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Fallpräsentation Augmentation mit interaktiver Diskussion

Universität Mainz, Klinik für MKG-Chirurgie, Deutschland

Alternative Versorgungsformen zwischen dimensionsreduzierten Implantaten (kurz/schmal), Knochenaufbau mit Biomaterial sowie das Vorgehen mit autologem Knochen weisen ihre spezifischen Vor- und Nachteile auf. Diese werden mit dem Patienten individuell erörtert und eine Therapieentscheidung getroffen. Dieser Entscheidungsfindungsprozess wird an einem klinischen Fall diskutiert.

Behandlung periimplantärer Infektionen an Zahnimplantaten

Heinrich-Heine-Universität, Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie, Düsseldorf, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Parodontitis und Periimplantitis –
infektiöse Erkrankungen?

Universitätsklinikum Düsseldorf, Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie, Düsseldorf, Deutschland

Das klinische Bild einer Parodontitis scheint dem der Periimplantitis zu gleichen. Dennoch zeigen sich deutliche Unterschiede hinsichtlich Progredienz und Therapieerfolg, wobei die kausalen pathogenetischen Zusammenhänge dieser Beobachtung bisher nicht vollständig verstanden sind. Große Einigkeit herrscht allerdings dahin gehend, dass mikrobiologische Faktoren einen großen Anteil an beiden Krankheitsbildern haben. Ziel dieses Vortrags ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser beiden häufigen Erkrankungen aus mikrobiologischer Sicht zu erläutern sowie daran anschließend Möglichkeiten der Prävention aufzuzeigen.

Verschrauben versus Zementieren: Gelten die alten Regeln noch?

Charité, Universitätszahnmedizin Berliner Straße, Berlin, Deutschland

Die prothetische Versorgung dentaler Implantate bietet vielfältige Möglichkeiten. Eine Frage, die sich dabei immer wieder stellt und die auch nicht endgültig geklärt ist: Ist Verschrauben oder Zementieren auf dentalen Implantaten besser? Diese Frage wird regional sehr unterschiedlich beantwortet, oft emotional und manchmal sogar dogmatisch. Sicherlich lassen sich Argumente für beide Konzepte finden. Der größte Vorteil der verschraubten Restaurationen dürfte ihre bedingte Abnehmbarkeit sein, das heißt, man kommt mit geringem Aufwand wieder an das enossale Implantat. Allerdings bietet die Zementierung den Charme der universellen Einsetzbarkeit. Zudem stellt sich die Frage, ob Einzelkronen und implantatgetragene Brücken identisch zu behandeln sind? Der Vortrag zeigt ein erprobtes Konzept für festsitzende Restaurationen auf Implantaten und diskutiert kritisch die aktuelle Literatur zum Thema.

Erfolgsfaktoren in der gesteuerten Knochenregeneration

Universität Bern, Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie, Bern, Schweiz

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

„Mein Fall“ zum Thema „Posteriore Zone“

Meckenbeuren, Deutschland

Es hat sich viel getan in der Implantologie hinsichtlich Befundung und Implantatgeometrie. Aufgrund dieser Fortschritte ist es – wie in der gesamten Zahnmedizin – immer mehr möglich, „minimalinvasiv“ zum Ziel zu kommen und die Anliegen der Patienten zu erfüllen. Dies wird an einem Fall im Unterkiefer- Seitenzahnbereich aufgezeigt. Es ist eine Spätimplantation bei stärkerer Resorption des Alveolarfortsatzes. Es werden die Möglichkeiten der Befundung aufgezeigt und wie diese Befunde in der Planung der Implantate bewertet werden, um ein vorhersagbares und minimalivasives Vorgehen zu wählen.

CAD/CAM als Erfolgsparameter in der Implantatprothetik

Universitätsklinikum Düsseldorf, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Düsseldorf, Deutschland

Digitale Technologien entwickeln sich derzeit rasant weiter und finden vermehrt Anwendung in der Implantatprothetik. Innovative CAD/CAM-Werkstoffe, die die Eigenschaften von Vollkeramik und Polymermaterialien kombinieren, aber auch chairside bearbeitbare Nichtedelmetalle erweitern kontinuierlich das Behandlungsspektrum. Die zunehmende Digitalisierung und neue, komplexe Möglichkeiten in der restaurativen Zahnmedizin steigern jedoch auch die Anforderungen an Zahnarzt und Zahntechniker, um diese Neuentwicklungen zu bewerten. Die Umsetzung des digitalen Workflows als innovative Behandlungsform in der Implantatprothetik hat sich sowohl in der Zusammenarbeit mit dem Zahntechniker als auch in der Chairside-Anwendung etabliert. Durch die Anwendung von Facescans können komplexe implantatprothetische Fälle zeiteffizient und vorhersagbar gelöst werden. Dieser Vortrag soll anhand von Fallserien einen praxisorientierten Überblick über eine Auswahl der auf dem Markt erhältlichen CAD/CAM-Systeme, und innovativen CAD/CAM-Materialien geben sowie deren Indikationsbereiche und Anwendung im digitalen Workflow darstellen

Zahnimplantate bei medikamentöser Behandlung mit Knochenantiresorptiva

ÜBAG Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und HELIOS Dr. Horst-Schmidt-Kliniken Wiesbaden, Deutschland

Mehr und mehr wandelt sich die Implantologie zu einem therapeutischen Bereich, der Patienten zuteil wird, die durch Allgemeinerkrankungen und/oder Medikationen Kompromittierungen ihrer Weichgewebs- und Knochenheilung ausgesetzt sind. Dies stellt die präimplantologische Diagnostik und die Indikationsfindung zuweilen vor besondere Herausforderungen. Meist kommt nach getroffener Therapiewahl dann den Sicherheitskautelen zur Vermeidung einer Komplikation gleiche Bedeutung bei, wie der lokalen Implantatplanung selbst. Traditionell war das Krankheitsbild der Kiefernekrose entweder eine seltene Ausnahme einer weit fortgeschrittenen Kieferostitis oder -osteomyelitis oder mit größerer Häufigkeit dem überschaubaren Patientenkollektiv der Kopf-Hals-Strahlentherapie (Osteoradionekrose) vorbehalten. Die Relevanz für den Implantologen war damit eher begrenzt. Diese Sichtweise hat sich seit der Erstbeschreibung der „Bisphophonat-assoziierten Kiefernekrose“ in 2003 grundlegend geändert. Viele Patienten erhalten aus unterschiedlichen Gründen eine „antiresorptive Therapie“ und tragen damit das Risiko der Kiefernekrose – auch im Rahmen implantologischer Versorgung – mit sich. Der pauschalierende Wertung „Implantat-Kontraindikation“ muss dennoch klar widersprochen werden, denn Implantate können durch die Vermeidung von Prothesendruckstellen auch zur Minderung des individuellen ONJ-Risikos beitragen, und sie verbessern auch bei diesen Patienten durch mundhöhlenbezogene Lebensqualität. Eine Kombination aus Evaluation des individuellen Risikoprofils einerseits und Wahl wirksamer Kautelen andererseits, ergänzt durch eine angemessene Indikationsfindung für Implantation und Augmentation, ist deshalb das Gebot der Stunde für eine moderne und zukunftsweisende Implantologie auch für unsere Antiresorptiva-Patienten.

Erfolgsfaktoren: Lappendesign und Wundverschluss

Hürzeler/Zuhr GmbH Implantologie, München, Deutschland

Es gibt viele Faktoren, die auf eine Wundheilung einwirken. Sie werden heute in systemische und lokale Faktoren eingeteilt, die die Wundheilung positiv, aber auch negativ beeinflussen können. Logischerweise hat der Operateur auf die systemischen Faktoren keinen so großen Einfluss. Diese Faktoren sind gegeben und können leider oft nicht vor der Operation verändert werden. Ganz anders sieht es bei den lokalen Faktoren aus. Die lokalen Faktoren kann der Chirurg sehr wohl beeinflussen. In diesem Vortrag sollen zwei der lokalen Faktoren, die die Wundheilung positiv beeinflussen können, im Detail besprochen werden. Dazu zählen das Lappendesign und der Wundverschluss. Das Lappendesign hat sehr viel mit der Durchblutung der Lappen zu tun und damit natürlich auch mit der Prognose einer Heilung per primam. Die Nahttechnik ist ein weiterer Faktor, der bei der Wundheilung unbedingt in Betracht gezogen werden muss. Hier liegt wahrscheinlich einer der häufigsten Fehler, den viele chirurgisch tätigen Zahnärzte oft begehen. Die Nahttechnik wird oft unterschätzt. Es lohnt sich hier sicher wieder einmal ganz einfach trivial chirurgische Prinzipien vor Augen führen zu lassen.

