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Update Gerinnung: Gerinnungsstörungen und Implantatchirurgie – neue Antikoagulanzien,
neue Konzepte

Stephan Acham

Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Klinische Abteilung für Kieferorthopädie, Graz, Österreich

Das Thema „Gerinnung“ ist ein „Dauerbrenner“ für jeden chirurgisch Tätigen – so auch für uns Zahnmediziner/-innen. Aufgrund der demografischen Entwicklung westlicher Länder, des laufenden Zugewinns von Erkenntnissen in der Humanmedizin und nicht zuletzt auch der Marktpolitik der Pharmaindustrie nimmt in unseren Breiten die Prävalenz der – vorwiegend medikamentös induzierten – Gerinnungsstörungen seit Jahrzehnten stetig zu. Die auf den Markt drängenden neuen (direkt Faktoren hemmenden) oralen Antikoagulanzien (NOAK) haben diese Thematik erneut angeheizt. Die Erfahrungen der Chirurginnen und Chirurgen mit NOAK sind noch eher spärlich, Empfehlungen im Umgang mit derart gerinnungsgehemmten Patientinnen und Patienten sind rar, die Unsicherheit im Vorgehen ist folglich entsprechend groß. Vor allem bei elektiven Eingriffen, wie der dentalen Implantation und den damit einhergehenden augmentativen Maßnahmen im Hart- und Weichgewebsbereich, hat die (perioperative) Risikominimierung durch umfassende und exakte Fallplanung einen ganz besonderen Stellenwert. Im Vortrag soll das Wissen über Gerinnungsstörungen und die chirurgische Planung bei Gerinnungsbeeinträchtigten generell erhellt werden. Ein ganz besonderer Bezug wird dabei auf die erwähnte neue gerinnungsaktive Medikamentengruppe gelegt werden. Die Konsequenzen für die orale Chirurgie resp. die dentale Implantation werden diskutiert.

Wie weit kann, wie weit sollte, wie weit muss Diagnostik und Planung in der P-I-P
(Perio-Implantat-Prothetik) gehen?

Karl-Ludwig Ackermann

Gemeinschaftspraxis Dres. Karl-Ludwig Ackermann und Axel Kirsch, Filderstadt, Deutschland

Die dentale Implantologie ist heute nicht nur integraler Bestandteil der modernen Zahnheilkunde, nein, sie stellt neben den Grundfächern der Zahnmedizin eine disziplinübergreifende Therapieform dar. Dies bedeutet, dass jeder zahnmedizinisch-therapeutisch Tätige ein Grundverständnis der Basistherapieformen aufbauen sollte, um im Entscheidungsprozess für oder gegen die Implantatintegration die Chancen oder Risiken der gewählten Behandlungsstrategie abwägen zu können. Für die klassischen Implantatindikationen (Einzelzahnersatz, verkürzte Zahnreihe, große Schaltlücke und der mäßig bis stark atrophierte zahnlose Ober- oder Unterkiefer) gelten einheitliche einstiegsdiagnostische Grundprinzipien. Wesentlich für eine erfolgreiche und langzeitstabile Implantattherapie ist vornehmlich die Evaluation des „Warum ist ein Zahn verloren gegangen?“. Dabei drängt sich folgerichtig auch die Frage auf: „Warum sollte das Implantat erfolgreicher sein als der natürliche Zahn?“ Stellt man sich die Mundhöhle als ökologisches System vor, dann versteht es sich von selbst, dass es eine Reihe von Umfeldbedingungen – dental, parodontologisch, prothetisch, funktional und parafunktional – gibt, die für eine perio-implantat-prothetische (P-I-P) Behandlungsentscheidung richtungsweisend sind. Grundlegend werden Anamnese-, Diagnostik- und Therapie-Planungsstrategien für die ergebnisorientierte Rehabilitation dargestellt.

Risikoorientierte Nachsorge am Zahn und Implantat

Nicole Arweiler

Med. Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Abteilung für Parodontologie, Marburg, Deutschland

Mit stetig steigenden Zahlen gesetzter Implantate steigt auch das Risiko einer periimplantären Entzündung, die deren langfristigen Erhalt gefährdet. Die Anwesenheit von dentalen und periimplantären Biofilmen stellt dabei den wichtigsten ätiologischen Faktor für die Entstehung der periimplantären Entzündungen (Mukositis und Periimplantitis) dar. Sowohl zur Prävention als auch zur Therapie bedarf es somit einer gründlichen mechanischen Entfernung und Verhinderung der Neuanlagerung. Da es bei Vorliegen einer Periimplantitis noch keine klaren Therapieempfehlungen gibt, nehmen die Früherkennung erster Anzeichen, das Erfassen von Risikofaktoren sowie das frühzeitige Eingreifen einen hohen Stellenwert ein. Die Reinigung sollte dabei sowohl Zahn- und Wurzeloberflächen als auch Implantate umfassen, wobei neben Handinstrumenten auch maschinengetriebene (Ultraschall-)Instrumente sowie Pulver-Wasserstrahl-Geräte Anwendung finden können. Daneben können in verschiedenen Phasen auch Hilfsmittel wie antibakterielle Wirkstoffe, Antibiotika oder auch neue Verfahren wie die photodynamische Therapie angewandt werden.

Key Message: Implantate, die einen hochwertigen und meist auch kostenintensiven Zahnersatz darstellen, benötigen eine gezielte Nachsorge, um bereits erste Anzeichen von Entzündungen frühzeitig zu therapieren. In dieser Phase haben sich die mechanische Reinigung sowie die Unterstützung mit antibakteriellen Maßnahmen bewährt.

Das Ziel ist alt – der Weg ist neu: Implantologie
im digitalen Zeitalter

Florian Beuer

Charité Universitätsmedizin Berlin, CC3: Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnheilkunde und Funktionslehre, Berlin, Deutschland

Die Einführung der digitalen Fertigung und virtuellen Implantatplanung hat die Arbeitsschritte in den letzten Jahren grundlegend verändert. Neben neuen Materialien und standardisierten Arbeitsabläufen soll die Digitalisierung vor allem die tägliche Arbeit erleichtern. Eine Möglichkeit sind die modellfreie Planung des chirurgischen Eingriffs und die modellfreie Herstellung des Zahnersatzes. Der Vortrag soll die entscheidenden Schritte beleuchten, kritisch diskutieren und die Frage beantworten, was heute bereits unter Praxisbedingungen funktioniert und welche Techniken noch Entwicklung benötigen.

Risikofaktor Weichgewebe

Rino Burkhardt

Praxis, Zürich, Schweiz

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Risikofaktor Alter

Norbert Enkling

Universität Bern, Schweiz

Eine Implantattherapie kann auch im hohen Patientenalter erfolgreich sein. Ein hohes Alter des Patienten stellt somit keine absolute Kontraindikation für die orale Implantologie dar. Die Anamnese und die Befundung haben daher einen hohen Stellenwert, um das Therapieziel und den Therapieweg individuell adäquat definieren zu können. Folgende Erkrankungen müssen dabei besonders berücksichtigt werden: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Osteoporose, Tumorerkrankungen, Parkinson, Demenz, Mundtrockenheit, Arthritis, Mangel- und Unterernährung. Das reine Alter des Patienten muss somit in Bezug gesetzt werden zum individuellen geistigen und körperlichen Gesundheitszustand. Die Patientengruppe der „jungen Alten“ verlangt nach prothetischen Therapiekonzepten, die sich nicht von denen für jüngere Patienten unterscheiden. Bei körperlich gebrechlichen Patienten mit stark eingeschränkter manueller Geschicklichkeit (z.B. Arthritis der Hände) und dementen Patienten muss der Zahnersatz jedoch so gestaltet werden, dass dieser leicht hygienefähig ist und im Alltag gut funktioniert, aber auch in Extremsituationen zurückgebaut werden kann. Aufgrund medizinischer Risikofaktoren hat die chirurgische Implantatherapie häufig das Ziel, möglichst wenig invasiv zu sein und wenn möglich auf Augmentationen zu verzichten.

Ziel des Vortrags ist es, die Vielschichtigkeit der Relevanz des Patientenalters für die Implantattherapie zu diskutieren und verschiedene chirurgische und prothetische Therapiekonzepte für alte Menschen darzustellen und zu bewerten.

