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Patientenorientierte Implantattherapie

Schmerzarm, komplikationsfrei, vorhersagbar und möglichst rasch – so wünschen sich Patienten ihre Implantatbehandlung. Invasive Augmentationsverfahren schrecken sie dagegen eher ab. Sorge bereiten vor allem die Zahl der Eingriffe und die eingeschränkte Lebensqualität während der bis zu 15 Monate dauernden, langen Behandlung.

Zwar sind Augmentationen in bestimmten Fällen nach wie vor indiziert. Strategien zur Augmentationsvermeidung führen nach Ansicht der Experten aber zu einem Rückgang, etwa durch

die Anpassung der Implantatgeometrie in der Länge, der Breite an den verfügbaren Knochen oder die Nutzung einer der Atrophie entsprechenden Abschrägung der Kopfform (anatomisches Implantatdesign),

das optimale Ausnutzen des Restknochens dank DVT-Dia-gnostik sowie die Nutzung des vorhandenen Angebots auch durch schräge Implantatpositionen und digitale Planung (All-on-4- und All-on-6-Konzepte),

die Sofortimplantation zur Bewahrung des vorhandenen Angebots an Hart- und Weichgewebe in Menge, Qualität und Position.

Dass sich Implantate mit abgeschrägter Schulter im Praxisalltag bewähren, belegt eine aktuelle Feldstudie mit Beteiligung von mehr als 20 niedergelassenen Kollegen1. Von mehr als 200 TX Profile-Implantaten gingen nur zwei verloren. Für Prof. Dr. Dr. Wilfried Wagner ist das „ein extrem gutes Ergebnis“. Zudem habe das Profile-Implantat einen beachtlichen positiven Einfluss auf das Weichgewebe, was aber nicht nur auf die Implantatgeometrie, sondern auch auf den Platform Shift zurückzuführen sei.

Rund 40 Prozent der Implantate von Dentsply Sirona Implants, die in Mainz im Unterkieferseitenbereich und der Oberkieferfront gesetzt werden, sind inzwischen Profile-Implantate des Astra Tech Implant Systems. Denn: Eine sehr häufige Atrophieform beim zahnlosen und teilbezahnten Patienten ist der nur mäßig, meist schräg nach vestibulär abfallende atrophierte Kieferkamm. Liegt die vestibuläre Seite etwa 1,5 bis 2 mm niedriger als die orale Seite, kann statt einer grundsätzlich auch möglichen oder auch gelegentlich nötigen Augmentation „ein im Kammbereich modifiziertes Implantatdesign dieser Anatomie heute Rechnung tragen“, wie Wagner hervorhob: Der Vorteil: Der Alveolarkamm muss nicht dem Implantat angepasst werden, etwa durch Glättung oder Augmentation, denn das Implantat entspricht diesem Knochenangebot. An einem Fallbeispiel demonstrierte Wagner, wie er einer Patientin nach misslungener Blockaugmentation infolge anschließender Wunddehiszenz mit der Insertion eines solchen Implantats eine erneute Augmentation ersparen konnte.

Lesen Sie die komplette Roundtable-Diskussion, die dieser Ausgabe der ZZI beiliegt.

Fussnoten


(Stand: 14.12.2016)

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