How to manage soft tissue deficiencies

Memmingen, Deutschland

Der Langzeiterfolg von Implantaten hängt maßgeblich von der Stabilität und Entzündungsfreiheit der periimplantären Gewebestrukturen ab. Bereits nach dem chirurgischen Eingriff zum Einbringen von Aufbauteilen, der Freilegung, kommt es meist zu einem Knochenumbau mit Hart- und Weichgewebsverlust. Als Ursache werden hauptsächlich falsche 3D-Position, dünne vestibuläre Knochen- und Weichgewebestrukturen und fehlende befestigte Mukosa angesehen. Dies kann im ästhetisch relevanten Bereich zu erheblichen Beeinträchtigungen führen. In den letzten Jahren wurde von verschiedenen Autoren über Möglichkeiten zur Rezessionsdeckung um enossale Implantate mit Weichgewebstransplantaten berichtet. Wann und wie auch periimplantärer Knochen wieder aufgebaut werden kann, fehlt es jedoch noch an vorhersagbaren Methoden. Im Vortrag präsentiert und diskutiert der Autor Indikationen, Techniken und Grenzen zur Korrekturen von periimplantären Hart- und Weichgewebsdefiziten, aber auch, wann der Zeitpunkt zur Entfernung eines Implantats gekommen ist.

Lernziele:

Ursachen für periimplantäre Gewebeverluste

Indikationen und Techniken zur Rezessionsdeckung bei enossalen Implantaten

Korrekturmöglichkeiten von periimplantären Läsionen mit Kombination Knochen- und Weichgewebsaugmentation.

Keymessage: Thick soft tissue prevents thick bone tissue!

Die laterale Augmentation – Eigenknochen oder Knochenersatz? – Konzept A

Zahnklinik Schloss Schellenstein GmbH, Olsberg, Deutschland

Die Rekonstruktion von Kieferkammdefekten hat heute durch die vielen experimentellen und klinischen Studien sowie der extensiven multidisziplinären Zusammenarbeit einen hohen Standard an Sicherheit und Zuverlässigkeit erreicht. Zur Wiederherstellung bestehender Defekte werden Augmentate unterschiedlichen Ursprungs für die knöcherne Regeneration herangezogen. Die Art und Weise, wie Augmentate funktionieren, hängt von deren Ursprung und Zusammensetzung ab. Biomaterialien haben, aufgrund ihrer geringen Regenerationsfähigkeit, nur begrenzte Anwendungen bei lateralen Knochendefiziten. Dagegen besitzt autogener Knochen unbegrenzte Möglichkeiten zur Behandlung aller Arten von lateralen Knochendefekten, und dies unabhängig von Defektgröße oder Regenerationsqualität des Empfängerlagers. Die Reproduzierbarkeit und Stabilität der Langzeitergebnissen sowie die geringe Komplikationsrate sind die Hauptgründe für die Überlegenheit des autogenen Knochens gegenüber allen Knochenersatzmaterialien. Sowohl kleine Knochendefekte als umfangreiche Knochendefizite lassen sich mithilfe intraoral gewonnener Knochentransplantate in bester Weise ohne Membrane oder Biomaterialien wieder rekonstruieren. Während limitierte Defekte mit lokal gewonnenen Knochenkern sehr häufig ausreichend aufgebaut werden können, werden für die Rekonstruktion von ausgedehnten Knochendestruktionen Knochenblöcke meistens aus dem Retromolarenbereich des Unterkiefers benötigt. Die Rekonstruktion mit dünnen kortikalen mandibulären Blöcken in Verbindung mit partikuliertem Knochenmaterial hat sich aufgrund der schnellen Revaskularisierung und hoher Vitalität des Regenerats über Jahre sehr gut bewährt.

Die vertikale Augmentation – komplexe Rehabilitation – Konzept A

Klinik für Kiefer- u. plast. Gesichtschirurgie, Düsseldorf, Deutschland

Noch anspruchsvoller und in ihrem klinischen Erfolg variabler als die laterale ist die vertikale Kieferkammaugmentation. Nicht umsonst wird deshalb versucht, durch Kurzimplantate, angulierte Implantate oder Zygomaimplantate eine vertikale Augmentation in der Implantologie zu umgehen. Um funktionelle und ästhetische Kompromisse, insbesondere beim festsitzenden implantgetragenen Zahnersatz zu vermeiden, sind jedoch häufig vertikale Augmentationen bei reduzierter Alveolarkammhöhe unumgänglich.

Folgende 3 Methoden kommen prinzipiell infrage:

1. Die direkte Augmentation mit körpereigenem Knochen (Spongiosa, Knochenspäne, Knochenblöcke), allogenem Knochen (mineralisiert, demineralisiert) oder Knochenersatzmaterial (xenogen, alloplastisch), gegebenenfalls in Kombination mit resorbierbaren Membranen oder Titannetzen

2. Die Knochenerhöhung durch Distraktionsosteogenese

3. Die indirekte Augmentation durch Interpositionsplastik

Kriterien für die Auswahl der jeweils erfolgversprechendsten Methode sind:

1. Die Größe und die (vertikale) Dimension des Knochendefizits

2. Die Qualität des Transplantatlagers (Vaskularisation)

3. Die Qualität und die Dimension des bedeckenden Weichgewebes

Große, ausgedehnte Knochendefizite oder ersatzschwache Transplantatlager bedürfen einer direkten Augmentation mit körpereigenem Knochen. Bei reduziertem oder qualitativ minderwertigem Weichgewebe stellen Distraktionsosteogenese oder Interpositionsplastik erfolgversprechende Methoden dar. Lediglich lokal begrenzte Kieferdefekte mit geringem Höhendefizit (? 4 mm) können durch die alleinige Anwendung von Knochenersatzmaterialien (xenogen oder alloplastisch) oder allogenen Knochentransplantaten in Kombination mit Membranen augmentiert werden. Häufig sind nach vertikaler Knochenaugmentation Weichteilkorrekturen (Vestibulumplastik, Schleimhauttransplantation) notwendig.

Herausnehmbar oder festsitzend – Update Prothetik

Zentrum der ZMK-Heilkunde, Abteilung für Zahnärztliche Prothetik, Frankfurt, Deutschland

Der Entscheidungsfindungsprozess für festsitzenden oder herausnehmbaren Zahnersatz hat sich aufgrund der künstlichen Pfeilervermehrung mittels osseointegrierter Implantate entscheidend verändert. Neben der Erfüllung des Patientenwunsches nach „festen Zähnen“ weisen implantat- verankerte Kronen und Brücken eine signifikant höhere klinische Funktionsdauer auf als mit Zähnen verankerte Prothesen. Trotzdem verbleiben klare Indikationen für Deckprothesen auf Implantaten. Letztere erzielen bei ausgeprägter vertikaler Atrophie des Alveolarkamms ein voraussagbares ästhetisches Ergebnis mit der Möglichkeit eines minimalinvasiven chirurgischen Vorgehens. Die Simulationsgüte von Prothesen für verlorene Zähne und Weichgewebe ist aufgrund verfügbarer Dentalwerkstoffe und zahntechnischer Handwerkskunst exzellent. Wird dazu noch ein mikrobewegungsfreies Attachmentsystem ausgewählt, hat der Patient das Gefühl von eigenen Zähnen oder festen Brücken. Zudem verbessern bereits zwei Implantate im Oberkiefer und nur ein Implantat im Unterkiefer den Halt einer Totalprothese enorm – was zu einer statistisch signifikanten Verbesserung der Lebensqualität führt. Bei geringer vertikaler Atrophie des Alveolarkamms wirken allerdings Kronen und Brücken ästhetischer als Prothesen. Anhand von ausgewählten Fallbeispielen werden Indikationen für festsitzenden und herausnehmbaren Zahnersatz abgeleitet.