Patientenzentrierte Prothetik – Ästhetik und Lautbildung im Dienste der Identität

Rudolf Fürhauser

Akademie für orale Implantologie, Wien, Österreich

Nach wie vor werden vage Parameter, z.B. die Bestimmung der Zahngröße anhand der Eckzahndistanz, herangezogen, um ein ästhetisches Erscheinungsbild zu erarbeiten. Dabei hat der Patient alle Information in seiner natürlichen Bezahnung angeboten – Zahnbreite, Zahnlänge, Zahnstellung mit entsprechender Phonetik. Mit der Entfernung der Restbezahnung sind diese Information unwiederbringlich verschwunden. Die Patienten sind überrascht, welch geringe Bedeutung die Form und Stellung der eigenen Bezahnung in der Rekonstruktion spielt. Runte und Mitarbeiter haben gezeigt, dass jede Veränderung der Frontzahnneigung zu einer Veränderung des S-Lauts führt (Runte et al. 2002). Aber nicht nur die Veränderung der Lautbildung ist ein Problem, sondern die Veränderung des ästhetischen Erscheinungsbildes greift in das subjektive Identitätsgefühl der Patienten ein. Um ungewollte Veränderung zu verhindern, sollte ein standardisiertes Konzept umgesetzt werden: standardisierte Erfassung des Ist-Zustands (Modelle, Fotos). Was möchte der Patient verändern? Was möchte der Behandler verändern? Funktioniert das stomatognathe System? In einem partnerschaftlichen Konzept werden mit dem Patienten gemeinsam die ästhetischen Veränderungen unter sprachlichen Gesichtspunkten erarbeitet.

Implantate bei Cortison-Langzeittherapie, Immunsuppression, Diabetes, antiresorptiver Therapie

Knut A. Grötz

Direktor der Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie der HSK, Dr. Horst Schmidt Kliniken Wiesbaden, Deutschland

Mehr und mehr wandelt sich die Implantologie zu einem therapeutischen Bereich, der Patienten zuteil wird, die durch Allgemeinerkrankungen und/oder Medikationen Kompromittierungen ihrer Weichgewebs- und Knochenheilung ausgesetzt sind. Dies stellt die präimplantologische Diagnostik und die Indikationsfindung zuweilen vor besondere Herausforderungen. Meist kommt nach getroffener Therapiewahl dann den Sicherheitskautelen zur Vermeidung einer Komplikation gleiche Bedeutung bei wie der lokalen Implantatplanung selbst. Traditionell war das Krankheitsbild der Kiefernekrose entweder eine seltene Ausnahme einer weit fortgeschrittenen Kieferostitis oder -osteomyelitis oder mit größerer Häufigkeit dem überschaubaren Patientenkollektiv der Kopf-Hals-Strahlentherapie (Osteoradionekrose) vorbehalten. Die Relevanz für den Implantologen war damit eher begrenzt. Diese Sichtweise hat sich seit der Erstbeschreibung der „Bisphophonat-assoziierten Kiefernekrose" in 2003 grundlegend geändert. Viele Patienten erhalten aus unterschiedlichen Gründen eine „antiresorptive Therapie“ und tragen damit das Risiko der Kiefernekrose – auch im Rahmen implantologischer Versorgung – mit sich. Die Minderungen der körpereigenen Infektabwehr durch Immunsuppressiva oder Cortisontherapie sind ebenso wie die Störung der Neoangiogenese beim Diabetes mellitus schon deutlich länger im Bewusstsein als Risikofaktoren für Implantat-chirurgische Eingriffe oder bei manifester Periimplantitis verankert. Dennoch gibt es auch bei diesen Risikokonstellationen neue Studienerkenntnisse. Der Diabetiker, dessen HbA1c-Wert eine (möglichst dauerhaft) gute Stoffwechsellage dokumentiert, unterscheidet sich offenbar nicht relevant vom „gesunden Normalpatienten“. Hier gilt es also das Risiko-Subkollektiv zu identifizieren. Unter Immunkompromittierung ist nach rezenten Studien offenbar vorrangig das Risiko einer Keimverschleppung durch Bakteriämie diagnostisch zu erfassen. Eine Kombination aus Evaluation des individuellen Risikoprofils einerseits und Wahl wirksamer Kautelen andererseits, ergänzt durch eine angemessene Indikationsfindung für Implantation und Augmentation, ist das Gebot der Stunde für eine moderne und zukunftweisende Implantologie.

Key Words: Kiefernekrose; ONJ; Bakteriämie; Angiogenesestörung; Komplikation; Risikopatient

Grundlagen der Knochenregeneration

Reinhard Gruber

Universitätszahnklinik Wien, Fachbereich Orale Biologie,
Österreich

Knochen, ein im permanenten Umbau befindliches Biomaterial, bildet das Fundament der dentalen Implantologie. Die frühe Phase der Osseointegration basiert auf der primär stabilen Verankerung der Implantate und damit auf der strukturellen Qualität des Knochens – eine Qualität, die den dynamischen Prozessen des Knochenumbaus unterliegt. Die spätere Phase der Osseointegration wird durch die Knochenregeneration eingeleitet, die letztlich in die Phase des kontinuierlichen Knochenumbaus übergeht. Dieser Umbau ist notwendig, um den Knochen, der als Biomaterial Ermüdungserscheinungen unterliegt, permanent zu erneuern und den Belastungen anzupassen. Der Knochenumbau erfordert eine sensible Balance zwischen den knochenbildenden Osteoblasten und den knochenresorbierenden Osteoklasten – und, seit Kurzem bekannt, deren Koordination durch die Osteozyten. Pathologische Situationen wie die Osteoporose, aber auch Diabetes mellitus beeinflussen den Knochenumbau negativ, was sich in einer erhöhten Frakturrate niederschlägt. Eine Verschiebung des Knochenumbaus hat auch potenzielle Implikationen in der dentalen Implantologie. Der Vortrag gibt Einblick in die molekularen und zellulären Mechanismen des Knochenumbaus und versucht einen für die dentale Implantologie klinischen Bezug herzustellen.

Key Message: Eine Verschiebung des Knochenumbaus auf der Basis molekularer und zellulärer Mechanismen hat potenzielle Implikationen in der dentalen Implantologie.

Fallpräsentationen: Klinische Konzepte Zürich

Ueli Grunder

Praxis Dres. Grunder und Schneider, Zollikon, Schweiz

Das Erreichen eines idealen, ästhetischen Resultats mit Implantaten ist eine große Herausforderung und impliziert meist ein aufwendiges Prozedere. Anspruchsvolle Fälle werden je nach Ausgangslage nach folgenden Konzepten behandelt:

? Sofortimplantate bei intakten Knochenverhältnissen (vor allem intakte bukkale Knochenwand) nach der Extraktion. Um einen zu erwartenden Gewebeverlust zu kompensieren, wird gleichzeitig ein Weichgewebstransplantat eingebracht.

? Verspätete Sofortimplantate, das bedeutet 8 Wochen nach der Extraktion (abgeheilte Weichgewebe) mit gleichzeitigem Knochenaufbau (GBR). Voraussetzung ist, dass das Implantat ideal in Bezug auf Position und Richtung stabil eingesetzt und eine nicht-resorbierbare Membran für die GBR positioniert werden kann. Später wird in fast allen Fällen noch ein Weichgewebetransplantat eingebracht.

? Zweizeitiges Vorgehen mit vorgängigem Knochenaufbau in Fällen, in denenein Implantat nicht ideal in Bezug auf Position und Richtung stabil eingesetzt und eine nicht-resorbierbare Membran für die GBR nicht ideal positioniert werden kann.

Natürlich gibt es viele Varianten und weitere Methoden, die uns je nach Ausgangslage zum Ziel führen, aber mit diesen 3 beschriebenen Methoden können 90 % der ästhetisch anspruchsvollen Fälle mit guter Voraussagbarkeit behandelt werden.

