Archiv

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Die Ausgaben der „ZZI“ der Jahrgänge 2002 bis 2008 finden Sie auf der Seite Archiv 2002 bis 2008.

Artikel der ausgewählten Ausgabe


Editorial
Ausgabe 04/2017

ZZI - Neues Konzept


Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas

Seit der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) 1994 ist die Zeitschrift für Zahnärztliche Implantologie (ZZI) die Mitgliederzeitschrift der DGI. Unter großem Einsatz haben ihre Schriftleiter und die Autoren den Mitgliedern Aktuelles und Wissenschaftliches aus der Implantologie präsentiert. Mit dieser Tradition soll keinesfalls gebrochen werden. Die Welt der Informationen der Implantologie um uns herum hat sich gewandelt und erfordert eine Neuausrichtung unserer lieb gewordenen Bekannten, der ZZI. Mit dem International Journal of Implant Dentistry hat die DGI gemeinsam mit der Japanischen Gesellschaft für Implantologie (JSOI) ein erfolgreiches Journal geschaffen, das hochkarätige Wissenschaft auf Impact-Factor-Niveau bietet. Damit stellt sich die Frage, ob die Zahnärztin oder der Zahnarzt in der täglichen Praxis tatsächlich Interesse an deutschsprachigen wissenschaftlichen Publikationen hat. Auch für die Autoren sind diese häufig unattraktiv, da sie im modernen Wissenschaftssystem nicht „mitgezählt“ werden. Auf der anderen Seite hat sich in den letzten Jahren am Markt eine Reihe bunter Hochglanzbroschüren etabliert, die man umsonst in die Praxis bekommt. Hier findet man schöne Berichte, bei denen man jedoch nie genau weiß, ob sie jemals von einem Schriftleiterboard gelesen wurden oder ob sogar direkte Industrieinteressen dahinterstehen.
Es wird also höchste Zeit für unsere ZZI, sich der Zeit anzupassen und die Lücke zwischen „High-End-Wissenschaft“ und „bunten Fällen“ kompetent zu schließen. Wir möchten praxisnahe Informationen und Fälle auf wissenschaftlich hohem Niveau bieten, die den DGI-Mitgliedern bei der täglichen Arbeit helfen. Zu jeder ZZI soll ein hochkarätiger Review-Artikel die wissenschaftliche Evidenz zu einem Thema auf unabhängiger Ebene zusammenfassen. Natürlich sollen diese Inhalte dann auch cross-medial im Zusammenhang mit den digitalen Angeboten der DGI und des Ärzteverlages verfügbar sein.
Ein Wort noch zur Verbindung mit der Industrie: Die vorgestellten Fallberichte behandeln natürlich auch immer Medizinprodukte, die auf dem Markt erhältlich sind. Wir möchten ganz bewusst auch „Ross und Reiter“ benennen und nicht mit praxisfernen Verklausulierungen arbeiten. Es wird sicherlich immer Industrieinteressen geben, die jedoch bei der Darstellung unserer Fallberichte keine Rolle spielen dürfen. Gemäß der Compliance-Richtlinie der DGI heißt es hier: Transparenz mit Offenlegung möglicher Zusammenhänge. Auch in dieser Frage möchte die DGI, wie gewohnt, einen Schritt voraus sein.
Man könnte also die neue ZZI mit den Worten zusammenfassen: „Wissenschaft mit Emotion“. Unter diesem Motto möchte ich Sie als DGI-Mitglied herzlich einladen, an der neuen ZZI aktiv mitzuwirken. Beiträge aus dem Mitgliederkreis sind herzlich willkommen. Bitte senden Sie Ideen, Anregungen und Beiträge zu meinen Händen. Die ZZI wird nicht von der ersten Ausgabe an perfekt sein, aber sie ist unser Mitgliedermagazin, und wir freuen uns, dieses für die Zukunft attraktiv zu halten.?

 

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DGI Nachrichten
Ausgabe 04/2017

Neues Konzept und Design für die ZZI


Kaum eine Fachrichtung der Zahnmedizin hat in den letzten Jahren eine so rasante Entwicklung hinter sich gelegt wie die moderne Implantologie. Der deutschsprachige Raum hat sich dabei als federführend in der Grundlagenforschung erwiesen. Allein in der Schweiz, in Österreich und in der Bundesrepublik Deutschland wurden zahlreiche neue Werkstoffe, Implantatformen und -techniken entwickelt und hervorgebracht.

Implantologie ist heute mehr als Wissenschaft

Nach wie vor ist die Wissenschaft das wichtigste Fundament, um die Lösungen der Implantologie zu optimieren und innovativen Pioniergeist zu fördern. Für ihre erfolgreiche Durchführung in der Praxis wollen Sie als Implantologe und als Leser der ZZI aber mehr. Sie wollen wissen, wie Sie die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse in Ihrer Praxis sicher anwenden können. Sie wollen sich über Ihre Erfahrungen austauschen. Und Sie wollen Tipps und Empfehlungen für einen reibungsfreien Praxisbetrieb.

Wissenschaft und Praxis spannend aufbereitet

Ein neues inhaltliches Konzept haucht der fachlichen Berichterstattung neues Leben ein. In den Rubriken Praxis & Wissenschaft, Gesellschaft, Leitlinien verständlich erklärt und Markt berichten die ZZI-Redakteure ab jetzt über alle Facetten, die die Implantologie bietet – journalistisch, lebensnah und über den wissenschaftlichen Tellerrand hinaus. Wir bieten Ihnen mit Formaten wie Reviews, Pro&Kontra, erkenntnisreichen Case Reports, Produktbewertungen aber auch Veranstaltungsberichten und Interviews jede Saison aufs Neue eine spannende Lektüre rund um die Implantologie.

Vivaldis vier Jahreszeiten: ZZI im modernen Design

Die ZZI erscheint viermal im Jahr. Was liegt da näher, als auch Vivaldis vier Jahreszeiten im neuen Design der ZZI widerzuspiegeln? Jede Jahreszeit kommt wieder – aber wir erleben sie jedes Mal in einer neuen Ausformung. Ihre Feinheiten haben sich verändert und neue Einflüsse sind hinzugekommen. Sie bedeuten Raffinesse, Beständigkeit und Entwicklung zugleich. Mit jeder neuen Ausgabe der ZZI können Sie sich ab jetzt auf ein hochwertig und modern gestaltetes Magazin mit einer eigenen Schmuckfarbe passend zur Saison freuen.

Fotos: Deutscher Ärzteverlag GmbH

 

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Tagungskalender
Ausgabe 04/2017

Tagungskalender der DGI


Jahreskongress

32. Kongress der DGI e.V.
Datum: 29.11.?01.12.2018
Ort: Frankfurt

Continuum Implantologie

Sonderkurs: DVT-Kurs 2 Kurswochenenden mit Fachkunde-Nachweis
Datum: 13.01.2018 und 21.04.2018
Referent: Prof. Dr. Ralf Schulz
Ort: Landshut
Kursgebühren: 750,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 790,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 18

Komplexe Augmentationen und Rezessionsdeckungen
Datum: 16./17.02.2018
Referenten: Dr. C. Conrad/PD Dr. Shahram Ghanaati/Prof. Dr. Ralf Rössler
Ort: Stromberg
Kursgebühren: 450,00 € zzgl. Ust. für Mitglieder, 490,00 € zzgl. Ust. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 14

Neue Technologien in der Implantologie: konventionell versus digital
Datum: 23.02.2018
Referenten: PD Dr. Jan-Frederik Güth/ZTM Hans-Jürgen Stecher
Ort: München
Kursgebühren: 450,00 € zzgl. Ust. für Mitglieder, 490,00 € zzgl. Ust. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 8

Implantologische Behandlungsstrategien und Krisenmanagement in der Oberkieferfront – Hartgewebe, Weichgewebe, Prothetik
Datum: 24.02.2018
Referent: Dr. Christian Hammächer
Ort: Aachen
Kursgebühren: 450,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 490,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 8

Think Pink: Sofortimplantation in der ästhetischen Zone – mit Schwerpunkt Weichgewebemanagement
Datum: 24.03.2018
Referent: Dr. Paul Leonhard Schuh
Ort: München
Kursgebühren: 450,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 490,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 9

Sonderkurs:DVT – 2. Kurswochenende
Datum: 21.04.2018
Referent: Prof. Dr. Ralf Schulz
Ort: Landshut
Kursgebühren: 750,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 790,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 18

Implantatprothetik – nicht nur für den Überweiser
Datum: 21.04.2018
Referent: Prof. Dr. Axel Zöllner
Ort: Witten
Kursgebühren: 450,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 490,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 9

Update chirurgisch-implantologisches Handwerk und Wissen
Datum: 02.06.2018
Referent: Prof. Dr. Dr. Bilal Al Nawas
Ort: Mainz
Kursgebühren: 450,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 490,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 8

Alpha und Omega in der zahnärztlichen Chirurgie – sicher Schneiden und Nähen ohne Komplikationen
Datum: 09.06.2018
Referent: Dr. Stephan Beuer
Ort: Landshut
Kursgebühren: 450,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 490,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 8

3D-Implantatplanung – vom DVT bis zur Schablone. Was ist sinnvoll – was ist machbar?
Datum: 22.06.2018
Referenten: PD Dr. Jan-Frederik Güth/ZTM Josef Schweiger
Ort: München
Kursgebühren: 490,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 530,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 9

Update Keramikimplantate „Doktor, geht es auch metallfrei?“
Datum: 23.06.2018
Referenten: Prof. Dr. Dr. h.c. Jörg Strub,Dr. Marko Knauf
Ort: Freiburg
Kursgebühren: 490,00 € zzgl. USt. für Mitglieder, 530,00 € zzgl. USt. für Nichtmitglieder; Fortbildungspunkte: 9

Das neue Format: „DGI special“

Digitale Zahnheilkunde in der Implantologie
Datum: 9. Juni 2018
Ort: Würzburg
Referenten: Prof. Dr. Florian Beuer MME, Berlin; PD Dr. Jan-Frederik Güth, München; Dr. Sonia Mansour M.Sc., Berlin; ZTM Ralf Riquier, Remchingen;
Dr. Dr. Dennis Rottke M.Sc., Freiburg; Prof. Dr. Marc Schmitter, Würzburg;
ZT Clemens Schwerin, München; ZTM Hans-Jürgen Stecher, Niedergeltingen; ZT Johannes Trimpl, Übersee

Periimplantäte Infektionen - update
Datum: 29. September 2018
Ort: Universitätsklinikum Frankfurt/Main
Referenten: Prof. Dr. Tord Berglundh, Göteborg; Prof. Dr. Giovanni Salvi, Bern; Prof. Dr. Frank Schwarz, Düsseldorf

Tagungen der Landesverbände

Jahrestagung des LV Norddeutschland 2018
Kritische Gedanken zur modernen Parodontal- und Implantatchirurgie
Faktenwissen – Entscheidungsfindung – verantwortungsvolles klinisches Handeln
Datum: 24.02.2018
Ort: Hamburg
Anmeldung: youvivo GmbH
Tel.: 089 550520-90, info@youvivo.com

22. Jahrestagung des LV Berlin-Brandenburg im DGI e.V.
Datum: 02./03.03.2018
Tagungspräsident: PD Dr. Frank Strietzel
Wissenschaftliche Leitung: PD Dr. Susanne Nahles, Dr. Derk Siebers, M.Sc.
Ort: Potsdam
Anmeldung: MCI | Germany – Berlin
Tel: 030 204590

17. Jahrestagung des LV NRW im DGI e.V.
Datum: 13./14.04.2018
Ort: Köln
Anmeldung: MCI | Germany – Berlin
Tel: 030 204590, nrw@mci-group.com

Fortbildung des LV Bayern
Hygiene – Was ist neu und welche Anforderungen haben sich geändert?
Datum: 08.06.2018
Referentin: Eva-Maria Wollmarker
Ort: Hiltpoltstein
Infos/Anmeldung:www.dginet.de/event/hygiene

Qualitätszirkel

QZ LV NRW/münsterland
Ätiologie u. Therapie der Periimplantatitis – die Implantate nach den Implantaten
Datum: 24.01.2018
Referent: Prof. Dr. Dr. Hendrik Terheyden, Kassel
Ort: Münster
Anmeldung: Dr. Jan Tetsch
Tel.: 0251 532415, jtetsch@dgi-ev.de

QZ LV nordwest/region thülsfelde
Faktoren des Implantat-Erfolges – neue Erkenntnisse
Datum: 24.01.2018
Leitung: Dr. Robert Berges
Referent: Dr. med. Bernd Brinkmann, M.Sc.
Ort: Thülsfelde
Anmeldung: youvivo GmbH
Tel.: 089 550520-90, info@youvivo.com

QZ LV Bayern/Nürnberg
Entscheidungalgorithmus autolog vs. KEM: Erfahrungen aus der Praxis für die Praxis
Datum: 24.02.018
Leitung: Dr. Friedemann Petschelt
Referent: Dr. Frank Zastrow
Ort: Nürnberg
Anmeldung: youvivo GmbH
Tel.: 089 550520-90, info@youvivo.com

Die Anzahl der Fortbildungspunkte entnehmen Sie bitte den Detailinformationen der jeweiligen Veranstaltung.
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter
www.dginet.de/web/dgi/events

 

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DGI Nachrichten
Ausgabe 04/2017

Fortbildung 2018


Die Mitglieder der DGI – und interessierte Noch-Nicht-Mitglieder – können sich auf ein interessantes Fortbildungsprogramm im kommenden Jahr freuen: Geplant sind 15 Einzelkurse im Rahmen des Continuums Implantologie. Das neue Format „DGI-special“ widmet sich einem besonderen Thema in der Implantologie.

Hinter der DGI liegt ein personeller Neustart bei der Organisation der Fortbildung. Das neue Team unter Führung von DGI-Fortbildungsreferent Prof. Dr. Florian Beuer MME, Berlin, und Dr. Norbert Grosse, Wiesbaden, konnte dem Vorstand der Gesellschaft ein runderneuertes Konzept für die Fortbildung vorlegen, das weitaus mehr beinhaltet als „nur“ neue Kursthemen. „Es galt vor allem, auch auf veränderte Rahmenbedingungen zu reagieren“, sagt Dr. Grosse.
Zu diesen gehört beispielsweise das sinkende Alter der Teilnehmer des Curriculums Implantologie. Während früher zumeist etablierte Zahnärzte dieses „Herzstück“ der DGI-Fortbildung absolvierten, sitzen in den Kursserien mittlerweile überwiegend Assistenzärztinnen und -ärzte, für die eine fundierte implantologische Ausbildung zum Karrierestart gehört. Dies sorgt zwar für erfreuliche Buchungszahlen – zurzeit laufen neun Kursserien parallel – doch haben die jungen Absolventen oft Probleme, die erforderlichen fünf selbst implantierten Patientenfälle bei der Prüfung zu präsentieren. Darum sank in den letzten Jahren – trotz steigender Teilnehmerzahlen im Curriculum – die Zahl der Prüflinge. Hier soll das Mentorenkonzept Abhilfe schaffen (siehe Seite 268).

Blended Learning mit der e.Academy.
Das Lernen sowie das Vor- und Nachbereiten der einzelnen Präsenzmodule im Curriculum erleichtert die e.Academy. Sie ist ein verbindlicher Bestandteil des Curriculums. Das abwechslungsreiche Online-Programm ergänzt die Präsenzveranstaltungen und ersetzt eine der bislang üblichen zwei Hospitationen. Wer die Module erfolgreich mit einem Test abschließt, erspart sich die schriftliche Prüfung am Ende des Curriculums. Absolventen des Curriculums, die sich erst nach längerer Zeit zur Prüfung anmelden, profitieren von dieser Form der Auffrischung ebenfalls als Vorbereitung zur Prüfung.
Aktiv war das Fortbildungsteam auch beim DGI-Continuum. Das Programm der Einzelkurse im Continuum wurde intensiv überarbeitet. Noch ist die Planung nicht komplett abgeschlossen, doch sicher ist, dass an Fortbildung interessierte Zahnärztinnen und Zahnärzte ein sehr umfangreiches und attraktives Angebot finden werden.

Umfangreiche Einzelkurse im Continuum.
Das Spektrum der Themen reicht von Augmentation und Ästhetik über Frontzahn- und Risikomanagement bis Implantatprothetik und Zahntechnik – drei Kurse aus dem Themenbereich Implantatprothetik richten sich explizit auch an Zahntechnikerinnen und Zahntechniker. Neu ist ein Kurs für Zuweiser sowie ein „Näh-Kurs“, der nicht nur für implantologisch orientierte Zahnärzte interessant ist.

Neues Format „DGI-special“.
Zwei Veranstaltungen im kommenden Jahr laufen in einem neuen Format ab, dem DGI-special. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass Experten verschiedener Fachrichtungen sich intensiv einem speziellen Thema widmen. „Digitale Zahnheilkunde in der Implantologie“ lautet der Titel des ersten Specials am 9. Juni 2018 in Würzburg. Special Nummer zwei wird von Experten auf dem Gebiet der Periimplantitis bestritten. Diese Veranstaltung wird am 29. September 2018 in Frankfurt/Main stattfinden.

Barbara Ritzert, Pöcking

Fotos: DGI

 

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Ausgabe 04/2017

DVT-Fachkunde wichtiger als Anschaffung eines DVT-Geräts


Prof. Dr. Ralf Schulze wird den DVT-Kurs im Continuum der DGI leiten, der am 13. Januar und 21. April 2018 in Landshut stattfindet, dem nordöstlichen Schwerpunkt der Metropolregion München. Der Spezialkurs dient dem Erwerb der Fachkunde für die digitale Volumentomographie (DVT).

Warum sind die Voraussetzungen für das Betreiben eines DVT-Gerätes vom Gesetzgeber so hoch angesetzt?
Prof. Schulze: Das ist eine Frage der Perspektive. Für einen medizinischen Radiologen, der für die CT-Fachkunde im Kopf/Halsbereich mindestens 1000 CTs nachweisen muss, scheinen 25 DVTs eher sehr wenig zu sein. Man muss bedenken, dass die Anforderungen an den Betreiber eines DVTs – einer CT-artigen Technik – von den Radiologen und den Strahlenschutzgesellschaften formuliert werden, die in den entscheidenden Gremien vertreten sind. Die Radiologen sehen beispielsweise das Problem der „Selbstüberweisung“, was auch in anderen medizinischen Fächern und bei anderen bildgebenden Verfahren gegeben ist und zu einem vermehrten und kritisch zu bewertenden Einsatz eines Verfahrens führen kann. Damit verbunden fürchten die Strahlenschutz-Organisationen, dass die Strahlenbelastung der Bevölkerung durch einen zu großzügigen Einsatz der DVT weiter steigen könnte. Darum sind die Fachkundeanforderungen deutlich höher als bei den zahnärztlichen Röntgenaufnahmen. Die Strahlendosis ist bei einer DVT-Untersuchung schließlich auch substantiell höher als bei den zweidimensionalen Aufnahmen. Darum werden die Anforderungen sicher nicht sinken, sondern könnten sogar steigen, falls die Behörden Entwicklungen beobachten, die kritisch zu sehen sind.