Leitlinien im juristischen Kontext

Ratajczak & Partner, Rechtsanwälte, Sindelfingen, Deutschland

Leitlinien sind ein janusköpfiges Instrument. Einerseits werden sie permanent gefordert und erzeugt, andererseits ist nach wie vor unklar, welchen Stellenwert sie eigentlich haben. Im Kontext des Vortrags wird u.a. folgenden Fragen nachgegangen:

Beeinträchtigen Leitlinien den Entscheidungsspielraum (Therapiefreiheit) des Behandlers?

Muss sich der Behandler an einschlägige Leitlinien halten?

Welche Qualität müssen diese Leitlinien aufweisen?

Wer darf Leitlinien aufstellen, die man berücksichtigen muss oder wenigstens kennen sollte?

Was passiert, wenn der Behandler einschlägige Leitlinien nicht kennt | nicht beachtet | falsch interpretiert | falsch anwendet?

Wie verhalten sich Leitlinien und Aufklärungspflichten des Behandlers?

Wer trägt das Risiko fachlich falscher Leitlinien?

Muss der Behandler Leitlinien beachten, die noch nicht einmal der Gerichtsgutachter kennt?

Wer hat Leitlinienverwerfungskompetenz?

Gibt es eine sichere Seite?

Der Bundesgerichtshof steht in ständiger Rechtsprechung bislang auf dem Standpunkt, dass Handlungsanweisungen in Leitlinien (zahn)ärztlicher Fachgremien oder Verbände nicht unbesehen mit dem medizinischen Standard gleichgesetzt werden dürfen. Dies gelte in besonderem Maße für Leitlinien, die erst nach der zu beurteilenden medizinischen Behandlung veröffentlicht worden sind. Leitlinien ersetzten kein Sachverständigengutachten. Zwar könnten sie im Einzelfall den medizinischen Standard für den Zeitpunkt ihres Erlasses zutreffend beschreiben; sie könnten aber auch Standards ärztlicher Behandlung fortentwickeln oder ihrerseits veralten (BGH, 15.04.2014 – VI ZR 382/12 –). Bei Streit unter den Experten wird noch akzeptiert, dass man sich innerhalb für eine in der Fachliteratur als vertretbar eingestufte Therapieoption entschieden hat (OLG Koblenz, 04.11.2014 – 5 U 869/14 –). Diese Optionen setzen aber im Regelfall voraus, dass die Leitlinien dem Behandler bekannt sind und er das Für und Wider mit sich und i.d.R. auch mit dem Patienten abgewogen hat. Das aber ist heute noch bei Weitem keine allgemeine Behandlungsrealität. Man kann den Zug zur Leitlinienmedizin nicht mehr stoppen. Also muss man lernen, damit umzugehen. Dazu soll der Vortrag beitragen.

Bewertung und Management medizinischer Komplikationen

Klinik für MKG-Chirurgie, Regensburg, Deutschland

Die verschiedenen Techniken in der Implantologie einschließlich der operativen Methoden des Hart- und Weichgewebeaufbaus sind mittlerweile sehr ausgereift und bewährt.

Weiterhin problematisch und von der Anzahl zunehmend sind allgemeinmedizinisch relevante Vorerkrankungen des Patienten, die den Erfolg in der täglichen Praxis gefährden können. Zu diesen Vorerkrankungen gehören insbesondere diejenigen, die das Herz-Kreislauf-System, die Blutgerinnung oder die Wundheilung betreffen und zu erheblichen medizinischen Komplikationen führen können. Bei vielen Patienten sind sogar mehrere Organsysteme gleichzeitig betroffen, sodass das Risiko medizinischer Komplikationen stark erhöht ist. Daher gehören die sorgfältige Bewertung der Vorerkrankungen des Patienten einschließlich der damit verbundenen Medikamenteneinnahme sowie das Management medizinischer Komplikationen zu den wichtigsten Aufgaben in der Implantologie, um den Erfolg zu sichern.

Vertikale Augmentation – biologische Erfolgsparameter bei der komplexen Rehabilitation – Konzept B

Klinik für Mund-, Kiefer- und plast. Gesichtschirurgie, Frankfurt, Deutschland

Die Rekonstruktion von vertikalen und lateralen Knochendefekten kann den Behandler vor große Herausforderungen stellen. Häufig ist aufgrund einer komplexen Anatomie des zu rekonstruierenden Volumens der Einsatz von granulärem Knochenersatzmaterial limitiert. Deshalb wurde in den letzten Jahren postuliert, dass für die Behandlung solcher Knochendefekte solide Blöcke besser geeignet seien. Wissenschaftliche Untersuchungen haben allerdings nachgewiesen, dass diese Blöcke in Abhängigkeit ihres Ursprungs und ihrer Prozessierung organische Bestandteile enthalten können, die dann genetische Informationen vom Spender zum Empfänger übertragen könnten. Weitere systematische histologische und histomorphometrische Untersuchungen zeigten, dass das anorganische Gerüst dieser Materialien eine Knochenneubildung auch in der Tiefe des Materials oft nicht garantiert. Demnach dienen diese Knochenblöcke in ihren vertikalen und lateralen Dimensionen nur als ein Platzhalter, der vom körpereigenen Knochen nicht durchbaut wird. Zur Problemlösung wurden jetzt dreidimensional und CAD/CAM-hergestellte individuelle Titangitter entwickelt, die mit Knochenersatzsubstanz aufgefüllt werden können. Um diese mit einer osteoinduktiven Komponente zu versehen, kann z.B. ein PRF(Platelet-Rich-Fibrin)-Konzentrat mithinzugegeben werden. Unsere zahlreichen In-vitro, In-vivo- und klinischen Untersuchungen haben zeigen können, dass mit dieser Technik nicht nur große und komplex geformte Knochendefekte erfolgreich präimplantologisch versorgt werden können, sondern dass diese Technik vor allem auch bei Risikopatienten, z.B. bei Immunkompromittierung, erfolgreich eingesetzt werden kann. Die vorgestellten Ergebnisse legen nahe, dass man künftig zur Regeneration von komplexen mehrdimensionalen Knochendefekten durch Einsatz von CAD/CAM-Techniken und gleichzeitige Biologisierung nicht nur die Erfolgsrate deutlich steigern, sondern dass man dadurch dann auch auf Beckenkammtransplantate endgültig verzichten kann.

Festsitzende Implantatkonstruktionen – monolithisch oder verblendet?

Klinik für festsitzende Prothetik und Biomaterialien, Zahnmedizinische Klinik der Universität Genf, Schweiz

Festsitzende Implantatkronen und Implantatbrücken sind heute ein gut dokumentierter und voraussagbarer Bestandteil der rekonstruktiven Zahnmedizin geworden. Sei es mit metallischen oder auch mit oxidkeramischen Gerüsten, diese Art der Rekonstruktionen verfügt über exzellente Langzeitresultate, wie in diversen Studien gezeigt werden konnte. Das technische Hauptproblem festsitzender Implantatrekonstruktionen jedoch bleiben trotz aller Weiterentwicklungen bis heute Abplatzungen der Verblendkeramik, deren Inzidenz zwischen 3,5 % und 7,5 % nach 5 Jahren klinischer Tragedauer liegt. Dieses Problem lässt sich zum einen mit der Stabilität bzw. der Integrität der Verblendkeramiken erklären und zum anderen mit der deutlich verminderten Perzeption von implantatgetragenen Rekonstruktionen in Verbindung bringen. Diese kann zu höherer okklusaler Belastung der Materialien führen. Aktuelle digitale Prozessketten könnten hier eine Lösung bieten. Interessante technologische Möglichkeiten beinhalten neue oder weiterentwickelte Materialien für Zahn- und Implantatrekonstruktionen und sogar eine Chairside-Anfertigung. So kann die Implantatrekonstruktion nach der intra- oder extraoralen Digitalisierung der klinischen Implantatsituation virtuell entworfen werden und aus einer Keramik oder einem Hybridmaterial eine monolithische Rekonstruktion erstellt werden. In Verbindung mit Titanklebebasen bieten diese monolithischen Rekonstruktionen den Vorteil der erhöhten Effizienz und möglicherweise einer Kostensenkung. Erwartet wird zudem, dass durch den Verzicht auf Verblendkeramik das Risiko für Abplatzungen vermindert werden kann. Im Vortrag wird der heutige Stand des Wissens zu verblendeten und monolithischen Implantatrekonstruktionen diskutiert und ein mögliches klinisches Konzept unter Einbezug von Titanklebebasen erarbeitet.

