Editorial - ZZI 04/2017

ZZI - Neues Konzept

Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas

Seit der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) 1994 ist die Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie (ZZI) die Mitgliederzeitschrift der DGI. Unter großem Einsatz haben ihre Schriftleiter und die Autoren den Mitgliedern Aktuelles und Wissenschaftliches aus der Implantologie präsentiert. Mit dieser Tradition soll keinesfalls gebrochen werden. Die Welt der Informationen der Implantologie um uns herum hat sich gewandelt und erfordert eine Neuausrichtung unserer lieb gewordenen Bekannten, der ZZI. Mit dem International Journal of Implant Dentistry hat die DGI gemeinsam mit der Japanischen Gesellschaft für Implantologie (JSOI) ein erfolgreiches Journal geschaffen, das hochkarätige Wissenschaft auf Impact-Factor-Niveau bietet. Damit stellt sich die Frage, ob die Zahnärztin oder der Zahnarzt in der täglichen Praxis tatsächlich Interesse an deutschsprachigen wissenschaftlichen Publikationen hat. Auch für die Autoren sind diese häufig unattraktiv, da sie im modernen Wissenschaftssystem nicht „mitgezählt“ werden. Auf der anderen Seite hat sich in den letzten Jahren am Markt eine Reihe bunter Hochglanzbroschüren etabliert, die man umsonst in die Praxis bekommt. Hier findet man schöne Berichte, bei denen man jedoch nie genau weiß, ob sie jemals von einem Schriftleiterboard gelesen wurden oder ob sogar direkte Industrieinteressen dahinterstehen.
Es wird also höchste Zeit für unsere ZZI, sich der Zeit anzupassen und die Lücke zwischen „High-End-Wissenschaft“ und „bunten Fällen“ kompetent zu schließen. Wir möchten praxisnahe Informationen und Fälle auf wissenschaftlich hohem Niveau bieten, die den DGI-Mitgliedern bei der täglichen Arbeit helfen. Zu jeder ZZI soll ein hochkarätiger Review-Artikel die wissenschaftliche Evidenz zu einem Thema auf unabhängiger Ebene zusammenfassen. Natürlich sollen diese Inhalte dann auch cross-medial im Zusammenhang mit den digitalen Angeboten der DGI und des Ärzteverlages verfügbar sein.
Ein Wort noch zur Verbindung mit der Industrie: Die vorgestellten Fallberichte behandeln natürlich auch immer Medizinprodukte, die auf dem Markt erhältlich sind. Wir möchten ganz bewusst auch „Ross und Reiter“ benennen und nicht mit praxisfernen Verklausulierungen arbeiten. Es wird sicherlich immer Industrieinteressen geben, die jedoch bei der Darstellung unserer Fallberichte keine Rolle spielen dürfen. Gemäß der Compliance-Richtlinie der DGI heißt es hier: Transparenz mit Offenlegung möglicher Zusammenhänge. Auch in dieser Frage möchte die DGI, wie gewohnt, einen Schritt voraus sein.
Man könnte also die neue ZZI mit den Worten zusammenfassen: „Wissenschaft mit Emotion“. Unter diesem Motto möchte ich Sie als DGI-Mitglied herzlich einladen, an der neuen ZZI aktiv mitzuwirken. Beiträge aus dem Mitgliederkreis sind herzlich willkommen. Bitte senden Sie Ideen, Anregungen und Beiträge zu meinen Händen. Die ZZI wird nicht von der ersten Ausgabe an perfekt sein, aber sie ist unser Mitgliedermagazin, und wir freuen uns, dieses für die Zukunft attraktiv zu halten.?

 

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