Befestigungselemente

 

Befestigungselemente

Dr. Tobias Bensel, PD Dr. Arne F. Boeckler

Warum Sie diesen Beitrag lesen sollten?

Der Variantenreichtum von Befestigungselementen für implantatgetragene Zahnprothesen ist scheinbar unbegrenzt. Die richtige und nachhaltige Versorgung für die meist betagteren Patientinnen und Patienten zu wählen, stellt den Behandler daher vor große Herausforderungen. Der folgende Beitrag greift diese Thematik auf und stellt Überlegungen an, wie minimalinvasive Behandlungsschritte und einfach zu handhabende und zu reinigende prothetische Lösungen aussehen können.

Einleitung

Obwohl die Fortschritte in der Behandlung und Vermeidung der Karies beachtlich sind und das Auftreten von starken Parodontopathien in den Industrienationen abnimmt, wird der Zahnverlust in der älter werdenden Gesellschaft trotzdem eine Realität bleiben [10, 15]. Infolge des demografischen Wandels ist damit zu rechnen, dass der Anteil unbezahnter Menschen in den älteren Bevölkerungsgruppen erheblich sein wird. Möglicherweise kann die Zahl sogar steigen [7]. In der täglichen Praxis wird versucht, jeden natürlichen Zahn zu erhalten. Damit können invasive Behandlungsschritte und sogar Überbehandlungen vermieden werden. Bei eingetretenem völligem Zahnverlust sind die Patienten auf Zahnersatz angewiesen, der die orale Funktion erhalten kann. Zusätzlich sollte der Zahnersatz leicht hygienisierbar und an Alterungsprozesse anpassbar sein [5]. Bei diesen Anforderungen an den Zahnersatz können strategisch gesetzte Implantate hilfreich sein [25]. Implantatgetragene Zahnprothesen bieten da durchaus viele Vorteile. Diese bestehen grundsätzlich in der Erhöhung der Retention und der Stabilität des Zahnersatzes. Dabei spielen die Zahl und die Position der gesetzten Implantate eine eher untergeordnete Rolle. Bei älteren Patienten mit z. B. Xerostomie oder auch bei alterungs- und krankheitsbedingtem Abbau der motorischen Kontrolle, wie bei auftretender Demenz, wird der Prothesenhalt deutlich durch die Insertion von strategisch gesetzten Implantaten verbessert [23, 25].

Nun stellt sich die Frage nach den Verankerungssystemen für implantatgetragene Zahnprothesen. Dazu kann kurz und knapp gesagt werden, dass Zahl und Möglichkeiten für Befestigungselemente auf dem Markt fast unendlich sind [1]. Für welches System wir uns in der Behandlung entscheiden, sollte daher im Team mit dem vertrauten Zahntechniker und immer im Sinne der Patienten entschieden werden [12]. Es gilt aber dennoch folgende allgemeine mechanische Anforderungen zu beachten [14]: Die Befestigungselemente sollten kleine Abmessungen aufweisen. So können große und voluminöse Suprakonstruktionen vermieden werden. Die Befestigungselemente sollten keinem hohen Verschleiß unterliegen. Dann kann das Intervall von Instandsetzungs- und Austauscharbeiten relativ groß sein. Im Idealfall sollten die Befestigungselemente eine Korrektur von Achsdivergenzen zwischen den Implantaten ermöglichen. Die Befestigungselemente müssen unbedingt über glatte Konturen verfügen, damit die Patienten sich nicht verletzen können, falls die Prothese nicht getragen wird. Bei den klinischen Eigenschaften der Befestigungselemente muss unbedingt beachtet werden, dass die Retentionskraft justierbar ist. Die Verankerungssysteme sollten im Idealfall chairside repariert werden können. Besonders wichtig sind auch einfache Handhabung und Reinigung der prothetischen Versorgung [18]. Dies trifft besonders für geriatrische Patienten mit nachlassender manueller Geschicklichkeit zu. Auch Pflegekräfte sollten einfach und sicher in die Lage versetzt werden können, die Reinigung täglich durchführen oder mindestens unterstützen zu können. Ein grundsätzlich geringer Erhaltungsaufwand zeichnet gute Befestigungselemente aus. Dazu gehört auch, dass die Verankerungselemente einfach entfernt werden können, um bei funktionellem Rückbau der Versorgung nicht hinderlich zu sein [3].

Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Literatur keine eindeutige Empfehlung für das eine universal anzuwendende Befestigungssystem für implantatgetragene Prothesen gibt.

In verschiedenen Reviews wurden die Vor- und Nachteile einzelner Verbindungselemente ausgewertet [2, 4]. Stegversorgungen wurden in der Vergangenheit häufig als Befestigungselemente genutzt. Dabei müssen der große vertikale Platzbedarf und die hohen Herstellungskosten eingeplant werden. Die gute Retention und der geringe Reparaturaufwand bei Stegen sind eindeutig vorteilhaft, sofern die Stege reinigungsfähig konstruiert werden. Ein weiteres gängiges Befestigungselement ist der Kugelknopfanker. Kugelknopfanker sind ein eher graziles Verankerungssystem, dafür ist der Verschleiß meist höher. Daher entsteht ein kürzeres Intervall für Austauscharbeiten. Teleskopierende Befestigungselemente werden in der Literatur nur selten beschrieben. Sie werden dafür aufgrund des Tragekomforts und der geringen Austauch- und Instandsetzungsarbeiten meistens von Patienten sehr gut toleriert. Bei teleskopierenden Befestigungselementen wird gegebenenfalls der erhöhte Preis beanstandet [24]. Magnetische Befestigungselemente weisen eine verhältnismäßig geringe Retentionskraft auf [2].

Hintergrund und Fragestellung

Fehlende Zähne werden weltweit immer häufiger durch Implantate ersetzt. Diese sind daher ein immer wichtigerer integraler Bestandteil der zahnärztlich-restaurativen Versorgung. Immerhin werden jährlich ca. 15 Millionen Implantate gesetzt, um überwiegend Erwachsene bis hin zu jüngeren Senioren versorgen zu können. Vor dem Hintergrund einer möglichen weltweiten prosperierenden wirtschaftlichen Entwicklung, kombiniert mit den zu erwartenden technischen Fortschritten, werden auch die Ansprüche unserer Patienten an ihren Zahnersatz steigen. Die Erwartung wird sich bezüglich Funktion und Ästhetik auf ein immer höheres Niveau der restaurativen Zahnheilkunde fokussieren. Die Fortschritte bei den chirurgischen Techniken und den Implantaten führen dazu, dass wir fast jeden teilbezahnten oder zahnlosen Patienten mit festsitzenden implantatprothetischen Konstruktionen versorgen können.

Nun stellen sich im klinischen Alltag einige Fragen in Verbindung mit den Herausforderungen des zu erwartenden demografischen Wandels. Welche Zukunft haben bereits inserierte komplexe festsitzende Restaurationen bei alternden Patienten? Welche Therapiekonzepte können wir älteren, bereits gebrechlichen oder gar multimorbiden Patienten anbieten? Vor diesem Hintergrund stellen wir hier eine etablierte Therapieoption vor, die die Lebensqualität der Patienten erhalten und auch für das Team aus Behandler/Zahntechniker und gegebenenfalls Pflegekräften Vorteile bringen kann.

Patientenwunsch

Wir haben es häufig mit Patienten im 4. Lebensabschnitt zu tun, wenn wir die Entscheidung für Befestigungselemente bei implantatgetragenen Zahnprothesen treffen müssen [20]. Meist sind die Patienten schon prothetisch versorgt. In diesem Beispielfall war der über 80-jährige Patient mit einer Ober- und Unterkiefertotalprothese versorgt worden. Wie so häufig war der Sitz der Oberkieferversorgung bei dem Patienten noch suffizient. Die Unterkiefertotalprothese verlor aufgrund der fortschreitenden Atrophie des Alveolarkamms an Retention (Abb. 1). Die Bisshöhe war für den Patienten zufriedenstellend.

Was war der Patientenwusch? Das Wichtigste ist, über ein schlüssiges Therapiekonzept zu verfügen und dieses den Patienten strukturiert und transparent darzustellen. Die direkten Bedürfnisse der Patienten im 4. Lebensabschnitt sind dabei besonders zu berücksichtigen.