Keyfactors in the prevention of peri-implant diseases

Sanzmar Cambra Clinic, Madrid, Spanien

Peri-implant diseases are defined as inflammatory lesions of the surrounding peri-implant tissues and include peri-implant mucositis (an inflammatory lesion limited to the surrounding mucosa of an implant) and peri-implantitis (an inflammatory lesion of the mucosa that affects the supporting bone with resulting loss of osseointegration). The aetiology of these inflammatory conditions is related with the accumulation of bacterial biofilms and the host tissue response to the bacterial challenge. Primary prevention of mucositis is therefore based on infection control and on the control of those risk indicators that favor biofilm accumulation. Therapy of peri-implant mucositis is the main intervention to prevent periimplantitis and in this presentation I shall present the key factors for success when treating mucositis. For peri-implantitis, however, the objective of the therapy is to arrest destructive conditions and to prevent disease recurrence.

Erfolgsfaktor Patientenselektion

Georg-August-Universität, Klinik für MKG-Chirurgie, Göttingen, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Wissenschaftlicher und klinischer Erkenntnisgewinn 2016

Universitätsklinikum Jena, Klinik und Poliklinik für MKG-/Plastische Chirurgie, Deutschland

(Vortrag im Plenum; liegt der Redaktion nicht vor)

Lateral alveolar ridge augmentation – autografts or replacement grafts? – Concept B

Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie und Aufnahme, Düsseldorf, Deutschland

Autogenous bone blocks are still considered to be the gold standard grafting material for the rehabilitation of non self-contained lateral alveolar ridge defects. However, potential drawbacks are related to the limited availability at intraoral donor sites, postoperative neural disturbances, postoperative complications and graft resorption, thus necessitating additional augmentation procedures at implant placement. In order to overcome some of these limitations, previous developments focused on the use of various types of allogeneic/xenogeneic derived bone blocks, autogenous tooth roots, as well as modifications of the GBR principle, thus offering potential alternatives for horizontal alveolar ridge augmentation.

The lecture has a focus on the following key areas:

basic and advanced flap designs for horizontal alveolar ridge augmentation

performance of xenogeneic bone blocks

modifications of the GBR principle

performance of extracted tooth roots

Zahnimplantatversorgungen bei multiplen Zahnnichtanlagen und Syndromen

Implantatzentrum Kassel, Deutschland

(Vortrag liegt der Redaktion nicht vor)

Klinische und In-vitro-Daten zu Titan-Zahnimplantatträgern

Ludwig-Maximilians-Universität, Klinik für Dermatologie und Allergologie, München, Deutschland

Hintergrund: Das Ziel der Untersuchung war es, verschiedene Einflussfaktoren auf eine potenzielle periimplantäre Entzündung zu bewerten. Dazu gehörten auch Mikrobiologie und die individuelle – möglicherweise von Zytokinpolymorphismen abhängige – Reaktion auf Titanpartikel.

Material und Methoden: Bei 139 (24 bis 84 J., 80 weiblich) der 200 vorgesehenen Patienten liegen bereits (zum Sommer 2016) komplette Datensätze vor. Von den Studienpartnern wurden klinische Untersuchung und standardisierte Abstriche zur Bakteriologie- und IL-1-Genotyp-Bestimmung vorgenommen. Periphere Blut-mononukleäre Zellen wurden aus dem peripheren Blut isoliert und in Gegenwart von TiO2-Rutil-Partikeln, TiO2-Anatase-Partikeln und Titan-Plättchen zweier Implantathersteller sowie von Kontrollstimuli (Lipopolysaccharid, LPS, Tetanustoxoid, TT und Phorbol-12-Myristat-13-Acetat, PMA) kultiviert. Freigesetzte Zytokine im Überstand wurden im Multiplexverfahren durchflusszytometrisch bestimmt.

Ergebnisse: IL-8, IL-6 und IL-1ß wurden signifikant höher auf TiO2-Rutil-Partikel als auf TiO2-Anatase-Partikel freigesetzt. Zwischen der Höhe an freigesetzten Zytokinen und bestimmter Bakterienbesiedlung schien ein Zusammenhang zu bestehen. Die mögliche Verknüpfung zwischen verschiedenen Genotypen und Auftreten von Periimplantitis wird derzeit analysiert.

Schlussfolgerung: Die Partikelart sowie die Bakterienbesiedlung beeinflussen vermutlich die Immunantwort. Der Einfluss des Genotyps auf die In-vitro-Reaktion gegenüber ausgewählten Stimuli wird anhand aktueller Auswertungen bei der Tagung kommentiert.

New perspectives on ridge augmentation

Urbán Dental Center Kft, Budapest, Hungary

Vertical and horizontal augmentation presents one of the greatest challenges of bone regeneration in implant dentistry. This is primarily due to the difficulty of the surgical procedure and its potential complications. Patient selection, patient preparation for surgery, precise surgical techniques and postoperative management are the keyfactors in reducing the rate of bone graft complications. To predictably achieve successful bone augmentation angiogenesis, clot stability and space maintenance should be employed. The SAUSAGE TECHNIQUETM is a minimally invasive and safe approach that is utilized to reconstruct severely atrophied ridges. The choice of grafting materials as well as the long-term preservation crestal bone preservation after ridge augmentation will be presented. Another important factor is flap closure during bone augmentation. The key to achieving wound closure is not only the clinician’s ability in obtaining tension free release flap but also good soft tissue quality and quantity. In an attempt to achieve wound closure and hence graft stability, the buccal mucosa is often broadly released, and this often results in a severe apical translocation of the mucogingival line, loss of vestibule and keratinized mucosa (KM). Recent research on vertical and horizontal ridge augmentation as well as soft tissue reconstruction utilizing a collagen matrix CMX will be presented. Utilizing these procedures may lessen the need of harvesting autogenous bone and may generally lead to decreased morbidity and therefore increased patient comfort and satisfaction associated with these regenerative procedures.

Learning objectives:

1. Understand the biology of the incorporation of the bone graft.

2. Understand the surgical anatomy of the floor of the mouth.

3. Learn the surgical principles of ridge augmentation surgery.

4. Understand the importance of biomaterial selection and
healing times effecting the long-term crestal bone stability.

5. Learn the surgical principles of the reconstruction of the vestibule and keratinized tissue after ridge augmentation.

What can we learn from complications in sinus floor elevation?

Paris, France

According to the literature, it is well known that the occurence of postoperative chronic sinusitis appears to be limited to patients with a predisposition for this condition.

In order to prevent post- and also peroperative complications it is very important to be able to precise anatomical particularities and to diagnose the health status of maxillary sinus. The possibility for the right management of those parameters is essential for the case selection.

Erfolge und Misserfolge in der Implantologie

Universität Mainz, Klinik für MKG-Chirurgie, Mainz, Deutschland

(Vortrag im Plenum; liegt der Redaktion nicht vor)

Zahnimplantate bei Allgemeinerkrankungen

Klinik für MKG-Chirurgie, Kiel, Deutschland

Die dentale Implantologie hat sich zu einer sicheren, vorhersagbaren und weit verbreiteten Therapie der dentalen Rehabilitation entwickelt. Infolge der steigenden Prävalenz von Allgemeinerkrankungen und der zunehmenden Verbreitung der Implantologie kommt es immer häufiger zu der Konstellation, dass Patienten mit Allgemeinerkrankungen den Wunsch nach einer implantatgetragenen Rehabilitation äußern. Diese Erkrankungen, die nicht ein einzelnes Organ, sondern den ganzen Organismus betreffen, sowie die in der Therapie der Allgemeinerkrankung eingesetzten Medikamente können Einfluss auf Knochenumbau, Durchblutung und Wundheilung haben. Ggf. sind sie durch chronische Entzündungen oder Beeinflussung des Immunsystems gekennzeichnet. Im Rahmen des Vortrags soll insbesondere auf die implantatspezifischen Risiken bei Patienten mit Osteoporose, Diabetes, rheumatischen Erkrankungen und Patienten mit einem gestörten Fettstoffwechsel eingegangen werden und Behandlungsempfehlungen sollen ausgesprochen werden.

