Augmentationschirurgie

PDF

Gelungenes Standardwerk zu biologischen Grundlagen, Operationstechniken und klinischen Herausforderungen

Gerade die Implantologie scheint geprägt zu sein von Meinungen und Detailwissen. So finden sich viele Autoren, die strahlende, gut dokumentierte und wundervoll fotografierte Fälle auf Kongressen zeigen. Den detaillierten, sachlich präzisen Blick auf unterschiedliche Techniken jedoch, in der gesamten Breite des Faches, wagt kaum einer dieser Autoren.

Auf die Frage „Welches Standardwerk gibt es denn in der Implantologie?“ konnte ich für den Bereich der Augmentation bisher nie eine wirkliche Antwort geben. Daher ist mir es eine besondere Freude, das vorliegende Buch in den Händen zu halten. Und wer jetzt glaubt, Professor Hendrik Terheyden steht ausschließlich für autologe Augmentationen und zeigt seine heroischen Fälle, liegt an dieser Stelle falsch. Es handelt sich um ein breit gefächertes Potpourri, das mit den biologischen Grundlagen beginnt. Es finden sich Details zur Knochenheilung, zur Regeneration und auch ganz praktische Aspekte zur Vorbeugung von Wunddehiszenzen. Gerade mit Blick auf diese praktischen Auswirkungen handelt es sich um ein einmaliges Kapitel.

Bei der Abwägung der Knochenersatzmaterialien kommt natürlich der autologe Knochen nicht zu kurz. Die Knochenersatzmaterialien finden eher einen zu schmalen Raum, der diese Anwendung nicht wirklich gerecht wird. An dieser Stelle hätte das Buch sicher von der Sichtweise weiterer Autoren profitiert.

Des Weiteren begeistert ein praxisnaher Teil zu Operationstechniken von der Patientenführung und -vorbereitung, zu den Standards, der OP-Technik über das Weichgewebsmanagement und die Standard-OP-Techniken bis zu Alternativen und Besonderheiten. Genau an dieser Stelle wird das breite Wissen und die vornehme norddeutsche Zurückhaltung des Autors deutlich. Dabei steht nicht die persönliche Selbstdarstellung des Operateurs, sondern die Freude an Struktur und Didaktik im Vordergrund. Auch das Thema „Behandlung der Extraktionsalveole“ findet einen würdigen Rahmen.

Im letzten Kapitel dann wird der Entscheidungsfindung Raum gegeben. Entsprechend der Defektsituation werden z.B. für den seitlichen Kiefer oder den zahnlosen Kiefer, aber auch für das Komplikationsmanagement, klinisch ansprechende Beispiele in einer eindrucksvollen Bebilderung dargestellt.

Herr Professor Terheyden legt damit sowohl in der Breite als auch in der distanziert sachlichen Betrachtung, der einwandfreien Bebilderung und herausragenden Didaktik aus meiner Sicht das erste würdige Standardwerk zum Thema Augmentationen in der Implantologie vor. Der Fokus liegt auf der klaren Didaktik, der fundierten Darstellung der chirurgischen Techniken und der Vollständigkeit autologer Augmentationen.

In der nächsten Ausgabe oder im Teil II, den es sicher geben wird, freue ich mich dann auf eine noch breitere Würdigung der Knochenersatzmaterialien und unterschiedlicher Membrantechniken. Aber das, was sich uns hier schon „aus einem Guss“ präsentiert, ist bereits einmal und höchst lehrreich.

Wem der Preis von 218,00 Euro für dieses Werk zu hoch erscheint, dem sei geraten, dieses Buch einmal in die Hand zu nehmen, darin zu blättern und man wird feststellen, es ist jeden Euro wert. Mit über 1300 Abbildungen ist der visuelle und intellektuelle Informationsgehalt kaum zu überbieten. Viel Spaß beim Blättern in einem richtigen Buch.

Hendrik Terheyden, 1. Auflage 2021, Quintessence, Hardcover, 21 × 28 cm, 408 Seiten, 1383 Abbildungen, ISBN 978–3–86867–548–1

218,00 Euro


(Stand: 22.11.2021)

DGI Nachrichten aktuell

In Memoriam an Karl-Ludwig Ackermann. Ein Nachruf von Prof. Dr. Günter Dhom und Gedenken an einen ganz „Großen“ der Zahnmedizin. 

zum Nachruf an Dr. Ackermann

Aktuelle Ausgabe 4/2021

Im Fokus

  • Implantologie in der allgemeinen Zahnarztpraxis
  • Anwendung filamentgedruckter Bohrschablonen
  • Full-mouth-Rehabilitation bei komplexen Fällen

FORTBILDUNGSANGEBOTE DGI

Die DGI bietet ein umfassendes und überregionales Fortbildungsangebot an. 

WERDEN SIE AUTOR

Sie haben ein spannendes Thema aus dem Bereich der Implantologie und würden gerne einen Artikel dazu in der ZZI veröffentlichen? Dann nutzen Sie unseren Editorial Manager und reichen Sie ihr Manuskript direkt bei uns ein.

Manuskript einreichen