Was sind die wesentlichen Inhalte des DVT-Kurses?
Prof. Schulze: Die Inhalte müssen sich an die Vorgaben der Fachkunderichtlinie halten. In dieser werden Kenntnisse über folgende Themen gefordert: Spezielle zahnmedizinische Gerätekunde und Aufnahmetechniken, Dosismessgrößen, Strahlenschutz für Patienten, aber auch beispielsweise Indikationen für spezielle Aufnahmetechniken. Trotz dieser unumgänglichen Vorgaben wird sich ein wesentlicher Teil des Kurses mit der Befundung von DVT-Datensätzen beschäftigen, um den Teilnehmern wichtige Strategien und Aspekte für die spätere Arbeit mit DVT-Datensätzen zu vermitteln.

Wozu befähigt der Kurs?
Prof. Schulze: Der Kurs befähigt die Absolventen juristisch dazu, eine rechtfertigende Indikation zur Anfertigung von DVT-Aufnahmen zu stellen. Für diese benötigt man die Fachkunde. Natürlich wissen die Teilnehmer danach auch, wie man DVT-Datensätze ansieht und sinnvoll befundet. Es geht dabei um die Nomenklatur, um typische Redewendungen und darum, wie ein Befund aufgebaut werden muss. Außerdem wird das Wissen vermittelt, das man zum Betreiben der technisch anspruchsvollen Geräte benötigt. Dazu gehört auch, potenzielle Fehlermöglichkeiten zu kennen.

Sind praktische Übungen im Kurs enthalten?
Prof. Schulze: Selbstverständlich. Wir werden die Möglichkeiten des Verfahrens an einem Gerät zeigen, das in der gastgebenden Praxis eingesetzt wird. Am meisten Zeit wird jedoch für die praktische Befundung mitgebrachter DVT-Aufnahmen eingeplant, die von unterschiedlichen Geräten stammen.

Lohnt sich der hohe Investitionsaufwand für die Anschaffung eines DVT-Geräts und, wenn ja, für wen?
Prof. Schulze: Die Frage, ob sich der Aufwand lohnt, ein eigenes Gerät anzuschaffen, kann man nicht pauschal beantworten. Man muss dies auf Basis der zu erwartenden realistischen Aufnahmeanzahl, der spezifischen Kenngrößen und dem Leistungsumfang einer Praxis kalkulieren. Tendenziell würde ich eher zu einer gemeinsamen Nutzung eines Gerätes durch mehrere Behandler und deren Überweiser raten, weil dann die zur Amortisierung notwendige Anzahl an Aufnahmen pro Behandler niedriger ist, und auch der nicht zu unterschätzende Arbeitsaufwand für den Betrieb eines Geräts, beispielsweise die Qualitätssicherung oder bestimmte Dokumentationsaufgaben, auf mehrere Personen verteilt werden kann. Dennoch ist aus meiner Sicht der Erwerb der Fachkunde für jeden Zahnarzt und jede Zahnärztin sehr sinnvoll. Der Grund dafür ist simpel: Die Zahl der Patienten steigt, die mit DVT-Aufnahmen erwartungsfroh in eine Praxis kommen und von ihrem Zahnarzt erwarten, dass er diese professionell und sicher befunden kann. Aus juristischer Sicht setzt diese Befundung eine entsprechende Fachkunde voraus. Diese ist also unter dem Strich viel wichtiger, als ein DVT-Gerät zu kaufen.

Der Blick in die Glaskugel: Bislang gibt es zwei Leitlinien zur DVT auf der Stufe S2k. Inzwischen wird eine S3-Leitlinie als Update der DGI-/DGZMK-Leitlinie von 2011 erarbeitet: „Indikationen für die radiologische 3D-Diagnostik und navigierte Implantatinsertion“, die zum Jahresende fertig sein soll. Was erwarten Sie von dieser?
Prof. Schulze: Seit Kurzem wissen wir, dass auch die S2k-Leitlinie „Dentale digitale Volumentomographie“ jetzt zur ersten Überarbeitung von der DGZMK priorisiert wurde. Ich habe zusammen mit der Leitlinienstelle der DGZMK bereits Kontakt mit den Fachgesellschaften und Organisationen aufgenommen, die an dieser mitgewirkt haben. Eine erste Sitzung wird im Frühjahr 2018 stattfinden.
Die Indikationsstellung für die navigierte Implantat-Insertion basiert ja zu hundert Prozent auf 3D-Bildgebung, sodass hier keine Erweiterung erwartet werden kann. Ob allerdings die Indikation zur Nutzung navigierter Implantationen von der Leitliniengruppe insgesamt ausgeweitet wird, bleibt abzuwarten. Ich sehe lediglich das Problem bei rein evidenzbasierten S3-Leitlinien, dass es aus meiner Sicht einfach zu wenig Evidenz vor allem hinsichtlich des Patienten-Outcomes gibt. Auf einer solchen Basis sind dann weitreichende Empfehlungen grundsätzlich immer heikel und in einer offiziellen Leitlinie kaum zu vertreten. Wir müssen uns auch der Grenzen des Verfahrens bewusst sein: Manche Leute glauben, dass sie operieren können, nur weil sie ein 3D-Bild haben.

Es war zu lesen, dass eine neue europäische „Röntgenverordnung“ kommen soll – was ist zu erwarten und welche Konsequenzen sehen Sie für die Praxen in Deutschland?
Prof. Schulze: Die jetzige Röntgenverordnung beruht auf europäischen Grundnormen der EURATOM, die Anfang der 2000er Jahre von allen EU-Mitgliedsstaaten in das jeweilige Landesrecht umgesetzt werden mussten. Insofern ist der europäische Einfluss in diesem Bereich nicht neu. Richtig ist aber, dass auf Basis einer neuen EURATOM-Grundnorm aus dem Jahr 2013 eine neue nationale Gesetzgebung gefertigt wurde: das Strahlenschutzgesetz. Dieses wird ab dem 31.12.2018 in Kraft treten. Ob es dann noch eine zusätzliche Röntgenverordnung gibt, gilt als fraglich. Das Strahlenschutzgesetz regelt alle Anlagen und Betriebsfälle, bei denen ionisierende Strahlung verwendet oder erzeugt wird. Derzeit arbeitet das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, kurz BMUB genannt, fieberhaft an den Verordnungen und Richtlinien, die für die Umsetzung des Strahlenschutzgesetzes notwendig sind. Es ist beispielsweise zu erwarten, dass es neue Fachkunderegelungen geben wird. Wie die genau aussehen, ist jedoch bisher nicht bekannt.

Das Interview führte Barbara Ritzert, Pöcking.

 

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Ausgabe 04/2017

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH


A

Dr. Andreas Adam, Ginsheim-Gustavburg

Yousef Al Alyani, Jubail, Saudi-Arabien

Nadya Ali, Wien, Österreich

Dr. M.Sc. Jochen Alius, Nürnberg

Dr. Stefan Anastase, Bochum

B

Dr. Bernhard Baierl, Bad Soden

Katrin Bazak, Kaiserslautern

Dr. Christian Beaumont, Düsseldorf

Dr. Luisa Berberich, Bad Feilnbach

Dr. Roland Bertram, Zell

Dr. Otto Biber, Werheim

Julia Bieniek, Düsseldorf

Deger Bilimer, Mainz

Dr. Georges Bitar, Bonn

Dr. Wolfgang Bolz, München

Dr. Ralf Bonitz, Wismar

Jens Boßdorf, Berlin

Dr. Sebastian Bowien, Glinde

Dr. Michael Braun, Weiden

Dr. Oliver Brendel, Sindelfingen

Dr. Dr. Irina Brzenska, Berlin

Dr. Hans-Joachim Büchner, Irxleben

C

Dr. Diana Cacoveanu, Bukarest, Rumänien

Helmut Carrié, Hannover

D

Adela Deac, Wolfsburg

Dr. Stephan Delschen,Troisdorf

Armin Detzel, Weingarten

Dr. Dirk Duddeck, Berlin

Dr. M.Sc. Richard Düsberg, Dortmund

Dr. Heike Dyrná, Hofheim

E

Marcus Eberhardt, Baden

Dr. Flora Ebrahimi-Nia, Würselen

Dr. Martin Eder, München

Dr. Esther Nicole Eichhorn, Köln

Dr. Nahit Oguz Emeklibas,

Dr. Peter Engel, Welzheim

Dr. Thomas Ermich, Ludwigsburg

F

Dr. Silke Feld-Bornemann, Großburgwedel

Dr. M.Sc. Oliver Fey, Solingen

PD Dr. Stefan Fickl, Würzburg

Alexander Fischer, Berlin

Dr. Wolfgang Fischer, Ladenburg

Alan Florek, Bad Lippspringe

Dr. Andreas Franger, Stuttgart

Caja Freyberg, Essen

Andrej Früh, Reutlingen

G

Dr. Dr. Matthias Gierloff, Stein

Dr. Gunter Glaser, Wermelskirchen

Dr. Renate Gräger, Berlin

Romy Gries, Wittenbach

Dr. Bernd-Uwe Groh, Werdau

Nadine Grünewaldt, Hamburg

Dr. M.Sc. Cetin Gül, Hannover

Dr. Matthias Güntzer, Trier

H

Ute Hahn, Landau

Dr. Susanne Handtmann, Tübingen

Dr. Klaus Haselhuhn, Aachen

Sebastian Heger, Burgheim

Dipl. Med. Andreas Heidel, Türkheim

M.Sc. Matthias Henze, Leegebruch

Dr. Hans-Friedrich Hicks-Monreal, Pirmasens

Dr. Dr. Helmut Hildebrandt, Bremen

Dr. Olaf Hiltl, Volkach

Corina Hoffmann, Berlin

Dr. Andreas Höfner, Leipzig

Dr. Axel Hupe, Hannover

Dr. Harald Hüskens, Uedem

I

Dr. Ulrich Irrgang, Witten

J

Dr. André Jakubetz, MOM, Lohsa

Dr. Sebastian Jonscher, Berlin

Dr. Nadine Jost, Kirchberg

Dr. MSc Markus Jung, Ludwigsburg

K

Dr. med. dent Dr. stom. (Uni Belgrad)
Milena Kaluderovic, Leipzig

Annemarie Kapitza, Speyer

Dr. M.Sc. Cornelia Kappertz, Würselen

Dr. Ralph Kastenholz, Neustadt

Dr. Hans-Wilhelm Kayser, Olfen

Dr. Gerold Klaus, Herbozheim

Arno Klauser, München

Dr. Jörg Klemen, Oberkochen

Aleksandar Klisarov, München

Jörg-Christian Klönne, Dortmund

Dr. Michael Knapp, Fulda

Dr. Lutz Knauer, Hohenmölsen

Dr. Katrin Knortz, Bonn

Ansgar Kohl-Massberg, Eiterfeld

Maximilian Koschate, Freiburg

Dr. Fritz-Reinhard Kruse, Dortmund

Dr. Stanislav Kucher, Hamburg

Dr. Rudolf Küpper, Bad Säckingen

L

Simon Lambert, Hamburg

Dr. Fenja Land, Berlin

Dr. Björn Christian Langner, Nackenheim

Dr. Eckhard Lehmon, Trier

Konstantinos Lemonidis, Dortmund

Dr. Dr. Stefan Lendeckel, Wetzlar

Dr. Judith Lengdobler, Bad Füssing

Dr. Johannes Lentzsch, Waldshut-Tiengen

Christian Leonhard, Rinteln

M

Dr. Hermann Mang, Ingolstadt

Heike Maresch Dresden

ZTM Corinna Mark, Deggendorf

Dr. Alexander J. May, Moerfelden-Walldorf

Dr. Dominic Mayer, Würzburg

Dr. Martin Müllauer, Unteruhldingen

Dr. Friedrich-Wilhelm Müller, Renningen

N

Dr. Joel Nettey-Marbell, Hamburg

O

Dr. Carsten Oberg, Rellingen

Tim Olschner, Bad Oldesloe

Dr. Ulrich Osselmann, Iserlohn

P

Dr. Michael Pampel, Coburg

Dr. Theodosios Patrikis, Düsseldorf

Dr. Kay Pehrsson, Herne

ZTM Goran Pesa, Buchloe

Tobias Pflug, Biel/Bienne, Schweiz

Dr. Adrian Pommerening, Thedinghausen

Dr. Meinhard Popp, Kulmbach

Dr. Fritz-Eberhard Preusse, Mölln

Dr. Rolf Prüllage, Gelsenkirchen

Dr. Bernhard Pulsfort, Lingen

R

Jochen Reents, Elsfleth

Søren Reese-Petersen, Winsen/Luhe

Dr. Erhard Reichelt, Oldenburg

Dr. Ulrich Reichermeier, Regen

Dr. Marion Roeschke, Reichenbach

Dr. Florian Roithmeyer, München

Carsten Rückert, Berlin

S

Stephan Sauer, Dortmund

Dr. Christian Schäfer, Karlsruhe

Hendrik T. Scheiderbauer, Trier

Dr. Karl Hermann Scheithe-Erhardt, Weikersheim

Dr. Dr. Holger Schmidt, Löbau

Dr. Rigobert Schöttle, Bocholt

Dr. Rüdiger Schrott, Nürnberg

Dr. Dr. Jan-Peter Schulz, Hannover

Dr. Lisa Sophie Schulz, Hannover

Dr. Bernhard Schweizer, München

Dr. York Seifert, Ingolstadt

Dietmar Sellenrieck, Spenge

Dr. M.Sc. Thorsten Sing, Haubersbronn/Schorndorf

Dr. Manfred Siuka, Niklasdorf

Majida Skali, Frankfurt

Maren Ulrike Soetebeer, Merzhausen

Dr. Peter Spengler, Mannheim

Dr. Stefanie Stoll, Freiburg

Dr. Horst Stoltenberg, Heide

Dr. Dirk Strese, Hannover

Dr. Volker Stückmann, Minden

Dr. Heinrich Michael Stumpf, Reutlingen

Maciej Szczurowicz, Hagen

Dr. Dezsö Sztankay, Berlin

T

Dr. Hariett Text, Schwaig

Dr. Philip Theilmann, Anger

Dr. Daniel Gerhard Eberhard Thiem, Mönchengladbach

Dr. M.Sc. M.Sc. Stephan Thom, Berlin

Dr. Stephan Tóka, Sopron, Ungarn

U

Dr. Martin Ullner, Hochheim

V

Dr. Matthias Viehoff, Berlin

Dana Vogt, Koblenz

MSc, M.Sc. Jochen Völkening, Stemwede

W

Dr. Hubertus von Wallenberg Pachaly, München

Dr. Christine Wagner, Böblingen

Dr. Bernd Walter, Dortmund

Eva Maria Wamser, Walldorf

Moritz Weber, Freiburg

Dr. Kilian Weinzierl, Röthenbach an der Pegnitz

Dr. Michael-Georg Weiss, Karlsruhe

Dr. M.Sc. Rolf Wilsch, Rhens

Dr. Timo Winkelmann, Bad Bramstedt

Dr. Matthias Wolfgarten, Fellbach

Dr. Bernd Wüst, Ismaning

Y

Grazyna Ewa Yaseen, Tau, Norwegen

Z

Dr. Folker Zais, Gerlingen

Dr. Markus Zankl, Eschenbach

ZTM Matthias Zimmer, Görlitz

Dr. Andreas Zizlavsky, Wien

 

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Ausgabe 04/2017

HERZLICH WILLKOMMEN


A-C

Dr. Johanna Friederike Arnemann, Otterndorf

Dr. Theresa Magdalena Arnolds, Frechen

Florian Beyer, Emmendingen

Dr. Meryem Sylvia Maria Celik, Wiesbaden

Dr. Lisa Christ, Koblenz

D-H

René Gerhard Düringer, Aachen

Tatsiana Firsava, Hamminkeln

Dr. Jan Glatzki, Büdingen

Anas Hejazi, Hanau

PD Dr. MME, M.Sc. Jeremias Hey, Halle

Dr. Jakob Hoelzl, Meran, Bozen

I-M

Dr. Andreas Inthal, Velden am Wörther See

Dr. Holger Kleye, Suhl

Dr. Vivien-Isabell Kocher, Rottenburg

Dr. Dr. Matthias Kristoferitsch, Feldbach

Fiona Kümmerlin, Emmendingen

PD Dr. Dr. Maximilian Moergel, Mainz

Annika Moser, Halver

P-R

Dr. Andreas Petschelt, Lauf

Dr. David Pfister, Oberstdorf

Mario Recca, Horben

Sabina Richter, Asperg

Dr. Jörn Riegelmann, Springe

S

Hisham Sabbagh, Berlin

Anil Sag, Werther

Mohammed Saleh, Öhringen

Jannik Schlagowski, Aerzen

Alexander Schovenberg, Köln

Dr. Matthias Schwenner, Velden am Wörther See

Marcel Seeßle, Freiburg

Dr. Dr. Thorsten Seidel, Stuttgart

Dr. Joerg Siegmann, Hamburg

Daniel Skibbe, Lauf

Andreas Sorgenfrei, Erlangen

T-Z

Dr. Maren Teichmann, Aachen

Dr. Paul Wiedemann, Beijing

Benjamin Wiese, Bad Heilbrunn

Lukas Windeln, Köln

Dr. Julia Wünsch, Freiberg

 

 

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Ausgabe 04/2017

Eine Laudatio in Stereo


Eigentlich hätten wir uns schon Anfang der 80er Jahre begegnen können, denn wir haben das gleiche Gymnasium in Kirchheimbolanden besucht, wo auch Karl-Ludwig Ackermanns Wurzeln liegen – ein kleiner „pälzer“ Akzent“ zeugt noch davon – aber unser Altersunterschied hat es noch verhindert. So sollte es erst während der nächsten Lebensetappe werden: das Studium der Zahnmedizin in Mainz und anschließend die Assistenzzeit in der Poliklinik für Zahnärztliche Chirurgie, auf die wir beide heute noch stolz zurückblicken und abendfüllend lustige Geschichten aus dieser Zeit austauschen.
Unser Chef, Prof. Herfert, war allen Auftritten auf Fortbildungskongressen abgeneigt, jedenfalls haben wir es in diesen Jahren so erlebt. Ganz anders drängte es Karl-Ludwig schon als Vorlesungsassistent zu Klinikzeiten ans Mikrofon – nicht das erste Anzeichen einer großen Karriere.
Die Implantologie war zu Mainzer Klinikzeiten und Mitte der Siebziger Jahre noch im Bereich „Nadelstraßen“ im Unterkiefer angesiedelt und die Blattimplantate mit bindegewebiger Einheilung waren mehr das Thema von illustren Praktikern dieser Zeit.
So erinnere ich mich an meinen ersten Implantologiekurs in der Praxis Kirsch in Filderstadt Ende der Siebziger Jahre. Das IMZ-Implantat hatte noch Flügel (die Blätter waren wohl noch nicht ganz verabschiedet) und das Implantatbett wurde noch mit einer kleinen Kreissäge aufbereitet. Genau in dieser Zeit trat Karl-Ludwig in die Gemeinschaftspraxis Kirsch/Ackermann in Filderstadt ein, eine Art Geburtsstunde für eine rasante Entwicklung der Implantologie aus der Praxis heraus.
Wie ein IMZ-Implantat dann später aussah und welche Weiterentwicklung die darauffolgenden Zylinderimplantate genommen haben, geht sicherlich auch auf das große Engagement von Karl-Ludwig zurück. Würde man die Flugmeilen und Straßenkilometer zählen, die „Acki“ schon in Sachen Implantologie zurückgelegt hat, könnte man ahnen, dass er am Wochenende weniger in seiner Heimatstadt Kaiserslautern anzutreffen ist als auf den Kongressbühnen dieser Welt.
Es gibt wohl keinen implantologisch tätigen Zahnarzt in Deutschland und wahrscheinlich nur wenige auf der Welt, die den Namen „Karl-Ludwig Ackermann“ nicht kennen oder noch nicht gehört haben. Tausende von hervorragenden Falldokumentationen und Patientenpräsentationen über so viele Jahre können nur wenige Referenten vorweisen – sie füllen ganze Räume in der Praxis, ein unschätzbarer Fundus an Erfahrung in der Implantologie, aus dem heraus Karl Ludwig Ackermann seine Mithörer begeistert.
Als „Implantologie-Papst“ würde man Karl-Ludwig aber vollkommen unterbewerten, denn er ist ein Vollblutzahnmediziner, der die komplette Zahnmedizin immer auf höchstem Niveau praktiziert hat. Scharen von Besuchern in der Praxis (zu denen ich auch immer wieder gehörte) haben von seinem Können profitiert und „Acki“ wird nicht müde, sein Wissen weiterzugeben. In den USA würde man von einem echten „Wet-finger-Dentist“ im Gegensatz zu einem „White-collar-Dentist“ sprechen.
Unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt und verliefen lange gemeinsam, so im geschäftsführenden Vorstand der DGZMK und neuerdings in der DGI, wo er schon viele Jahre im Vorstand als Schatzmeister seiner Fachgesellschaft dient.
Das alles klingt nach einem „Verrückten“ in Sachen Zahnmedizin, und ein wenig ist es zum Glück auch so, denn solche braucht das Fachgebiet, die Kollegenschaft und auch ein Patient. Deshalb mach weiter so, lieber Karl-Ludwig, wir werden Dir alle gerne weiter zuhören und von Deiner Erfahrung profitieren – am liebsten bei einem „Schöppsche Pälzer Woi“.

