie

Peter Maurer

Klinik für MKG-Chirurgie, Uniklinikum Bremerhaven-Reinkenheide

Zielstellung: Ultraschallgestützte Osteotomien können in der Implantologie im Hinblick auf die Nähe der Osteotomielinie zu vulnerablen Strukturen eine Alternative zu konventionellen Osteotomie-Verfahren sein. Ziel der vorliegenden In-vivo-Studie war es, die Knochenheilung nach ultraschallgestützter und konventioneller Osteotomie zu untersuchen.

Material und Methode: 27 Weiße Neuseeländer Kaninchen wurden auf drei Gruppen (Piezosurgery OT7, Medicon, Italien; Rosen-Bohrer oder Diamant-Bohrer, beide Komet, Deutschland), zu je neun Tieren aufgeteilt. Paramedian beidseits wurden Knochendeckel von 6 × 6 mm Größe gehoben und mit Titan-Miniplatten refixiert. Zur Beurteilung der Wachstumskinetik mittels Konfokaler Lasermikroskopie (CLSM) wurden Fluoreszenzfarbstoffe verabreicht. Unmittelbar nach Euthanasie am 7., 21. bzw. 42. Tag wurden frische Knochenproben für eine real-time PCR (rtPCR) entnommen. Mikro-CT-Untersuchungen (Scanco, Schweiz) schlossen sich an. Nach Aufbereitung der Knochen mittels der Dünnschlifftechnik nach Donath wurden lichtmikroskopische sowie CLSM-Aufnahmen angefertigt.

Ergebnisse: Die Osteotomiezeiten unterschieden sich nicht. Lichtmikroskopische Untersuchungen zeigten eine frühere Ossifikation und verminderte Entzündungsreaktion nach der ultraschallgestützten Osteotomie im Vergleich zu den konventionellen Verfahren, was durch eine frühere Mineralisierung in den Mikro-CT-Untersuchungen und signifikant verminderte Expression von TNF-alpha in der rt-PCR (p < 0,05) bestätigt wurde. Die Wachstumskinetik in der CLSM-Analyse war nach der ultraschallgestützten Osteotomie akzeleriert.

Schlussfolgerung: Die ultraschallgestützte Osteotomie scheint im Vergleich zu konventionellen Osteotomieverfahren mit einer schnelleren Knochenheilung und verminderten Entzündungsreaktion verbunden zu sein.

Implantatinsertion und Osteoporose-Patienten mit der Therapie von Bisphosphonaten

Thomas Siebert

Dentalne Centrum, s.r.o., Trnava

Problemstellung: Bisphosphonat-bezogene Osteonekrose des Kiefers (BRONJ) wird als eine schwerwiegende Komplikation bei Patienten, die Bisphosphonat-Therapie erhalten haben, anerkannt.

Zielsetzung: Ziel dieser Studie ist es, das Risiko der Entwicklung von BRONJ bei einem Patienten mit Osteoporose mit Zoledronsäure zu erstellen und die Ergebnisse einer einjährigen prospektiven klinischen Studie von fünf sofort inserierten Implantaten im anterioren Unterkiefer nach Extraktionen der restlichen Zähne im Unterkiefer zu beobachten.

Methodik: Für diese vergleichende prospektive Studie wurden 18 weibliche Patienten mit teilweise zahnlosem Unterkiefer gewählt. Die Patienten wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Gruppe A: weibliche Patienten (n = 9) mit Osteoporose mit Zoledronsäure – erhielten eine einmalige jährliche Infusion von Zoledronsäure (5 mg); weibliche Patienten (n = 9) ohne Osteoporose – Kontrollgruppe B. In beiden Gruppen wurde der Rest der Zähne extrahiert. Dann wurden 90 Implantate von 3,7 mm Breite und 16 mm Länge sofort im anterioren Unterkiefer installiert und die Wunde nach Implantation primär mit einem resorbierbaren Faden behandelt. Alle Patienten erhielten während der Behandlung systemische Antibiotikagaben. Die Implantate wurden funktionell mit der festsitzenden Brücke mit bilateralem Ausleger nach drei Monaten belastet. In der Gruppe A sollten die Patienten über die Risiken der Entwicklung BRONJ sowie die Anzeichen und Symptome dieser Krankheit informiert werden.

Ergebnisse: Die Einjahresüberlebensrate der Implantate betrug 100 % und die endgültige Prothesen-Erfolgsrate lag bei 94,5 %. Es gab keine offensichtlichen nekrotischen Knochen von Patienten in der Gruppe A nach Implantation. Zusammenfassung: Die Einjahresüberlebensrate betrug mit Implantat 100 %. Die festsitzende Brücke zeigt 94,5 % Erfolg.

Schlussfolgerung: Diese Beobachtung legt nahe, dass die sofortige Implantation bei einem Patienten mit Osteoporose mit Zoledronsäure die sichere Modalität der Behandlung der Implantologie darstellt.


(Stand: 24.11.2011)

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