Funktion in der Implantatprothetik

Johannes Heimann

Praxis, Frankfurt, Deutschland

Der Vortrag beschäftigt sich mit den spezifischen Anforderungen der Implantatprothetik, im Gegensatz zu zahngetragenem Zahnersatz, unter funktionellen Gesichtspunkten. Dabei werden die prothetischen Komplikationsraten bei zahngetragenem versus implantatgetragenem Zahnersatz verglichen und die Gründe für implantatprothetische Komplikationen näher beleuchtet. Für diese Komplikationen werden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt, wobei auf die funktionelle Datenermittlung besonders eingegangen wird. Weiter beschäftigt sich der Vortrag mit der funktionellen Risikoanalyse. Mithilfe eines Diagnoseschemas werden die Patienten in die Kategorien „niedriges“, „mittleres“ und „hohes“ funktionelles Risiko eingestuft. Basierend auf der Risikoanalyse werden Lösungswege bei der Abutmentauswahl und des Kronenmaterials für festsitzende Implantatprothetik gezeigt. Abschließend beschäftigt sich der Vortrag mit dem Implantat-Recall aus funktioneller Sicht und zeigt, wie man langfristig funktionell verursachte Komplikationen vermeidet und einer CMD vorbeugen kann.

Key Message: Durch Bestimmung des patientenindividuellen, funktionellen Risikoprofils und der funktionellen Bewegungsdaten können bei richtiger Materialwahl implantatprothetische Komplikationen reduziert werden. Dabei kommt dem Implantat-Recall aus funktioneller Sicht ein hoher Stellenwert zu.

Sozialprojekt: Licht und Schatten in 25 Jahren Pro Homine Dental Aid Project

Peter Huemer

Zahnmedizinisches Institut Dr. Huemer GmbH, Wolfurt, Österreich

Dieser Vortrag beschreibt den Zustand der Zahnheilkunde in Uganda und Äthiopien vor 25 Jahren, den Entwicklungshilfebedarf und die vielen Diskussionen mit den Verantwortlichen an den Universitäten über die dentale Zukunft. Pro Homine verhinderte die Schließung des Mulago Dental Centers in Kampala, Uganda. Heute wird das Studium der Zahnmedizin neben der staatlichen Ausbildung auch noch von einer privaten Universität angeboten. In Äthiopien wurde vor 18 Jahren ein Schulversuch für Diplomzahnärzte gestartet. Nachdem Pro Homine die praktische Ausbildung an einfachen Phantomarbeitsplätzen unterstützte, wurde dieser Versuch gestoppt und in eine universitäre Ausbildung umstrukturiert. In Uganda wie in Äthiopien haben einzelne Zahnärzte modern ausgestattete Praxen und der Entwicklungshilfebedarf besteht nur noch in der gehobenen akademischen Ausbildung.

Fallpräsentationen: Klinische Konzepte München

Markus Hürzeler

Praxis Hürzeler-Zuhr, München, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Alternativen zum autogenen Knochentransplantat und ihre Grenzen

Norbert Jakse

Universitätsklinik für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Klinische Abteilung für Kieferorthopädie, Graz, Österreich

In weiten Bereichen der Implantat-prothetischen Rehabilitation haben sich zunehmend längen- und durchmesserreduzierte Implantate als geringer invasive Alternativen zu augmentativen Techniken etabliert. Unabhängig von dieser Entwicklung ist in der ästhetischen Zone eine erfolgreiche Rekonstruktion von Hart- und Weichgewebsdefiziten für ein zufriedenstellendes Behandlungsergebnis weiterhin unerlässlich. Mäßige Defizite des knöchernen Implantatlagers können mit sehr guter Prognose mittels Membrantechnik und granulären Ersatzmaterials ausgeglichen werden. In fortgeschritteneren Defektsituationen ist das autogene Knochentransplantat bis heute die sicherste Therapievariante. In zahlreichen präklinischen und klinischen Studien wird nach weniger invasiven Alternativen gesucht. Eine vielversprechende Option könnten biologisierte Ersatzmaterialien sein. Aufbauend auf der Präsentation eines etablierten Augmentations- und Rekonstruktionskonzepts, bietet der Vortrag Einblick in Untersuchungen zu möglichen zukünftigen Alternativen.

Risikofaktor Extraktion? Zahnextraktion als entscheidender Teil der Implantatplanung: Möglichkeiten und Grenzen der Alveolarkammprävention

Ronald E. Jung

Universität Zürich, Zentrum für Zahnmedizin, Privatpraxis am ZZM, Klinik für Kronen- und Brückenprothetik, Teilprothetik und zahnärztliche Materialkunde, Schweiz

Jeder Zahnarzt ist in der Planungsphase mit der Frage konfrontiert: Was mache ich mit der Extraktionsalveole? Millionen von Zähnen werden weltweit pro Jahr extrahiert und es gibt keine klaren Strategien und Indikationen hinsichtlich Alveolarkammversorgung. Die Alveolarkammversorgung ist in der modernen Implantologie ein integraler Bestandteil der Implantatplanung. Eine moderne Implantatbehandlung beginnt heute nicht nach der Extraktion, sie beginnt vor der Extraktion mit der Frage: Soll ich 1.spontanheilen lassen, 2. eine Alveolarkammprävention durchführen oder 3. ein Softimplantat setzen? Strategien hinsichtlich Alveolarkammprävention können entweder versuchen, die Hart- und Weichgewebe zu erhalten oder die Gewebe mittels Knochenersatz-Materialien zu optimieren. Der Fokus kann dabei auf den Weichgeweben oder dem Knochen liegen, im Idealfall auf beiden Geweben. Neue Technologien im Bereich digitaler 3D-Darstellung können heute sehr exakt Volumendifferenzen nachweisen. Dies erlaubt es, die verschiedenen Techniken über die Zeit zu prüfen, um Empfehlungen zu geben, welche Technik wirklich was bringt und welche nicht. Die Vor- und Nachteile der verschiedenen Techniken werden diskutiert. Eine sehr aktuelle randomisierte kontrollierte klinische Studie soll Resultate zeigen, bei denen die Spontanheilung oder nur ein Füllermaterial mit einem Füllermaterial verglichen wird, das entweder mit einem Weichgewebetransplantat (Punch) oder einer neuen Kollagenmatrix abgedeckt wird. Es soll aufgezeigt werden, mit welchem Material was erreicht werden kann. Basierend auf diesem wissenschaftlichen Gesamtvergleich der Techniken für Hart- und Weichgewebeprävention sollen Strategien und Indikationen für verschiedene klinische Situationen definiert werden.

Diabetes und Parodontitis

Thomas Kocher

Universitätsmedizin Greifswald, Abteilung Parodontologie, Greifswald, Deutschland

Parodontalerkrankungen sind charakterisiert durch einen entzündlich bedingten Abbau des Zahnhalteapparats und Kieferknochens. Ca 20 % der deutschen Bevölkerung sind parodontal stark und ca. 30 % parodontal mäßig erkrankt und 8 % der Bevölkerung haben einen Diabetes Typ 2. Dessen Prävalenz wird in den kommenden Jahrzehnten vermutlich stark ansteigen. Parodontalerkrankungen wie auch Typ 2 Diabetes sind multifaktoriell bedingt. Ich werde kurz auf gemeinsame Risikofaktoren zwischen Parodontalerkrankungen und Diabetes eingehen (Rauchen, Übergewicht, Ernährung, Bewegung, SES). Dann werde ich Diabetes als Risikofaktor für Parodontalerkrankungen, aber auch für andere Erkrankungen der Mundhöhle diskutieren und im Anschluss daran die Auswirkung von Parodontalerkrankungen auf Diabetes und die Folgeerkrankungen des Diabetes darlegen. Schließlich werde ich die derzeitige Datenlage zu den Auswirkungen von Parodontalbehandlungen auf die metabolischen Kontrollen vorstellen. Darauf basierend werden Überlegungen angestellt, welche Konsequenzen sich für uns Zahnärzte aus diesen Zusammenhängen ergeben.

Systemische Einflussfaktoren auf den Knochen

Ulrike Kuchler

Zahnklinik Wien, Österreich

In dem Vortrag werden die Einflüsse der systemischen Erkrankungen Diabetes, Osteoporose und M. Crohn auf den Knochen und ihre Bedeutung für die Implantologie besprochen. Es wird die Einheilung und der Langzeitverlauf von Implantaten bei Patienten mit diesem Krankheitsbild aus klinischer Sicht und anhand der aktuellen Literatur beleuchtet. Des Weiteren werden die Therapien dieser Erkrankungen, ihre Auswirkungen und zukünftige Anwendungsmöglichkeiten in der Implantologie diskutiert. Ziel des Vortrags ist es, die klinische Relevanz systemischer Erkrankungen und ihrer Therapie im klinischen Alltag zu zeigen.

