e-Learning mit der DGI: Eine sehr persönliche Fortbildung

DGI-Präsident Dr. Gerhard Iglhaut stellt ein neues Konzept vor

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Wieder einmal betritt die DGI Neuland bei ihrer Fortbildung. Das neue e-Learning-Konzept der Fachgesellschaft ermöglicht dem Nutzer eine ganz persönliche Fortbildung, individuell steuerbar mit eigenem Maß und Tempo. Die ersten Module sind inzwischen verfügbar. DGI-Präsident Dr. Gerhard Iglhaut, Memmingen, erläutert im Interview, was das innovative neue Angebot auszeichnet.

Für wen wurde das neue e-Learning der DGI konzipiert?

Unsere Hauptzielgruppen sind ganz klar die Teilnehmer unseres Curriculums – und zwar die gegenwärtigen, die ehemaligen und die zukünftigen gleichermaßen. Wer gerade das Curriculum durchläuft, wird von der Möglichkeit profitieren, Themen vor- und nachzubereiten. Und die Module erleichtern natürlich auch die Prüfungsvorbereitung.

Die letztere Möglichkeit wird auch jenen Kolleginnen und Kollegen helfen, die das Curriculum zwar schon abgeschlossen haben, aber noch die Prüfung ablegen wollen. Das sind immerhin mehrere hundert Absolventen, die den ganzen Curriculumstoff nochmals vor der Prüfung rekapitulieren müssen. Das fällt mit e-Learning sicherlich auch leichter. Was die zukünftigen Teilnehmer am Curriculum betrifft, könnte ich mir auch sehr gut vorstellen, dass der Zusatznutzen des E-Learnings interessierte Kolleginnen und Kollegen motiviert, sich für die innovative Fortbildung bei der DGI zu entscheiden. Und natürlich sind die e-Learning-Module ein Angebot für jedes Mitglied, das sich mit einem Thema vertieft beschäftigen und sein Wissen auf dem aktuellen Stand halten will.

Was ist der Hauptvorteil für die Nutzer von e-Learning?

Den Nutzern geben wir vor allem die Möglichkeit flexibel zu lernen, unabhängig von Zeit und Ort. Der Nutzer entscheidet, wann er einsteigt und wann er unterbricht. Unsere e-Learning-Produkte sind so gestaltet, dass man jederzeit aussteigen und an genau dieser Stelle wieder einsteigen kann.

Wieviel Stunden Information stecken in einem Modul?

Ein Modul besteht aus zwei Tutorials und deckt einen Wochenendkurs des Curriculums ab. Die Theorie hat normalerweise im Curriculum einen Umfang von acht bis zehn Stunden, verteilt auf zwei Tage. Natürlich werden diese Inhalte in einem Tutorial sehr kompakt präsentiert, was Zeit einsparen kann. Der Nutzer entscheidet auch selbst, wie tief er wann einsteigt. Deshalb gibt es für die e-Learning-Module auch so viele Punkte wie für zwei Tage Frontalfortbildung. Die Bundeszahnärztekammer hat der wachsenden Bedeutung von e-Learning in der neuen Verordnung bei der Punktevergabe ensprechend Rechnung getragen. Es gibt für e-Learning dieselbe Punktzahl wie für Präsenzveranstaltungen.

Welches sind die ersten Themen der Tutorials?

Begonnen haben wir mit dem Weichgewebsmanagement und der Wundheilung, weil sich bei diesen Themen alle didaktischen Möglichkeiten gut einsetzen lassen. Es gibt Passagen im Vortragsstil, ergänzt durch Inhalte mit Fotodokumentation und Texten. Natürlich setzen wir auch Grafiken ein, Animationen, insbesondere 3D-Animationen sowie Videos, um bestimmte Techniken zu demonstrieren. Wir ersparen den Nutzern allerdings Filme kompletter OPs und beschränken uns auf die entscheidenden Passagen.

Weitere Themen sind die Augmentationschirurgie sowie die Knochenregeneration durch autologe Knochentransplantate sowie die Themen „Chirurgische und technische Komplikationen in der Implantologie“ und „Periimplantäre Infektionen als biologische Spätkomplikation“.