Dr. Norbert Grosse, Wiesbaden

Dem tief in der „Wet-finger-Praxis“ verwurzelten Bild von Karl-Ludwig Ackermann möchte ich noch ein paar „White-collar-Aspekte“ hinzufügen, wenn man das Engagement für und die Verbundenheit mit der wissenschaftlichen Zahnheilkunde so nennen möchte. Ich war noch ein richtig grüner Vortragsfrischling, da war „Acki“ schon mehr als 10 Jahre auf den Podien der Kongresse unterwegs. Das waren die Zeiten, in denen es die sanft gleitenden, animierten PowerPoint-Präsentationen von heute noch nicht gab, und man während des Vortrages noch jeden Diawechsel ansagen musste. Karl-Ludwigs Vorträge waren schon damals in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Er hatte ein akustisches Alleinstellungsmerkmal dadurch, dass er bei jedem Diawechsel immer einen kleinen Knackfrosch in der Hand betätigte, der den Diawechsel signalisieren sollte, ohne seinen Redefluss unterbrechen zu müssen. Daneben war ich aber vor allem inhaltlich davon beeindruckt, dass der stringente Praxisbezug in seinen Vorträgen stets mit einer sehr gründlichen Literaturkenntnis unterlegt war, die schon damals eine Synthese von Praxis und Wissenschaft zum Ausdruck gebracht hat. Diese Verbindung zu leben und an ihr zu arbeiten, das ist charakteristisch für das Engagement von „Acki“, wie ich ihn kennengelernt habe.
Die ersten Entwicklungen der Implantologie in Deutschland sind – das ist oben schon angeklungen – in der Praxis erfolgt, und viele Anregungen und Ideen stammen auch heute noch daher. Dies gilt auch und gerade für Karl-Ludwig Ackermann. Der Name der Praxis in Filderstadt ist ja nicht zufällig mit der Entwicklung zweier klinisch erfolgreicher Implantatsysteme verbunden. Seitdem das Thema Implantologie dann vor ca. 30 Jahren von den Universitäten entdeckt und auf breiter Front wissenschaftlich bearbeitet wurde, hat es nur wenige niedergelassene Kollegen gegeben, die die implantologische Brücke zwischen diesen beiden Welten in beiden Richtungen so intensiv beschritten haben wie Karl-Ludwig.
Der Einsatz für die Wissenschaft hat sich bei „Acki“ u.a. in einer langfristigen Liaison mit wissenschaftlichen Fachgesellschaften ausgedrückt. Vor fast 20 Jahren haben wir beide 1998 mit diesem Engagement in der DGI begonnen, ich als Schriftführer und Karl-Ludwig als Schatzmeister. Und dieses Amt hat er seither ununterbrochen ausgeübt. Nach meiner Zeit in der DGI ist es mir 2007 gelungen, ihn noch zusätzlich in die DGZMK als Beisitzer zu „locken“, wo er seit nunmehr 10 Jahren tätig ist. Dieses ja ausschließlich ehrenamtliche Engagement für zwei zahnmedizinisch-wissenschaftliche Gesellschaften neben der Praxistätigkeit und den unermüdlichen Vortragsaktivitäten – da kann aus einem „white collar“ schon mal schnell ein schweißnasser „wet collar“ werden.
Aber das Gute an gemeinsamer Arbeit ist, dass sie auch persönlich verbindet. Über die zwei Jahrzehnte hat sich auf dem gemeinsamen Weg eine Freundschaft entwickelt, die weit über die gemeinsamen Sitzungen und Kongresskontakte hinausreicht und den Privatmenschen Karl-Ludwig zum Vorschein gebracht hat, der gerne reist, guten Wein schätzt, sein schönes Zuhause mit seiner Frau Edeltraut genießt und mit großer Leidenschaft alle Entwicklungen auch außerhalb der Zahnmedizin diskutiert.
Der 65. Geburtstag wird ja gemeinhin als der Zeitpunkt angesehen, an dem die kontemplative Phase des Lebens beginnt. Wer das bei Karl-Ludwig Ackermann erwartet, der kennt ihn schlecht. Wir können uns noch auf viele Jahre freuen, in denen er am fachlichen Leben aktiv teilnimmt und sich Gehör verschafft, denn „Acki“ gehört zu den glücklichen Menschen, die wirklich lieben, was sie tun.

Prof. Dr. Dr. Henning Schliephake, Göttingen

Foto: Knipping

 

 

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Ausgabe 04/2017

Auf dem Weg zum Erfolg


Am 11. Oktober 2017 beschloss der DGI-Vorstand die Implementierung eines Mentoren-Programmes. Das Ziel: Der kollegiale Austausch mit erfahrenen Kollegen soll Teilnehmerinnen und Teilnehmer des DGI-APW-Curriculums Implantologie auf ihrem beruflichen Weg unterstützen, zu Könnern in der Implantologie zu werden.

Der Austausch und die Weitergabe von Wissen sowie die Forschung rund um die dentale Implantologie und Implantatprothetik sind Kernpunkte der kollegialen Gemeinschaft in der DGI. Der Grundstein für eine fundierte implantologische Ausbildung kann für interessierte Studierende schon im „Electivum“ im Rahmen des Studiums gelegt werden. Dieses freiwillige Engagement wird im DGI-APW-Curriculum Implantologie anerkannt und angerechnet. Der zertifizierte Abschluss der größten implantologischen Fachgesellschaft Europas in Zusammenarbeit mit der APW und der DGZMK erfordert darüber hinaus eine Prüfung sowie eine absolvierte Supervision und Hospitation. Bestandteil des Curriculums ist auch das e.Learning-Programm der DGI, die e.Academy. Es ermöglicht bequemes Lernen und Auffrischen sowie ersetzt die schriftliche Prüfung vor der mündlichen Abschlussprüfung.
Da der interkollegiale Austausch der DGI sehr am Herzen liegt und ein integraler Bestandteil beim Erlernen der zahnärztlichen Implantologie und deren Integration in die eigene Praxis ist, stellt die DGI den Teilnehmern der Curricula ab 2018 Mentoren zur Seite. Dabei handelt es sich um die den Teilnehmern bekannten Referenten des Curriculums und ausgewählte Kolleginnen und Kollegen aus den Hospitations- und Supervisionspraxen und -kliniken der DGI. Auch Mitglieder der Nexte Generation der DGI haben sich bereit erklärt, als Mentoren zu fungieren.
Die Mentoren, sinnvollerweise in geografischer Nähe des Teilnehmers, werden von der DGI/APW zugeteilt. Sie fungieren als Ansprechpartner für implantologische Fallplanungen und unterstützen bei Fragen zur Umsetzung der Implantologie in der eigenen Praxis. Ziel ist ein enge partnerschaftliche Begleitung der implantologischen Ausbildung der Curriculums-Teilnehmer und deren fachlicher Entwicklung. Ein Abschluss des Curriculums mit der Prüfung kann hiermit für einige Teilnehmer unterstützt oder ermöglicht werden.
Dieses Konzept birgt die Chance für eine längerfristige regionale Zusammenarbeit mit erfahrenen Kollegen aus Kliniken und Praxen und unterstützt die Integration junger Kollegen in regionale Netzwerke. Die Mentoren stehen darüber hinaus für die Pflichthospitation und weitere fakultative Hospitationen zur Verfügung. Das Forum „Ask the expert“ im DGINET, der Website der DGI, ergänzt dieses Angebot.

Dr. Christian Hammächer, Aachen

Foto: iStock/Xavier Arnau

 

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Ausgabe 04/2017

Zahnarzt in Peking


Dr. Paul Wiedemann, M.Sc., neues Mitglied der DGI seit September, arbeitet seit April 2017 als Zahnarzt in Peking. Warum es ihn in den fernen Osten gezogen hat und welche Erfahrungen er dort macht, beschreibt er im Interview mit der Redaktion.

Was hat Sie dazu bewogen, in China zu arbeiten?
Ich habe in Ungarn studiert und danach an der Danube Private University in Österreich gearbeitet und dort auch mein Masterstudium absolviert. Darum wollte ich – daran anknüpfend – noch in einem anderen Land arbeiten. Allerdings haben mich die angebotenen Arbeitsplätze in Europa nicht so sehr angesprochen. Anders war dies mit einer Anzeige, in der mein jetziger Arbeitgeber eine Stelle ausgeschrieben hatte. Ich habe angerufen, bin hingeflogen – und es passte. Vor einem halben Jahre bin ich nach China gezogen und lebe und arbeite seitdem in Peking.

Wer ist Ihr Arbeitgeber?
Ich arbeite für eine chinesisch-deutsche Klinikgruppe, die auch gerade nach Shanghai expandiert. Unsere Klinik ist daher nach deutschem Vorbild aufgebaut, die Orientierung an der deutschen Zahnmedizin ist Prinzip. Wir arbeiten mit deutschen Firmen zusammen und setzen deutsche Behandlungskonzepte um, die in China sehr geschätzt werden. Darum sind Ärzte und Zahnärzte aus der Bundesrepublik sehr angesehen, und ich habe daher auch mehrere Kollegen, die aus Deutschland stammen.

Wie erleben Sie die Zahnmedizin in China?
Auf jeden Fall war ich von der Qualität der Zahnmedizin an unserer Klinik positiv überrascht. Die Chirurgen sind exzellent. Wir haben auch viele Patienten. Ich alleine setzte pro Monat etwa 150 Implantate, da ich ausschließlich oralchirurgisch arbeite. Das gibt natürlich viel Routine und ich kann sehr viel Erfahrung sammeln. Die Patienten, die ich sehe, sind vorbehandelt und nach der chirurgischen Behandlung übernimmt sie mein prothetisch tätiger Kollege. Der Austausch zwischen uns Ärzten ist sehr intensiv, sodass dies gut funktioniert.

Wie kommunizieren Sie mit Ihren Patienten?
Ich habe einen Übersetzer. Ich spreche Englisch und er übersetzt ins Chinesische. Aber ich lerne auch Mandarin und habe mir bereits einen Grundwortschatz angeeignet. Denn die Sprache ist natürlich für eine gute zwischenmenschliche Beziehung generell und zu Patienten vor allem von außerordentlicher Bedeutung.

Wie erleben Sie Ihre Patienten?
Das Basiswissen über Medizin und Gesundheit ist bei der älteren Generation nicht sehr ausgeprägt. Wer heute älter ist als 50 Jahre, ist in einer Zeit aufgewachsen, in der andere Prioritäten gesetzt wurden als Zahngesundheit. Darum spielt bei uns die Aufklärung eine ganz große Rolle. Das funktioniert auch sehr gut. Generell sind die Unterschiede zwischen deutschen und chinesischen Patienten jedoch gering. Allerdings ist es den Patienten hierzulande wichtig, dass eine Behandlung schnell abgeschlossen wird. Ihre Bereitschaft für wiederholte Termine ist deutlich geringer als in Deutschland.

Eine Implantatbehandlung gehört in China sicherlich nicht zu jenen Therapien, für die das Gesundheitswesen aufkommt. Wie ist das geregelt?
In China ist es sehr verbreitet, dass die junge Generation für die ältere bezahlt, Kinder übernehmen daher sehr häufig medizinische Kosten für ihre Eltern. Das funktioniert hier gut, obwohl die Preise einer Implantattherapie mit jenen in Deutschland vergleichbar sind.

Würden Sie Kolleginnen und Kollegen empfehlen, in China zu arbeiten, und wagen Sie schon ein erstes Fazit nach dem ersten halben Jahr?
Die Arbeit hier ist sehr interessant. Die Kulturen sind verschieden, aber das macht die Tätigkeit spannend und man macht ganz besondere Erfahrungen. Vor allem erlebt man hier, dass man Zahnmedizin auch mit weniger Bürokratie betreiben kann. Diese ist hier überschaubar. Um es etwas zuzuspitzen: Zahnmedizin in China ist etwas für Kolleginnen und Kollegen, die gerne behandeln und arbeiten und weniger schreiben wollen.

Das Interview führte Barbara Ritzert, Pöcking.

Fotos: privat

 

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Ausgabe 04/2017

Implantologie zwischen Empirie und Evidenz


Jahrzehntelang resultierte der Erkenntnisgewinn in der Implantologie aus zufälligen Beobachtungen und dem mutigen Vorangehen einzelner Kollegen. Diese Art des Erkenntnisgewinns – auch Empirie genannt – hat über Jahrhunderte den medizinischen Fortschritt geprägt. Anderseits wollen wir und unsere Patienten langfristig sichere Behandlungen mit geringem Risiko und einem möglichst vollständig kalkulierbaren Behandlungserfolg. So wird mehr und mehr der Ruf nach der gegenwärtig besten wissenschaftlichen Evidenz laut, was zunehmend auch in der Implantologie zur Erarbeitung von wissenschaftlichen Leitlinien führt.
Ein Abweichen von diesen Leitlinien, die eine Behandlungsempfehlung darstellen und keinesfalls Richtlinien sind, wird zwar ausdrücklich befürwortet, fällt aber dem einzelnen Behandler zunehmend schwer. Das 24. Sommersymposium des MVZI im DGI e.V. widmete sich dieser Problematik, um sie aus den verschiedensten Blickrichtungen unseres Fachgebiets zu beleuchten.
In den Räumen des Hotels Bellevue mit seinem unvergleichlichen Canaletto-Blick auf die Dresdner Altstadt trafen sich am 16. und 17. Juni 270 Zahnärzte, Zahntechniker und MKG-Chirurgen. Parallel gab es ein gesondertes Programm, an dem 115 zahnärztliche Helferinnen teilnahmen.

Konzepte für Einsteiger zum Einstieg

Bereits am Donnerstag konnte der Vorkongress mit einem Novum aufwarten: Die Veranstaltung „Next Generation – Implantologie im Praxisalltag“ war vor allem für die jungen Kollegen und Implantologie-Einsteiger gedacht. Unter der erfrischenden Moderation des Kongresspräsidenten Matthias Schneider, Dresden, präsentierten junge niedergelassene Kollegen in vier Vorträgen konkrete Beispiele, wie man chirurgische und prothetisch-implantologische Leistungen in das eigene Praxiskonzept implementieren kann. Auch in dieser Sitzung lag der Fokus schon auf dem Kongressthema – Empirie und Evidenz der Therapieentscheidungen im implantologischen Alltagsgeschäft. Daraus entwickelte sich eine sehr offene Diskussion, welche bei herrlichem Wetter und einem Grillbuffet im historischen Biergarten oberhalb der Elbwiesen einen geselligen Ausklang nahm.
Nach diesem Auftakt wurden die Teilnehmer am Freitagmorgen durch die Mitglieder des VARIOSO Ensemble musikalisch begrüßt. Als Vertreter der Stadt Dresden beschrieb Bürgermeister Hartmut Vorjohann in seinen Grußworten die Bedeutung des Medizinstandortes Dresden und seine ganz persönlichen Erfahrungen als Patient.
Nach der offiziellen Begrüßung durch den Tagungspräsidenten und Präsidenten des MVZI Matthias Schneider sowie den Tagungsleiter Falk Nagel, Dresden, startete das wissenschaftliche Programm mit einer profunden Standort- und Begriffsbestimmung durch Dominik Groß, Aachen. Als inhaltliche Fortführung des Themas und klinisch-praktische Konsequenz stellte acht verbindliche Parameter einer ethisch korrekten Implantologie vor.
Mit Hans-Jürgen Hartmann, Marbella, war es den Organisatoren gelungen, ein „Urgestein“ der deutschsprachigen Implantologie einzuladen. Er berichtete aus seinem reichen Erfahrungsschatz aus über 30 Jahren praktischer Implantologie, den Irrungen und Wirrungen der Frühphase und der natürlichen Notwendigkeit des empirischen, ärztlichen Handelns bei der Entwicklung einer relativ jungen Disziplin wie der Implantologie. Aktuelle Versuche, das gesamte zahnärztliche Handeln rein auf evidenzbasierte Therapien zu beschränken wurden vom Referenten mit sachlicher vorgetragener Skepsis bewertet.
Auch der nächste Referent, Martin Brückner aus Dresden, blickte auf seine langjährige, zu großen Teilen empirisch gewonnene implantologische Erfahrung in der eigenen Praxis zurück. Sein Fazit für langfristigen Erfolg: wenige Systeme gute beherrschen und „üben-üben-üben!“.

Die Tücke steckt immer im Detail

In Ihren Vorträgen zu „kurzen und dünnen Implantaten“ sowie zu „konischen vs. parallelwandigen Implantaten“ gaben die erfahrenen Referenten Bilal Al-Nawas, Mainz/Halle und Knut A. Grötz, Wiesbaden, einen perfekten Überblick über Indikationen, Vorteile und Grenzen der unterschiedlichen Implantatdesigns. Auch hier wurde klar herausgearbeitet: die Tücke steckt im Detail. Vor allem machen es individuelle, allgemeinmedizinische Begleitumstände unserer Patienten oft nicht möglich, sich bei Therapieentscheidungen auf evidentes Wissen zu berufen.
Der Nachmittag startete mit einem Streitgespräch zwischen Jörg Wiltfang, Kiel, und Knut A. Grötz zur aktuell viel diskutierten Frage „Sind Implantate bei Bisphosphonat-Patienten kontraindiziert?“. Die erfahrenen Kollegen diskutierten dabei die vorliegenden Leitlinien, gaben klinische Empfehlungen und mussten doch feststellen, dass im klinischen Alltag die Therapieentscheidung in diesem Risikobereich momentan nicht unbedingt evidenzbasiert getroffen werden kann. Die Experten betonten, dass der Knochen aufgrund der gehemmten Resorption nekrotisch wird und sich somit ein typischer periimplantärer Abbau röntgenologisch nicht unbedingt zu erkennen ist. Zur Verlaufskontrolle ist daher die Sondierungstestung auf Blutung das wichtigste Kriterium bei der Beurteilung der individuellen Risikolage.
Über „etwas andere Implantate“, nämlich das sogenannte Zygoma-Implantat, berichtete Alfons Eißing aus Lingen. Wie später im Programm nochmals ausführlich thematisiert, zeigte sich schon hier, dass angulierte Implantate mittlerweile einen festen Indikationsraum im implantologischen Therapiespektrum einnehmen. Eine Einschätzung zu möglicherweise später auftretenden Veränderungen der periimplantären Strukturen lässt sich bei der aktuellen Datenlage allerdings noch nicht treffen.