Der Patient wünschte eine Verbesserung seiner Lebensqualität durch einen besseren Halt der Unterkieferprothese. Wie schon in der Einleitung beschrieben, stehen uns viele Behandlungsoptionen zur Verfügung. Diese reichen von implantatgetragenen Stegkonstruktionen, Teleskopen, Locatoren über Kugelknopfanker bis hin zu Magneten. Sogar die Zahl der Implantate ist zu diskutieren [2, 4]. Sind 4 Implantate sinnvoll? Sind 2 Implantate ausreichend? Oder wäre auch nur ein Implantat das Mittel der Wahl? Fragen, die sich stellen und im Einzelfall im Sinne der Patienten entschieden werden müssen [20].

Therapieplanung

In dem vorliegenden Beispielfall wurde, entsprechend verschiedenen Konsensusempfehlungen [8, 21] die Insertion von 2 Implantaten in der Eckzahnregion des zahnlosen Unterkiefers gewählt. Folgende Vorteile dieses Konzepts waren bei der Planung für den zu versorgenden, geriatrischen Patienten ausschlaggebend [8, 21]: Es handelt sich um eine chirurgisch minimalinvasive Intervention. Die Behandlungskosten sind vertretbar. Ein wichtiger Planungsaspekt bestand darin, dem Patienten eine sichere und einfache Handhabung des Ersatzes zu ermöglichen. Es sollte in der Planung der Befestigungselemente unbedingt bedacht werden, dass ältere Patienten häufig Probleme haben, Prothesen mit hoher Retention selbstständig ein- und auszugliedern [13]. Viele Patienten reagieren dann im besten Fall verunsichert. Im schlechtesten Fall tritt bei den Patienten Panik auf. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im schlechtesten Fall eine nicht im Konsens erfolgte Planung bei der Auswahl der Befestigungselemente sogar zur Belastung des Vertrauensverhältnisses zwischen Zahnarzt und Patient führen kann. Zusätzlich muss bei der Planung beachtet werden, dass möglichst wenige Änderungen im Vergleich zu der bestehenden Versorgung hinsichtlich der Okklusionebene, der Bisshöhe und der Form des Prothesenkörpers erfolgen sollten. Wenn die Qualität der bestehenden Prothese es erlaubt, sollte der adaptierte Zahnersatz erhalten werden. Ein weiteres Ziel bei der Umsetzung der Therapie sollte eine möglichst geringe Zahl von Therapiesitzungen sein [16].

Chirurgisches Vorgehen

Zuerst wurde die Unterkiefertotalprothese dubliert und mit 2 Röntgenmesskugeln als Röntgenschablone verwendet (PalaXPress Clear, Heraeus Kulzer, Hanau, Deutschland) (Abb. 2, 3). Die dublierte Prothese wurde im Bereich der geplanten Implantatpositionen (regio 33 und 43) freigeschliffen. Anschließend wurden die Messkugeln einpolimerisiert. Mit der fertiggestellten Röntgenmessschablone wurde eine Panoramaschichtaufnahme angefertigt. Natürlich kann alternativ auch ein digitales Volumentomogramm erstellt werden, was aber zu einem erhöhten finanziellen Aufwand für die Patienten führt. Das nötige diagnostische Vorgehen muss im Einzelfall entschieden werden.

Nach der Modellanalyse und der Auswertung der Panoramaschichtaufnahme wurde die Insertion von 2 Implantaten auf Weichgewebsniveau geplant. Die Röntgenschablone konnte nach Entfernung der Messkugeln als Orientierungsschablone für die Implantatinsertion verwendet werden (Abb. 4). Die besondere Herausforderung bei der Positionierung der Implantate bestand in der Notwendigkeit, die Implantate nebst den späteren Aufbauten unter den gegebenen Prothesenkörper zu platzieren.

Beide Implantate konnten primärstabil und ohne augmentative Therapiemaßnahmen inseriert werden (Abb. 5; Straumann RN SLActive Ø 4,1 mm, Länge 10 mm) (Straumann, Basel, Schweiz). Anschließend wurde die Wunde primär verschlossen (Abb. 6). Aufgrund der lokalen Weichgewebsverhältnisse und des Vorhandenseins eines 2 mm breiten Bands an keratinisierter Gingiva erfolgte die Einheilung der Implantate transgingival mit postoperativ direkt eingeschraubten Gingivaformern.

