Die digitale Radiologie in der Zahnarztpraxis

J.J. Bock, Spitta Verlag, Balingen 2011, ISBN 978–3–941964–46–4, Broschur, 247 Seiten, 302 Abb., inkl. CD-ROOM, 59,80 €

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J.J. Bock, Spitta Verlag, Balingen 2011, ISBN 978–3–941964–46–4, Broschur, 247 Seiten, 302 Abb., inkl. CD-ROOM, 59,80 €

Es ist sicherlich ein sehr lobenswertes Unterfangen, ein Buch über die moderne digitale zahnärztliche Röntgenologie für die praktische Anwendung zu verfassen. Diese Absicht wurde offensichtlich von den Autoren des Buches verfolgt. Auf insgesamt 230 Seiten (ohne Anhang) mit sehr vielen Abbildungen wird die Thematik in unterschiedlichen Aspekten dargestellt. Wie die Autoren im Vorwort selbst bemerken, soll das Buch vor allem die klinischen Aspekte der digitalen Röntgentechniken in den Vordergrund stellen. Die physikalischen Grundlagen werden nur kurz andiskutiert, ebenso die technischen Grundlagen derzeitiger digitaler Röntgenverfahren sowie die technischen Aspekte der einzelnen Aufnahmetechniken. Einige Detailinformationen mehr – insbesondere zu den verfügbaren technischen Verfahren im digitalen Röntgen – wären für den praktischen Anwender wünschenswert gewesen.

Dosis und Dosis-Wirkung werden ebenfalls in aller Kürze besprochen, ebenso generelle Aspekte des Strahlenschutzes und Grundsätze zur Dosisminimierung. Erfreulich ist, dass das Buch die aktuelle deutsche Gesetzeslage in diesem Bereich korrekt in komprimierter Form zusammenfasst.

Die Indikationsstellung verschiedener zahnärztlicher Röntgenverfahren nimmt einen wesentlichen Teil des Werkes ein. Die Autoren zitieren korrekterweise – wo möglich – vorhandene Leitlinien, allerdings erscheinen manche der abgeleiteten Empfehlungen aus evidenzbasierter Sicht dennoch zu weitreichend und nicht ausreichend fundiert.

Letzteres ist insgesamt ein Problem eines Buches, das überall an der Oberfläche bleibt und teilweise einige ärgerliche Fehlinformationen beinhaltet. Beispielsweise wäre eine korrekte Definition der Rechtwinkeltechnik, dass der Zentralstrahl (über eine Haltesystem vorgegebene) rechtwinklig (sic!) auf dem Bildrezeptor auftrifft. Bei der Paralleltechnik ist zusätzlich noch die Objektachse parallel zu Letzterem ausgerichtet. In Abbildung 6.26 ist angeblich eine überbelichtete Aufnahme zu sehen, obwohl das zu helle Bild deutlich eine Unterbelichtung nahelegt. Viele Röntgenbilder wirken deplatziert und der Leser fragt sich, was ihm die Autoren an der abgebildeten Stelle mit dieser Abbildung vermitteln wollen. Störend ist auch die Nomenklatur für die 3D Aufnahmen, wo nicht von „Verschattungen“ oder „Aufhellungen“ (es handelt sich um keine Projektionsröntgenaufnahmen mit Summations-Schatten!) gesprochen werden sollte, sondern von „hyperdensen/opaken“ bzw. „hypodensen/radioluzenten“ Zonen oder Strukturen/Figuren.

Als Fazit bleibt daher festzustellen, dass das Buch einen oberflächlichen Abriss über digitale zahnärztliche Röntgentechniken einschließlich der DVT darstellt. Positiv hervorzuheben sind die korrekten und auch gut verständlich zusammengefassten Passagen über die gesetzlichen Vorgaben für die praktische Anwendung. Die störenden inhaltlichen Fehler und die sehr an der Oberfläche bleibende Vermittlung der Thematik führen jedoch dazu, dass das Buch lediglich als eine Ergänzung empfohlen werden kann.

R. Schulze, Mainz

(Dtsch Zahnärztl Z 2011;66:694)


(Stand: 24.11.2011)

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