Key Message: Systemische Erkrankungen in der dentalen Implantologie und die möglichen Auswirkungen auf den klinischen Alltag.

Die Rolle der Nachsorge nach der Implantattherapie

Niklaus P. Lang

Uettlingen, Schweiz

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Fallpräsentationen: Klinische Konzepte Wien

Georg Mailath-Pokorny

Implantat-Akademie Wien, Österreich

Die Extraktion von Restzähnen und die sofortige Umstellung auf rein implantatgetragenen fixen Zahnersatz stellen sowohl für das zahnärztliche Team als auch für den Patienten eine Herausforderung dar. Implantat-Verlust, Knochenabbau, biologische und technische Komplikationen im Verlauf lassen sich in absoluten Zahlen darstellen und können so Behandlungskonzepte untermauern und rechtfertigen. Auf der anderen Seite müssen solche Konzepte auch von der subjektiven Patientensicht auf Akzeptanz überprüft werden. Insgesamt wurden in den Jahren 2004 bis 2013 676 Patienten im Ober- und Unterkiefer einer solchen Umstellung zugeführt. Mehr als 3.000 gesetzte Implantate stehen etwa 70 Implantatverluste gegenüber. Die 8-Jahres-Überlebensrate beträgt 96 % (CI: 95,4–98,6). Knochenabbauraten liegen bei 1,1 ± 1,3 mm. Aus der Patientensicht zeigte sich, dass 66 % der durchgeführten Cross-arch-Versorgungen mit Sofortversorgung und -belastung am 3. Tag bereits vollkommen schmerzfrei waren. Der negative Einfluss dieser Operation auf das tägliche Leben auf einer zehnteiligen Skala war mit einem Durchschnitt von 1,1 kaum vorhanden. Auf der anderen Seite war die Erhöhung der Kaukraft und Kaufunktion am selben Tag bereits als optimal eingestuft. 88 % der befragten Patienten würden sich diesem Eingriff nochmals uneingeschränkt unterziehen. Die Daten zeigen, dass Cross-Arch-Versorgungen auf 4 bis 6 Implantaten im Ober- und Unterkiefer hervorragende reproduzierbare Ergebnisse liefern und aus Patientensicht einen maximal erreichbaren Komfort erzielen.

Rheumatische Erkrankungen als Risikofaktor für orale, bakteriell-bedingte Entzündungen

Nicole Pischon

Universitätsmedizin-Charité, Centrum CC3, Abteilung für Parodontologie und Synoptische Zahnmedizin, Berlin, Deutschland

Rheumatische Erkrankungen wie die rheumatoide Arthritis (RA) sind entzündlich-chronische Erkrankungen, die ähnlich wie parodontale Entzündungen durch Immundysregulation gekennzeichnet sind. Modifikation und Verlust von bindegewebigen und mineralisierten Strukturen sowie Mikrovaskulopathien führen zu verminderten Immunreaktionen. RA-Patienten haben ein 1,8- bis 8-fach erhöhtes relatives Risiko für das Vorliegen einer parodontalen Entzündung. Interventionsstudien bestätigen, dass die Therapie der oralen Entzündung zur Verbesserung der RA-Erkrankungsparameter führt. Die Ätiologie der entzündlich-rheumatologischen Erkrankungen ist unklar, jedoch scheinen Infektionen eine Rolle zu spielen. Neben einer dysregulierten Immunität werden direkte Gewebeschädigungen durch bakterielle Virulenzfaktoren diskutiert. Studien wiesen DNA sowie spezifische Antikörper parodontaler Pathogene in der RA-Synovialflüssigkeit nach. Porphyromonas gingivalis kann den direkten Abbau von Proteoglykanen und Knorpelgewebe begünstigen, den Zellzyklus hemmen und die Apoptose von Chondrozyten fördern. P. gingivalis ist der einzige Keim, von dem bekannt ist, dass er die Peptidylarginindeiminase (PAD), einen wichtigen Pathogenitätsfaktor der RA, exprimiert. PAD führt zur irreversiblen posttranslationalen Umwandlung von Arginin zu Citrullin. P.-gingivalis-Titer korrelierten signifikant mit der Konzentration der Auto-Antikörper gegen citrullinierte Proteine, Anti-CCP (ACPA), in RA-Patienten. Kürzlich wurde gezeigt, dass P. gingivalis im Kollagen-induzierten Arthritismodell alveolären Knochenabbau sowie schwere Arthritis induziert.

Technical complications

– Is it a real problem?

Bjarni E. Pjetursson

Universität Island, Reykjavik, Island

It is already almost half a century since the first endosseous dental implants were placed in a patient to support a fixed reconstruction. Over the last decades the experience with dental implants has been very positive. Hundreds of clinical studies have reported very high survival rates of dental implants and implant supported reconstructions. Many of those studies have also reported on biological complications, such as marginal bone loss and soft tissue complications. Technical complications and the prevalence of patients with or without failures and complications have received significantly less attention. For implant-supported reconstructions, complications can occur over the years in function. These can be minor complications, which can be corrected or repaired without investing lots of time and effort. But there are also complications, classified as major complications, resulting in a lot of time and effort to be invested or even worse, the reconstruction has to be remade. In this lecture, the incidence of different technical complications by implant-supported reconstructions will be presented. The etiology of technical complications will be addressed and discussed how it is possible to reduce or eliminate the incidence of technical complications in implant dentistry. Finally guide-lines on how to report success and complications in implant dentistry will be presented.

Risikofaktor Rauchen

Christoph A. Ramseier

Universität Bern, Klinik für Parodontologie, Bern, Schweiz

Der Konsum von Tabakwaren gilt als wichtigster ätiologischer Faktor für die Entstehung oraler Veränderungen wie Leukoplakien und des Mundhöhlenkarzinoms. Ebenso sind Zusammenhänge zwischen Tabakrauchen und der Entstehung parodontaler Erkrankungen nachgewiesen. Sämtliche klinisch nachweisbaren Parameter sind bei Rauchern beeinträchtigt: Raucher haben eine grössere Anzahl parodontale Taschen ab 4 mm und allgemein höhere Sondierungswerte, mehr furkationsbefallene Zähne, mehr Attachment- und Alveolarknochenverlust und folglich mehr extrahierte Zähne. Weiter vermindert Rauchen den Erfolg zahnmedizinischer Therapien massgebend. Raucher zeigen weit häufiger Wundheilungsstörungen, schlechtere Erfolge nach nicht-chirurgischer oder chirurgischer Parodontaltherapie, weniger parodontaler Attachmentgewinn nach Regenerationschirurgie sowie schlechtere Ergebnisse nach mukkogingivaler Chirurgie. Allgemein betrachtet liegt der Zustand des Parodonts von ehemaligen Rauchern zwischen demjenigen von Rauchern und Nichtrauchern. Durch den Rauchstopp ergeben sich positive Effekte sowohl auf die Mundschleimhaut wie auch auf das Parodont: Ehemalige Raucher haben weniger Alveolarknochenverlust, weniger Zahnverlust, und reagieren wiederum signifikant besser auf die Parodontaltherapie. Aufgrund dieser Evidenzlage kommt der Raucherprävention und -entwöhnung in der zahnmedizinischen Praxis eine entscheidende Bedeutung zu. Neben der Optimierung der individuellen Mundhygienemassnahmen ist bei Rauchern jede Massnahme zur Tabakentwöhnung ein entscheidender Schritt in der Behandlung ihrer Parodontalerkrankungen geworden.

