Liebe Kolleginnen und Kollegen,

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Die seit 1999 im Turnussystem durchgeführten Dreiländertagungen haben sich neben den logistischen Herausforderungen für die Organisatoren auch durch den beruflichen und menschlichen Austausch aller Beteiligten ausgezeichnet. Ein reger und regelmäßiger Kontakt über die Grenzen der einzelnen Fachgesellschaften kam zustande und ist noch heute Antrieb für eine spannende Zusammenarbeit. Auch wenn wir als deutschsprachige berufliche Interessengemeinschaft viele gemeinsame Sichtweisen teilen können, so begründen doch auch allgemeine kulturelle Unterschiede der Entwicklungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterschiedliche Prägungen und entsprechend voneinander abweichende Lösungsansätze. Diese unterschiedlichen Lösungsansätze fordern alle Beteiligten, mit Verständnis, Respekt und auch einer gewissen Toleranz zu einer Synthese zu finden, zum gemeinsamen Nenner, um über diesen Weg Synergien einfließen lassen zu können, die die Zusammenarbeit erleichtern und immer wieder von Neuem motivieren. Ein Beispiel dazu war der Aufruf zu einer institutionell zu etablierenden Plattform für Protagonisten einer Young Generation innerhalb der Fachgesellschaften, die zur Auffrischung und Erweiterung der Sichtweisen der schon seit vielen Jahren amtierenden Vorstände dienen sollte. So werden also nicht nur Impulse über die Landesgrenzen hinaus, sondern auch innerhalb unserer eigenen Generationen zu integralen Lösungsansätzen führen. Dass sich dann die jeweiligen Young Generations auch unter sich selbst austauschen werden, versteht sich von selbst.

Kommen wir zur diesjährigen „Back to the Roots“-Tagung. Die von verschiedenen Seiten angestrebte Vermassung der dentalen Implantologie hat nicht nur zu falschen Indikationen, sondern leider auch vermehrt zu fehlerhaften Anwendungen geführt, sodass heute prozentual mehr Implantatmisserfolge zu beklagen sind als noch vor zehn Jahren. In der Schweiz wurde diesen auch medial breit unterstützten Suggestionen, jeder könne jedem „Zähne in einer Stunde“ verpassen, mit der Gründung der Implantatstiftung Schweiz (ISS) als Infoplattform für die interessierte Bevölkerung entgegengehalten (siehe www.implantatstiftung.ch). Die vier Schweizer Fachgesellschaften SSOS (Oralchirurgie und Stomatologie), SGI (Implantologie), SSRD (Rekonstruktive Zahnmedizin) und SSP (Parodontologie) haben eigene Fachkräfte in die wissenschaftliche Kommission der ISS delegiert, um Aussagen zur Implantologie unabhängig und nach besten wissenschaftlichen und ethischen Standpunkten zu verfassen und zu vertreten. Dieser erste koordinierte Einsatz, die gemeinsame Sache „Qualität in der Implantologie“ einer breiten Bevölkerung näher zu erklären, war faktisch bereits ein erster Schritt „Back to the Roots“. Über den ersten korrekten Entscheid zwischen „Zahn erhalten oder extrahieren?“ zur richtigen Implantatindikation und schließlich zur fachgerechten Anwendung wissenschaftlich begründeter Protokolle für die Implantation selbst wollen wir mit unserer gemeinsamen Fachtagung „Back to the Roots“ unseren eingeschlagenen Weg weiterführen. Unser gemeinsames Interesse kann nur in einer begründeten Akzeptanz unserer implantologischen Behandlungsvorschläge in den breitesten Bevölkerungsschichten liegen. Wir müssen unermüdlich um eine hohe Qualitätskontrolle in der zahnärztlichen Implantologie bemüht sein. Die beste Argumentation dazu sind zufriedene Patienten, über Jahrzehnte hinweg, und nicht ein Hüst und Hot weniger, meist kommerziell kurzfristig interessierter Kreise.

Wir fordern mehr denn je nicht nur eine hohe Sorgfaltspflicht bei den klinischen Anwendern, sondern auch mit Nachdruck verlässliche Studien aus universitärer Forschung, die wohl auch mit industrieller Beteiligung zustande kommen können, allerdings immer mit wissenschaftlicher Integrität publiziert werden sollen. „Back to the Roots“ ist Anlass und Aufforderung zugleich, im langfristigen Interesse von uns allen, dass die zahnärztliche Implantologie als wissenschaftlich solide begründete klinische Methode der folgenden rekonstruktiven Zahnmedizin und somit der kaufunktionellen und ästhetischen Rehabilitation unserer Patienten dient. Nur die patientenseitig gemachte gute Erfahrung kann das Vertrauen in implantologische Lösungen stärken und langfristig die von uns allen gewünschte kontinuierliche Nachfrage sichern. In diesem Sinne heiße ich Sie, liebe Kollegin und lieber Kollege, herzlich auf unserer Dreiländertagung „Back to the Roots“ in Bern willkommen und freue mich auf den anstehenden beruflichen und persönlichen Austausch unter uns allen.

 

Mit kollegialen Grüßen

 

Dr. Claude Andreoni

Präsident SGI


(Stand: 28.11.2012)

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