What can we learn from complications in the esthetic zone

University of Bologna, Department of Biomedical and Neuromotor Sciences, Bologna, Italy

The recession of the buccal soft tissue margin is a frequent complication of well integrated dental implants. The appearance of metallic structure or even their transparency through the thin buccal soft tissues are common reasons for patient’s aesthetic complains. Moreover, bad implant installation frequently results in excessive apical dislocation of the buccal soft tissue margin of the implant supported crown. Soft tissue plastic surgical procedures and bilaminar techniques in particular, can be successfully used in combination with pre- and postsurgical prostethic approaches to increase the volume of the interdental soft tissue, to treat buccal gingival recessions and soft tissue dehiscence around dental implants and to provide the new implant supported crown with an esthetic transmucosal emergency profile. A new mucogingival approach applied to delayed or immediate post-extraction implant placement and loading will be proposed to prevent esthetic soft tissue defects at the buccal aspect of implant supported crown.

Fallpräsentation ästhetische Zone mit interaktiver Diskussion

Hürzeler/Zuhr GmbH, Implantologie, München, Deutschland

Operative Eingriffe im ästhetischen Bereich zählen in der rekonstruktiven Parodontal- und Implantatchirurgie zu den anspruchsvollsten Behandlungsformen. Eine präzise Planung von der initialen Schnittführung über die Präparationstechnik chirurgischer Lappen bis hin zum finalen Wundverschluss ist essenziell für ein erfolgreiches Behandlungsergebnis. Die Bewertung des Behandlungsresultats hängt dabei aber auch stärker denn je von der Beurteilung durch die Patienten ab. Anhand der vorliegenden Fallpräsentation sollen heilungsrelevante Grundlagen, das schrittweise operative Vorgehen sowie Chancen und Risiken von Patientenerwartungen besprochen werden. Darüber hinaus sollen mit den Teilnehmern Vor- und Nachteile unterschiedlicher Behandlungsansätze beim Operieren in der ästhetischen Zone erarbeitet und diskutiert werden, um Hilfestellungen für den persönlichen klinischen Alltag zu geben.

Current knowledge in alveolar ridge preservation

Studio Dentistico, Torino, Italy

From both a histological and anatomical point of view, the alveolar bone is a tooth dependent structure that develops in conjunction with eruption, and its topography is determined by the form of the teeth and their axis of eruption. In the first phase of remodelling of the buccal/lingual walls of extraction sites, the bundle bone is resorbed due to the lack of nutritive support from the periodontal ligament and replaced with woven bone. Consequently, the socket’s walls will reduce in both vertical and horizontal dimensions. This resorption may lead to aesthetic and functional disadvantages that can compromise future implant placement since, in order to have a correct endosseous implant positioning, an adequate volume of the bone ridge is essential. Current knowledge suggests to augment fresh extraction sockets rather than to wait for spontaneous healing and perform further guided bone regeneration. Different techniques have been presented in literature in order to preserve the post-extraction site, including the use of barrier membranes, tridimensional matrix and bone fillers. An “open-healing” approach is nowadays commonly used, combining a proper management of soft tissues with biological integration of biomaterials.

Biopolymere und deren Optionen in der Implantologie

München, Deutschland

Biomaterialien finden breite Anwendung in der zahnmedizinischen Implantologie, sowohl für den Knochenaufbau und -erhalt als auch für die Beschichtung von Zahnimplantaten und zahlreiche andere Indikationen. Viele wünschenswerte Eigenschaften von Biomaterialien konnten bisher in der praktischen Anwendung nicht erreicht werden. Die Forschung hat zahlreiche Entwicklungen hervorgebracht, die in der Zukunft in diesem Bereich Verbesserungen versprechen. Auf der anderen Seite bestehen regulatorische und wissenschaftliche Limitationen für die Umsetzung vieler Entdeckungen, die zu berücksichtigen sind. Dennoch kristallisieren sich Biopolymere natürlichen und künstlichen Ursprungs als wichtige Elemente zur Lösung alter Probleme heraus und sind in der Implantologie insbesondere bei den schweren Indikationsfeldern des vertikalen Knochenaufbaus und der regenerativen Konzepte in den letzten Jahren in den Fokus der klinischen und präklinischen Forschung gerückt. Es soll eine Übersicht und Aussicht des aktuellen Status gezeigt werden.

Das periimplantär-restaurative Interface in der ästhetischen Zone

Münster, Deutschland

Das periimplantär-restaurative Interface ist in den Fokus der Forschung gerückt, da es einer der Schlüsselfaktoren für den langfristigen Erfolg von Implantatrestaurationen und die Ästhetik ist. Es wurden unterschiedliche Faktoren identifiziert, die mit dem periimplantären Gewebe interagieren bzw. die vertikale Position des krestalen Knochens und die Dimension und Position der periimplantären Weichgewebe beeinflussen: der individuelle Morphotyp, die Qualität des periimplantären Gewebes, die restaurative Umgebung und die Eigenschaften des Abutments, einschließlich Abutmentmaterial und -oberfläche. Da das Abutment die transmukosale Verbindung zwischen dem Implantat und der Suprastruktur ist, dient es als dreidimensionaler Übergang vom geometrischen Implantatdurchmesser zum anatomischen Austrittsprofil der Krone. Speziell in der ästhetischen Zone stellt das Abutmentdesign daher einen ganz spezifischen Erfolgsfaktor dar. Der Vortrag stellt zeitgemäße Konzepte für ein erfolgreiches Abutmentdesign in der ästhetischen Zone vor.

Zementlose Implantatprothetik – alles verschraubt?

HarderMehl, Praxis für Zahnmedizin und Implantologie, München, Deutschland

Ist die Zementierung implantatgetragener Restaurationen noch zeitgemäß? Oder überwiegen im klinischen Behandlungsablauf die Vorteile einer implantatprothetischen Versorgung mit verschraubten Restaurationen? Anhand ausgesuchter klinischer Behandlungsbeispiele und unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Datenlage soll in diesem Vortrag ein klinisches Behandlungskonzept vorgestellt werden, in dem die verschraubte Implantatprothetik im Mittelpunkt steht.

Flapless extraction socket management techniques: hard and soft tissue considerations for esthetic implant success

Division of Periodontics, Dept. of Development Surgical Sciences, University of Minnesota, School of Dentistry, Minneapolis, United States of America

In the current era of dental practice, esthetic outcomes have dethroned traditional survival outcomes in implant dentistry. Previous studies have indicated that one of the greatest challenges in implant dentistry is maintaining the esthetics of a hopeless tooth-site that is planned for rehabilitation with an osseointegrating implant. There are two key components that are integral in countering the post-extraction sequela and establishing peri-implant tissue esthetics: 1) use of an appropriate biomaterial for preservation of the hard tissue; and 2) management of the soft tissue. While the benefit of GBR-based techniques on limiting ridge resorption is relatively well-documented, the hazardous effect of these approaches on the soft tissue is frequently neglected. This presentation will focus on discussing appropriate biomaterial selection for ridge preservation and techniques that lead to predictable peri-implant soft tissue development and extend into partial extraction therapies for PDL-mediated immediate implant placement.