Hygienesicherung auf dem Prüfstand

Spannend wurde es beim Vortrag von Lutz Jatzwauk, Krankenhaushygieniker aus Dresden, der die Evidenz und Empirie in der Hygiene beleuchtete. Der Experte setzte sich kritisch mit scheinbar feststehenden und oftmals sehr kostenintensiven Maßnahmen zur Hygienesicherung in der zahnärztlichen Praxis auseinander. Zu diesen gehören etwa Maßnahmen zur Verhinderung einer Legionellenbesiedlung der wasserführenden Systeme, die Sterilisation von Implantatabutments, die präoperative Hautdesinfektion oder die Anwendung von Chlorhexamed zur Implantatdesinfektion.
Aus seiner niedergelassenen Praxis präsentierte Jörg Wiegner aus Saalfeld eine ambitionierte Studie zum Auftreten periimplantärer Infektionen. Anhand von prospektiv erhobenen Daten bei seinem umfangreichen Patientenklientel konnte er klar herausarbeiten, dass im Vergleich zu anderen Faktoren wie etwa dem Rauchen, das Risiko für periimplantäre Infektionen bei parodontal vorerkrankter Patienten signifikant am höchsten lag.
Zum Abschluss des Nachmittagsprogramms gab Wolfram Knöfler aus Leipzig einen Einblick in die Ergebnisse einer weiteren, sehr umfangreichen Versorgungs-Studie. Auch hier konnte er typische Risikomerkmale für einen langfristigen Erfolg von Implantaten, auch an kompromittierten Patienten, herausstellen.
Das gesellschaftliche Highlight bildete auch in diesem Jahr wieder die MVZI-Party. Vor allem der mittlerweile deutschlandweit bekannte Dresdner Comedian Olaf Schubert begeisterte bei diesem Heimspiel die Partygäste mit seinem „implantologisch angehauchten“ Programm nachhaltig.

Die Rolle der Zähne für die Evolution

Der zweite Kongresstag startete mit dem traditionellen, besonderen Vortrag. Entsprechend dem Kongress Thema wurde die Rolle der Zähne für die menschliche Evolution durch den Zahnarzt und Archäologen Kurt W. Alt aus Krems (Österreich) in beindruckender Breite näher beleuchtet. Das Auditorium war begeistert von der großartigen und kurzweiligen Erweiterung des Allgemeinwissens in nur 45 Minuten.
Der weitere Sonnabendvormittag stand unter dem Vorzeichen implantatprothetischer Themen. Torsten Mund, Greifswald, beleuchtete „Mythen und Wahrheit zur Periimplantitis“ aus prothetischer Sicht. So sollten bei parafunktionell aktiven Patienten Implantatkronen prophylaktisch mit sehr flachem Höckerprofil und schmalen, wenig konturierten Kronen im Seitenzahnbereich versorgt werden. Entgegen noch oftmals bestehenden „empirischen“ Vorurteilen, ginge, so der Referent, von einem Kronen-Implantat-Verhältnis von 2:1 hingegen kein höheres „evidenzbasiertes“ Risiko aus.
Über den „Mut zu haben, etwas nicht zu tun“ sprach der Dresdner Prothetiker Michael Walther. Er stellte seinen Fokus auf Konzepte mit reduzierter Implantatanzahl. So ist dies bei festsitzenden Versorgungen die mittlerweile wissenschaftlich gut untersuchte verkürzte Zahnreihe.
Aspekte für und wider dem kieferorthopädischen Lückenschluss wurden von der langjährigen Klinikoberärztin und nun in Dresden niedergelassenen Kollegin Eve Tausche sehr strukturiert und fundiert vorgetragen.

Periimplantitis nicht immer bakteriell verursacht

Klar prothetisch fokussiert gab im Anschluss Peter Pospiech aus Berlin einen Überblick über die Rolle von Evidenz und Empirie bei keramischen Abutments und Suprastrukturen. Sein Lob galt dem einteiligen Standardaufbau auf Weichgewebeniveau – dem „VW-Käfer“ der Implantatprothetik. Eher kritisch betrachtet er moderne Hybridkomposite – oft fälschlich als Keramiken beworben – als Gerüst- und Kronenmaterial.
Dass eine periimplantäre Erkrankung nicht immer primär bakteriell hervorgerufen wird, stellte Thomas Barth, Leipzig, anhand von gut dokumentierten Fällen aus dem klinischen Alltag eindrucksvoll dar.
Einen weiteren Höhepunkt stellte der im letzten Teil des wissenschaftlichen Programms platzierte Übersichtsvortrag von Markus Schlee, Forchheim, zur Ätiologie und Pathogenese der Periimplantitis dar. Neben einem hervorragenden und kritischen Überblick über die aktuelle Literatur, gab er klare Empfehlungen für die tägliche Praxis. So sind nach seiner Einschätzung lediglich fünf Prozent aller Periimplantitisfälle tatsächlich primär bakteriell entzündlich verursacht. In diesen Fällen ist für ihn mangels aktuell bereits funktionierender Techniken zur intraoralen Dekontamination der Implantatoberflächen die konsequente Explantation die Therapieempfehlung.

Patientenrechtegesetz und Aufklärung

In ihrem Vortrag „Evidenz und Empirie im Recht“ führte Rechtsanwältin Kerstin Peschel, Meißen, die Teilnehmer dann zu den Notwendigkeiten und Konsequenzen, welche sich aus dem aktuellen Patientenrechtegesetz im klinischen Alltag ergeben. Kommt es zum Streitfall, erscheint mangelnde oder mangelhafte Aufklärung weiterhin als das bedeutsamste Problem.
Zum Abschluss des wissenschaftlichen Programms wurde einerseits mit der Darstellung von Matthias Schulz, Dresden, von Ergebnissen der Grundlagenforschung zu systemischen Glukokortikoidgaben und andererseits mit klinischen Beispielen zum Weichgewebemanagement um Implantate durch den Dresdner Martin Brückner noch einmal die ganze Spannbreite der Implantologie dargestellt.
Neben dem traditionell sehr gut besuchten, zweitägigen Helferinnenprogramm erhielten die von Seiten der Industriepartner an beiden Kongresstagen ausgestalteten und mit erfahrenen Referenten besetzten Hands-On-Kurse und Tischdemonstrationen wieder einen hohen Zuspruch von Seiten der Kongressteilnehmer. Auch die parallel zum Kongress stattgefundene Industrieausstellung war gut besucht.?

PD Arne Boeckler

Fotos: Stefan Sachs

 

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Buchbesprechung
Ausgabe 04/2017

Adhäsivbrücken


Ich lese dieses Buch, weil wir häufig mit dem Problem nichtangelegter seitlicher Schneidezähne konfrontiert werden. Eine überzeugende Behandlungsoption stellt in dieser ästhetisch anspruchsvollen Region die Versorgung einer Lücke mit einflügligen vollkeramischen Adhäsivbrücken dar. Im vergangenen Jahr wurden diese als Regelversorgung durch die gesetzlichen Krankenkassen anerkannt. Es ist also nun erst recht der richtige Zeitpunkt, sich mit diesem „neuen“ Therapiemittel zu beschäftigen.
Das Buch bietet in jedem Fall die Möglichkeit, sich optimal auf eine Anwendung vorzubereiten. Durch die vielen Step-by-Step-Anleitungen und Hinweise bietet es eine solide Basis für die praktische Anwendung. Dem Buch ist anzumerken, dass hier 25 Jahre klinischer Erfahrung, akribischer Forschung und kontinuierlicher Weiterentwicklung der ursprünglichen Marylandbrücke eingeflossen sind. Der Autor, Prof. Dr. Matthias Kern, ist Direktor der Universitätspoliklinik für Zahnärztliche Prothetik Kiel. Das Buch ist entsprechend klar strukturiert, logisch gegliedert und leicht verständlich. Es eignet sich daher für Berufsanfänger und langjährig Erfahrene gleichermaßen. Uns bietet es eine tolle Grundlage für die Diskussion mit Kollegen aus der Kieferorthopädie und der zahnärztlichen Chirurgie zur Festlegung der Behandlungsstrategie. Aufgrund seiner gelungenen Bilder und Falldarstellungen über Zeiträume von über 20 Jahren eignet es sich aber auch hervorragend für das Aufklärungsgespräch mit dem Patienten.
Das Buch ist in 14 Kapitel unterteilt. Jedes wurde mit einer Vielzahl an Fotos und Zeichnungen illustriert. Allerdings ist die Abstimmung zwischen Text und Bild nicht in allen Fällen gelungen. Mitunter muss man für die im Text erwähnte Abbildung einige Seiten blättern. Letztlich kann man sich große Teile des Inhalts aber auch gänzlich über die Abbildungen erschließen. Durch die immer wiederkehrenden Perspektiven, sowohl bei den intra- als auch extraoralen Fotos, fällt es leicht, auf die entscheidenden Aspekte zu achten. Zudem sind die Aufnahmen detailliert beschriftet, sodass man das Buch auch im Stile der „Thieme Farbatlanten“ durcharbeiten kann, ohne den Fließtext zu berücksichtigen.
Den wichtigsten Anwendungsbereich der Klebebrücke bildet die Versorgung von Frontzahnlücken durch Nichtanlagen und traumatischen Zahnverlust bei Jugendlichen ohne abgeschlossenes Kieferwachstum. Also für einen Zeitraum, in dem von der Insertion von Implantaten strikt abgeraten wird. Aber auch für die Behandlung von Erwachsenen ist sie geeignet. Im Buch erfolgt zur Therapieentscheidung eine Gegenüberstellung von der Versorgung von Frontzahnlücken mit Implantaten im Gegensatz zur Flügelbrücke. Zudem werden Kontraindikationen abgehandelt. Im besonderen Maße sind sie für weite Frontzahnlücken und beim Vorliegen eines tiefen Bisses ungeeignet.
Aber mit der Flügelbrücke kann man nicht nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen punkten. In unserem Klinikalltag besteht bei betagteren Patienten nicht selten die Notwendigkeit der Extraktion eines einzelnen Unterkieferfrontzahnes. Kleine Lücke, großes Problem. Zumeist eignen sich die kleinen Frontzähne nicht für die Präparation als konventionelle Ankerzähne. Auch ein Implantat scheidet zumeist wegen der Platzverhältnisse aus.
Eine Klebebrücke jedoch geht fast immer. Im Buch sind hierfür schöne Fälle beschrieben und dargestellt.
Hervorzuheben ist des Weiteren, dass alle verwendeten Materialen und ihre Anwendung exakt beschrieben werden. Die Auswahl der Materialien und Vorgehensweise erfolgt dabei nicht allein empirisch, sondern vielfach wissenschaftlich fundiert.
Auch wenn das Buch konventionellen Zahnersatz thematisiert, sollte es in keiner Praxis fehlen, die im Bereich der Frontzähne implantiert. Nicht immer muss das Implantat die beste Lösung für eine Frontzahnlücke darstellen. Wer implantiert, sollte die Alternativen kennen – auch im kollegialen Gespräch mit den Überweisern. Denn am Ende zählt der Patient.

PD Dr. Jeremias Hey

Kern Matthias, Fachgebiet: Prothetik, Zahnheilkunde allgemein, 1. Auflage, Erscheinungsjahr 2016, Sprache: Deutsch, Seiten: 264, Abbildungen: 888, Einband: Hardcover, 21×28 cm, Best.-Nr. 20610, ISBN: 978-3-86867-342-5, Quintessenz Verlags-GmbH, Berlin, 138,00 Euro

 

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Übersicht
Ausgabe 04/2017

Angulierte versus axial inserierte Implantate


Einleitung

Implantate werden entsprechend den prothetischen Voraussetzungen und anatomisch bzw. therapeutisch umsetzbaren Möglichkeiten inseriert, optimaler Weise im Rahmen eines implantat-prothetischen Backward-Plannings. Hierbei kann es erforderlich sein, dass Implantate nicht nur axial, sondern auch schräg inseriert werden, um eine implantatprothetische Versorgung ohne zusätzlichen chirurgisch rekonstruktiven Aufwand und Schonung sensibler Nachbarstrukturen zu ermöglichen. Konzepte wie die implantatgetragene Versorgung zahnloser Kiefer weisen unter Umständen sogar eine relativ ausgeprägte Angulation der distalen Implantatanker auf.
So kann bei einer Versorgung im Oberkieferseitenzahnbereich die Versorgung mittels schräg inserierten Implantaten als Alternative zu augmentativen Verfahren im Sinne eines internen bzw. externen Sinuslifts dienen. Hierbei ist jedoch zu bedenken, dass für die nachfolgende prothetische
Versorgung unter Umständen auch veränderte Komponenten, zum Beispiel Abformpfosten und Abutments sowie entsprechende Hinweise für das hierfür veränderte klinische Vorgehen erforderlich sind.
Inwieweit die schräge Insertion von Implantaten einen Einfluss auf funktionelle Aspekte und die periimplantären Weich- und Hartgewebe haben kann, wurde bereits in diversen Studien untersucht. Fragestellungen, ob sich bei angulierten Implantaten zum Beispiel entsprechende Hygienemaßnahmen realisieren lassen oder der periimplantäre marginale Knochenabbau im Vergleich zu orthograd inserierten Implantaten vergleichbar ist, sind wichtige Punkte, welche es zu klären gilt.

Literaturübersicht
Hopp M, de Araújo Nobre M, Maló P
Vergleich des marginalen Knochenverlustes und Implantaterfolgs zwischen axial und schräg inserierten Implantaten bei Oberkiefer All-on-4-Versorgungen nach 5 Jahren
Comparison of marginal bone loss and implant success between axial and tilted implants in maxillary All-on-4 treatment concept rehabilitations after 5 years of follow-up
Clin Implant Dent Relat Res 2017; 19: 849?859

Studientyp:
In-vivo-Studie

Material und Methode:
Es handelt sich um eine retrospektive klinische Untersuchung, bei der insgesamt 2379 Implantate bei 626 Patienten (1201 axial und 1178 schräg inserierte Implantate), welche in einer Klinik im Zeitraum 2002 bis 2010 eingebracht worden waren, einbezogen wurden. Dabei wurden 2 Gruppen im Rahmen dieser Untersuchung gebildet, wobei die erste Gruppe axial inserierte und die zweite Gruppe schräg inserierte Implantate aufwies.

Wesentliche Zielgrößen:
Evaluation des Knochenniveaus, Überlebensrate

Wesentliche Ergebnisse:
Im Hinblick auf den marginalen Knochenverlust gab es nach 5 Jahren keinen signifikanten Unterschied (p = 0,503). Bei den Überlebensraten bestand ebenfalls kein bedeutsamer Unterschied zwischen beiden Gruppen.

Zusammenfassung:
Im Hinblick auf die Implantatausrichtung, d.h. die axiale und schräge Implantatinsertion, zeigte sich weder ein signifikant unterschiedlicher Knochenabbau noch ein signifikanter Unterschied in den Überlebensraten.

Bewertung:
Positiv bei dieser Untersuchung ist, dass diese wertvolle Hinweise zu einer relevanten Thematik gibt, zu welcher die Literaturlage tendenziell übersichtlich erscheint. Sicherlich würde sich die Aussagekraft der Studie erhöhen, wenn weitere dieses Gebiet betreffende wichtige Faktoren, zum Beispiel die Sondierungstiefe im marginalen Bereich sowie Blutungs- und Plaqueindizes, erhoben worden wären. Inwiefern die Förderung der Studie durch die Industrie und die Durchführung an einem renommierten, auf die Insertion angulierter Implantate spezialisierten Institut in Portugal die Ergebnisqualität beeinflusst hat, lässt sich hier nicht klären.

 

Sugiura T, Yamamoto K, Horita S, Murakami K, Tsutsumi S, Kirita T

Auswirkungen des Neigens von Implantaten und der Belastungsrichtung auf die Auslenkung und Mikrobewegung von sofort belasteten Implantaten: ein In-vitro-Experiment und Finite-Element-Analyse

Effects of implant tilting and the loading direction on the displacement and micromotion of immediately loaded implants: an in vitro experiment and finite element analysis

J Periodontal Implant Sci 2017; 47: 251–262. doi: 10.5051/jpis.2017.47.4.251. Epub 2017 Aug 28

Studientyp:
In-vitro-Analyse und Finite-Element-Analyse
Material und Methode:
Bei dieser Untersuchung wurden in vitro axial und schräg in künstlichen Knochenblöcke eingebrachte Implantate zum einen axial und zum anderen schräg (aus 45° in mesiodistaler Richtung einwirkende Kraft) belastet. Zusätzlich wurde das Experiment im Rahmen einer Finiten-Element-Analye simuliert.
Insgesamt wurden 6 Implantate (10,0 mm Länge, 4,3 mm Durchmesser) in künstlichen Knochenblöcken verwendet, wobei 3 Implantate axial (Gruppe 1) und 3 um 30° schräg (Gruppe 2) inseriert wurden.

Zielgrößen:
Auslenkung und die Mikrobewegung der Abutments

Wesentliche Ergebnisse:
Die Abutmentauslenkung war größer unter schräg einwirkender im Gegensatz zur axialen Belastung und bei den schräg eingebrachten Implantaten größer im Vergleich zur Auslenkung der Abutments bei den axial inserierten Implantaten. Die In-vitro- Analyse und die Finite-Elemente-Simulation zeigten eine entsprechende Übereinstimmung. Die Mikrobewegung war bei Schrägbelastung im Vergleich zur axialen Belastung bis zum 4,1-fachen höher. Die maximale Mikrobewegung der Abutments unter vertikaler Belastung war bei den schräg und axial eingebrachten Implantaten ähnlich. Interessanterweise war unter Schrägbelastung bei den anguliert inserierten Implantaten die maximale Mikrobewegung der Abutments um 38,7 % geringer als bei den axial inserierten Implantaten.

Zusammenfassung:
Die maximale Mikrobewegung der Abutments war unter mesio-distaler Belastung bei den schräg inserierten Implantaten geringer als bei den axial inserierten Implantaten. Hierbei wurde die maximale Mikrobewegung im Wesentlichen durch die Belastungsrichtung bestimmt.

