Funktion & Ästhetik – Rehabilitation des Unbezahnten nach der Original-Gerber-Methode

M. Bosshart, Quintessenz Verlag, Berlin 2014, 1. Aufl., ISBN 978-3-86867-170-4, 248 Seiten, 668 farbige Abbildungen, 118,00 Euro

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M. Bosshart, Quintessenz Verlag, Berlin 2014, 1. Aufl., ISBN 978-3-86867-170-4, 248 Seiten, 668 farbige Abbildungen, 118,00 Euro

Bei oberflächlicher Betrachtung erscheint die Beschäftigung mit Totalprothetik im Zeitalter der Implantologie uninteressant. Es wird dabei oft nicht berücksichtigt, dass Gesetze und Regeln der Totalprothetik auch für viele Arbeitsschritte bei der Versorgung zahnloser Patienten mit implantatgelagertem Zahnersatz oder teilbezahnter Patienten mit Teleskopprothesen gelten. Deshalb hat die Kenntnis der totalprothetischen Versorgungsprinzipien in der Prothetik nach wie vor einen hohen Stellenwert. Seit Jahrzehnten werden für Totalrehabilitationen unterschiedliche, konkurrierende Okklusionskonzepte eingesetzt. Die Fronten zwischen den Protagonisten der verschiedenen okklusalen Gestaltungsprinzipien sind verhärtet und die wissenschaftliche Evidenz ist nach wie vor relativ gering. Deshalb beginnt der Schweizer Zahntechniker Max Bosshart das Vorwort zu seinem Buch auch folgerichtig mit der Frage: „Wem soll man Glauben schenken, wenn es um Okklusionskonzepte in der Prothetik geht?“ Anschließend zeigt er in 26 Kapiteln systematisch das Prozedere bei der totalprothetischen Versorgung nach dem „Gerber-Prinzip“, das als Konzept einer „lingualisierten“ Okklusion zu den international erfolgreichsten Methoden der Prothetik zählt. Das Buch wendet sich an das gesamte zahnärztliche Team und zeigt durch unterschiedliche Farbmarkierungen, welche Teile sich insbesondere auf die zahntechnische und welche sich auf die zahnärztliche Tätigkeit beziehen. Jedes Kapitel wird durch diese Farbcodes einem Tätigkeitsbereich zugeordnet und durch ein eigenes kleines Literaturverzeichnis abgeschlossen.

Von der „Vorbehandlung“ bis zur „Nachkontrolle“ werden alle Arbeitsschritte ausführlich und gut bebildert vorgestellt. Als Schüler und langjähriger Mitarbeiter Albert Gerbers verwendet Bosshart selbstverständlich die intraorale Stützstiftregistrierung nach Gerber, den Gerber-Gesichtsbogen (für ein „kinematisches Gesichtsbogenregistrat“) und den Gerber-Condylator. Die Condyloform-Zähne nach Gerber hatte Bosshart allerdings etwas modifiziert und weiterentwickelt und so für den Seitenzahnbereich die „Okklusionsform nach Bosshart“ geschaffen.

Dem Titel des Buches entsprechend widmet der Autor der Zahnauswahl und der Frontzahnästhetik in mehreren Kapiteln besonders große Aufmerksamkeit. Auch die Modellation der Prothesenbasen erfolgt im Oberkiefer mehr nach ästhetischen als nach hygienischen Gesichtspunkten.

In den relativ kurzen Kapiteln „Teil- und Hybridprothetik“ und „Festsitzender Zahnersatz auf Implantaten“ geht Bosshart auch auf einige Aspekte bei der prothetischen Versorgung von teilbezahnten Patienten und Patienten mit Implantaten ein.

Als Zahntechniker beschreibt Bosshart auch die zahntechnischen Arbeitsschritte mit großer Detailverliebtheit. Für die Umsetzung der Prothese in Kunststoff benutzt er „Gießkunststoff“ in Verbindung mit „Swiss-Press-Küvetten“.

Die über 660 farbigen Abbildungen in der gewohnt hohen „Quintessenz-qualität“ vermitteln sehr anschaulich die geschilderten Arbeitsabläufe und machen die Aussagen des Buches leicht verständlich. Eine „Herstellerliste der Geräte und Materialien“ und ein „Sachregister“ mit über 360 Stichworten runden das Buch ab.

Der Autor beabsichtigt mit seinem Buch keine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Totalprothetik. Sein Ziel ist vielmehr eine – unabhängig von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen – in der Tradition von Albert Gerber geschriebene, systematische Anleitung zur Versorgung zahnloser Patienten, die den Preis von 118,00 Euro sicher wert ist.

H. Tschernitschek, Hannover


(Stand: 03.12.2014)

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