CAD/CAM-Technik auf Implantaten – Prothetik 2015

Peter Randelshofer

Implantatcompetence Zentrum, München, Deutschland

Die moderne Zahnheilkunde wird mehr und mehr von CAD/CAM-Verfahren unterwandert. Dieser technische Fortschritt ist kein zwingender Vorteil, jedoch bietet er Chancen und Möglichkeiten, die für die Zahnmedizin von großem Nutzen sein können. Vor allem in der Implantologie gibt es verschiedene CAD/CAM-Anwendungsgebiete. Problematisch ist jedoch nach wie vor die Verbindung der einzelnen Schnittstellen. Ein wünschenswerter und richtiger digitaler „workflow“ ist bislang nicht gegeben, auch wenn dies von Herstellerfirmen gerne suggeriert wird. Besonders interessant ist die abdruckfreie Registrierung der anatomischen Strukturen und der Implantatposition. Auch die hohe Präzision der virtuellen CAD/CAM-Übertragung, ohne Verzugsfehler von Abformmaterial und Gips, ist beeindruckend. Überhaupt kann die gesamte Planung direkt auf die Chirurgieschablone und die spätere prothetische Arbeit übertragen werden. Keine Information geht verloren, der Begriff des Backward Planning wird somit völlig neu definiert. Materialien wie Zirkondioxyd und Titan können von Fräsmaschinen problemlos in nahezu perfekter Passung gefertigt werden. Der Vortrag soll zeigen, wie die CAD/CAM-Technik in die moderne Praxis effizient und gut integriert werden kann und welche Möglichkeiten sich daraus für Patient und Behandler-Team ergeben. Es werden verschiedene Indikationen und Einsatzmöglichkeiten an Patientenfällen dargestellt und besprochen.

Sozialprojekt: Ruanda – Dental Roots – Racines Dentaires

Jürgen Raven

Praxis, Maikammer, Deutschland

Ruanda in Ostafrika und Rheinland-Pfalz sind seit über 30 Jahren durch eine sog. „Graswurzelpartnerschaft“ verbunden. Die zahnmedizinische Versorgung in Ruanda ist mit lediglich 17 akademisch ausgebildeten Zahnärzten nicht flächendeckend. Etwa 200 „Dental-Therapists“ (angelernte „Behandler“) in lokalen Gesundheitszentren und Distriktkrankenhäusern ermöglichen für weite Teile der Bevölkerung lediglich eine zahnmedizinische Behandlung auf einfachem Niveau. Zahnpflege ist wenig ausgeprägt, Prophylaxe weitgehend unbekannt und Zahnersatz- bzw. eine zahnprothetische Versorgung existiert quasi gar nicht. Die „Aktion Zahnwurzel“ – eine Start-Initiative der Landeszahnärztekammer RLP in Kooperation mit dem Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie RLP, Ministerium des Inneren, Sport und Infrastruktur RLP sowie dem Partnerschaftsverein Rheinland-Pfalz-Ruanda – möchte zu einer Verbesserung der Lebens- und Gesundheitssituation beitragen sowie die zahnmedizinische Versorgung nachhaltig intensivieren. Sowohl die Verbesserung der technischen Voraussetzungen sowie die zahnmedizinische Ausbildung und Schulung von Assistenzpersonal als auch die Weiterbildung der Kollegenschaft sind wichtige Ziele. Dafür wurde bisher an 4 ausgewählten Zentren in Ruanda jeweils ein Behandlungsraum eingerichtet, was überwiegend durch Spendengelder rheinland-pfälzischer Kollegen ermöglicht wurde. Um das Anliegen der „Aktion Zahnwurzel“ im Sinne des Projekts weiterführen zu können, haben die dabei maßgeblich beteiligten Zahnärzte den Verein „DENTAL ROOTS – racines dentaires – aktion zahnwurzel e.V.“ gegründet. Spendengelder tragen dazu bei, die begonnenen Aktivitäten weiterzuführen, um auch in Zukunft zu einer nachhaltigen Verbesserung der Zahngesundheit in Ruanda beitragen zu können.

Indikationen und chirurgische Techniken für die periimplantäre Weichgewebskorrektur

Frank Schwarz

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland

Der klinische Langzeiterfolg einer Implantatversorgung kann auch durch die Quantität und Qualität des Weichgewebsinterface beeinflusst werden. Im Vortrag sollen die nachfolgenden Aspekte praxisnah erörtert werden:

? Welche Indikationen können derzeit für eine Weichgewebsaugmentation definiert werden?

? Welche chirurgischen Techniken und Materialien können als derzeitiger Behandlungsstandard angesehen werden?

? Entnahme autogener Transplantate unter Berücksichtigung anatomischer Aspekte

? Management von Wundheilungsstörungen

Parodontitis und kardiovaskuläre Erkrankungen

Gerald Seinost1, G. Wimmer2

1Klinische Abteilung für Angiologie, Universitätsklinik für Innere Medizin, Graz, Österreich

2Praxis, Stainz, Österreich

Seit mehr als einem Jahrhundert wird ein Zusammenhang zwischen Mundgesundheit und der Entstehung von kardiovaskulären Erkrankungen postuliert. In den letzten Jahren kam es zu einer Intensivierung der Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet, um assoziative und kausale Zusammenhänge beider Entitäten zu untersuchen. Beiden Erkrankungen gemeinsam ist eine Reihe von Risikofaktoren wie Zigarettenrauchen, Alter und Diabetes mellitus. Der Vortrag wird einerseits die Korrelationen von Parodontitis und atherosklerotischen Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit beleuchten und andererseits den Einfluss der parodontalen Behandlung auf atherosklerotische Ereignisse und Surrogatparameter diskutieren.

Key Message: Eine Reihe von Studien zeigt bereits eine Verbesserung der endothelialen Dysfunktion sowie Marker der Inflammation durch eine entsprechende Parodontaltherapie. Hinsichtlich der Reduktion von kardiovaskulären Ereignissen sind die Daten derzeit noch weniger konklusiv.

Resorbierbare Seidenmembranen und magnesiumverstärkte Kollagenmembranen – ein neuer Weg in der GBR/GTR?

Ralf Smeets

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Hamburg, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Augmentation bei großen Kieferdefekten –
Interpositionsplastiken

Hendrik Terheyden

Rotes Kreuz Krankenhaus, Klinik für MKG-Chirurgie, Kassel, Deutschland

Die alleinige Parodontalbehandlung, ohne nachfolgende unterstützende Betreuung und Sicherung des Behandlungserfolgs, hat sich als nicht nachhaltig erwiesen. Rezidive und/oder weitere Destruktionen sind die Folge und zwangsläufig mit einer kostenmäßig aufwendigeren „Nachtherapie“ (implantologisch, konventionell prothetisch) verbunden. Zahlreiche Studien konnten belegen, dass durch ein konsequentes Nachsorgeprogramm auch bei Patienten mit weit fortgeschrittenen Parodontopathien langfristiger Zahnerhalt möglich ist. Anhand von klinischen Langzeitbeispielen aus einer parodontologisch spezialisierten Zahnarztpraxis werden die wissenschaftlichen Daten belegt.

Antibiotikatherapie aus Sicht des Infektiologen

Florian Thalhammer

AKH Wien, Universitätsklinik, Klinische Abteilung für Infektionen und Tropenmedizin, Wien, Österreich

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Biofilme auf Implantaten – eine Herausforderung der modernen Medizin

Andrej Trampuz

Campus Charité Mitte, Infektiologie und Septische Chirurgie, Berlin, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Risikofaktoren Funktion

Walther Wegscheider

Medizinische Universität Graz, Universitäts-Klinik für ZMK, Abteilung für Zahnersatzkunde, Graz, Österreich

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Risikofaktor Prothetik

Stefan Wolfart

Uniklinik RWTH Aachen, Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomaterialien, Zentrum für Implantologie, Aachen, Deutschland

Komplikationen in der Implantatprothetik können schwerwiegende Folgen für den Gesamtverlauf der Implantattherapie und das stomatognathe System unserer Patienten mit sich bringen. In der täglichen Praxis kommt es bei ähnlichen klinischen Situationen zu Unterschieden im angewendeten Therapiekonzept bezüglich der Implantatanzahl, den Implantat-Abutment-Verbindungen und der Verankerungselemente. Vor diesem Hintergrund ist es unverzichtbar, den Patienten aktiv mit in den Entscheidungsprozess der speziell zu ihm passenden Therapieform mit einzubeziehen. Damit ergibt sich als erste Komplikationsmöglichkeit eine unzureichende Patientenaufklärung und eine daraus resultierende, unpassende Therapieplanung für den individuellen Patienten. Weitere Risiken für Komplikationen bergen die angefertigten Interimsversorgungen und der sich anschließende definitive Zahnersatz. So kann eine unzureichende Interimsversorgung eine häufig unterschätzte Gefahr für die Osseointegration der Implantate und die Weich- bzw. Hartgewebsaugmentation darstellen. Definitiver Zahnersatz kann vor allem bezüglich der Implantatanzahl, des Implantat-Kronen-Längen-Verhältnisses, der Verankerung der Restaurationen und des Okklusionkonzepts unzureichend geplant bzw. hergestellt worden sein. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit für Implantatverluste, Implantatfrakturen, Weichgewebskomplikationen, ästhetische Komplikationen, Zahnintrusionen (Verbundbrücken), Abutmentschrauben-Frakturen bzw. -Lockerungen, Retentionsverluste, Verblendfrakturen, Keramik-Chipping und Gerüstfrakturen. Die genannten Komplikationsformen werden dargestellt, analysiert und Maßnahmen aufgezeigt, die zur Reduktion bzw. Minimierung des jeweiligen Risikos führen können.

