DVT-Führerschein: Die Indikation stellen und richtig befunden

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Der Premium-Kurs zum Erwerb der DVT-Fachkunde

Auch 2019 steht der „DVT-Führerschein“ auf dem Programm der DGI-Fortbildung. Die beiden Kurstage mit Prof. Dr. Ralf Schulze finden am 26. Januar und am 4. Mai statt.

Professor Ralf Schulze (Mainz) schätzt, dass in Deutschland etwa 6000 DVT-Geräte verfügbar sind. „Damit ist die Technik der dentalen digitalen Volumentomografie in unserem Land bereits großflächig verbreitet“, sagt der Experte. In der Zahnmedizin kommt diese Form der Bildgebung nicht nur in der Implantologie und den chirurgischen Fächern zum Einsatz. Auch in Kieferorthopädie, Parodontologie und Endodontie spielt diese Bildgebung inzwischen eine Rolle.

Selbst wenn kein DVT-Gerät in der eigenen Praxis steht, ist es sinnvoll, den „DVT-Führerschein“ zu machen. Schließlich befähigt die Fachkunde juristisch dazu, eine rechtfertigende Indikation zur Anfertigung von DVT-Aufnahmen zu stellen. Auch wenn Patienten mit DVT-Aufnahmen in die Praxis kommen und eine Befundung erwarten, ist dafür die Fachkunde erforderlich.

Der Kurs der DGI vermittelt alle erforderlichen Kenntnisse entsprechend den Richtlinien. Neben dem Strahlenschutz und den technischen Aspekten der DVT bilden fachliche Abwägungen zur Indikationsstellung aus den verschiedenen Fachgebieten einen Schwerpunkt. Die Befundung verschiedenster DVT-Datensätze von unterschiedlichen Geräten steht im Mittelpunkt der praktischen Ausbildung. Die Teilnehmer nutzen dazu typische radiologische Befundungsstrategien und werden an einem in der gastgebenden Praxis aufgestellten DVT-Gerät instruiert.

Neues Strahlenschutzgesetz. Zum Jahresende tritt das neue Strahlenschutzgesetz in Kraft. Es wurde bereits im Bundesgesetzblatt am 3. Juli 2017 publiziert (Jahrgang 2017 Teil I Nr. 42). In ihm ist auch die medizinische Anwendung ionisierender Strahlung, also auch das (zahn-)medizinische Röntgen, geregelt und sie ersetzt damit die Röntgenverordnung. „Inwieweit es noch eine extra Verordnung mit Regelungen zum (zahn-)medizinischen Röntgen geben wird, ist derzeit jedoch noch nicht bekannt“, sagt Professor Schulze im Gespräch mit der ZZI. Die aktuelle Fachkunderichtlinie bleibe vorerst weiter gültig. Allerdings wird nach Informationen des Bundesumweltministeriums eine neue Regelung vorbereitet. Wann diese in Kraft treten wird und wie sie aussieht, ist noch nicht bekannt.

Technische Weiterentwicklungen. Bei den DVT-Geräten geht die technische Entwicklung weiter. So spielen Kontrolle und Korrektur von Patientenbewegungen eine immer größere Rolle. Diese sind aufgrund der langen Scanzeiten von mehreren Sekunden immer in mehr oder weniger großer Ausprägung vorhanden. „Geräte von Planmeca oder 3Shape haben bereits Techniken integriert, die eine entsprechende A-posteriori-Korrektur anbieten“, sagt Professor Schulze. Ansonsten seien natürlich aus Kostengründen die Kombigeräte weiter im Trend sowie Geräte mit einem möglichst weiten Spektrum an unterschiedlichen Abbilungsvolumina („Field of View“).

Strahlenbelastung reduzieren. Bei jeder Röntgenuntersuchung gilt das ALARA-Prinzip: as low as reasonably achievable. Eine Aufnahme sollte mit einer möglichst geringen Strahlenbelastung einhergehen. Sogenannte (Ultra-)Low-Dose-Protokolle sollen die Belastung bei einer DVT-Untersuchung unter jene eines OPGs senken. Professor Schulze ist noch skeptisch: „Ultra-Low-Dose ist zuallererst einmal ein Verkaufsargument. Belastbare publizierte Daten gibt es bisher nicht.“ Natürlich sei es wichtig, die Dosis abzusenken, allerdings leide die Bildqualität darunter. Gleichwohl hält der Experte dosissparende Ansätze für wichtig. „Der Anwender solle immer nur die notwendige Dosis zur Beantwortung der Fragestellung verwenden, d. h. die Expositionsparameter so variieren, dass sie zur Beantwortung der Fragestellung eine ausreichende Bildqualität ermöglichen. Dieses Optimierungsprinzip wird zukünftig eine größere Rolle spielen, auch in der Gesetzgebung.“

Barbara Ritzert, Pöcking

 


(Stand: 28.11.2018)

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