Impulse & Perspektiven

Die DGI-Fortbildung ist für 2022 gut gerüstet

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Mit Optimismus, neuen Themen und neuen Köpfen ins Fortbildungsjahr.

„Wir knicken vor Corona nicht ein.” Das erklärte das Fortbildungsteam der DGI um Dr. Christian Hammächer und Dr. Norbert Grosse in der letzten Ausgabe dieses Journals im Jahr 2020. Damals lag ein schwieriges Jahr hinter dem Team. Im Jahr 2020 hatten die Macher der Fortbildung 18 neue Kurse und auch neue Referenten auf das Programm gesetzt. Eine neue Compact-Serie – Ästhetik in der Implantologie – sollte in vier Kursen aktuelle Informationen zu diesem Thema vermitteln und für ein DGI-Special hatte das Team international renommierte Experten gewonnen. Und dann kam Corona – und alles kam anders. Nur zwei Kurse konnten in Präsenz stattfinden, 17 wurden abgesagt oder verschoben. Wenn möglich fanden Kurse, etwa im Curriculum, online statt. Die Lernkurve war steil, aber mit großem Einsatz konnte das Team – und nicht zuletzt auch die Referenten der Kurse – die Herausforderungen bewältigen. „Als ich mein Amt 2018 antrat, war mir klar, dass dieses nicht nur sehr spannend, sondern sicherlich auch fordernd sein würde“, sagt Dr. Hammächer. „Aber so etwas wie eine Pandemie und deren Auswirkungen habe ich mir natürlich nicht ausgemalt.“

Nun geht das zweite Coronajahr zu Ende und das Team der DGI-Fortbildung hat gezeigt, dass es vor Corona in der Tat nicht eingeknickt ist. Die Bilanz kann sich sehen lassen. In Präsenz fanden 24 Kurse statt, zehn Kurse liefen online. Auch das verschobene DGI-Special zum Thema Knochenregeneration wurde online nachgeholt. Abgesagt werden mussten nur vier Kurse.

Auch der mehrfach verschobene Auslandskurs in Paris ging im September erfolgreich über die Bühne – und konnte sogar aufgrund des neuen Termins mit einem verhüllten Arc de Triomphe aufwarten. Die zweite Staffel der Compact-Serie „Ästhetik in der Implantologie“ und deren auch einzeln buchbaren Kurse stieß auf ebenso viel Interesse wie die neue Compact-Serie zum Thema CAD/CAM.

Neu im Programm war auch ein spannender Online-Kurs zum Thema Fallplanung von DGI-Vizepräsident Prof. Dr. Florian Beuer (Berlin) mit zwei Terminen.

Im Curriculum Implantologie gingen in diesem Jahr 215 Teilnehmende an den Start, 51 mehr als im ersten Coronajahr 2020 und 39 mehr als im coronafreien 2019. Die Nachfrage nach diesem Angebot der DGI, das seit 1998, also seit 23 Jahren den Goldstandard in der implantologischen Fortbildung definiert, ist ungebrochen hoch. Acht Serien gingen 2021 an den Start, sieben wurden abgeschlossen. Auch der zweimodulige Kurs „Sedierung und Notfallmanagement in der implantologischen Praxis“ lief 2021 als erfolgreiches Präsenz-Angebot mit vier Serien weiter – und gehört damit zu den besonders erfolgreichen Dauerbrennern im Portfolio der DGI-Fortbildung. Seit dem ersten Kurs Ende 2018 haben 385 Zahnärztinnen und Zahnärzte diesen zertifizierten Kurs absolviert. Und es gab 2021 eine Ergänzung: ein Kurs ausschließlich für die zahnmedizinische Assistenz. Teilgenommen haben daran 36 Team-Assistentinnen.