Bewertung:
Bekannt ist, dass entsprechend des Charakters einer In-vitro-Untersuchung diese Erkenntnisse natürlich nicht direkt auf die klinische Situation übertragen werden können. Dennoch liegt hier eine Besonderheit vor, da eine In-vitro-Studie in Kombination mit einer Finite-Elemente-Analyse durchgeführt wurde. Zumeist finden sich solche Untersuchungen lediglich separat. Diese Kombination steigert die Aussagekraft der Ergebnisse, wobei es sich zeigen wird, inwieweit sich diese Ergebnisse, zum Beispiel geringere Mikrobewegungen, auch in geringeren Dezementierungsraten bei zementierten prothetischen Versorgungen widerspiegeln werden. Diesbezüglich ist allerdings abschließend anzumerken, dass diese Versuchsbedingungen nur bedingt die klinische Realität widerspiegelt, da in dieser Untersuchung einzelne Implantate verwendet bzw. simuliert wurden, welche nicht verblockt waren, was jedoch in der Regel im klinischen Alltag der Fall ist.

 

Testori T, Galli F, Fumagalli L, Capelli M, Zuffetti F, Deflorian M, Parenti A, Del Fabbro M

Beurteilung des Langzeitüberlebens von sofortbelasteten und angulierten Implantaten im Rahmen von festsitzenden Oberkiefertotalprothesen

Assessment of Long-Term Survival of Immediately Loaded Tilted Implants Supporting a Maxillary Full-Arch Fixed Prosthesis

Int J Oral Maxillofac Implants 2017; 32: 904–911. doi: 10.11607/jomi.5578.

Studientyp:
Klinische Langzeituntersuchung (10 Jahre)

Material und Methode:
Im Rahmen der Anfertigung von sofortversorgten implantatgetragenen Oberkieferprothesen wurden bei jedem Patienten insgesamt 6 Implantate inseriert, wobei die distalen Implantate anguliert eingebracht wurden. Bei insgesamt 24 zahnlosen Patienten wurden 144 Implantate und deren prothetische Versorgung nach 10 Jahren nachuntersucht.

Primäre Zielgrößen:
Beurteilung der Lebensqualität und der Überlebensrate der Implantate

Wesentliche Ergebnisse:
Die Überlebensrate der Implantate betrug 95,1 %, wobei die anguliert eingebrachten Implantate keine signifikant höhere Verlustrate aufwiesen. Bei der Beurteilung ergab sich je nach Fragestellung eine Patientenzufriedenheit von 8,4 bis 8,8 von maximal 10 erreichbaren Punkten.

Bewertung:
Wie bei Untersuchungen zu dieser Thematik üblich, waren die evaluierten Implantate im Rahmen der implantatprothetischen Versorgungen miteinander verblockt. Dies schränkt naturgemäß die Aussagekraft der Untersuchung ein, da es sich hierbei in der Regel um die distalen Anker einer kompletten Kieferversorgung handelt, welche insbesondere einer zu den restlichen Implantaten nicht vergleichbaren funktionellen Belastung ausgesetzt sind. Allerdings bietet die Untersuchung Langzeitergebnisse, welche in der Literatur eher selten sind, und besitzt daher einen entsprechend hohen Stellenwert.

 

Sannino G, Barlattani A

Axial versus angulierte Abutments auf angulierten Implantaten bei festsitzenden Sofortversorgungen des zahnlosen Unterkiefers: Eine retrospektive vergleichende 3-Jahresuntersuchung

Straight Versus Angulated Abutments on Tilted Implants in Immediate Fixed Rehabilitation of the Edentulous Mandible: A 3-Year Retrospective Comparative Study

Int J Prosthodont 2016; 29: 219–26. doi: 10.11607/ijp.4448

Studientyp:
Klinische Studie

Material und Methode:
Bei 85 Patienten erfolgten bei einer zahnlosen Unterkiefersituation im Rahmen einer All-on-Four-Versorgung primär Versorgungen mittels Interimsversorgungen mit nachfolgender Implantatinsertion und entsprechender prothetischer Versorgung.

Wesentliche Zielgröße:
Marginaler Knochenabbau

Wesentliche Ergebnisse:
Der marginale Knochenabbau bei den schräg inserierten Implantaten betrug nach 3 Jahren 1,19 mm ± 0,33 mm und bei den axial eingebrachten Implantaten (1,00 mm ± 0,37 mm).

Zusammenfassung:
Neben der Erhebung weiterer Parameter wurde gezeigt, dass der marginale Knochenabbau an den schräg inserierten Implantaten signifikant größer war als an den axial inserierten Implantaten.

Bewertung:
Im Rahmen dieser Untersuchung wurden relevante implantatprothetische Parameter analysiert. Sicherlich ist die Aussagekraft aufgrund der kurzen Beobachtungszeit begrenzt. Positiv ist die einheitliche prothetische Versorgungsform im Sinne der All-on-Four-Versorgung zu nennen.

Synopsis

Unter bestimmten Gegebenheiten und je nach Versorgungskonzept kann es von Vorteil sein, dentale Implantate anguliert zu inserieren, um bei möglichst geringem chirurgisch rekonstruktivem Aufwand und ohne sensible Nachbarstrukturen wie den Sinus maxillaris oder das Foramen mentale zu gefährden, möglichst viel Stützfläche im Rahmen der prothetischen Versorgung erzielen zu können. Die hier aufgeführten Untersuchungen belegen klinisch akzeptable Resultate für angulierte Implantate, wobei diese in der Regel im Rahmen von festsitzenden Versorgungen beim zahnlosen Kiefer als distale Stützpfeiler Verwendung finden. Hierbei gilt es zu betonen, dass vor der angulierten Insertion von Implantaten eine entsprechende 3D-basierte Planung durchgeführt werden sollte, wobei dabei auch diesbezügliche Ungenauigkeiten dieser Planungsvariante bedacht werden müssen. Ebenso sollte bei Insertion von zwei angulierten Implantaten im Rahmen einer Versorgung darauf geachtet werden, dass diese Angulationen aufeinander abgestimmt sind, d.h. die Angulationen möglichst in einer Ebene erfolgen. Die Tatsache, dass in den letzten Jahren kurze Implantate mit hohem klinischen Erfolg eingesetzt wurden, führt zu der Überlegung, inwieweit die Verwendung eines oder mehrerer orthograd belasteter und verkürzter Implantate eine Alternative zu einer möglichen Angulation von Implantaten darstellt.

 

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Originalarbeit
Ausgabe 04/2017

Patienten mit Allgemeinerkrankungen


Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas

Warum Sie diesen Beitrag lesen sollten?

Damit Sie Risikofaktoren für die Implantateinheilung und den Allgemeinzustand des Patienten sicher einschätzen können.

Zusammenfassung: Während man noch vor einigen Jahren von Kontraindikationen bei Vorliegen von Allgemeinerkrankungen sprach, so ist dieser Begriff einer Risikoabwägung gewichen. Es gilt den möglichen Gewinn an Lebensqualität gegen mögliche Risiken abzuwägen. Dabei kommen Komplikationen der Grunderkrankung eine höhere Bedeutung zu, als der in Studien oft untersuchte Implantatverlust. Eine adäquate Planung und Aufklärung des Patienten über die spezifischen Risiken und Therapiealternativen sind unumgänglich. Damit kommt der gezielten Anamnese und gemeinsamen Entscheidungsfindung, gerade bei Risikopatienten, eine besondere Rolle zu.

Schlüsselwörter: Implantatverlust; Allgemeinerkrankung; Anamnese; Diabetes mellitus; Osteoporose; Bisphosphonat; Vitamin D; Infektion; Gerinnungsstörung

 

Zitierweise: Al-Nawas B: Patienten mit Allgemeinerkrankungen. Z Zahnärztl Implantol 2017; 33: 284?290. DOI 10.3238/ZZI.2017.0284x?0290

Einleitung

Der demographische Wandel ist eine der zentralen Herausforderungen unseres Berufes, der sich in der täglichen Praxis zeigt. Mit zunehmendem Patientenalter findet sich erwartungsgemäß auch eine Zunahme der Risikofaktoren, wobei in der „großen Chirurgie“ das Alter selbst einen unabhängigen Risikofaktor für perioperative Mortalität darstellt [27]. In der Implantologie geht zwar Alter allein nicht mit einer schlechteren Implantatprognose einher [20], trotzdem bedarf nicht nur die Implantatprognose unsere Aufmerksamkeit, sondern auch mögliche Folgen für den Allgemeinzustand des Patienten [1]. Beispielsweise kann eine, durch eine implantologische Maßnahme ausgelöste, Blutungskomplikation für den kompromittierten Patienten vital bedrohlich werden. Der Patient unter Bisphosphonatmedikation betrachtet das mögliche Auslösen einer Knochennekrose sicherlich als relevanter als die Frage der Implantatprognose. Gerade bei Patienten mit Allgemeinerkrankungen ist daher das Abwägen allgemeiner Risiken gegenüber dem Gewinn an Lebensqualität ein zentraler Aspekt ärztlicher Fürsorge. Die Frage, ob Implantate bei einer bestimmten Allgemeinerkrankung einheilen, ist zwar wichtig, aber mit Blick auf die Grunderkrankung keinesfalls zentral.

Eine grundlegende Basis spielt in der täglichen Praxis die allgemeine Anamnese. Unter der „Anamnese“ wird fälschlicherweise oft das Ausfüllen eines strukturierten Anamnesebogens verstanden. Dabei wird leicht unterschätzt, dass die Anamnese ein Gespräch ist und „Zuhören, Beobachten und Nachfragen“ oft kostbare Informationen zu Tage fördern. Der strukturierte Anamnesebogen kann nicht mehr sein als eine Gesprächsgrundlage. Kritisch ist auch zu sehen, dass wirklich validierte Anamnesebögen in der Zahnmedizin fehlen [8]. Der Bogen allein reicht also in der zahnärztlichen Chirurgie keinesfalls aus. Gerade im chirurgisch-implantologischen Umfeld ist aktives Nachfragen nach der körperlichen Belastbarkeit und gerinnungsverändernder Medikation dringend zu empfehlen. In älteren Studien wurden in einer zahnärztlichen Praxis bei ca. 12 % der Patienten zusätzliche, relevante Risikofaktoren identifiziert [7]. Führend waren dabei Allergien, Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Herzerkrankungen und Schilddrüsenerkrankungen.

Der Anamnesebogen stellt eine sinnvolle Basis für das Anamnesegespräch dar; er darf das Gespräch jedoch nicht ersetzen.

Die gezielte Nachfrage nach Medikamenteneinnahme bringt oft wichtige Erkenntnisse.

Bei der Behandlung von Patienten mit Allgemeinerkrankungen spielen mögliche vital-bedrohliche Komplikationen der Grunderkrankung oft eine wichtigere Rolle als die Implantatprognose.

Implantatprognose

Betrachtet man die mögliche Problematik im Rahmen einer implantatgestützten Rehabilitation, so ist zunächst die Osseointegration und Weichgewebsheilung zu diskutieren. Von Bedeutung sind damit alle Erkrankungen und Medikamente, die die Weichgewebs- und Knochenheilung, aber auch die immunologische Reaktion beeinflussen können. Interessanterweise scheinen moderne Implantatsysteme so sicher zu heilen, dass auch bei Risikopatienten hohe Erfolgsraten möglich sind. Häufig liegt diesen Erfolgen jedoch ein besonders schonendes Vorgehen zugrunde.

Der zweite Aspekt, den es zu beachten gilt, ist die Langzeitprognose. Diese kann aufgrund der Erkrankung selbst verschlechtert sein, z.B. bei Störung der Immunabwehr. Zusätzlich stellt sich oft noch der Effekt ein, dass die subjektive Bedeutung der Mundhygiene bei belastender, schwerer Allgemeinerkrankung herabgesetzt ist. Für die implantologische Versorgung sollten diese Aspekte unbedingt mit in die Planung einbezogen werden.

Eine adäquate Risikoanalyse ist daher unumgänglich und in die Aufklärung zwingend mit einzubeziehen. Unter diesen Voraussetzungen können implantatgetragene Rehabilitationen auch bei eingeschränkter Prognose einen bedeutenden Gewinn an Lebensqualität darstellen. Bei falscher Indikation hingegen können Komplikationen des implantologischen Eingriffs vital bedrohlich werden.

Grunderkrankung und Medikation sollten auf den Einfluss auf Immunabwehr, Weichgewebs- und Knochenheilung evaluiert werden.

Patienten mit schweren Allgemeinerkrankungen weisen häufiger Defizite der Mundhygiene auf.

Der mögliche Gewinn an Lebensqualität muss dem Risiko im Rahmen von Komplikationen gegenübergestellt werden.

Der Patient ist über diese Risikoabwägung aufzuklären; aus dieser ergibt sich die partizipative Entscheidungsfindung.

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus stellt eine der häufigen „Volkskrankheiten“ dar und galt anfangs sogar als Kontraindikation für enossale Implantate. Dies hat sich sicherlich in den letzten Jahren deutlich relativiert. Gerade bei Patienten mit Diabetes mellitus findet sich häufiger Zahnverlust und die Wechselwirkung zur Parodontitis ist ebenfalls gesichert. Implantologisch ist die akute Blutzuckerentgleisung als Notfall zu unterscheiden von den perioperativen Veränderungen und den Folgen für die Implantatprognose. Die Terminierung insulinpflichtiger Patienten mit Diabetes mellitus erfolgt oft am Vormittag mit einem Hinweis, die üblichen Malzeiten morgens zu sich zu nehmen. Damit lässt sich in den meisten Fällen die OP in einem bzgl. des Blutzuckers gut kontrollierten Zeitraum planen.

Schwieriger ist die Folge für den Knochenmetabolismus einzuschätzen. Hier gilt es zwischen Störungen der Ossoeintegration und dem möglicherweise kritischeren Langzeitverlauf zu unterscheiden. In einem lesenswerten, systematischen Review, das die Basis für die S3-Leitlinie der DGI lieferte, konnten die Autoren die aktuellen wissenschaftlichen Daten darstellen [18]. In der Implantologie hat sich der HbA1c Wert als objektives Maß, wie gut der Blutzucker eingestellt ist, etabliert. Ein Wert > 10 % gilt dabei als „schlecht eingestellt“. In dieser Gruppe zeigte sich eine deutlich verlangsamte Osseointegration. Nach einem Jahr war die Implantatstabilität unabhängig von der Zuckereinstellung bei allen Patienten gleich. Die Frage, ob langfristig bei Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus mit periimplantären Entzündungen zu rechnen ist, wird in der Literatur heterogen diskutiert und scheint eher eine untergeordnete Rolle zu spielen. Ebenso uneinheitlich wird über das Implantatüberleben berichtet. In den meisten Langzeitstudien weisen Patienten mit Diabetes mellitus keine höhere Implantatverlustrate im Langzeitverlauf auf. Ob die Dauer des Diabetes eine Rolle für die Implantatprognose spielt, ist ebenfalls umstritten. Auffällig ist, dass zur Frage Augmentation bei Diabetes mellitus so gut wie keine soliden Daten existieren. Klinisch scheinen sich für umschriebene Augmentationen (Sinuslift, GBR) keine Auffälligkeiten zu ergeben, während umfangreiche Augmentationen bei Patienten mit Diabetes melliltus schlecht wissenschaftlich belegt sind. Relativ eindeutig ist bei Patienten mit Diabetes mellitus hingegen der günstige Effekt einer perioperativen Antibiotikaprophylaxe belegt.

Auf dieser Basis schlussfolgern die Autoren der S3-Leitlinie wie folgt [31]:

„Die dentale Rehabilitation mit Zahnimplantaten bei Patienten mit Diabetes mellitus stellt ein sicheres und vorhersagbares Verfahren dar.“

„Vor Behandlungsbeginn sollte sich der Behandler über die Einstellung des Diabetes mellitus informieren. Patienten mit schlecht eingestelltem Diabetes mellitus scheinen eine verzögerte Osseointegration nach der Implantation aufzuweisen.“

„Aufgrund von Hinweisen auf eine verzögerte Osseointegration sollte die Indikation für eine Sofort- und Frühbelastung kritisch gestellt werden.“

„Da Patienten mit Diabetes mellitus ein höheres Risiko für Periimplantitis aufweisen, sollte eine risikoadaptierte Nachsorge nach Implantatinsertion erfolgen.“

„Es liegen Hinweise vor, dass eine adjuvante Therapie mit prophylaktischer Gabe eines Antibiotikums und Anwendung chlorhexidinhaltiger Mundspülungen den Behandlungserfolg verbessert.“

Knochenstoffwechsel – Osteoporose, Vitamin D

Der Knochenstoffwechsel ist bei der Implantateinheilung von zentraler Bedeutung. Beeinträchtigungen des Knochenstoffwechsels werden zumindest theoretisch immer wieder mit Implantatverlusten in Zusammenhang gebracht. Als alimentäre Variable und möglicher Einflussfaktor bei der Implantateinheilung wurde immer wieder der Vitamin D-Spiegel diskutiert. Aktuell wird diese Thematik in zwei Arbeiten untersucht. Überaschenderweise war der Einfluss des Vitamin D-Spiegels auf die Frühverluste in einer klinischen Studie an über 800 Patienten erstaunlich gering; es fand sich eine dezente Auffälligkeit für mehr Frühverluste, aber statistisch signifikanten Unterschiede wurden nicht festgestellt[14]:

9 (2,2 %) mit Serumspiegeln von Vitamin D > 30 ng/mL

16 (3,9 %) bei Patienten mit 10–30 g/mL

2 (9,0 %) bei < 10 ng/mL

Ähnlich wenig aussagekräftig sind die Daten für Augmentationen, bei denen sich ebenfalls kein signifikanter Einfluss des Vitamin D-Spiegels zeigte [23]. Der praktische Effekt eines veränderten Vitamin D- Spiegels oder sogar die Intervention durch Substitution scheinen für die Osseointegration eine eher untergeordnete Rolle zu spielen. Dennoch gilt es zu bedenken, dass der mögliche Einfluss des Vitamin D- Spiegels auf die Knochenheilung bisher weiterhin unbeantwortet bleibt.

Zurzeit besteht klinisch kein Anhalt, die Vitamin D-Spiegel routinemäßig vor Implantation zu überprüfen.

Osteoporose oder Osteopenie als Missverhältnis zwischen Knochenaufbau und Abbau betrifft typischerweise Frauen im postmenopausalen Alter. Typischerweise wird die Knochendichte radiologisch bestimmt (Bone Mineral Density – BMD). Da die Knochendichte im Alter abnimmt und geschlechtsspezifisch bei Frauen niedriger als bei Männern ist, wird die Diagnose eines Defizits in Relation zur Normalverteilung alters- und geschlechtsabhängig erfasst. Je nach Ausprägung spricht man von Osteopenie oder Osteoporose.

Implantologisch stellt sich, insbesondere bei Versorgungen im seitlichen Oberkiefer, die Problematik eines sehr „weichen“ Knochens, der vom Bohrgefühl oft mit Styropor verglichen wird. Dies erfordert häufig unterdimensioniertes Aufbereiten und prolongiert eventuell die Einheilzeiten. Beachtet man diese Besonderheiten, so scheint eine Implantatversorgung auch bei Osteoporose umsetzbar. Eine aktuelle Kohortenstudie zur Implantatversorgung bei älteren Frauen zeigt entsprechend keinen Einfluss der Osteoporose auf die Implantatprognose [25]. Ebenso findet sich kein Unterschied bzgl. der Entwicklung des langfristigen Knochenniveaus [29]. Systematische Reviews zu dieser Thematik belegen ebenfalls die Sicherheit der implantologischen Versorgung bei Patienten mit Osteoporose [6, 12].