Erfolgsfaktoren bei der Sinusbodenaugmentation

Klinik für Zahnärztliche Chirurgie, – Radiologie, Mund- und Kieferheilkunde, Basel, Schweiz

Die Sinusbodenelevation gilt mittlerweile als etabliertes Verfahren, um bei mangelndem Knochenangebot im seitlichen Oberkiefer ausreichend Knochen zu generieren und ein Implantat mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit inserieren zu können. Viele Faktoren sind beschrieben, die einen Einfluss auf den Erfolg der Sinusbodenelevation haben können. Dazu zählen die Zugangsart, die Verwendung von piezochirurgischen Instrumenten zur Präparation der Schleimhaut, die unterschiedlichen Knochenersatzmaterialien und natürlich die Verwendung von autologem Knochen oder anderen biologisch aktiven Substanzen. Der Beitrag trägt die Literatur diesbezüglich zusammen und soll die Erfolgsfaktoren für den Praktiker resümieren.

Aktuelle Konzepte zur Sofortimplantation und Sofortversorgung

Lindau, Deutschland

Ziel der modernen Implantologie ist nicht nur der Erhalt der periimplantären Hart- und Weichgewebsstrukturen, sondern auch deren Verbesserung bzw. Rekonstruktion, um langfristig ein ästhetisches und funktionelles Ergebnis zu gewährleisten. Hauptvorteil der Sofortimplantation und Sofortversorgung sind die Reduktion der Behandlungszeit und der Invasivität sowie die Vermeidung eines herausnehmbaren Zahnersatzes durch die unmittelbare Eingliederung einer die periimplantären Strukturen unterstützenden provisorischen Sofortversorgung. Ziel des Vortrags ist es, Implantatüberleben, Hartgewebserhalt und Weichgewebsästhetik von sofortinserierten und/oder provisorisch sofortversorgten Implantaten mit flacher und abgeschrägter Implantatschulter in der ästhetischen Zone darzustellen.

Entgegen der bislang bestehenden Lehrmeinung konnte gezeigt werden, dass Sofortimplantationen auch bei Defekt der fazialen Knochenlamelle und/oder Rezession voraussagbar möglich sind. Operationstechniken mit simultaner und minimalinvasiver Hart- und Weichgewebsrekonstruktion sowie konventionellem und auch digitalem Workflow werden präsentiert.

Biomaterialien als Weichgewebeersatz

Zentrum für Zahnmedizin, Klinik für Kronen- und Brückenprothetik,, Teilprothetik und zahnärztliche Materialkunde, Zürich, Schweiz

Regenerative weichgewebige Eingriffe haben eine lange Tradition in der Mucogingivalchirurgie. Basierend auf den Resultaten von Metaanalysen, werden autologe Transplantate als Goldstandard angesehen. Allerdings ist die Verwendung von körpereigenem Weichgewebe mit einer erhöhten Patientenmorbidität verbunden. Alternativ dazu sind v.a. kollagenbasierte Weichgewebeersatzprodukte entwickelt worden, um die Nachteile von autologen Transplantaten auszugleichen. Zahlreiche präklinische und klinische Studien zeigen, dass für die Verbreiterung der keratinisierten Schleimhaut kollagene Matrizes ähnlich gute Ergebnisse wie die Verwendung von autologen Transplantaten aufweisen. Ähnliches gilt für den Aufbau von Weichgewebevolumen um Implantate und in teilbezahnten Patienten. Hier eröffnen sich durch die neuesten wissenschaftlichen Daten interessante Alternativen mit einer dreidimensionalen Kollagenmatrix, die es in Zukunft erlauben wird, auf die traditionellen autologen Bindegewebstransplantate zu verzichten.

Socket Shield: the new era for preserving labial plate of bone

Heliopolis, Cairo, Egypt

During the past decade it has been observed that the maxillary alveolar ridge width diminishes approximately to the half following tooth extraction and that alveolar bone resorption occurs following tooth extraction and implant placement with marked loss of horizontal and vertical buccal architecture. It was demonstrated that the intentional preservation of the coronal buccal root portion can help to ensure the physiological preservation of labial and buccal bone structures if the implant is placed in contact to this natural tooth fragment (shield).

Prävention – eine Standortbestimmung

Universität Witten/Herdecke, Abteilung für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin, Witten, Deutschland

Die neue Studie des Instituts der Deutschen Zahnärzte hat es gezeigt: Niemals seit Beginn oralepidemiologischer Erhebungen war unsere Mundgesundheit besser als heute. Einige exemplarische Zahlen verdeutlichen dies: Heute haben 81,3 % aller Zwölfjährigen ein kariesfreies Gebiss und der durchschnittliche DMFT liegt bei 0,5. Im Jahre 1997 lagen die Vergleichswerte noch bei 41,8 % und 1,7. In der Population der 40-Jährigen leiden 8,2 % an einer schweren Parodontitis, im Jahre 2005 waren es noch 17,4 %. 70-Jährige haben durchschnittlich 17,7 an Karies erkrankte Zähne, 1997 waren es noch 23,6. Die totale Zahnlosigkeit in dieser Altersgruppe liegt heute bei 12,4 %, 1997 betrug sie 24,8 %. Die Liste der positiven Entwicklungen lässt sich nahezu beliebig verlängern. Die Gründe für diesen immensen Fortschritt sind vielfältig: die Aufnahme von Individual- und Gruppenprophylaxe in das Sozialgesetzbuch im Jahre 1989, der Beginn der Salzfluoridierung 1991, die seit den 1990er Jahren stetig zunehmenden Präventionsbemühungen der deutschen Zahnärzteschaft und ein allgemein steigendes Mundgesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung sind nur einige Gründe. Ist der Endpunkt der Prävention nun erreicht, und wie soll es weitergehen? In einigen wenigen Bereichen sind sicher zumindest keine nennenswerten Verbesserungen mehr möglich, z.B. bei der Kariesprävalenz der Zwölfjährigen. Andererseits gibt es noch viel Verbesserungspotenzial insbesondere bei Erwachsenen und Älteren sowie bei Risikogruppen wie Menschen mit Behinderung, Pflegebedürftigen und Menschen mit schwierigem sozialem Hintergrund. Besonders wichtig für die Planung der Prävention der Zukunft ist jedoch, dass wir an keiner Stelle mit unseren Bemühungen nachlassen dürfen, denn dann sind die Erfolge der Prävention schnell wieder verloren. Der Präventivzahnmediziner Thomas Marthaler aus Zürich hat es mal mit einer Metapher beschrieben: „Wenn der Tiger im Käfig sitzt, darf man nicht anfangen, die Stäbe herauszunehmen.“

Ist allogen das neue autolog?

Bielefeld, Deutschland

Allogener Knochen wird in Deutschland weiterhin sehr kontrovers diskutiert. Der Vortrag beschreibt die Risiken allogener Transplantate und zeigt eine Schalentechnik zum Aufbau von Knochen, deren Ergebnisse, nach Meinung des Autors, vergleichbar sind mit denen, wo autolog augmentiert wurde. Eigene Ergebnisse aus fünf Jahren Erfahrung untermauern diese These und sollen die Fragestellung aufwerfen, ob autologer Knochen immer noch der Goldstandard ist.