Pandemie gut überstanden

Die Curricula für die zahnmedizinischen Assistenzberufe und die Zahntechnik haben die Pandemie unbeschadet überstanden. Die Module fanden, wenn möglich, in Präsenz statt. Das Curriculum ZMFI (Zahnmedizinische Assistenz für Implantologie und Implantatprothetik), entwickelt vom Landesverband Bayern, hat seit 2018 zwei Serienschwestern Nord und Mitte. „Das hat der Entwicklung dieses Angebots sehr gutgetan“, sagt Dr. Norbert Grosse, „obwohl wir coronabedingt die Serie Mitte 2021 absagen mussten.“

„Natürlich war der Aufwand auch 2021 noch enorm“, sagt Sabine Ahlers, die im Team die Organisation der Veranstaltungen managt. Die sich immer wieder verändernden regionalen Anforderungen an das Hygienekonzept waren dabei eine besondere Herausforderung, die man ständig im Auge haben musste. Die meisten Module des Curriculums wurden, abhängig von der Inzidenz und den jeweiligen behördlichen Vorschriften für Veranstaltungen, ein- bis zweimal verschoben, verändert oder mussten online stattfinden. „Aber wir sind gut durch diese Zeit gekommen, das Hygienekonzept hat gehalten, weil alle mitgemacht haben und auch die Online-Kurse wurden aufgrund des Engagements der Referenten von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr gelobt“, betont Sabine Ahlers. „Im Umgang mit der Pandemie haben wir wertvolle Erfahrungen gesammelt, die ständig in unsere Hygienekonzepte eingeflossen sind, sodass die Präsenzveranstaltungen bislang toi, toi, toi ohne eine Infektion durchgeführt wurden“, betont Dr. Norbert Grosse.

Wunsch nach Normalität

„Wir haben in der Tat viel Begeisterung und Bestätigung für unsere Online-Kurse ernten können“, sagt Dr. Hammächer. Doch das Team weiß aufgrund von Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen auch, dass viele die Präsenzkurse mit ihrem kollegialen Austausch von Angesicht zu Angesicht schon vermisst haben und vermissen. „Der Tenor ist generell der Wunsch nach einer Rückkehr der Normalität“, lautet das Fazit von Dr. Hammächer, „selbst wenn es nicht überraschend ist, dass Kolleginnen und Kollegen die Entwicklung auch noch mit Skepsis und Vorsicht betrachten.“ Dies ist für das Team der Fortbildung angesichts der aktuellen Entwicklung der Pandemie ebenso nachvollziehbar wie der Wunsch nach Präsenz. „Wir werden also weiterhin, wie schon im vergangenen Jahr auf Sicht fahren“, betont Dr. Hammächer. Zwar dominieren im Programm der Fortbildung für das kommende Jahr die Präsenzkurse, doch ist den Fobi-Machern bewusst, dass sie flexibel bleiben müssen. „Wir haben die Online-Variante stets im Hinterkopf und sind darum auch froh, dass die entsprechenden Konzepte mittlerweile auch ausgereifter sind als zu Beginn der Pandemie.“

Für das kommende Fortbildungsjahr 2022 hat das Team ein Programm zusammengestellt, das neben den Dauerbrennern und den inzwischen etablierten Formaten wie den Compact-Serien sowie dem DGI-Special, vor allem neue Themen und neue Köpfe präsentiert. „Die Programmgestaltung war nicht nur getrieben von neuen Entwicklungen und Forschungsergebnissen im Bereich der Implantologie, sondern auch von der Suche nach neuen Namen, die bislang nicht zu unserem Pool von Referentinnen und Referenten gehören“, sagt Dr. Grosse.

Neue Themen

Neu im Programm ist beispielsweise ein Doppelmodul zum Thema „Blut, Blutkonzentrate, Blutentnahme und Biologisierung von Biomaterialien“, geleitet von Prof. Dr. Sharham Ghaanati in Frankfurt/Main, bei dem der Hands-on-Teil schon im Titel deutlich wird. Gleich drei Kurse und drei verschiedene Referenten beschäftigen sich mit dem Thema Augmentation. Auf die Frage, ob das nicht zu hoch dosiert ist, bleibt Dr. Grosse gelassen: „Das sensitive Handling von geringem Knochenangebot mit den verschiedensten OP-Verfahren und diversen Ersatzmaterialien hängt sehr von den persönlichen Erfahrungen ab. Wir glauben, dass es deshalb für Kolleginnen und Kollegen, die komplexe und schwierige Fälle angehen, interessant ist, wie die unterschiedlichen Referenten und Schulen diese Fälle angehen, lösen und ihren dauerhaften Erfolg absichern.“

Mit Blick auf das Fortbildungsjahr 2022 formuliert Dr. Grosse die Hoffnung „auf bessere, vorhersehbarere, und geordnetere Rahmenbedingungen, sodass unsere Teilnehmer ihre Fortbildung hoffentlich auch besser planen können“.

 


(Stand: 19.11.2021)

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