Typischerweise betrifft Osteoporose Frauen nach der Menopause; allerdings werden auch Langzeiteinnahmen bestimmter Medikamente, wie z.B. Antidepressiva mit verminderter Knochendichte in Verbindung gebracht [21]. Jedoch sind keine Zusammenhänge zu Implantatfrühverlusten und der Einnahme von Antidepressiva bekannt, so dass sich für die tägliche Praxis keine Konsequenzen ergeben.

Von Bedeutung ist die Tatsache, dass die meisten Patienten mit Osteoporose Antiresorptiva, z.B. Bisphosphonate oder Denosumab, einnehmen. Diese Substanzen reduzieren die Remodellingaktivität des Knochens und können auch bei Patienten mit Osteoporose für Nekrosen verantwortlich sein. Insbesondere in der Implantologie wurde in den letzten Jahren praktisch ausschließlich der Zusammenhang zwischen Implantatüberleben und Bisphosphonateinnahme untersucht. Nun finden sich die ersten Fallberichte von Implantat-assoziierter-Bisphosphonat-Nekrose. In einer Fallsammlung aus Korea von 6 Patienten fanden sich auch 2, die ein orales Bisphosphonat bei Osteoporose eingenommen hatten, und damit eigentlich zur niedrigen Risikogruppe zählten [24]. Eine gezielte Frage im Rahmen der Anamnese und gezielte Risikoevaluation ist hier dringend erforderlich. In diesem Rahmen sei auf die DGI-Checkliste verwiesen. Eine umfangreiche Abhandlung zu dieser Thematik findet sich an anderer Stelle [9, 30].

Bei Verdacht auf Osteoporose sollte nach Antiresoptiva gefragt werden und das Protokoll bzgl. des Nekroserisikos adapiert werden.

Bei Osteoporose ist mit verminderter „Knochenqualität“ und damit reduzierter Primärstabilität zu rechnen. Ggf. sollte das Bohrprotokoll angepasst werden.

Die geringere Primärstabilität erfordert meist etwas längere Einheilzeiten und spricht eher gegen Sofortbelastungskonzepte.

Antidepressiva stellen wahrscheinlich kein Hemmnis bei der Implantateinheilung dar.

Rheumatische und
Autoimmunerkrankungen

Rheumatische Erkrankungen stellen ein so heterogenes Bild dar, dass die vereinfachende Zusammenfassung eigentlich nicht gestattet ist. Häufig ist die chronische Polyarthritis, aber auch seltenere Erkrankungen, wie z.B. Sklerodermie oder Sarkoidose lassen den chirurgisch tätigen aufhorchen. Häufig wird langfristig mit Kortison, Chemotherapeutika und in jüngerer Zeit komplexen Immuntherapeutika behandelt. Insbesondere bei Letzteren sind Konsequenzen für die Knochen- und Weichgewebsheilung noch gar nicht abzusehen. Zumindest im Langzeitverlauf ist mit vermehrten Knochenresorptionen zu rechnen [13]. In den gängigen Lehrbüchern wird die Langzeitkortisoneinnahme als kritisch für die Knochenheilung beschrieben. Klinisch und präklinisch lassen sich dafür jedoch keine Belege finden.

Aber auch „harmlose“ nicht-steroidale Antirheumatika (z.B. Diclofenac) sind häufig im Einsatz. Eine viel diskutierte Studie hat bei Patienten, die nicht-steroidale Antiphlogistika einnahmen, eine deutlich höhere Zahl von Implantatverlusten aufgedeckt; dabei traten insbesondere mehr sogenannte Cluster Failure, also gehäufte Implantatverluste bei wenigen Patienten, auf [32]. Analoge Daten findet eine andere Arbeitsgruppe für diese Arzneimittel [33]; daneben werden zusätzlich auch Protonenpumpenblocker als kritisch dargestellt.

Rheumatische Erkrankungen und Autoimmunerkrankungen bedürfen meist wegen ihrer Komplexität bei Diagnostik, Verlauf und Therapie die Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt.

Die Frage des negativen Einflusses nicht-steroidaler Antirheumatika (z.B. Ibuprofen, Voltaren) auf die Implantateinheilung bedarf unbedingt weiterer Aufmerksamkeit. Einen wirklichen klinischen Warnhinweis kann man bisher auf Basis von zwei retrospektiven Studien (noch) nicht aussprechen.

Organtransplantation und andere Immunsuppression

Patienten nach Organtransplantation sind, je nach betreffendem Organ, lebenslang höhergradig immunsupprimiert. Dennoch sind einige erfolgreiche Fallberichte zu erfolgreichen implantologischen Versorgungen beschrieben [10, 11, 17]. Zu dieser Einschätzung passen auch die Daten einer Fall-Kontroll-Studie, die zeigt, dass die biologischen Parameter sowie die Mikroflora und der Knochenabbau von Implantaten bei organtransplantierten Patienten sich nicht von jenen gesunder Patienten unterscheiden [15, 16].

Auch bei anderen immunsuppresssiv behandelten Erkrankungen (z.B. Epidermolysis bullosa) sind erfolgreiche Implantologische Versorgungen beschrieben [3]. Der Langzeitverlauf zeigt jedoch, dass bei Reaktivierung der Erkrankung mit vermehrten periimplantären Problemen zu rechnen ist.

Bei Organ-transplantierten Patienten ist das Ausmaß der Immunsuppression zu beachten; es empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt.

Der Patient unter Immunsuppression sollte über die möglicherweise kritischere Langzeitprognose aufgeklärt werden. Hier bedarf es einer besonders strengen Indikationsstellung.

Herz-Kreislauf-
Erkrankungen

Bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellt sich in erster Linie die Frage nach der Belastbarkeit der Patienten bei Eingriffen unter Lokalanästhesie. Insbesondere bei frischem Herzinfarkt (< 6 Monate) verbieten sich elektive Eingriffe, aber auch bei Leistungsverlust in der letzten Zeit ist Vorsicht geboten. Fast alle Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber insbesondere Patienten nach Stenteinlage, erhalten regelmäßig eine orale Antikoagulation oder Thrombozytenaggregationshemmung. Somit kann der mögliche Umfang operativer Eingriffe bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen häufig limitiert sein, und diese Patienten in besonderem Maße von dimensionsreduzierten Implantaten profitieren.

Limitationen seitens der Osseointegration sind bei Vorliegen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht beschrieben [12]. Allerdings berichtet eine Arbeitsgruppe auch kritische Daten für die periimplantäre Knochenstabilität bei Patienten mit kardiovaskulären oder mit rheumatologischen Erkrankungen [13].

Osseointegration und Langzeitverlauf sind bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen meist nicht gestört.

Die individuelle Belastbarkeit sollte präoperativ erfragt werden.

Orale Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmer werden sehr häufig verwendet und erfordern entsprechende OP-Kautelen.

Gerinnungsstörungen

Schwere intraoperative Blutungen sind in der Implantologie erfreulicherweise selten. Hauptursache bei nicht antikoagulierten Patienten sind Perforationen von Implantaten in der Unterkieferfront nach lingual oder eine falsche Implantatangulation [4, 26]. In Fallberichten sind lebensbedrohliche Situationen durch Mundbodenblutung beschrieben [22].

Wichtig ist vor allem die korrekte Einschätzung des Blutungsrisikos bei Patienten mit oraler Antikoagulation. Erfreulicherweise liegen jetzt erste große Fallserien vor, die zeigen, dass unter den entsprechenden Maßnahmen eine ambulante Versorgung der Patienten möglich ist [5]. Die Autoren verweisen darauf, dass die Maßnahme mit dem geringsten Blutungsrisiko zu wählen sei. Eine S3-Leitlinie der AWMF zu dieser Thematik ist in Verabschiedung.

Insbesondere Blutungen im Mundboden können eine vitale Bedrohung für den Patienten darstellen.

Patienten mit oraler Antikoagulationstherapie oder Thrombozytenaggregationshemmern benötigen eine besondere Abwägung der notwendigen chirurgischen Maßnahmen.

Eine ambulante Behandlung ist unter dieser Voraussetzung häufig möglich.

Infektionen (Hepatitis, HIV)

Virale Infektionskrankheiten wie Hepatitis B und C, aber auch HIV, sind mit modernen Ansätzen therapierbar, und auch daran erkrankte Patienten bedürfen einer kaufunktionell adäquaten Rehabilitation. Bei Infektionserkrankungen empfiehlt sich zur Einschätzung des Infektionsrisikos für das Behandlungsteam die aktuelle Kontrolle der Viruslast, die der Patient meist recht gut berichten kann. Bei adäquater Therapie ist diese oft nicht mehr messbar und damit eine unkritische Situation erreicht.

Störungen der Osseointegration ist weder für Hepatitis noch für HIV beschrieben. Hepatitis scheint jedoch grundsätzlich mit mehr Zahnverlusten und periimplantären Problemen einherzugehen [19, 34]. Inwieweit die Grunderkrankung selber oder Effekte durch vermindertes Mundhygienebewusstsein dafür verantwortlich sind, bleibt jedoch ungeklärt.

In mehreren aktuellen Reviews wird immer wieder dieselbe Literatur zu HIV-infizierten Patienten aufbereitet. Die Summe der Fallserien lässt den Schluss zu, dass HIV-infizierte Patienten, die mit antiretroviraler Therapie (HAART) behandelt werden, Kandidaten zur Implantat-Rehabilitation sein können, solange die HIV-Viruslast und CD4+-T-Lymphozyten auf Immunstabilität hindeuten [2, 28]. Zu beachten ist allerdings, dass die verwendeten Substanzen häufig eine sekundäre Osteoporose verursachen können.

Bei geringer Viruslast und guter infektiolgischer Einstellung sind auch Patienten mit HIV- oder Hepatitis-Infektion gut implantologisch rehabilitierbar.

Resümee

Während man noch vor einigen Jahren von Kontraindikationen bei Vorliegen von Allgemeinerkrankungen sprach, so ist dieser Begriff einer Risikoabwägung gewichen. Es gilt, den möglichen Gewinn an Lebensqualität gegen mögliche Komplikationen abzuwägen. Dabei kommt den Komplikationen der Grunderkrankung sicherlich eine höhere Bedeutung zu als der in typischen Studien untersuchte Implantatverlust. Gerade bei Vorliegen mäßig ausgeprägter Grunderkrankungen kann der Einsatz dimensionsreduzierter Implantate und anderer minimalinvasiver Versorgungsformen gegenüber umfangreichen augmentativen Maßnahmen von Vorteil sein. Eine adäquate Planung und Aufklärung des Patienten über die spezifischen Risiken und Therapiealternativen sind unumgänglich.?

 

Interessenkonflikt: Der Autor Prof. Dr. Dr. Bilal Al-Nawas gibt an, dass im Zusammenhang mit diesem Beitrag kein Interessenkonflikt besteht.

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Foto: B. Al-Nawas

 

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Aus der Praxis für die Praxis
Ausgabe 04/2017

Allogener Knochen


Dr. Ingo Buttchereit, PD Dr. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer

Warum Sie diesen Beitrag lesen sollten?
Die Augmentation des atrophen Alveolarfortsatzes mit allogenen Knochentransplantaten wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Eigene klinische Erfahrungen und die Literatur belegen eine hohe Sicherheit und eine Äquivalenz im Vergleich zu autologen Transplantaten. Der vorliegende Fallbericht zeigt eine präimplantologische Augmentation mit allogenem Knochen und anschließender implantatgetragener Schaltlückenversorgung in regio 46.

Ziel: In der vorliegenden Fallbeschreibung werden präprothetische Behandlungsoptionen zur Implantatversorgung im Unterkieferseitenzahnbereich unter Verwendung von allogenen und xenogenen Materialien präsentiert.
Material und Methode: Bei einem 54-jährigen Patienten wurde eine laterale Augmentation mit allogenen Materialien, eine Implantatinsertion und eine abschließende Vestibulumplastik mit einer xenogenen 3D-Matrix durchgeführt.
Schlussfolgerung: Mit den oben genannten Materialien und den in diesem Fall gezeigten Techniken lassen sich voraussehbar gute Ergebnisse bei ästhetisch befriedigendem Outcome erreichen.
Schlüsselwörter: laterale Augmentation; allogenes Knochenersatzmaterial; xenogene 3D-Matrix; Membran; Implantation
Zitierweise: Buttchereit I, Kämmerer PW: Allogener Knochen: Implantatgetragene Schaltlückenversorgung im Unterkieferzahnbereich nach lateraler Augmentation mit allogenem Knochen. Z Zahnärztl Implantol 2017; 33: 292?296. DOI 10.3238/ZZI.2017.0292–0296

Einleitung

In den vergangenen Dekaden haben sich diverse chirurgische Techniken etabliert, um knöcherne Defekte des Alveolarfortsatzes vorhersagbar und mit geringem Komplikationsrisiko zu behandeln. Weitverbreitet ist die autologe Knochentransplantation mit intra- und extraoralen Entnahmestellen, die gesteuerte Knochenregeneration, das Knochensplitting sowie der Sinuslift. Für bestimmte Defektkonfigurationen kommen weitere Verfahren wie die Alveolarkammdistraktion oder auch die Sandwichosteotomie zum Einsatz. Die Verwendung von autogenem Knochen stellt bis heute den – wenn auch nicht unumstrittenen – Goldstandard für Augmentationen dar [8]. Autogene Knochenblöcke werden in der Regel retromolar aus der Kinnsymphyse oder dem Beckenkamm entnommen. Sie lassen sich lateral, aber auch vertikal auf dem Kieferkamm fixieren. In Abhängigkeit von der gewählten Technik kann es jedoch nach längeren, mechanisch nicht durch Implantate belasteten Heilungsperioden zu einem starken Volumenverlust des Augmentats kommen [11]. Die Hebung der Blöcke von en- und extraoral ist zudem mit dem Risiko von Komplikationen an der Entnahmestelle behaftet und erhöht die operative Belastung von Patienten [1, 9]. Außerdem ist insbesondere bei enoraler Entnahme die Menge an Knochenmaterial limitiert. Während in Europa in der Zahnmedizin vornehmlich alloplastische und xenogene Materialien zum Einsatz kommen, ist im angloamerikanischen Ausland die Anwendung allogener Knochenersatzmaterialien weit verbreitet. Als Vorteil wird vor allem eine schnellere knöcherne Regeneration, unter anderem aufgrund des im Material verbliebenen Kollagenanteils, beschrieben. Des Weiteren wird das Material, besonders im Vergleich zu den gängigen xenogenen Materialien [6], in höherem Maße von eigenem Knochen ersetzt. Das bei den meisten allogenen Materialien nicht vollständig auszuschließende Risiko einer Infektionsübertragung hatte neben ethischen Bedenken hierzulande zu einer deutlichen Zurückhaltung bezüglich der Anwendung geführt. Allerdings wurde seit 1996 – nach der Einführung von entsprechenden Labortestungen und Sterilisationsvorgängen – selbst bei zellhaltigen Allografts keine einzige Infektion in der Literatur dokumentiert [4, 10]. In den vergangenen Jahren ist daher – bei durchaus positiven Ergebnissen, wie in dem vorliegenden Fall exemplarisch bestätigt – in Deutschland ein deutlicher Zuwachs in diesem Segment zu verzeichnen.

Ausgangslage

Ein 54-jähriger Patient stellte sich erstmalig im Januar 2016 nach Überweisung durch den behandelnden Hauszahnarzt mit der Bitte um implantatgetragene Schaltlückenversorgung in regio 46 in der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie der Universität Rostock vor. Die allgemeine Anamnese ergab keine relevanten Vor-/Grunderkrankungen bzw. Allergien. Der intraorale Befund zeigte eine Schaltlücke im UK rechts bei ausgeprägtem vestibulo-lateralen Knochendefizit (regio 46/ ? Abb. 1) sowie ein konservierend und prothetisch ausreichend saniertes Restgebiss. In der Vertikalen stellte sich das Knochenangebot als ausreichend dar (? Abb. 2). Im Rahmen des Aufklärungsgesprächs wurden dem Patienten daher die Möglichkeiten augmentativer Verfahren im Bereich des Alveolarfortsatzes erläutert. Da der Patient die Knochenentnahme aus der Mundhöhle oder auch extraoral explizit ablehnte, entschieden wir uns für die Verwendung einer allogenen kortikalen Platte (maxgraft cortico, botiss biomaterials GmbH, Zossen) in Kombination mit partikulärem allogenem Knochenersatzmaterial (maxgraft, botiss biomaterials GmbH, Zossen) und einer porcinen Kollagenmembran (Jason membrane, botiss biomaterials GmbH, Zossen).

Vorgehensweise

Der geplante Eingriff wurde unter ambulanten Bedingungen in lokaler Betäubung durchgeführt. Nach Defektdarstellung in regio 46 wurde die kommerziell erhältliche allogene kortikale Knochenplatte auf die notwendige Defektgröße zugetrimmt ( ? Abb. 3, 4, 5). Das knöcherne Empfängerbett wurde multipel perforiert und die Platte im Anschluss mit 3 Osteosyntheseschrauben (Medartis, Basel, Schweiz) im Sinne einer lateralen Augmentation mittels Schalentechnik fixiert (? Abb. 6). Der Bereich zwischen ortsständigem Knochen und der kortikalen Platte wurde mit einer 20:80-Mischung aus Eigenknochen (gewonnen mit einem Smart Scraper [Geistlich Biomaterials, Baden-Baden]) und dem allogenen Knochenersatzmaterial aufgefüllt (? Abb. 7). Das Augmentat wurde abschließend mit der porcinen Kollagenmembran und mit einer aus Patienteneigenblut gewonnenen L-PRF-Fibrinmatrix ( ? Abb. 8, 9; botiss biomaterials GmbH, Zossen) abgedeckt. Danach erfolgte der spannungsfreie Wundverschluss mittels apikaler Matratzen- und Einzelknopfnähten (Resolon 4.0 und 5.0, Resorba Medical GmbH, Nürnberg). Der Patient erhielt eine perioperative Antibiose mit Sultamicillin (Unacid PD oral, 275 mg 2–0–2) über insgesamt 7 Tage und entsprechende Analgetika. Die Wundheilung gestaltete sich in der Folgezeit komplikationslos. Die Fäden wurden nach 10 Tagen entfernt. Nach 4 Wochen erfolgte eine weitere Kontrolluntersuchung (? Abb. 10). In diesem Zusammenhang wurde eine Einheilzeit von 6 Monaten (entsprechend der Herstellerangaben) festgelegt.
Der Patient stellte sich nach Ablauf der vereinbarten Heilungsphase zur Planung der Implantation erneut vor. Im Rahmen der geplanten Implantatversorgung wurde neben Modellen für eine Bohrschablone auch eine PSA angefertigt. Die sich anschließende Implantation erfolgte ambulant und in lokaler Betäubung. Nach entsprechender Eröffnung des OP-Situs ( ? Abb. 11) wurden die bei der Augmentation verwendeten Osteosyntheseschrauben entfernt und hiernach das vorhandene Knochenlager begutachtet ( ? Abb. 12). Aufgrund des soliden horizontalen Knochenangebots konnte ein 4,5×11 mm OsseoSpeed TX Implantat (Dentsply Sirona Impants, Mannheim) in regio 46 inseriert werden ( ? Abb. 13). Da das primäre Eindrehmoment über 45 Ncm lag, entschieden wir uns für eine offene Einheilung mittels Gingivaformer. Nach radiologischer und klinischer Verlaufskontrolle erfolgte am 10. postoperativen Tag die Fadenentfernung.
Nach 4 Wochen offener Einheilung wurde die Weichgewebssituation erneut evaluiert. Neben einer unzureichenden Dicke der befestigten Gingiva in regio 46 wurde auch eine verringerte Breite derselbigen (< 1 mm) festgestellt ( ? Abb. 14). Um langfristig stabile periimplantäre Verhältnisse zu generieren, erfolgte daher 6 Wochen nach der Freilegung eine Vestibulumsplastik unter Verwendung einer 3D-Kollagenmatrix (mucoderm, botiss biomaterials GmbH, Zossen; ? Abb. 15). Nachdem sich die Weichgewebssituation 6 Wochen nach dem Eingriff deutlich verbessert hatte (befestigte Gingiva > 2 mm), konnte mit der prothetischen Versorgung des Implantats begonnen werden. Sowohl die klinische als auch die radiologische Verlaufskontrolle lassen 6 Monate nach Eingliederung der zementierten Implantatkrone auf stabile periimplantäre Verhältnisse schließen (? Abb. 16, 17).