Key Message: Unzureichende implantatprothetische Planung sowie kompromissbehafteter provisorischer und definitiver Zahnersatz können schwerwiegende Folgen für den Gesamtverlauf der Implantattherapie und das stomatognathe System unserer Patienten mit sich bringen. Durch geeignete prothetische Konzepte kann dieses prothetische Risiko minimiert werden.

Antibiose aus Sicht des Implantologen

Bilal Al-Nawas

Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Mainz, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Langzeitergebnisse nach gesteuerter Knochenregeneration

Jürgen Becker

Universitätsklinikum Düsseldorf, Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Aufnahme, Düsseldorf, Deutschland

Im Rahmen einer klinisch prospektiven Studie wurde der Einfluss von zwei unterschiedlich vernetzten Kollagenmembranen auf den Umfang der Knochenregeneration von vestibulären Knochendefekten untersucht (Becker et al.: Clin Oral Implants Res 2009;20:742–749). Die damaligen Ergebnisse zeigten, dass sich zwischen den beiden untersuchten Membranen trotz deutlich unterschiedlicher Barrierefunktion kein Unterschied im Hinblick auf den Umfang der Knochenregeneration nachweisen ließ. In Fällen von Expositionen zeigte sich, dass eine längere Barrierefunktion mit höheren entzündlichen Komplikationen verbunden war. In den Nachuntersuchungen nach 4 und 6 Jahren zeigten beide Membranarten vergleichbare Werte für BOP, PD und mukosale Rezessionen in vestibulären und oralen Bereichen. Nach 6 Jahren war die Inzidenz von Mukositis und Periimplantitis in beiden Gruppen vergleichbar (Schwarz et al.: Clin Oral Implants Res 2014;25:1010–1015). Im Vortrag werden die Ergebnisse 8 Jahre postoperativ vorgestellt. Wesentliche Änderungen der Befunde zu den vorangegangenen Nachuntersuchungszeitpunkten konnten nicht festgestellt werden. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die erzielten Augmentate eine gute Langzeitprognose aufweisen.

Computerassistierte Implantologie –
wann macht das Sinn?

Goran Benic

Universität Zürich, Zentrum für Zahnmedizin, Klinik für Kronen- und Brückenprothetik, Teilprothetik und zahnärztliche Materialkunde, Zürich, Schweiz

Jüngste Entwicklungen in der 3D-Bildgebung und in den CAD/CAM-Technologien haben die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der Implantologie und rekonstruktiven Zahnmedizin exponenziell gesteigert. Sie sind aber oft mit nicht ganz unerheblichen Investitionen vergesellschaftet. Wo liegen also die Möglichkeiten und die Grenzen dieser neuen Technologien im klinischen und zahntechnischen Alltag? Welche neuen Technologien sind heute nicht mehr wegzudenken und wo ist der konservativere, konventionelle Weg noch immer der Goldstandard?

Risikofaktor Papille: Einsatzmöglichkeiten der
Hyaluronsäure in der Implantologie

Kristina Bertl

Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik Wien, Abteilung für Orale Chirurgie, Medizinische Universität Wien

Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil der extrazellulären Matrix und beeinflusst Proliferation und Migration zahlreicher Zellen, wie Endothelzellen zur Gefäßbildung und Osteoblasten zur Knochenformation. Nach Etablierung in anderen medizinischen Bereichen (Orthopädie, Dermatologie) wurde in den letzten Jahren vermehrt ein Einsatz der Hyaluronsäure in der Zahnheilkunde und im Speziellen auch im Bereich der Implantologie getestet. In diesem Vortrag wird ein Überblick über den Status quo des Einsatzes der Hyaluronsäure in der Knochenregeneration, Implantateinheilung, Socket Preservation, postoperativen Wundheilung und als Trägersubstanz für Knochenersatzmaterialien und andere Substanzen gegeben. Darüber hinaus werden die Daten einer randomisierten klinischen Studie zur Weichgewebsaugmentation bei Implantaten in der Frontzahnregion präsentiert.

Key Message: Hyaluronsäure wird in zahlreichen Indikationsstellungen im Bereich der Implantologie getestet; die gelartige Konsistenz macht es zu einem sehr guten Carrier für Knochenersatzmaterialien und knochenfördernde Substanzen. Die tatsächliche Effektgröße der Hyaluronsäure selbst zur Knochenformation bleibt noch zu bestätigen.

Einschätzungen des prothetischen Risikos

Urs Brägger

Zahnmedizinische Kliniken der Universität Bern, Abteilung Kronen- und Brückenprothetik, Bern, Schweiz

Faktoren auf verschiedenen Ebenen beeinflussen die positiven Chancen einer prothetischen Versorgung oder das Risiko des Eintretens von Misserfolgen oder Komplikationen. Im Vortrag werden die möglichen Einflüsse strukturiert erfasst und visualisiert sowie Möglichkeiten der positiven Beeinflussung der Langzeitfunktionsfähigkeit mit zahn- und implantatgetragenen Rekonstruktionen erläutert.

Für jede Zahnbewegung immer die gleiche
skelettale Verankerung?

Adriano Crismani

Innsbruck, Österreich

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Risikofaktor Mundschleimhauterkrankungen

Gabriella Dvorak

Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik Wien, Department für Oralchirurgie, Wien, Östereich

Die Literatur gibt Implantatüberlebensraten von bis zu 98 % nach 10 Jahren an. Der Implantaterfolg hängt allerdings stark von der individuellen Patientenselektion ab. Mundschleimhautveränderung bei Systemerkrankungen bzw. Mundschleimhauterkrankungen werden oft als relative Kontraindikationen in der Literatur angegeben und können die implantatprothetische Rehabilitation erschweren. Obwohl Implantate eine praktikable Möglichkeit der Rehabilitation darstellen, gilt es Vor- und Nachteile gut abzuwägen sowie die potenziellen Risikofaktoren der therapeutischen Möglichkeiten zu beachten. In diesem Vortrag wird die aktuelle Literatur betrachtet und ein Überblick über die bisher erworbenen Erfahrungen gegeben.

Und ewig kreisen die Polierkelche?
Unterstützende Nachsorge

Peter Eickholz

Direktor der Poliklinik für Parodontologie, Zentrum der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Carolinum), Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main

Parodontitis, die durch bakterielle Zahnbeläge verursachte entzündliche Zerstörung des Zahnhalteapparats kann, insbesondere wenn sie frühzeitig erkannt wird, durch konsequente aktive Parodontitistherapie (APT: nichtchirurgische und ggf. chirurgische Therapie) gut behandelt werden. Wie aber können gute Ergebnisse der APT möglichst lange stabil gehalten werden? Schließlich wollen wir unseren Patienten bis ins hohe Alter gute Kaufähigkeit auf natürlichen Zähnen bewahren. Kehrt die Infektion, d.h. der Biofilm, zurück, kommt es auch wieder zur Entzündung und somit zum Parodontitisrezidiv. Deshalb müssen Parodontitispatienten lebenslang präventiv betreut werden: Die individuelle Mundhygiene muss je nach individuellem Risiko regelmäßig kontrolliert, nachinstruiert und durch professionelle Zahnreinigung (PZR) unterstützt werden. Mindestens einmal pro Jahr müssen parodontale Befunde (Sondierungstiefen, Attachmentverluste) erhoben werden, um Rezidive frühzeitig erkennen und einfach behandeln (subgingivale Reinstrumentierung) zu können. Die unterstützende Parodontitistherapie (UPT, Recall) geht damit weit über den Umfang einer PZR hinaus. Regelmäßige PZR allein reicht nicht. Nur das gesamte Spektrum der UPT ermöglicht langfristig (über 10 Jahre und länger) parodontale Stabilität. Das Gleiche gilt für enossale Implantate.

