3. Leitlinienkonferenz der DGI

PDF

 

Vier klinisch relevante Themen auf der Agenda

Im September 2018 setzte die DGI ihre Leitlinienarbeit fort. Vier Themen wurden bearbeitet: Implantate bei immunsupprimierten Patienten, Implantate in der Kieferorthopädie, periimplantäres Weichgewebemanagement und Verbundbrücken.

Leitlinien sind in der modernen (Zahn-)Medizin unverzichtbar: Es sind nützliche Leitplanken für die Praxis. Sie beschreiben jene „therapeutische Breite“, in deren Rahmen Zahnärzte sich sicher bewegen können. „Leitlinien liefern einen Korridor für unsere therapeutischen Entscheidungen, den wir selbst auf der Basis der bestverfügbaren Evidenz einer systematischen Literaturrecherche und unserer klinischen Expertise beschreiben“, erklären DGI-Präsident Prof. Dr. Frank Schwarz, Frankfurt, und DGI-Vizepräsident Prof. Dr. Knut A. Grötz, Wiesbaden.

Als weltweit erste Fachgesellschaft auf dem Gebiet der Implantologie hatte die DGI unter ihrem damaligen Präsidenten Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Kassel, im Jahr 2010 die Arbeit an Leitlinien nach dem Regelwerk der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) gestartet. Die erste DGI-Leitlinienkonferenz lieferte 2010 die Basis für eine S3-, zwei S2k-Leitlinien und eine DGI-Empfehlung, die zu Grundlagen der Therapie geworden sind. Aus der Folgekonferenz 2015 gingen vier S3-Leitlinien hervor. Alle sind verfügbar unter www.dgi-ev.de/leitlinien

Im Jahr 2018 ging die Leitlinienarbeit der DGI in Zusammenarbeit mit anderen medizinischen und zahnmedizinischen Fachgesellschaften in Eltville weiter. Im Mittelpunkt standen vier Themen, die von interdisziplinären Arbeitsgruppen bearbeitet wurden.

„Wir versorgen zunehmend Patienten nach einer Strahlentherapie, Diabetiker oder Patienten, die Antiresorptiva erhalten, nach sorgfältiger Prüfung mit Implantaten. Allerdings fehlt eine Einschätzung zu jener äußerst komplexen und heterogenen Gruppe von Patienten mit Immunschwäche oder unter Immunsupression“, erklärt Prof. Dr. Knut A. Grötz. Darum hat sich eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Prof. Grötz dieses Themas angenommen. Die Vorarbeiten haben auch schon ein erstes Ergebnis geliefert: „Patienten mit Morbus Crohn haben ein erhöhtes Risiko für einen Implantatverlust und müssen daher darüber aufgeklärt werden“, sagt Professor Grötz.

In der zweiten Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Benedict Wilmes, Düsseldorf, diskutierten die Experten angesichts des zunehmenden Einsatzes von Implantaten in der Kieferorthopädie beispielsweise, wo die Insertion erfolgen und die Nutzung aussehen soll; ebenso geht es um Indikationen, bei denen Implantate Vorteile im Vergleich zur konventionellen Verankerung bieten.

„In der dentalen Implantologie haben wir die grundlegenden Probleme nahezu gelöst“, erklärt Prof. Dr. mult. Robert Sader, Frankfurt. „In der Zukunft spielen daher andere Aspekte, etwa die Ästhetik oder die Verhütung einer Periimplantitis, eine große Rolle.“ Darum sei das Management der Weichgewebe ein wichtiges Thema für die Implantologie und damit für eine Leitlinie, so der Moderator der entsprechenden Arbeitsgruppe „Periimplantäre Weichgewebeaugmentation“.

Prof. Dr. Florian Beuer leitete die Arbeitsgruppe Verbundbrücken. „Dies ist ein Thema, das jeden Praktiker umtreibt“, sagt der Fortbildungsreferent der DGI. „Wir haben den komplett osseointegrierten Pfeiler und den parodontal gelagerten Pfeiler. Darf man die beiden miteinander verbinden?“ Die wissenschaftliche Evidenz ist auf diesem Gebiet schwach und heterogen, gleichwohl ist Professor Beuer optimistisch, dass eine Leitlinie am Ende des Prozesses zur Verfügung stehen wird. Im Plenum wurden die Ergebnisse der Arbeitsgruppen diskutiert und verabschiedet. Damit ist der Prozess allerdings noch nicht abgeschlossen. Bis zur endgültigen Verabschiedung der Leitlinien werden noch einige Monate vergehen.

Barbara Ritzert, Pöcking

 

 

 


(Stand: 28.11.2018)

DGI Nachrichten aktuell

Implantieren in Zeiten von Corona? 
Der Präsident der DGI, Prof. Dr. Dr. Knut A. Grötz mit einem Statement

zum Statement Prof. Grötz

Aktuelle Ausgabe 2/2020

Im Fokus

  • CMD: Implantatprothetische Therapie
  • Zahnimplantate bei Diabetes mellitus
  • Zirkonoxid in Einzelzahnlücken

FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

WERDEN SIE AUTOR

Sie haben ein spannendes Thema aus dem Bereich der Implantologie und würden gerne einen Artikel dazu in der ZZI veröffentlichen? Dann nutzen Sie unseren Editorial Manager und reichen Sie ihr Manuskript direkt bei uns ein.

Manuskript einreichen