Prothetische Versorgung

Postoperative Phase

Um den Patienten sofort postoperativ prothetisch versorgen zu können, wurde die vorhandene Unterkiefertotalprothese zur Interimsprothese umgearbeitet. Dazu wurde die Prothese basal reduziert und anschließend intraoral mit einem selbsthärtenden, elastischen Material für die temporäre weichbleibende Versorgung (Visco-Gel, Dentsply Sirona, Bensheim, Deutschland) unterfüttert. Somit konnte der Patient nach der Implantation mit einer suffizienten Zwischenversorgung entlassen werden. An der bekannten Bisshöhe und Bisslage änderte sich für den Patienten nach der Operation nichts. Die Implantate konnten problemlos über einen Zeitraum von 12 Wochen einheilen (Abb. 7). Die temporäre Unterfütterung wurde in dieser Einheilphase einmal erneuert.

Auswahl der Verbindungselemente

Die während der Einheilzeit der Implantate parallel erfolgte, ausgedehnte Adaptationsphase des Weichgewebes ermöglicht zu Beginn der prothetischen Behandlungsphase generell eine präzise Auswahl der bei konfektionierten Einzelverbindungselementen notwendigerweise zu bestimmenden Aufbauhöhen [17, 22]. Es ist darauf zu achten, dass in diesem Fall die gewählten Verbindungselemente im eingeschraubten Zustand eine sichere, supragingivale Position einnehmen. Nur so sind dauerhaft gesunde periimplantäre Verhältnisse zu gewährleisten. [19]. Dafür bieten einige Implantatsysteme spezielle Planungshilfen, mit denen sich intraoral oder aber auf dem Modell die optimale Höhe der zu verwendenden Verbindungselemente sicher bestimmen lässt (Abb. 8).

Es wurde sich in diesem Beispielfall für das Straumann Novaloc Retentionssystem entschieden [6]. Dabei handelt es sich um konfektionierte Einzelverbindungselemente mit einem semipräzisen Matrizensystem auf PEEK-Basis. Es stehen dem Behandler gerade oder um 15° abgewinkelte Sekundärteile zur Verfügung [11], mit denen sich im Bedarfsfall Divergenzen zwischen 2 Implantaten von 60° ausgleichen lassen. Die geraden Verbindungselemente sind in Höhen von 1 mm bis 6 mm erhältlich. Die um 15° abgewinkelten Attachments haben eine Einsatzhöhe von 2–6 mm.

Etablierte Verbindungselemente wie z. B. Locator (Zestanchors, Zest Dental Solutions, Carlsbad, CA, USA) bieten derzeit nicht die alternative Möglichkeit des Einsatzes von angulierten Aufbauten. Des Weiteren zeigt sich bei diesem System in der klinischen Langzeitanwendung regelmäßig eine mechanische Abnutzung des mit Titannitri beschichteten retentiven Aufbaus, der früher oder später eine kostenintensive Erneuerung des Verbindungselements erfordert. Das in dem vorgestellten Fall eingesetzte neuartige Novaloc-Element verfügt über eine alternative kohlenstoffbasierte Beschichtung (ADLC – amorpher diamantähnlicher Kohlenstoff) (Abb. 9). Diese extrem harte Oberfläche bietet einen besseren Schutz vor der Abnutzung durch die Matrizenreibung, was klinisch zu längeren Standzeiten führen soll. Somit kann der bereits genannten Forderung nach einer nachhaltigen und nachsorgearmen Versorgung Rechnung getragen werden [16]. Die notwendige individuelle Anpassung der Retentionskraft an die klinische Situation erfolgt mittels der ausgewählten PEEK-Matrizen. Die jeweilige farbliche Markierung steht laut Herstellern für eine bestimmte Retentionskraft (300–1200 g Abzugskraft) (Abb. 10).

Einarbeiten der Verbindungselemente

Über die Verbindungselemente wurden zum Schutz möglicher unter sich gehender Bereiche Montagemanschetten aus Silikon gelegt. Anschließend wurden die Titanmatrizengehäuse (alternativ auch PEEK) mittels eines Montageeinsatzes auf den Verbindungselementen platziert (Abb. 11). Die vorhandene Unterkieferprothese musste im Bereich der aufzunehmenden Matrizen ausreichend ausgeschliffen werden. Der notwendige Freiraum sollte vor der direkten Einarbeitung der Matrizen z. B. mittels eines dünnfließenden Silikonmaterials überprüft werden (Abb. 12).