Key Message: Die zahnerhaltende Freundschaft zum Parodontologen ist eine lebenslange.

Aktuelle dentale Radiologie in der Implantologie

André Gahleitner

Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik Wien, Abteilung für Radiologie, Wien, Österreich

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Risikofaktor Allergie: Keramikimplantate neuester Generation, klinische Erfahrungen und Langzeitergebnisse

Michael Gahlert

Praxis, München, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Langzeitstabilität von periimplantären Weichgeweben – eine Mär?

Gerhard Iglhaut

Praxis, Memmingen, Deutschland

Studien untermauern die Auffassung, dass analog zum natürlichen Zahn sich auch um Implantate eine biologische Breite etabliert. Ein stabiles zirkuläres Implantatlager scheint einen entscheidenden Faktor für die Langzeitprognose von enossalen Implantaten darzustellen. Deshalb stellt sich die grundsätzliche Frage, welche Qualität und Quantität der periimplantären Gewebestrukturen als Voraussetzung für langfristigen Erfolg erforderlich sind. Der Vortrag fokussiert auf die wissenschaftliche Basis suffizienter Hart- und Weichgewebe sowie vorhersehbarer Optionen zum Erhalt oder Aufbau entsprechender Gewebestrukturen.

Key Message: Thick soft tissue prevents thick bone tissue!

Implantologie bei Patienten mit seltenen Erkrankungen: Aufbau eines Registers

Jochen Jackowski

Abteilung für Zahnärztliche Chirurgie und Poliklinische Ambulanz, Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke, Deutschland

In der EU wird eine Erkrankung als selten eingestuft, wenn nicht mehr als 5 von 10.000 Menschen betroffen sind. Gegenwärtig erfüllen 5.000–8.000 Erkrankungen vom kutanen Lupus erythematodes (geschätzte Prävalenz 50/100.000) bis zum hepatosplenischen T-Zell-Lymphom (geschätzte Prävalenz 0,03/100.000) diese statistische Norm. In Deutschland leiden etwa 4 Millionen Menschen an seltenen Erkrankungen und in der gesamten Europäischen Union gibt es ca. 30 Millionen Betroffene (6–8 % der EU-Bevölkerung). Charakteristisch für seltene Erkrankungen sind die in vielen Fällen schwierige Diagnostik dieser zum Teil komplexen Krankheitsbilder und der chronische Verlauf. In 80 % der Fälle sind sie kongenital bedingt oder mit verursacht. Der Status „selten“ unterliegt temporären und regionalen Abweichungen. Einige Krankheiten sind in ihren Haupterscheinungsformen überall häufig, während sie sich in Sonderformen nur selten entwickeln. Etwa 15 % der seltenen Erkrankungen können sich im Zahn-, Mund- und Kieferbereich manifestieren. Orofaziale Manifestationen bei seltenen Erkrankungen sind Veränderungen im Bereich der oralen Weichgewebe, Zahnanomalien, kraniofaziale Fehlbildungen, Dysgnathien, ossäre Veränderungen, vegetative Symptome, orale Dyskinesien und die Kombinationen von mindestens 2 der genannten Symptome. Wegen der niedrigen Prävalenz dieser Erkrankungen ist der Aufbau eines Registers empfehlenswert , in dem sowohl die orofazialen Manifestationen als auch Implantat-vermittelte Rehabilitationen des Kauorgans bei Patienten mit seltenen Erkrankungen erfasst werden. Die Bereitstellung von Daten und Erfahrungen in der implantologischen Versorgung der betroffenen Patienten unterstützt damit die Effizienz von Forschung unter den Gesichtspunkten frühzeitige Diagnostik und langfristig wirksame Therapiestrategien.

Sozialprojekt: Zahnmediziner ohne Grenzen

Norbert Jakse

Medizinische Universität Graz, Universitäts-Klinik für ZMK, Department für Oralchirurgie, Österreich

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Neue Rekonstruktionsmethoden,
neue Herausforderungen

Mutlu Öczan

Universität Zürich, Zentrum für Zahnmedizin, Zürich, Schweiz

Mit dem Fortschritt in den technischen Entwicklungen und der Einführung der subtraktiven und additiven Verarbeitungsmethoden können neue Materialien in die zahnärztliche Therapie für zahn- und implantat-getragene Rekonstruktionen integriert werden. Während die Entwicklungen im Bereich der Biomaterialien ihre Grenzen erreichen, ändern sich die grundsätzlichen Eigenschaften der Materialien nicht oft. Diese Vorlesung soll einen Einblick in die momentan möglichen klinischen Möglichkeiten, Grenzen und Zukunftsvisionen von neuen Rekonstruktionsmaterialien mit dem Fokus auf Metallen, Polymeren, Hybriden und Keramiken gewährleisten.

Key Message: Die Wahl der Materialien in minimalinvasiven bis hinzu invasiven Therapien hängt von klinischen Parametern ab. Metalle bleiben bei weitem die resistentesten aber am wenigsten ästhetischen Materialien, während Keramiken frakturanfällig aber ästhetischer sind und Polymere den Zahn und den Knochen in Bezug auf Biomechanik imitieren aber Oberflächendegradation erleiden können.

Risikofaktor Kieferhöhle

Christof Pertl

Praxis, Graz, Östereich

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

3D-Röntgendiagnostik – wann ist sie sinnvoll?

Henning Schliephake

Georg-August-Universität, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Göttingen, Deutschland

Die korrekte Planung einer Implantatbehandlung setzt die Beurteilung der Knochensituation vor der Implantatinsertion voraus. Dabei steht heute eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, die von der einfachen Panoramaschichtaufnahme bis zur kompletten digitalen dreidimensionalen reichen. Es ist entscheidend, ob die Bildgebung im Rahmen einer Rückwärts- oder Vorwärtsplanung eingesetzt werden soll. Während Erstere unter Verwendung einer Orientierungsschablone die Planung der Implantatinsertion am zweidimensionalen Bild oder dreidimensionalen Datensatz durchführt, greift Letztere auf eine vollständige virtuelle Planung zurück. Der Vortrag erstellt eine Standortbestimmung der gegenwärtigen Bildgebungsverfahren und gibt Empfehlungen zum situationsangepassten sinnvollen Einsatz.

Sozialprojekt: eine Zahnstation in Burkina Faso

Peter Schopf

Praxis, Güssing, Österreich

Ziel war es, die zahnärztliche Versorgung in Burkina Faso zu verbessern und die Prophylaxe zu fördern. Burkina Faso ist ein Land, in dem 1997 18 Zahnärzte gemeldet waren für geschätzte 10 Mio. Menschen. 8 davon waren in der Hauptstadt tätig. Die ersten Schritte zur Realisierung wurden im Advent 1997 gemacht. Es dauerte bis zum Juni 2000, bis die Zahnklinik in Baam, Burkina Faso, eröffnet werden konnte. Es wurden 2 Zahnärzte und 2 Zahntechniker ausgebildet. Die Zahnklinik Baam ist mit 2 Stühlen und 1 Labor ausgestattet. Die Dentalindustrie und der Dentalhandel haben dieses Projekt immer großzügig unterstützt.

Aktuelle Konzepte zur Diagnostik und Planung von Hart- und Weichgewebeaugmentationen bei Kieferdefekten

Stefan Schultze-Mosgau

Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Chirurgie, Universitätsklinikum Jena, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

How guided is guided surgery?

Ali Tahmaseb

Department of Oral Function and Restorative Dentistry, Amsterdam, Niederlande

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Risikofaktor Zeit: Sofortimplantation und Sofortbelastung – was ist in der zahnärztlichen Praxis sinnvoll und möglich?

