Ein Meilenstein

Die neue Klassifikation parodontaler und periimplantärer Erkrankungen und Zustände

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Die neue Klassifikation parodontaler und periimplantärer Erkrankungen und Zustände, die im November 2017 in Chicago erstellt wurde, ist ein Meilenstein. Erstmals wurde ein System entworfen, das zukünftige Änderungen deutlich vereinfacht und Patienten durch das Staging und Grading in besser vergleichbare Gruppen einteilt. Weitere Neuerungen sind die Definition von „gesund“ und die Integration von Implantaten, was längst überfällig war. Wo aber liegt der Mehrwert für den Kliniker und Praktiker? War eine suffiziente Patientenbehandlung vorher nicht möglich? Konnten wir uns „früher“ kein Bild eines Parodontitispatienten machen? Das Gute: Für den Praktiker ändert sich wenig. Der Parodontitispatient wird weiterhin eine systematische Parodontaltherapie mit Recall benötigen. Was sich ändert – und das sehr zum Positiven – ist, dass durch den neuen definierten Zustand „gesund“ eine erfolgreiche Behandlung für den betroffenen Patienten und den Behandler viel besser abbildbar ist und, auch wenn es weiterhin ein Parodontitis­patient ist, von keinem erhöhten Risiko ausgegangen werden muss. Die Einteilung in Stages von 1–4 erleichtert es Patienten zudem, die Schwere ihrer Erkrankung besser verstehen zu können. Denn auch Parodontitispatienten sind zahnmedizinische Laien. Durch die genauere Einteilung in verschiedene Gruppen lassen sich in Studien einheitlichere Kollektive untersuchen, und die dabei gewonnenen Daten werden einen positiven Einfluss auf die Patientenbehandlung haben.

Was jetzt – bereits fast 2 Jahre später – wichtig ist, ist die systematische Verwendung der neuen Klassifizierung, um eine einheitliche Basis zu schaffen. Dies bedarf der Mitarbeit aller. Wir untereinander und besonders an den Universitäten und anderen Fort- und Weiterbildungseinrichtungen sind aufgefordert, die neuen Kollegen einheitlich auszubilden. Dies abteilungsübergreifend zu erreichen wird nicht ganz einfach, sollte aber das Ziel sein. Aber auch in den Praxen, im kollegialen Austausch und im Überweiserumfeld muss darauf geachtet werden, dass die neue Klassifikation, die bald ihren 2. Geburtstag feiert, mit Selbstverständlichkeit verwendet wird. Einer der Vorteile der neuen Klassifizierung könnte dabei entscheidend helfen: Sie ist bedeutend einfacher und systematischer aufgebaut und erleichtert die Verwendung im Alltag.

Sowohl in der Forschung als auch in der Patientenbehandlung hat es noch nie geschadet, ein genaueres und besser vergleichbares Krankheitsbild zeichnen zu können. Zu den Profiteuren gehören wir in besonderem Maße: Wir sind nicht nur Behandler und Wissenschaftler, sondern unter Umständen auch die Patienten der Zukunft.


(Stand: 05.12.2019)

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