America meets Europe

11. Internationale Konferenz der DGÄZ

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Ein bisschen netter hätte sie schon sein können, die Perle der oberbayerischen Voralpen. Doch der Tegernsee begrüßte die rund 600 Gäste aus den USA, Europa und Deutschland Anfang Oktober zur 11. Internationalen Konferenz der DGÄZ und der lang ersehnten Wiederauflage des erfolgreichen Konzepts „America meets Europe“ mit einem sehr verhangenen Bergpanorama und fast winterlichen Temperaturen. Dies tat dem Gelingen eines großen internationalen Festes des interdisziplinären fachlichen Austausches und der Pflege und Neubegründung freundschaftlicher kollegialer Kontakte aber keinen Abbruch. Die Wärme des Organisationskomitees um Dr. Siegfried Marquardt, die zündenden praxisnahen Inhalte und die hitzigen Diskussionen hätten selbst eine arktische Umgebung auf Temperatur gebracht.

Alle reden von interdisziplinären Ansätzen und dem wichtigen fachübergreifenden Austausch – bei „America meets Europe“ fand sich endlich und in diesem Format einmal mehr nicht nur der breite Bogen der Herausforderungen bei parodontologischen, kieferorthopädischen, implantologischen, oralchirurgischen und restaurativen Techniken, sondern der spannende Vergleich, ob und in welcher konkreten Hinsicht diese multidisziplinären Ansätze auf dieser und jener Seite des Atlantiks divergieren.

Zu diesem Zweck waren jeweils ein interdisziplinäres „Team America“ und ein „Team Europe“ gebildet worden, die ihre Behandlungskonzepte anhand einfacher bis komplexer Fallbeispiele vorstellten. Mit Greg Kinzer, Jim Janakievski und Vince Kokich jun. ging Amerika an den Start, Europa wurde von Mauro Fradeani, Renato Cocconi und Mirko Raffaini vertreten. Das wissenschaftliche Programmkomitee aus Florian Beuer, Michael Cohen, Gerhard Iglhaut, Siegfried Marquardt, Stefano Gracis und Paolo Vigolo hatte den Referententeams eine Reihe kniffliger klinischer Fragen vorgelegt, die sie diskutieren und beantworten sollten. Im Anschluss an die eigentliche Präsentation war das Publikum aufgefordert, die Ansätze der jeweiligen Teams zu kommentieren und zu diskutieren, um letztlich die für die Praxis verbindliche Quintessenz herauszuarbeiten. Immer wieder spannend, wie in zwei vom Entwicklungsstand vergleichbaren Regionen bedingt durch unterschiedliche Ausbildungswege und Behandlungsphilosophien bis hin zu den Erwartungen der Patienten andere Lösungsansätze entstehen.

Die Bandbreite der Themen erstreckte sich von der Navigation als Behandlungsansatz in der geführten Implantologie über die Behandlung multipler Rezessionen, einen außergewöhnlich ästhetischen Lückenschluss mit Hart- und Weichgewebsrestauration, den Einsatz von intraoralen Scannern und deren Integration in den offenen und digitalen Workflow, das Management des periimplantären Weichgewebes, die Vorteile und den Nutzen interdisziplinärer Behandlungsplanungen, den State of the Art in der Kieferorthopädie und CAD/CAM-Restaurationen in der Prothetik bis zu Herausforderungen in der ästhetischen Zone und Überlegungen zu regenerativen Kapazitäten in der Parodontologie – ob Generalist, implantologischer Spezialist, Oralchirurg oder Prothetiker, es blieben für keinen Wünsche offen und gleichzeitig ergaben sich tiefe Einblicke in Fachbereiche, in die man immer wieder hineinschauen sollte, um auch deren Behandlungspotenzial und die entsprechende Einbindung in eigene Konzepte korrekt einschätzen zu können.

Oft postuliert, in Zeiten der Globalisierung und zunehmenden Anonymisierung aber immer seltener ge- und erlebt, durfte man sich an den Tagen am Tegernsee eines großartigen kollegial-freundschaftlichen Umgangs miteinander erfreuen und einem geradezu familiären Miteinanders. Bindeglied war immer wieder Lokalmatador Siegfried Marquardt, der allgegenwärtig mit seinem Team für das Wohlbehagen aller sorgte und dabei auch die zahlreichen Industrieaussteller, Medienpartner und Sponsoren nicht vergaß, die mithelfen, solche gelungenen Veranstaltungen auf die Beine zu stellen. Kein Wunder, dass sich die Teilnehmer, die neben einem Kongress-Gala-Abend im festlichen Gut Kaltenbrunn am Abschiedstag zünftig mit einem fröhlichen Bayerischen Abend im nahen Wildbad Kreuth in ihre jeweilige Heimat entlassen wurden, ersichtlich herzlich wünschten, bis zur Neuauflage eines nächsten „America meets Europe“ mögen diesmal nicht zu viele Jahre ins Land gehen.


(Stand: 14.12.2016)

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