Diskussion

Allogene Transplantate im Zusammenhang mit implantologischen Versorgungen werden aktuell kontrovers diskutiert. Lediglich prozessierter allogener Knochen ist in Deutschland als Arzneimittel zugelassen. Das Sicherheitsrisiko gegenüber einer (viralen) Infektion ist als äußerst niedrig und die theoretische Gefahr einer Antigen-Antikörper-Reaktion als klinisch irrelevant einzuschätzen.
Augmentative Verfahren sind vor allem technisch komplex und beinhalten das Risiko einer Wundheilungsstörung/Dehiszenz im Bereich der Inzisionslinie. Im Fall einer Exposition ist die Prognose des Augmentats fast ausschließlich vom Grad der vaskulären Versorgung und ggf. von einer kortikalen Bedeckung abhängig [2]. Heutzutage lassen sich vergleichsweise einfache Indikationen wie Sinusbodenelevationen und umschriebene laterale Augmentationen innerhalb des Envelopes mit synthetischen und xenogenen Knochenersatzmaterialien evidenzbasiert abdecken. Die Anwendung allogener Materialien bietet interessante neue Möglichkeiten bei bislang vornehmlich dem Eigenknochen zugänglichen Indikationen. So werden allogene Augmentate vor dem Eingriff am Computer geplant und mittels CAD/CAM-Technik in individuelle Implantate umgesetzt [7]. Die lagerkongruente Anpassung mit spaltfreiem Vielpunktkontakt bietet neben der operationstechnischen Vereinfachung und Minderung der perioperativen Belastung günstige Voraussetzungen für die vaskuläre Erschließung [3]. Die Verwendung im Sinne einer allogenen Ringaugmentation, welche bislang nur mit autologem Material erfolgreich zu sein schien, ist ebenfalls Gegenstand klinischer Untersuchungen und zeigt vielversprechende Ergebnisse. Als Neuerung kommen in Anlehnung an die autologe Schalentechnik [5] erstmals dünne allogene Kortikalisplatten zum Einsatz. Deren Anwendung könnte in Verbindung mit partikulärem Knochenersatzmaterial mit der Entnahme von patienteneigenem Knochen für komplexe Augmentationen konkurrieren.

Fazit

Trotz der großen Euphorie sollte bedacht werden, dass sich viele der neueren Operationstechniken noch im experimentellen Stadium befinden und bis dato keine validen Langzeitdaten verfügbar sind. Überdies handelt es sich weiterhin um Varianten eines osteokonduktiven, ggf. auch osseoinduktiven Knochenersatzmaterials, das neben einer Abdeckung mit einer Membran auch der Berücksichtigung biologischer Limitationen und Therapieprinzipien von Knochenersatzmaterial-Applikationen bedarf.
Nach wie vor stellt autologes Material, vor allem bei kleineren Mengen und ausreichender Verfügbarkeit in der Region des primären Operationsgebietes, das Verfahren der ersten Wahl dar.

Interessenkonflikt

Für Dr. Ingo Buttchereit und PD Dr. Dr. Dr. Peer W. Kämmerer bestehen keine Interessenkonflikte.

Literatur

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2 __ Esser E, Brune J, Pruß A: Peressigsäure-sterilisierte allogene Knochentransplantate zur präimplantologischen Augmentation des Alveolarfortsatzes. Z Zahnärztl Impl 2016; 32: 224–232
3 __Esser E, Hümmecke S, Krebs M, Maier F: Die Verwendung von allogenem Knochen zur präimplantologischen Augmentation des Alveolarfortsatzes. Z Zahnärztl Implantol 2016; 32: 284–296
4 __ Hinsenkamp M, Muylle L, Eastlund T, Fehily D, Noël L, Strong DM: Adverse reactions and events related to musculoskeletal allografts: reviewed by the World Health Organisation Project NOTIFY. Int Orthop 2012; 36: 633–641
5 __Khoury F, Hemprich A, Sass T: Die Anwendung des freien Knochendeckels bei verschiedenen Eingriffen im Unterkiefer. Dtsch Z Mund Kiefer Gesichtschir 1985; 9: 298–304
6 __ Klein MO, Kämmerer PW, Götz H, Duschner H, Wagner W: Long-term bony integration and resorption kinetics of a xenogeneic bone substitute after sinus flooraugmentation: histomorphometric analyses of human biopsy specimens. Int J Periodontics Restorative Dent 2013; 33: 101–110
7 __Schlee M, Rothamel D: Ridge augmentation using customized allogenic boneblocks: proof of concept and histological findings. Implant Dent 2013; 22: 212–218
8 __ Schliephake H, Neukam FW, Wichmann M: Survival analysis of endosseous implants in bone grafts used for the treatment of severe alveolar ridge atrophy. J Oral Maxillofac Surg 1997; 55: 1227–1233; discussion 1233–1234
9 __ Silva FM, Cortez AL, Moreira RW, Mazzonetto R: Complications of intraoral donor site for bone grafting prior to implant placement. Implant Dent 2006; 15: 420–426
10 __ Skovrlj B, Guzman JZ, Al Maaieh M, Cho SK, Iatridis JC, Qureshi SA: Cellular bone matrices: viable stem cell-containing bone graft substitutes. Spine J 2014; 14: 2763–2772
11 __ Tinti C, Parma-Benfenati S, Polizzi G: Vertical ridge augmentation: what is the limit? Int J Periodontics Restorative Dent 1996; 16: 220–229

Abb. 1–17: Buttchereit/Kämmerer

 

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Ausgabe 04/2017

Eckzahnlücken


PD Dr Jeremias Hey, Dr. Ramona Schweyen, PD Dr. Arne Boeckler

Warum Sie diesen Beitrag lesen sollten?
Die Nichtanlage von Frontzähnen geht oftmals mit ästhetischen Einschränkungen einher. Für die Harmonisierung des Erscheinungsbildes gibt es eine Vielfalt an Optionen. Lesen Sie hier, wie ein Fall mit Lücken im Bereich der Eckzähne von uns gelöst wurde.

Ziel: Dieser Fallbericht stellt ein stufenweises Vorgehen zur Gestaltung der Frontzahnästhetik vor.
Material und Methode: Eine 22-jährige Patientin hatte das Bedürfnis, symmetrische Schaltlücken im Eckzahnbereich zu beseitigen. Im Zuge der Behandlung wuchs bei ihr der Wunsch nach einer Verbesserung der Frontzahnästhetik. Zunächst wurden die fehlenden Zähne durch provisorische Implantatkronen ersetzt. Anschließend optimierten wir das Behandlungsergebnis durch parodontalchirurgische Maßnahmen und die Eingliederung von Veneers.
Schlussfolgerung: Die Harmonisierung der Frontzahnästhetik erfordert mitunter umfangreiche Maßnahmen. Ein stufenweises Vorgehen kann helfen, das patientenbezogene Optimum zu finden.
Schlüsselwörter: Nichtanlage; Veneers; Implantation; präprothetische Chirurgie
Zitierweise: Hey, J, Schweyen R, Boeckler A: Schrittweise Harmonisierung der Frontzahnästhetik. Z Zahnärztlich Implantol 2017; 33: 297–301 DOI 10.3238/ZZI.2017.0297–0301

Die Nichtanlage oberer seitlicher Schneidezähne ist mit einer Prävalenz von fast 2 % keine echte Seltenheit [8]. Mit der Nichtanlage ist eine Einschränkung in der Ästhetik verbunden. Diese führt in der Regel zum Wunsch nach einer zahnärztlichen Behandlung. Bei einer symmetrischen Nichtanlage seitlicher Schneidezähne kann eine kieferorthopädische Einstellung der Eckzähne an deren Position erfolgen. Dieses Vorgehen ist aus funktioneller Sicht problemarm und die Langzeitprognose gut. Im Bereich der Eckzähne kann zudem das erforderliche Knochenangebot für die Insertion von Implantaten geschaffen werden. Die Positionierung des Eckzahns geht aber mit erheblichen ästhetischen Kompromissen einher [11]. Die Anpassung der Eckzähne durch Reduktion der Form und Größe ist schwierig. Zudem verläuft der Gingivalsaum von Eckzähnen im Vergleich zu seitlichen Schneidezähnen höher, sodass auch die Rot-Weiß-Ästhetik beeinträchtigt wird. Nicht zuletzt sind Eckzähne in der Zahnfarbe zumeist dunkler als die Frontzähne. Die Korrektur der genannten Aspekte führt schnell zu komplexen Behandlungen. Eine Möglichkeit der schrittweisen Optimierung veranschaulicht der folgende Fallbericht.

Ausgangssituation

Eine 22-jährige Patientin stellte sich mit dem Wunsch nach Korrektur der bestehenden Frontzahnsituation im Oberkiefer vor. Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung bestand eine Nichtanlage der permanenten oberen seitlichen Schneidezähne. An deren Position waren die Eckzähne eingestellt und durch Schmelzplastiken den mittleren Schneidezähnen angepasst worden. Im Eckzahnbereich bestanden beidseits 7 mm breite Schaltlücken, welche kieferorthopädisch offengehalten wurden (? Abb. 1). Das übrige Gebiss war bei tadelloser Mundhygiene karies- und füllungsfrei. Lediglich im Bereich der Unterkieferfrontzähne bestanden vestibulär auf Höhe eines Lippenpiercings deutliche Rezessionen (? Abb. 2). Der Verdacht einer mechanischen Reizung wurde der Patientin mitgeteilt [3]. Die Patientin erwartete zu Beginn der Behandlung lediglich einen Schluss der bestehenden Lücken.
Im vorliegenden Falle sprachen mehrere Aspekte gegen eine konventionelle Brückenversorgung. Neben der Gefahr eines Präparationstraumas an den juvenilen Pfeilerzähnen bestand ein ausgeprägter bogenförmiger Verlauf des Kieferkamms. Dieser hätte später zu unphysiologischen Belastungen der Pfeilerzähne geführt. Außerdem kollidierten parodontalhygienische und ästhetische Gesichtspunkte: Das Brückenzwischenglied hätte nicht ausreichend groß gestaltet werden können, um dem aus ästhetischer Sicht erforderlichen Größenunterschied zwischen Schneide- und Eckzähnen gerecht zu werden. Zur Versorgung der Schaltlücken rieten wir der Patientin daher zur Insertion von Implantaten.

Implantation

Für die Implantation wurden eine Schablone für die Pilotbohrung und eine Vertikalschablone gefertigt. Diese sollten in der Operation einen Anhalt für die Ausrichtung der Implantatachse respektive der Höhe der Implanatschulter geben. Letztere bestimmt maßgeblich den Verlauf des künftig gewünschten Zahnfleischrandes (? Abb. 3).
Um den erforderlichen Mindestabstand von 1,5 mm zu den benachbarten Zähnen einzuhalten, wurde ein Implantat mit einem Durchmesser von 3,3 mm gewählt (Straumann GmbH, Freiburg). Die Implantatschulter positionierten wir 3 mm unterhalb des angestrebten Gingivalsaumverlaufs (? Abb. 4a). Der krestale Bereich des Alveolarfortsatzes war gut ausgebildet, sodass eine Knochenwandstärke von gut 2 mm erreicht werden konnte (? Abb 4b).
Allerdings bestand beidseits eine deutliche Einziehung der vestibulären Alveolarfortsatzbasis, die eine ausgeprägte Neigung der Implantatachsen erforderlich machte (? Abb. 5a/b). Eine palatinale Verschraubung der geplanten Kronen war hierdurch nicht möglich (? Abb. 8a/b).
Der Heilungsverlauf war vollkommen komplikationsfrei, sodass nach 5 Monaten die Freilegung des Implantats mittels Biopsiestanze erfolgte (? Abb. 6, 7).
Zur Ausformung des Zahnfleischs versorgten wir die Implantate zunächst mit einteilig verschraubten Provisorien. Aufgrund der Achsneigung befand sich der Schraubenkanal im sichtbaren Bereich ( ? Abb. 8a/8b).
Die Ausformung der Schleimhaut erfolgte über einen Zeitraum von 6 Monaten.

Maßnahmen zur Harmonisierung der Ästhetik

Im Verlauf der Behandlung stieg die Erwartungshaltung der Patientin hinsichtlich ihrer dentogenen Ästhetik. Sie äußerte zunehmend den Wunsch, den gesamten Frontzahnbereich zu harmonisieren. Mit Bezug auf das Piercing zeigte sie sich jedoch weiterhin beratungsresistent. Zur Visualisierung der ästhetischen Möglichkeiten wurde ein idealisiertes Wax-up erstellt (? Abb. 9). Der Verlauf der Schneidekanten orientierte sich am Verlauf der Unterlippe [6]. Die erstellte Situation wurde intraoral mittels Tiefziehschiene und Provisorienkunststoff (Voco GmbH, Cuxhaven) geprüft (? Abb. 10a/10b).
Für die gewünschte Umsetzung war eine Veränderung des Gingivalsaumverlaufs erforderlich. Idealerweise befinden sich der Gingivalsaum der mittleren Scheidezähne und Eckzähne auf einer Linie, während derjenige der seitlichen Schneidezähne geringfügig darunterbleibt [9]. Um sich dieser Situation anzunähern, wurden die mittleren Schneidezähne parodontalchirurgisch verlängert (? Abb. 11) [4]. Um einen sicheren Gingivalsaumverlauf zu erreichen, erfolgte erst nach 3 Monaten die Präparation für die Veneers. Zur Optimierung der Präparation wurde ein Silikonschlüssel verwendet (? Abb. 12).
Die Veneers wurden aus Lithiumdisilikatkeramik (Ivoclar Vivadent AG, Schaan, Lichtenstein) angefertigt und adhäsiv (Kuraray Europe GmbH, Hattersheim am Main) eingesetzt. Die Implantate wurden mit individuellen Zirkoniumdioxidabutments (Etkon, Gräfelfing) und vollkeramischen Kronen (Rübeling + Klar Dental-Labor-GmbH, Berlin) versorgt (? Abb. 13, 14).
Im Bereich der Implantate ist es trotz der starken vestibulären Knochenlamelle zu einer Resorption des Alveolarfortsatzes und zur Reduktion der Gingiva gekommen (? Abb.15, 16). Vielleicht hätte bei der Freilegung eine zusätzliche Weichgewebsaugmentation zu einem besseren Langzeitresultat bezüglich der Rot-Weiß-Ästhetik im Eckzahnbereich geführt [2]. Trotz dieser Komplikation ergab sich eine deutliche Harmonisierung der Frontzahnästhetik und die Patientin ist zufrieden (? Abb. 17a/b).

Diskussion

Bei Nichtanlage der oberen seitlichen Schneidezähne kann es vorkommen, dass die Eckzähne an ihrer Position durchbrechen. In derartigen Fällen ist es mit hohem Aufwand und Risiko verbunden, die langen Eckzahnwurzeln körperlich zu distalisieren. Eine Kippung der Eckzahnkrone nach distal würde zwar im koronalen Bereich den erforderlichen Platz schaffen, jedoch kein ausreichendes Platzangebot im Knochen für ein späteres Implantat ermöglichen. In derartigen Fällen kann es sinnvoll sein, die Eckzähne nach mesial derart einzugliedern, dass ausreichendes Knochenangebot in der ursprünglichen Eckzahnregion für eine Implantation verbleibt. Grundsätzlich sollte diese Maßnahme erst nach Abschluss des Kieferwachstums erfolgen. Bei weiterem Wachstum würde die Position des Implantats verharren und es bestünde die Gefahr der Infraposition [7, 10]. Zudem muss bei den Lücken insbesondere die Lage der benachbarten Zahnwurzeln geprüft werden (? Abb. 18a/b). Eine dreidimensionale Planung und Durchführung der Implantation im Guided-Verfahren kann das Risiko der Verletzung der Nachbarwurzeln minimieren. Der Eingriff scheint so auch für einen Neuling im Bereich der Implantation problemlos möglich zu sein.
Die Einstellung eines regelrechten Gingivalsaumverlaufs erfordert bei Implantationen im Frontzahnbereich jedoch stets ein hohes Maß an Erfahrung. Die implantologische Versorgung von Einzelzahnlücken im sichtbaren Bereich nach der SAC-Klassifikation ist immer anspruchsvoll bis komplex und daher für den Anfänger nicht zu empfehlen [1].
Die hervorragenden funktionellen und ästhetischen Langzeitergebnisse sprechen aktuell für die Empfehlung einer einflügeligen, vollkeramischen Klebebrücke, sofern die Lücke im Bereich der seitlichen Schneide offengehalten werden kann [5]. Klebebrücken sind minimalinvasiv, bieten gute, vorhersehbare Ergebnisse und können bereits ab einem Alter von etwa 10 Jahren angewendet werden. Auswirkungen auf das Wachstum der Kiefer sind nicht zu erwarten. Die Kosten sind vergleichsweise moderat. Im Zweifelsfall stellen sie bei ausreichendem Knochenangebot einen guten Platzhalter für eine spätere Implantation dar.?

 

Interessenkonflikt

Für PD Dr. Jeremias Hey, Dr. Ramona Schweyen und PD Dr. Arne Boeckler bestehen keine Interessenkonflikte.

