Cone Beam Computed Tomography in Endodontics

PDF

Vornehmlich wird aktuell in der Endodontie die Anwendung von dreidimensionalen bildgebenden Verfahren – wie sie die Digitale Dentale Volumentomographie (DVT) darstellt – kontrovers diskutiert. Auf Fachtagungen oder im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen werden mitunter von einigen Referenten sehr beeindruckende DVT-Aufnahmen mit phantastischer Detailschärfe gezeigt. Das weckt bei den Zuhörern die Lust, diese Möglichkeit, überlagerungsfreie Bilder zur Diagnostik, Therapie oder Nachsorge auch in der eigenen endodontischen Therapie einsetzen zu wollen, zumal die dreidimensionale Bildgebung offensichtlich klare Vorzüge zu den herkömmlichen zweidimensionalen Verfahren bietet. Bei dieser Euphorie für die sich rasant entwickelnde DVT-Technik bleiben Überlegungen zur Abwägung von Nutzen und Risiken, insbesondere die kritische Betrachtung der erheblich höheren Strahlenbelastung bei Anwendung eines Volumentomographen oftmals auf der Strecke.

Genau diese Überlegungen werden von den Autoren des vorliegenden Buches bereits in der Einleitung aufgegriffen: Vor dem Hintergrund einer erhöhten Strahlenbelastung sollte in jedem Einzelfall kritisch abgewogen werden, ob der Informationsgewinn einer dreidimensionalen Aufnahme gerechtfertigt ist und wenn ja, welche Maßnahmen zur Strahlenreduktion umgesetzt werden können. Insofern ist es sehr begrüßenswert, dass die Autoren die ersten 4 Kapitel ihres Buches den wichtigen und essenziellen Grundlagen der Radiologie gewidmet haben. Dabei ist es gut gelungen, so „trockene“ Themen wie „Physikalische Grundlagen“ leicht verständlich und gut lesbar zu präsentieren. Zum Thema Strahlenhygiene werden nicht nur die optimierten Werte der Herstellerangaben aufgeführt, sondern auch wissenschaftliche Studien mit den jeweils ermittelten Werten zitiert. Erfreulicherweise werden insgesamt die neuen dreidimensionalen Verfahren sehr sachlich und wertneutral den bewährten bildgebenden Verfahren gegenübergestellt und Vor- und Nachteile der jeweiligen Techniken objektiv bewertet. Insgesamt ist bereits der erste Teil des Buches uneingeschränkt lesenswert, da komprimiert Informationen geliefert werden, die vor der Nutzung eines DVTs jedem Anwender bekannt sein sollten.

Die folgenden 6 Kapitel beschäftigen sich mit den Themen dento-alveoläre Anatomie, Wurzelkanalanatomie, apikale Parodontitis, orthograde Wurzelkanalbehandlung und Revisionen, dentale Traumatologie, Wurzelresorptionen und vertikale Längsfrakturen. Diese Kapitel werden durch zahlreiche, durchweg überzeugende Fallbeispiele illustriert. Dabei sticht positiv heraus, dass bei vielen Fällen nicht alleine nur DVT-Aufnahmen präsentiert werden, sondern anhand einer Gegenüberstellung von klinischen Aufnahmen und konventionellen Zahnfilmen der mit einer dreidimensionalen Aufnahme assoziierte Informationsgewinn anschaulich aufgezeigt wird. Erfreulich ist ferner die hervorragende drucktechnische Präsentation der Bilder und Schemazeichnungen, die – erfreulich groß gesetzt – alle relevanten Informationen gut erkennen lassen. Die präsentierten DVT-Aufnahmen sind von bestechender Qualität und offensichtlich alle in der höchstmöglichen Auflösung angefertigt worden. In diesem Zusammenhang ist der einzige kleine Kritikpunkt anzumerken: Angaben zu den genutzten Geräten und den verwendeten Einstellparametern fehlen leider bei allen Aufnahmen.

Jedes Kapitel endet mit kurzen Schlussfolgerungen, die die relevanten Informationen des jeweiligen Kapitels zusammenfassen sowie mit einer Auflistung weiterführender Literatur. Diese ist auf dem aktuellen Stand und umfasst alle relevanten Arbeiten zum Thema.

Insgesamt ist die Lektüre des Buches „Cone Beam Computed Tomography in Endodontics“ sehr kurzweilig. Insbesondere die angenehme Sachlichkeit und Neutralität der Autoren ist bei dieser sensiblen Thematik äußerst positiv anzumerken. Die Aufmachung des Buches ist lobenswert gut gelungen und jedes Kapitel logisch und übersichtlich gegliedert. Der Preis des Buches ist fraglos sehr angemessen.

Insgesamt kann das Buch jedem in der Endodontie oder im Bereich der dentalen Traumatologie tätigen Kollegen, der bereits im Besitz eines Volumentomographen ist oder plant, einen anzuschaffen, uneingeschränkt empfohlen werden. Dabei ist es für den Spezialisten wie auch Generalisten gleichermaßen interessant, da das Buch sehr praxisnah ist.


(Stand: 15.10.2016)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

zum Nachruf an Dr. Ackermann

Aktuelle Ausgabe 3/2020

Im Fokus

  • Kippkonus-Abutment
  • Statine und Bisphosphonate
  • Teleskopierende Hypridbrücke

FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

WERDEN SIE AUTOR

Sie haben ein spannendes Thema aus dem Bereich der Implantologie und würden gerne einen Artikel dazu in der ZZI veröffentlichen? Dann nutzen Sie unseren Editorial Manager und reichen Sie ihr Manuskript direkt bei uns ein.

Manuskript einreichen