Gabor Tepper

Bernhard Gottlieb Universitätsklinik, Abteilung für Orale Chirurgie der Universitätszahnklinik der MUW, Wien, Österreich

Die Sofortimplantation mit und ohne Sofortbelastung zählt heute zu den bestens dokumentierten Sparten der zahnärztlichen Implantologie. Die Erfolgsraten sind bei evidence-based Anwendung hervorragend und stehen der verzögerten oder Spätimplantation in keiner Weise nach. Die Vorteile kompensieren die Restrisiken zumeist komplett – dramatisch erhöhte Patientenzufriedenheit, stark verkürzte chair-side-time, Kostenersparnis für Behandler und Patient, Patientenbindung an die Praxis, Hemmung der Knochenresorption und viele andere. Der Vortrag spannt einen Bogen von einfachen zu hochkomplexen Fällen – dabei werden auch Langzeiterfahrungen mit mehr als einer Dekade Nachbeobachtung präsentiert. Im Mittelpunkt steht dabei die vereinfachte und patientenfokussierte Anwendung im niedergelassenen Bereich der zahnärztlichen Praxis mit einer Reihe praktikabler take-Home-Messages.

Key Message: Die Sofortimplantation mit Sofortbelastung ist heute eine etablierte Methode, die jede implantologisch-tätige Praxis in ihr Behandlungskonzept mit großem Erfolg integrieren kann.

Minimal invasives Weichgewebsmanagement
mit dem CO

2

-Laser

Astrid Truschnegg

Praxis, Graz, Österreich

Es wird über die klinischen Erfahrungen mit dem chirurgischen CO2-Laser im Bereich des plastisch-korrektiven Weichgewebsmanagements und der Entfernung tumoröser Schleimhautveränderungen berichtet. Das Hauptaugenmerk liegt dabei präimplantologisch auf der Erzielung eines guten Implantatlagers und postimplantologisch auf der Korrektur von unerwünschten Weichgewebesituationen. Vorteil des CO2-Lasers ist neben dem hervorragenden hämostatischen Effekt die gute Bakterienreduktion. Hinzu kommt die Möglichkeit, nach dem Lasereingriff auf eine primäre Wundabdeckung verzichten zu können, da die Wundregionen sekundär ausgranulieren. Darüber hinaus führen reduzierte Schmerzen, das Ausbleiben von Weichteilschwellungen post operationem sowie eine geringe Narbenbildung zu einer hohen Patientenzufriedenheit.

Key Message: Präimplantologisches und postimplantologisches Weichgewebsmanagement mit dem CO2-Laser.

Histologische Untersuchungen über
Einflussfaktoren auf die Qualität von Sinusbodenaugmentationen

Christian Ulm

Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik Wien, Fachbereich Orale Chirurgie, Wien, Österreich

Der Erfolg von Sinusbodenaugmentationen hängt von einer Vielzahl beeinflussender Faktoren ab. Wesentlich für eine knöcherne Einheilung des Augmentats ist auch die Regenerationskraft des residualen Knochenlagers. Dieser Einflussfaktor auf die Augmentatqualität wurde in dieser wissenschaftlichen Untersuchung durch die histomorphometrische Auswertung von 201 humanen Alveolarkammbiopsien nach Sinusbodenelevationen sowie von 82 histologischen Schliffen aus dem Alveolarkammbereich unterhalb des Kieferhöhlenbodens analysiert. Die Auswertung der Knochenbiopsien zeigte, dass – bei Frauen deutlicher als bei Männern – die Knochenneubildung im augmentierten Bereich altersabhängig war und mit dem Volumen an noch vorhandenem lokalem Alveolarknochen unterhalb des Sinusbodens korrelierte. Die histomorphometrische Auswertung des alveolaren Restknochens unterhalb des Sinus zeigte deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede hinsichtlich des trabekulären Knochenvolumens und der Spongiosavernetzung sowie durchweg bessere Werte für die Prämolaren-Region im Vergleich zur Molaren-Region. Die Ergebnisse zeigen die deutliche Einflussnahme lokaler anatomischer und histologischer Gegebenheiten auf die Qualität des neugebildeten augmentierten Knochens und sollten deshalb beim geplanten chirurgischen Vorgehen sowie bei der Einheildauer Berücksichtigung finden.

Wie kurz darf’s denn sein? Anforderungen an
die Implantatlänge

Beat Wallkamm

Praxis, Langenthal, Schweiz

In den letzten 10 Jahren wurden die notwendige Implantatlänge und das dazugehörige Kronen-Implantatlängen-Verhältnis zunehmend diskutiert. Ausgehend von den erschienenen Publikationen dürfen wir folgern, dass kurze Implantate keine schlechtere Voraussagbarkeit aufweisen als längere. Diese Daten werden Ihnen vorgestellt, zusammen mit neuen Therapiemöglichkeiten, die sich aus diesen Resultaten ergeben. Neben geringeren Kosten und kleinerer Morbidität ist sicher auch die kürzere Behandlungsdauer ein patientenfreundlicher Faktor.

Key Message: Es spricht heute nichts mehr dagegen, kurze Implantate einzusetzen – zum Wohle des Patienten !

Implantatgestützte Defektprothetik

Ulrike Stephanie Webersberger

Medizinische Universität Innsbruck, Department Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Universitätsklinik für Zahnersatz und Zahnerhaltung MZA, Innsbruck, Österreich

Die zahnärztlich-prothetische Versorgung von Patienten nach tumor- oder traumabedingten skelettalen Defekten stellt eine besondere Anforderung an den behandelnden Zahnarzt dar. Für die erfolgreiche Rekonstruktion der Hart- und Weichgewebsdefekte müssen funktionelle und ästhetische Aspekte neben den allgemeinmedizinischen und psychischen Befunden bei der Rehabilitation beachtet werden. Die interdisziplinäre Planung und Integration der Implantattherapie in Zusammenhang mit verschiedenen prothetischen Rehabilitationsmöglichkeiten bei Patienten mit ausgedehnten Defekten werden anhand von klinischen Fällen vorgestellt.

Implanto-kfo-logie – dentale Rehabilitation in enger Kooperation

Frank Weiland

Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich

Die Präsentation über die enge Zusammenarbeit von Kieferorthopädie und Implantologie bei der dentalen Rehabilitation soll 2 wesentliche Fragen beantworten: Wie kann der Implantologe dem Kieferorthopäden helfen, ja ihn manchmal retten, und wie kann der Kieferorthopäde dem Implantologen eine stabile knöcherne und Weichgewebsbasis für die Implantatinsertion „bauen“? Anhand von klinischen Beispielen und wissenschaftlichen Erkenntnissen werden Vorgangsweise und Ergebnisse demonstriert.

Key Message: Knochenaufbau geht auch ohne chirurgisches Eingreifen! Gezielte Zahnbewegung ist das Geheimnis.

Sozialprojekt: Secours Dentaire International – 30 Jahre Engagement für orale Gesundheit zwischen Ouagadougou und Port-au-Prince

Michael Willi

Gemeinschaftspraxis Drs. Willi, Emmenbrücke, Schweiz

Secours Dentaire International (SDI) ist eine schweizerische Stiftung mit dem Hauptzweck, in den Ländern des Südens durch Kooperation mit lokalen Partnern soziale Zahnheilkunde und Prophylaxe zu ermöglichen. Die ehrenamtlich tätigen europäischen Zahnärzte unterstützen seit fast 30 Jahren ihre afrikanischen Berufskollegen in den inzwischen 12 Kliniken bei Materialbeschaffung, Infrastrukturproblemen und in der Weiterbildung. Am Beispiel der jüngsten SDI-Klinik in Uganda werden die konkreten Probleme dieser Destination erläutert. Als Benchmark wird die erfolgreichste SDI-Zahnklinik von Kinshasa in der demokratischen Republik Kongo vorgestellt. Dabei wird klar, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch die Arbeit von europäischen Zahnmedizinern als Ausbilder, nicht jedoch durch ihren Einsatz als Therapeuten vor Ort möglich ist.

Risikofaktor Osteoporose

Afrodite Zendili

Herz-Jesu-Krankenhaus, Wien, Österreich

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

State of the Art Sinusaugmentation: Was sagt die rezente Literatur über Sinus-lift-Techniken?

Christoph Arnhart1, Khaled Mukaddam2

1 Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik Wien, Abteilung für Orale Chirurgie, Medizinische Universität Wien, Österreich

2 Klinik für Zahnärztliche Chirurgie, Radiologie, Mund- und Kieferheilkunde, Universitätskliniken für Zahnmedizin, Basel Schweiz


(Stand: 25.11.2015)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

zum Nachruf an Dr. Ackermann

Aktuelle Ausgabe 3/2020

Im Fokus

  • Kippkonus-Abutment
  • Statine und Bisphosphonate
  • Teleskopierende Hypridbrücke

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