Die so positionierten Matrizengehäuse wurden zur Herstellung eines optimalen Verbunds zum Kunststoff vor dem Aufsetzen sandgestrahlt und mit einem Metallprimer nach Herstellerangaben überzogen (Alloy Primer, Kuraray, Tokio, Japan). Unter relativer Trockenlegung wurde nun die ebenfalls mit einem Kunststoffprimer vorbereitete Prothese im Bereich der Aussparungen mit einem speziellen Kunststoff (Quick-Up, VOCO GmbH, Cuxhaven, Deutschland) beschickt und dann in ihre funktionell optimale Endposition verbracht. Während der Aushärtungszeit des Kunststoffs übte der Patient gleichmäßigen Kaudruck auf die Prothese aus. Anschließend wurden alle Überschüsse entfernt und die Prothesenunterseite wurde mittels Politur geglättet.

Die über die Montageeinsätze auf den Novaloc-Elementen verankerte Prothese wurde über einen Zeitraum von 10 Tagen durch den Patienten getragen. Eventuell entstandene Druckstellen wurden beseitigt, sodass eine ungestörte Tragefunktion gewährleistet war. Nunmehr wurden die Montageeinsätze mittels eines Aushebeinstruments entfernt und die finalen Retentionseinsätze mittels eines speziellen Einsetzinstruments fixiert (Abb. 13). Dabei hat sich der Einsatz von Matrizen mit einer mittleren Retentionskraft (gelb) als gute Basisversorgung etabliert (Abb. 14). Sollte ein Patient einmal mehr oder weniger Retentionkraft benötigen, kann dies durch den Wechsel auf alternative Einsätze mühelos erfolgen. Weitere Kontrollen wurden standardmäßig nach 6, 24 Wochen und nach 12 Monaten durchgeführt. Anschließend befand sich der Patient im gewohnten Recall [9] (Abb. 15, 16).

Eine Vielzahl von implantatverankerten Unterkiefertotalprothesen werden für Patienten im fortgeschrittenen Alter geplant und hergestellt. Es sollte daher darauf geachtet werden, ob möglicherweise eine zusätzliche Ein- und Ausgliederungshilfe in die Versorgung integriert werden muss. Derartige Eingliederungshilfen sind nicht nur eine große funktionelle Unterstützung für die Patienten. Sie können auch die Arbeit des Pflegepersonals deutlich erleichtern.

Schlussfolgerung

Als Behandler sollten wir zuallererst immer die Bedürfnisse unserer Patienten vor Augen haben. Da bei einer gewissen Zahl älterer Patienten die Angst vor dem chirurgischen Eingriff eine wichtige Rolle spielt, ist eine eher minimalinvasive chirurgische Planung von Vorteil. Aufgrund der geriatrischen Forderung nach einem zuverlässigen, wartungsarmen und im klinischen Alltag sowohl für Patienten als auch für Behandler einfach zu handhabenden Therapiekonzept wurde in dem dargestellten Fall eines zahnlosen Unterkiefers eine implantatprothetische Basisversorgung mit 2 interforaminären Implantaten realisiert. Als Verbindungselemente kamen mit dem Novaloc-System präfabrizierte Einzelattachments mit einer neuartigen und abnutzungsresistenten Oberflächenbeschichtung zum Einsatz.

 

Interessenkonflikt: PD Dr. Arne Boeckler gibt an, dass er in den letzten 5 Jahren u. a. Honorare für Vorträge von der Firma Straumann erhalten hat. Dr. Tobias Bensel gibt an, dass kein möglicher Interessenkonflikt im Zusammenhang mit diesem Beitrag besteht.?

 

Zitierweise: Bensel T, Boeckler A: Befestigungselemente. Z Zahnärtzl Implantol 2018; 34: 300–306.

DOI: 10.3238/ZZI.2018.0300–0306

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Fotos: Arne F. Boeckler

 

 

 


(Stand: 21.12.2018)

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