Wie ist die zeitliche Perpektive? Wie viele Module wird es am Ende geben?

Es sind insgesamt neun Module geplant, die spätestens 2018, wahrscheinlich aber bereits früher verfügbar sein werden. Wenn wir es schaffen, wird das komplette Angebot 2016 stehen.

Ein solches Vorhaben braucht auch entsprechende Partner. Mit wem arbeitet die DGI zusammen?

Unser Kooperationspartner ist der Springer Medizin-Verlag. Dieser hat sehr viel in eine innovative Software investiert, die speziell diese Form des Lernens ermöglicht. Das zugrunde liegende didaktische Konzept ist wissenschaftlich fundiert. Es wurde an einer Universität als didaktisches Lernmodell entwickelt. Dies erschien uns als zukunftsträchtig, weil es quasi das Surfen im Internet simuliert.

Wie unterscheidet sich das Angebot der DGI von anderen Angeboten, etwa abgefilmten Vorträgen, die es im Internet ja bereits vielfach gibt?

Unser Konzept des e-Learnings ist keine Frontalfortbildung, wie es sie ja bereits schon lange im Internet bei entsprechenden Angeboten gibt: Ein Referent spricht, wird dabei gefilmt, der Nutzer schaut zu, liest vielleicht noch mit oder betrachtet eine eingeblendete Powerpoint-Präsentation. Wir wissen, dass bei einer solchen konventionellen Online-Präsentation die meisten Betrachter nach fünf Minuten abschalten. Das waren die Anfänge der Entwicklung, aber im Grunde noch kein E-Learning, so wie es Fachleute heute definieren.

Das e-Learning-Konzept, welches die DGI einsetzt, ist anders. Es basiert darauf, dass der Nutzer eine Fortbildungseinheit selbst aktiv steuern kann. Das ist die moderne Variante. Die Module enthalten verschiedene klar abgegrenzte Kapitel mit unterschiedlichen didaktischen Elementen. Das sorgt für etwas, das beim Lernen enorm wichtig ist – für Abwechslung.

Der Nutzer entscheidet, zu welchem Kapitel er hin will, in welche Bereiche. Er kann die verschiedenen Abschnitte nacheinander durchlaufen, das sieht er auch am Fortschritt einer eingeblendeten Leiste. Er kann aber auch in einem Bereich zusätzlich noch in die Tiefe gehen und auch seitlich zu einem anderen Abschnitt übergehen. Der Nutzer kann wiederholen, sich Dinge nochmals ansehen. Es werden ihm Fragen gestellt. Kann er diese noch nicht beantworten oder ist sich nicht sicher, geht es einfach nochmals zurück. Kurzum, das e-Learning ermöglicht eine sehr persönliche und individuell gesteuerte Fortbildung. Sie ist interaktiv, weil man selbst bestimmt, wie man vorangeht. Das stimuliert das Interesse des Nutzers und hält auch im Lernprozess bei der Stange, weil es abwechslungsreich ist. Man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.

Ist das neue e-Learning auch ein Pfund, das die DGI in internationale Kooperationen einbringen kann?

Ja, das ist ganz sicher der Fall. Wir treiben die Internationalisierung und Vernetzung mit anderen wissenschaftlichen Gesellschaften voran, vor allem, um den Austausch und den Wissenstransfer zu intensivieren. Das ist keine Einbahnstraße, sondern ein intensives Miteinander, bei dem Know-how und Expertise in beide Richtungen fließen. Dies wird etwa deutlich an einem internationalen Fachjournal, das wir derzeit zusammen mit den Kollegen der japanischen Fachgesellschaft für orale Implantologie planen und dessen Inhalte im Internet dann als „Open Access“ kostenlos verfügbar sein werden.

Das e-Learning-Konzept wird diesen zunehmend an Bedeutung gewinnenden internationalen Austausch erleichtern. Wir haben ja schon seit einiger Zeit ein internationales englischsprachiges Curriculum in Kiel. Solche Angebote werden durch e-Learning noch attraktiver.

Das Interview führte
Barbara Ritzert, Pöcking.


(Stand: 16.06.2015)

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