Meine Entscheidungskriterien für die tägliche Praxis – Für und Wider in der Auswahl von Material und Technologie

Ordination, Graz, Österreich

An zahnmedizinische Materialien speziell in der restaurativen Zahnheilkunde sind zahlreiche Anforderungsprofile zu stellen: Biokompatibilität, Langzeitbeständigkeit, optimale Farb- und Lichtwirkung, Abriebfestigkeit, Härte, mechanische Festigkeit auf Druck, chemische Resistenz, Oberflächendichte, einfache Herstellung, intraorale Wartbarkeit und nicht zu vergessen der Kostenfaktor. Alle bislang in der Zahnheilkunde als Kronen- und Brückenmaterial verwendeten Keramiken und Kunststoffe weisen materialspezifische Eigenheiten auf, die nicht ausschließlich positiv sind. Zu den Nachteilen von Keramik gehört beispielsweise eine hohe Sprödigkeit, die ein Risiko für Randausbrüche, Frakturen und Chipping nach sich zieht. Die Entwicklung stabilerer Keramiken zielte darauf ab, Lunker und Einschlüsse in der Struktur weitgehend zu minimieren, sodass heute industriell gefertigte Keramiken zur Verfügung stehen, die ein äußerst homogenes Gefüge aufweisen, jedoch zwingend den Einsatz von CAD/CAM-Systemen erfordern. Die Zuordnung der Wertigkeit keramischer Werkstoffe wird weitgehend über das Ausmaß der Biegezugfestigkeit getätigt. Je höher die Biegezugfestigkeit – so wird argumentiert – desto geeigneter ist der Werkstoff für kaudruckbelastete Restaurationen. Es ist jedoch kritisch zu hinterfragen, ob dieser Betrachtungsstandpunkt eines Materials für den zahnärztlichen Bereich der richtige ist oder dadurch klinisch nicht unbedingt relevante Schlüsse gezogen werden. Bei der Entwicklung von Hybridmaterialien werden die Vorteile der beiden Materialklassen Keramik und Kunststoff zu einem neuen Werkstoff miteinander kombiniert, um so die jeweiligen Nachteile aufzuheben. Die Vorteile der neuen Werkstoffentwicklung lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

Durch schnelleres Schleifen ergibt sich ein geringerer Schleifkörperverbrauch. Patienten berichten von einem angenehmeren Kaukomfort; geringe Schichtstärken ermöglichen minimalinvasives Präparieren, der Elastizitätsmodul ist dem Dentin ähnlich und ermöglicht es, in den kaufunktionell schwierigen Situationen wie Bruxismus eher an eine restaurative Versorgung mit Hybridwerkstoffen zu denken. Die Vorteile als Implantatsuprastruktur sind in der Literatur beschrieben und der Vorzug gegenüber Keramiken liegt in der intraoralen Wartbarkeit. Physiologische Werkstoffe und die Versorgungen daraus fügen sich in das menschliche Kausystem besser ein, sie sind kein störendes Element und beeinflussen das natürliche Verhalten des Gesamtsystems nicht. Diese Eigenschaften müssen uns umdenken lassen: Wir können in der Implantattherapie über Sofortversorgung oder gar von Sofortbelastung sprechen, wir können Patienten neue Standards vermitteln – das Kaugefühl, das sie vom natürlichen Zahn gewohnt sind.

Versuchen wir deshalb unter Einbeziehung „natürlicher“ Denkansätze sowohl Materialien als auch Vorgehensweisen zu betrachten und zu beurteilen, um den Patienten in der Praxis das Bestmögliche zur Verfügung zu stellen.

Vollkeramische Versorgung: Implantate + Prothetik?

Universitätsklinikum Freiburg, Klinik für Zahnärztliche Prothetik, Freiburg, Deutschland

Derzeit entwickeln sich keramische Implantate und Materialien in der Zahnmedizin rasant weiter. Die zunehmende Zahl von neuen vollkeramischen Materialien in der Implantologie steigert jedoch auch die Anforderungen an Zahnarzt und Zahntechniker, um diese Neuentwicklungen zu bewerten. Dieser Vortrag verschafft Ihnen einen Überblick über die keramischen Implantate und vollkeramischen Materialien, die für die prothetische Versorgung eingesetzt werden.

Materialwahl bei festsitzenden implantatgetragenen Suprakonstruktionen

Zahnmedizin Zürich Nord, Zürich, Schweiz

Keramik ist aufgrund seiner Biokompatibilität und diverser klinischer Eigenschaften der ideale Werkstoff zur Wiederherstellung der Dentition. Keramik hat sich dank ihrer intraoralen Beständigkeit als Restaurationsmaterial seit Jahrzehnten bewährt. Leider war der Schritt zu vollkeramischem Zahnersatz nicht einfach, viele Konzepte und Produkte wiesen aufgrund von Frakturen eine zu hohe klinische Misserfolgsrate auf. Dank der Entwicklung neuer keramischer Materialien und dank der Weiterentwicklung des adhäsiven Verklebens können heute zur Restauration der natürlichen Dentition auf Implantaten verschiedene Konzepte empfohlen werden. Auch bei den Rekonstruktionen auf enossalen Implantaten vergrößert sich der Anteil an Keramikrestaurationen immer mehr zuungunsten der metallunterstützten Prothetik. Bei der Verwendung von Keramik als Material für Abutments zeigen klinische Studien, dass diese sich so gut wie Metallabutments bewähren. Keramische Abutments haben den Vorteil, dass vor allem bei dünnem periimplantärem Gewebe ein ästhetisch störender Grauschimmer vermieden werden kann. Sollte zudem bei einer Rezession des Gewebes das Abutment exponiert werden, so zeigt sich bei einem Keramikabutment kein störender Metallrand. Keramik zeigt gegenüber Titan zudem weniger Plaqueakkumulation. Dieser Vortrag beschreibt das Prothetikkonzept, mit dem der Referent die Implantate seiner Patienten versorgt. Ausführlicher wird dabei auf das Material Zirkoniumdioxid eingegangen, das bezüglich Festigkeit und Stabilität neue Akzente setzt. Als wichtigste „Take Home Message“ gilt: Keramik ist nie ein Ersatz für das Metall, sie ist immer eine mögliche Alternative mit ihren eigenen Spielregeln und Gesetzen.

Implantate in der ästhetischen Zone – was ist wirklich wichtig?

Dr. Cacaci & Dr. Randelzhofer, München, Deutschland

Zahnärztliche Implantate im ästhetisch kritischen Bereich sind trotz aller Entwicklungen heute noch eine Herausforderung für das gesamte Behandlungsteam. Insbesondere die chirurgische Grundlage, die Implantatpositionierung, spielt hier eine herausragende Rolle. Neben dieser Fragestellung ergibt sich aber auch die Frage nach der richtigen Extraktionstechnik, dem optimalen Implantationszeitpunkt, nach den verschiedenen Techniken zur Alveolenstabilisierung und, falls notwendig, den verschiedenen Techniken zur Alveolarfortsatzrekonstruktion. Wir haben in den vergangenen Jahren minimalinvasive Verfahren in unserer Praxis etabliert um die Notwendigkeit der Alveolarfortsatzrekonstruktion wenn immer möglich zu vermeiden. Der Vortrag wird auf die Wichtigkeit der Implantatpositionierung eingehen und die verschiedenen chirurgischen und prothetischen Vorgehensweisen bei Frontzahnverlust im ästhetisch kritischen Bereich beleuchten.

Herausnehmbare Prothetik mit keramischen Primärteilen auf Zähnen und Implantaten – Trend oder sicheres Therapiekonzept?

Sirius Ceramics, Frankfurt, Deutschland

Bei der ultimativen Entscheidung zwischen festsitzendem oder herausnehmbarem Zahnersatz auf Implantaten gilt es zahlreiche Kriterien abzuwägen. Im unbezahnten Kiefer ermöglichen teleskopierende Implantatversorgungen planbare und dadurch vorhersagbare ästhetische Ergebnisse. Bei der Zirkon-Galvano-Konus-Technik werden die Sekundär-Konuskronen auf die Primär-Keramikkronen aufgalvanisiert. Um eine hohe Präzision zwischen den Primär- und Sekundärteilen realisieren zu können (Spaltbreite < 5 ?m), werden die Feingoldkappen mit dem Prothesengerüst intraoral verklebt. CAD/CAM-gefertigte Primärkronen aus Zirkon sind eine verfahrenstechnische Alternative, da der komplexe Herstellungsablauf über eine Parallelometer-Fräsung und einen Goldguss entfällt. Ein weiteres Beispiel für einen sinnvollen Einsatz der Galvano-Zirkon-Technik stellt die kombinierte prothetische Versorgung von Implantaten und natürlichen Zähnen dar. Die Einbeziehung von natürlichen Pfeilerzähnen in die implantatprothetische Rekonstruktion erlaubt es in vielen Fällen, die Anzahl von Implantaten zu reduzieren.

Schwerpunkte:

Implantatprothetische Versorgungen mit hochpräziser, passiver Passung ohne bemerkbare Prothesenkinematik

Möglichkeiten zur extraoralen Umrüstung, Reparatur und Erweiterung

Grundkenntnisse zur Biokompatibilität und Korrosionsresistenz

Konstante Adhäsion, verschleißarmes Ein- und Ausgliedern und geringe Plaqueanlagerung

Hohe Patientenakzeptanz mit Konuszahnersatz

Teamvortrag: Ästhetische Suprakonstruktionen – welche Parameter bestimmen das Ergebnis?

DentalZentrum Bayreuth, stefan picha Zahntechnik, Fürth, Deutschland

Um eine ästhetische, individuell auf den Patienten, zugeschnittene Implantatversorgung zu erreichen, muss gerade im Team zwischen Zahnarzt, Implantologen und Zahntechniker ein enger Austausch stattfinden. Bereits in den ersten Gesprächen mit dem Patienten sollten Erwartungen, Möglichkeiten der Umsetzung und letztlich die definitiven Ziele im Team diagnostiziert und besprochen werden. In der prächirurgischen Phase ist es wichtig, dass nach einem Set-up oder Mock-up des Zahntechnikers, die entsprechenden Implantatpositionen festgelegt werden. Darbei spielen nicht nur die Position des Implantats, sondern auch das Knochenangebot bzw. die Implantatpositionierung in der Vertikalen eine besondere Rolle. Nach erfolgreicher Implantation muss die Schaffung eines Emergenzprofils mit Weichgewebschirurgie vom Chirurgen bzw. durch den Prothetiker mithilfe eines Langzeitprovisoriums erreicht werden. Somit ergeben sich an der Schnittstelle zwischen Chirurgie, Prothetik und Zahntechnik ebenfalls Synergien. Eine präzise Abformung – optimale Arbeitsunterlagen – aus der Praxis ins Labor ist essenziell. Bereits im Vorfeld sollten entsprechende Abutmentdesigns bzw. Gerüstkonstruktionen der definitiven Arbeit besprochen und geklärt sein. Die abschließende zahntechnische Umsetzung, um ein ästhetisches patientenindividuelles Optimum zu erreichen, ist nach entsprechender Befundung, Diagnose und Zielfestsetzung einfacher erreichbar. Der Zahntechniker kann sich effektiv auf ästhetische Parameter fokussieren. Das erfahrene Referententeam Gollner/Picha stellt die einzelnen Parameter, die wichtig für das Gesamtergebnis sind, in praxisbezogenen und realitätsnahen Patientenfällen dar. Dabei werden diese Fälle in Einzelschritte unterteilt und dem Publikum anschaulich verdeutlicht.

Digitale Zahnheilkunde: Was ist möglich – was macht Sinn?

Klinikum der Universität München, Campus Innenstadt, Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, München, Deutschland

Der digitale Workflow bietet heute weit mehr als nur reine CAD/CAM-Fertigung dentaler Restaurationen. Die laufende Verknüpfung bereits existierender Einzeltechnologien, wie Intraoralscan, DVT, 3D-Gesichtsscan durch entsprechende Software schafft großartige Möglichkeiten in allen Bereichen zahnärztlicher und zahntechnischer Arbeit. Angefangen bei der Diagnostik über die dreidimensionale Therapieplanung beispielsweise vor Implantationen bis hin zur Behandlung selbst. Neben diesem „digitalen Trend“ entwickelt sich die Zahnmedizin stark in Richtung „Biomimetik“. Zwei Entwicklungen, die sich auf den ersten Blick widersprechen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass sich aus der Kombination beider Trends enorme Potenziale ergeben. Digitale Technologien helfen uns bei der Entwicklung innovativer, weniger invasiver Therapiekonzepte, die gleichzeitig biologische Prinzipien achten und unser Handeln vorhersagbarer gestalten. Insbesondere im Zusammenspiel mit Keramiken und Hybridmaterialien lassen sich minimalinvasive Konzepte durchführen, die rein „analog“ schwer oder gar nicht umsetzbar wären. So sollten Zahnärzte und Zahntechniker bei der Bewertung neuer Technologien diese nicht nur mit den Möglichkeiten heutiger Verfahren vergleichen, sondern vielmehr versuchen, den zusätzlichen individuellen Mehrwert neuer Technologien im Rahmen innovativer Behandlungskonzepte zu erkennen. Der Vortrag evaluiert anhand wissenschaftlicher Fakten und klinischer Fallbeispiele, welche Vorteile, aber auch Limitationen der digitale Workflow aus universitärer Sicht heute bietet, um die Planung und Therapie alltäglicher sowie komplexer Fälle vorhersagbarer und biomimetischer zu gestalten.

Teamvortrag: Zementieren oder Verschrauben? Neue prothetische Möglichkeiten bei implantatgetragenen Brückenkonstruktionen

Praxiszentrum für Implantologie/Parodontologie und Prothetik, Dentallabor Impladent GmbH, Aachen, Deutschland

Sollen wir festsitzende implantatgetragene Suprakonstruktionen zementieren oder verschrauben? Die chirurgisch und prothetisch vermeintlich einfachere Vorgehensweise ist die Zementierung, bei der auch vorhandene Implantatdivergenzen mittels abgewinkelter individualisierter Abutments ausgeglichen werden können und die Ästhetik der Rekonstruktion nicht durch sichtbare Schraubeneingänge kompromittiert wird. Nachteile sind jedoch nicht selten biologische Probleme durch im Sulkus verbliebene Zementreste und daraus resultierende Mukositis oder Periimplantitis sowie technische Probleme im Falle gelockerter Abutmentschrauben. Auch Retentionsprobleme bei kurzen Abutments sind zu erwähnen. Verschraubte Suprakonstruktionen sind in dieser Hinsicht weniger problematisch und haben – insbesondere bei größeren Brückenkonstruktionen – den Vorteil, dass sie einfach entfernt, repariert bzw. geändert werden können. Eine angestrebte Verschraubung stellt jedoch größere Ansprüche an die Implantatpositionierung, da die Schraubeneingänge optimal gelegen sein müssen. Selbst unter Zuhilfenahme DVT-basierter Bohrschablonen ist dies aufgrund der knöchernen Situation nicht immer zu realisieren und würde zum Teil umfangreiche augmentative Maßnahmen notwendig machen. Insbesondere im anterioren und auch atrophen zahnlosen Oberkiefer resultieren häufig nach labial geneigte Implantatachsen, die eine gewünschte Verschraubung nicht ermöglichen. Neue Therapieoptionen erlauben auch in diesen klinischen Situationen ein direktes Verschrauben auf der Implantatschulter. Durch ein „Verschrauben um die Ecke“ mittels spezieller Schraubensysteme können die Schraubeneingänge in die gewünschte Position verlegt werden, und es wird so eine direkte Verschraubung ermöglicht, wo sonst nur zementierte Versorgungen bzw. aufwendige Mesostrukturen realisierbar wären.

Doppelkronen auf Zähnen und Implantaten: Gold oder Nichtedelmetalle? – analog oder digital?

Essingen, Deutschland

Die Doppelkrone hat eine sehr lange Geschichte mit klinischer Langzeiterfahrung, und sie ist als „German Krone“ weltweit bekannt. Durch die Alterspyramide wird es mehr GERO-Prothetik geben und da spielt auch die Versorgung mit Doppelkronen eine wichtige Rolle. Man kann nicht alles festsitzend versorgen, und daher braucht man eine Alternative. Heute kann man mit den Doppelkronen auf Zähnen oder Implantaten oder in Kombination den Patienten versorgen. Dies ist nach Ansicht des Referenten eine gute Versorgungsmöglichkeit mit vielen positiven Aspekten für den Patienten. Die große Frage stellte sich heute: Gibt es eine Alternativen zu Gold, also Nichtedelmetalle? Wie geht man heute bei der Fertigung vor, klassisch analog oder modern, also digital. Der Referent verfügt über 30-jährige Erfahrung mit Doppelkronen und hat sich mit allen Fertigungstechniken beschäftigt. In seinem Vortrag wird er aus der Praxis alle genannten Bereiche beleuchten.

Doppelkronentechnik: Ein Begriff für unterschiedliche Verfahren – eine Standortbestimmung

Witten, Deutschland


(Stand: 14.12.2016)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

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Aktuelle Ausgabe 3/2020

Im Fokus

  • Kippkonus-Abutment
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