Literatur

Dawson A, Chen S (Hrsg.): Die SAC-Klassifikation in der zahnärztlichen Implantologie. Berlin Quintessenz, 1. Aufl. 2011
Deeb GR, Deeb JG: Soft Tissue Grafting Around Teeth and Implants. Oral Maxillofac Surg Clin North Am 2015; 27: 425–448
Escudero-Castaño N, Perea-García MA, Campo-Trapero J, Cano-Sánchez A, Bascones-Martínez A: Oral and perioral piercing complications. Open Dent J 2008; 2: 133–136
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Kern M: Adhäsivbrücken: Minimalinvasiv – ästhetisch – bewährt. Berlin Quintessenz, 1. Aufl. 2016
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Robertsson S, Mohlin B: The congenitally missing upper lateral incisor. A retrospective study of orthodontic space closure versus restorative treatment. Eur J Orthod 2000; 22: 697–710
Rufenacht CR: Fundamentals of esthetics. Berlin Quintessence, 1982: 188–192
Thilander B, Odman J, Lekholm U: Orthodontic aspects of the use of oral implants in adolescents: a 10-year follow-up study. Eur J Orthod 2001; 23: 715–731
Zitzmann NU, Özcan M, Scherrer SS, Bühler JM, Weiger R, Krastl G: Resin-bonded restorations: a strategy for managing anterior tooth loss in adolescence. J Prosthet Dent 2015; 113: 270–276

Abb. 1–18: Jeremias Hey

 

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Ausgabe 04/2017



? Univ.-Prof. Dr. Florian Beuer, MME

Abteilungsleiter CharitéCentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde CC 3,

Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre


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Ausgabe 04/2017

PRO & KONTRA


Digitale Abformung

Zum Thema:

Die Digitalisierung hat bereits viele Bereiche unseres zahnmedizinischen Alltags erobert. Während in der Zahntechnik die digital unterstützte Herstellung von Zahnersatz in den meisten Laboren bereits der „Goldstandard“ ist, etablieren sich immer mehr Systeme auch in der zahnärztlichen Praxis. Die Möglichkeiten der Qualitätskontrolle und -verbesserung in der konventionellen und implantatprothetischen Zahnheilkunde sind eine wünschenswerte Entwicklung. Trotzdem wird die konventionelle Abformung mit Alginat, Silikon, Polyether oder Hydrokolloid auch heute noch in den meisten Zahnarztpraxen genutzt. Bei einem eingespielten Team funktioniert dies reibungslos. Von einem effizienten, digitalen Workflow kann derzeit noch keine Rede sein. Ein Versagen der Technik ist besonders tragisch. Häufig geht dann gar nichts mehr und der Frust ist schnell groß. Eine intuitive Problemlösung ist undenkbar und nur mit ausreichend Support seitens der Firmen möglich. Nicht alle Firmen leisten dies. Eine Umstellung in die digitale Abformung bedeutet erst einmal eine Investition in Zeit und Kosten. Damit sich dies rechnet, muss der Einsatz bei einem entsprechend umfangreicheren Indikationsspektrum möglich sein. Die Qualität des Zahnersatzes darf in keinem Fall schlechter sein als bei einer konventionellen Abformung.

 

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Ausgabe 04/2017



? Dr. Sonia Mansour, MSc.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin CharitéCentrum Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde CC 3,

Zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre


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Ausgabe 04/2017



Einzelverbindungselemente Chairside

Dr. Ramona Schweyen, PD Dr. Jeremias Hey

? Warum Sie diesen
Beitrag lesen sollten?

Die Einarbeitung implantatgestützter Attachments in bereits vorhandene Deckprothesen kann die Lebensqualität der betroffenen Patienten erheblich steigern. Lesen Sie hier, mit welchen Tricks sich eine Chairside-Umarbeitung mit überschaubarem Aufwand realisieren lässt.


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Ausgabe 04/2017

Parodontale Lappentechniken


Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickl

Warum Sie diesen Beitrag lesen sollten?
Weichgewebsmanagement wird in der Parodontologie und Implantologie immer wichtiger, um die Weichgewebsverhältnisse zu optimieren. Ein paar Tricks können Ihnen helfen, die Heilung nach solchen Eingriffen zu verbessern.

Einleitung

Parodontale Lappentechniken finden in der chirurgischen Parodontaltherapie Anwendung. In diesem Zusammenhang kann zwischen der klassischen Parodontalchirurgie zur Behandlung von parodontalen Läsionen und der plastischen Parodontalchirurgie zur Behandlung von Rezessionsdefekten unterschieden werden. Darüber hinaus finden heute parodontale Lappentechniken auch in der Implantologie Anwendung, insbesondere bei der Verbesserung der Weichgewebsverhältnisse um dentale Implantate. Ziel dieses Beitrages ist es, klinische Tipps für die chirurgische Parodontaltherapie zu präsentieren.

Klassische Parodontalchirurgie

Die klassische Parodontalchirurgie verwendet in der Regel Zugangslappentechniken, um Wurzeloberflächen zu reinigen, parodontale Defekte zu degranulieren oder Gewebsüberschüsse zu entfernen. Hierbei stellt es sich häufig schwierig dar, saubere Lappenränder zu präparieren. Dies ist insbesondere deswegen wichtig, weil der Lappenrand einer der entscheidenden Faktoren für eine primäre Gewebsheilung ist. Passen Lappen postoperativ nicht zusammen oder kommt es zu einer Nekrose des Lappenrandes ist in der Regel sekundäre Wundheilung die Folge. Dadurch entstehen erhöhte postoperative Beschwerden für den Patienten und eine größere postoperative Wundschrumpfung. In diesem Zusammenhang spielt die Inzision für die spätere Lappenpräparation und auch den späteren Wundverschluss eine entscheidende Rolle. Angeschrägte Inzisionen (bevelled-incisions) neigen zu erhöhter Nekrosegefahr und sind daher im Bereich der parodontalen Lappentechniken, z.B. Access-Flaps, nicht zu empfehlen. Daher gilt die Richtlinie für alle Inzisionen im Bereich der parodontalen Lappentechniken, dass der Winkel des Skalpells 90 Grad zur Gewebsoberfläche geführt werden sollte, um so einen ausreichend dimensionierten Lappenrand zu gewährleisten. Ein suffizienter Lappenrand lässt sich atraumatischer heben und später leichter beim Nahtverschluss wieder adaptieren. Sind jedoch die Wundränder durch eine angeschrägte Inzision bereits dünn, ist das Präparieren des Lappens schwierig und traumatisch. Das Readaptieren ist dann ebenfalls kompliziert und erhöht postoperativ das Nekroserisiko. Die ? Abbildungen 1 und 2 zeigen die senkrechte Schnittführung zur Behandlung eines parodontalen Defekts und die Reposition des Lappens in der ursprünglichen Position mit Nähten.

Plastische Parodontalchirurgie

Die plastische Parodontalchirurgie umfasst die Deckung von gingivalen Rezessionen und den Aufbau von Weichgewebsvolumen oder -menge um Zähne. Dies sind in der Regel elektive Eingriffe, die auch gerade im Frontzahnbereich hohen ästhetischen Anforderungen gerecht werden müssen. Daher spielt die vorhersagbare Heilung mit minimalem Komplikationsrisiko eine große Rolle. Viele Komplikationen im Rahmen der Rezessionsdeckung kommen durch eine zu hohe Lappenspannung zu Stande. Durch eine erhöhte Lappenspannung kommt es zu Komprimierung der Blutgefäßsituation des Lappens durch den Nahtverschluss und somit zu einer Minderversorgung der Lappenränder und gegebenenfalls der darunterliegenden Transplantate. Dies kann zur Nekrose und damit zum Misserfolg führen. Durch eine Spaltlappenpräparation und Verkleinerung der Basis z.B. beim koronalen Verschiebelappen kann diese Lappenspannung verringert werden. Auch können zusätzliche Nahttechniken wie z.B. eine horizontale Matratzennaht dafür sorgen, dass die Spannung aus den Lappenspitzen in den gesamten Lappen übertragen wird. Klinische Daten zeigen klar, dass die Lappenspannung einen signifikanten Einfluss auf die Deckungswahrscheinlichkeit bei der Rezessionsdeckung hat [2]. Zur Überprüfung der Lappenspannung eignet sich das Nahtmaterial. Burkhardt et al konnten klar zeigen, dass der Faden bei zu starker Spannung reißt, wenn Nahtmaterialien der Stärke 6–0 oder 7–0 angewendet werden [1]. Dies ist für den Kliniker ein Indikator, dass die Spannung auf den Lappen zu hoch ist, und es sollte dann eine weitere Gewebsentlastung vor dem Nahtverschluss erfolgen. Daher bietet es sich bei der plastischen Parodontalchirurgie an, mit dünnen monofilen Nähten den Nahtverschluss anzustreben, und dies als Indikator für eine korrekte Lappenspannung zu verwenden. Die ? Abbildungen 3 und 4 zeigen einen doppelten lateralen Verschiebelappen, bei dem der Nahtverschluss mit einer Kombination aus 6–0 und 7–0 Polypropilene durchgeführt wurde. Die Abheilung nach 7 Tagen zeigt eine komplette Vaskularisation der Gewebe.

Plastische Implantatchirurgie

Implantate in der ästhetisch kritischen Zone sind komplex und technik-sensitiv. In der Regel muss eine Kombination aus hart- und weichgewebigen Aufbauten durchgeführt werden. Um beispielsweise bei einer hartgewebigen Augmentation gleichzeitig die Weichteilsituation zu verbessern und die Chance auf primäre Einheilung des Knochenaufbaus zu erhöhen, können Weichgewebstransplantate, z.B. subepitheliale Bindegewebstransplantate, verwendet werden. Hierbei werden Bindegewebstransplantate über dem Augmentat und unter dem Lappen appliziert und mit Matratzennähten palatinal unter den Lappen gezogen. Die ? Abbildungen 5, 6 und 7 zeigen die Anwendung von weichgewebsaugmentativen Verfahren zum Zeitpunkt der Augmentation und die Situation 2 Wochen postoperativ (? Abb. 8) mit einem suffizienten Verschluss der Weichteile und gleichzeitig einer guten Augmentation des Gewebsvolumens.

Zusammenfassung

Der Erfolg von parodontale Lappentechniken hängt von vielen Faktoren ab. Ein in der Literatur beschriebener Effekt ist der sogenannte „Center-Effekt“. Dies bedeutet, dass die individuelle Erfahrung des Chirurgen in der Einschätzung des Falls und der operativen Durchführung von großer Wichtigkeit ist. Im Rahmen dieses kurzen Artikels kamen einige klinische Aspekte zur Sprache, z.B. die Lappenspannung, die Dicke der Lappenränder und die gleichzeitige weichgewebliche Augmentation, die die Vorhersehbarkeit der Therapie verbessern können.?

Interessenkonflikt: Für Priv.-Doz. Dr. Stefan Fickl besteht kein Interessenkonflikt.

Literatur
Burkhardt R, Lang NP: Role of flap tension in primary wound closure of mucoperiosteal flaps: a prospective cohort study. Clin Oral Implants Res 2010; 21: 50–54. doi:10.1111/j.1600–0501. 2009.01829.x
Pini Prato G, Pagliaro U, Baldi C, Nieri M, Saletta D, Cairo F, Cortellini P: Coronally advanced flap procedure for root coverage. Flap with tension versus flap without tension: a randomized controlled clinical study. J Periodontol 2000; 71: 188–201. doi:10.1902/jop.2000.71.2.188
Abb. 1–8: Stefan Fickl

 

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Industrie und Handel
Ausgabe 04/2017

Neuer Leiter bei Thommen Medical Austria


Seit Oktober ist Herr Mag. Christian Theodor Witt-Dörring (Foto) Leiter der Thommen Medical Austria. Witt-Dörring ist Wahl-Wiener und eng mit dem Unternehmen verbunden. Mit sehr großem Erfolg vertreibt er seit mehr als zehn Jahren die Produkte der Thommen Medical in Polen mit C. Witt Dental Sp. z o. o. mit Sitz in Torun. Mit diesem Erfahrungsschatz und gemeinsam mit Christian Clarke steht er für alle Fragen und Anliegen rund um die Produkte des Unternehmens zur Verfügung. Witt-Dörring ist telefonisch erreichbar unter +43 660 2011953.

Thommen Medical AG
Neckarsulmstraße 28, CH-2540 Grenchen
Tel.: 0041 61 96590-20
Fax: 0041 61 96590-21
info@thomenmedical.com
www.thommenmedical.com

 

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Ausgabe 04/2017

Neue Möglichkeiten beim Weichgewebe


Mit Einführung der neuen Geistlich Fibro-Gide schlägt Geistlich Biomaterials ein neues Kapitel in der Weichgewebsaugmentation auf: Das Unternehmen hat erstmals in einer kollagenbasierten Weichgewebematrix Volumenstabilität, hohe Porosität und eine hervorragende Biokompatibilität so vereint, dass die Geistlich Fibro-Gide als schonende Alternative zum Bindegewebetransplantat (BGT) betrachtet werden kann. Bei der Behandlung von Rezessionsdefekten oder der Verdickung von Weichgewebe um Implantate und Zähne ergeben sich somit neue Möglichkeiten. Die Vorteile liegen in der Reduktion der Patientenmorbidität und OP-Zeit. Mehr als 1000 Prototypen und zehn Jahre Forschung waren für diese Innovation notwendig.

Geistlich Biomaterials Vertriebsgesellschaft mbH
Schneidweg 5, 76534 Baden-Baden
Tel.: 07223 9624-0, Fax: 07223 9624-10
www.geistlich.com

 

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Ausgabe 04/2017

Technische Vielfalt und Preisvarianz


Puder- und sprayfreies Scannen, verschiedene Ausstattungs- und Preisvarianten – das ist der 3Shape TRIOS Intraoralscanner, der seit einiger Zeit durch Straumann vertrieben wird. Das Unternehmen sorgt so für eine noch größere Auswahl an hochentwickelter Scantechnologie. In Kombination mit Straumanns Fräslösungen ist sowohl für eine verlässliche Lösung innerhalb der Zahnarztpraxis als auch für einen validierten Workflow zwischen den Praxis- und Laborpartnern gesorgt. Mit dem Vertrieb des 3Shape TRIOS Intraoralscanners wird einmal mehr die digitale Produktpalette erweitert. Dank der im Vorfeld der IDS 2017 geschlossenen Zusammenarbeit mit 3Shape kann Straumann – neben dem Straumann CARES Intraoralscanner – eine noch größere Auswahl an Lösungen und Preisvarianten bieten.

Straumann GmbH
Heinrich-von-Stephan-Str. 21, 79100 Freiburg
Tel.: 0761 4501-0, Fax: 0761 4501-409
info.de@straumann.com, www.straumann.de/trios

 

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Ausgabe 04/2017

Titan-Klebebasen für Implantate


Für die Fertigung patientenindividueller CAD-konstruierter Hybrid-Abutments und Hybrid-Kronen für das Dentsply-Sirona CEREC/InLab System stehen OT medical-Anwendern nun die Titan-Klebebasen HighLine CEREC und CEREC ScanPosts für das OT-F²-Schraubimplantat sowie für das OT-F³ Press-Fit Porenimplantat zur Verfügung.
Die HighLine CEREC Titanbasis und der CEREC ScanPost sind ausschließlich für das CEREC/InLab System konzipiert. Das präfabrizierte Original-FourByFour-Interface gewährleistet dabei eine sichere und hochpräzise Implantat-Abutment-Verbindung. Die Geometrien der Verbindungsflächen zur keramischen Restauration oberhalb der Abutmentschulter entsprechen der originalen TiBase von Dentsply Sirona. Die erforderlichen Scanbodies (und Keramikblöcke) sind beim Dentsply Sirona-Partner erhältlich.

OT medical GmbH
Konsul-Smidt-Str. 8b, 28217 Bremen
Tel.: 0421 557161-0, Fax: 0421 557161-95
info@ot-medical.de, www.ot-medical.de

 

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Ausgabe 04/2017

Mehr Produkte für regenerative Lösungen


Unter dem Namen Symbios fasst Dentsply Sirona Implants eine Produktpalette zusammen, die von bewährten Knochenaufbaumaterialien, Membranen bis zu Instrumenten für die Augmentation reicht. Diese decken verschiedenste Anforderungen der dentalen Chirurgie und Implantologie ab und sorgen für langfristige Ergebnisse, auf die sich Patienten und Zahnärzte verlassen können. Die anorganische Knochenmatrix des Symbios Xenograft-Granulats besitzt eine interkonnektierende Makro- und Mikroporenstruktur, die die Vaskularisierung, das Knochenwachstum und die Nährstoffzufuhr unterstützt. Das Knochenaufbaumaterial ist hochporös mit 88 bis 95 Prozent Hohlraum, der mehr Raum für neue Knochenanlagerung bietet als vergleichbare Produkte und weniger Produkt zur Füllung des Defekts benötigt.

Dentsply Sirona Implants
Steinzeugstraße 50, 68229 Mannheim
Tel.: 0621 4302-006, Fax: 0621 4302-007
implants-de-info@dentsplysirona.com
www.dentsplysirona.com/implants

 

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Ausgabe 04/2017

DOCma erleichtert Hygieneprozesse


Hygiene- und Qualitätsmanagement ist für viele Praxen zu einem zentralen, aber auch zeitintensiven Thema geworden. Die gesetzlichen Hygiene-Anforderungen sowie das praxiseigene Qualitätsmanagement erfordern eine Dokumentation aller Hygieneprozesse. Mit DOCma bietet Henry Schein eine Software, mit der Praxis- und Laborinhaber ihre Hygiene- sowie Materialverwaltungsprozesse effizient und prozessorientiert archivieren und dokumentieren können. DOCma wurde mit Zahnärzten und Instituten entwickelt. Das System bietet die Möglichkeit, Material- und Sterilgut mit Charge den behandelten Patienten zuzuordnen – dabei werden auch die gesetzlichen Anforderungen berücksichtigt. Der modulare Aufbau ermöglicht eine flexible Zusammenstellung je nach Praxisbedarf.

Henry Schein Dental
Monzastraße 2a, 63225 Langen
Tel.: 0800 1400044, Fax: 0800 0404444
www.henryschein.de

 

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Ausgabe 04/2017

BEGO Semados implantate: TI-Forms verfügbar


Nach langjähriger Verfügbarkeit der CAD/CAM-Individualprothetik durch die Zentralfertigung der BEGO Medical ist nun auch die Versorgbarkeit von BEGO Semados Implantaten mittels TI-Forms möglich. TI-Form Abutments für BEGO Semados Implantate wurden für die individuelle, einteilige und standortunabhängige Bearbeitung entwickelt. Die TI-Forms mit vorgefertigter Anschlussstelle zum Implantat sind mit allen Ceramill CNC-Einheiten mit Nassfunktion anwendbar und bilden die Grundlage der Kooperation zwischen Amann Girrbach AG und BEGO Implant Systems GmbH & Co. KG. Um eine akkurate Passung im Implantat zu gewährleisten, wird die Verwendung von Originalteilen der BEGO Implant Systems empfohlen.

BEGO Implant Systems GmbH & Co. KG
Wilhelm-Herbst-Straße 1, 28359 Bremen
Tel.: 0421 20282-46, Fax: 0421 20282-65
info@bego-implantology.com
www.bego-implantology.com

 

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Ausgabe 04/2017

Einzigartige Keramik-Lösung ab 2018


Nobel Biocare gab auf dem European Association of Osseointegration (EAO) Congress 2017 in Madrid, Spanien, seine Zusammenarbeit mit der Dentalpoint AG bekannt, einem führenden Unternehmen für Zahnimplantate aus Keramik. Es verwendet eine bahnbrechende Fertigungstechnologie und hat das erste vollständig metallfreie zweiteilige Implantatsystem auf Knochenniveau mit Innenverbindung entwickelt, das nicht zementiert ist. Das System wird mit einer innovativen metallfreien Schraube verschraubt und aufgrund seiner Zweiteiligkeit können Behandler Patienten mit einem Zirkondioxid-Implantat und ähnlichen Protokollen wie bei herkömmlichen Implantaten versorgen. Im Vergleich zu einteiligen oder zementierten Implantatoptionen aus Keramik bietet es außerdem eine bessere prothetische Flexibilität. Nobel Biocare wird ab 2018 diese Lösung anbieten.

Nobel Biocare Deutschland GmbH
Stolberger Str. 200, 50933 Köln
Tel.: 0221 50085-590, Fax: 0221 50085-333
info.germany@nobelbiocare.com
www.nobelbiocare.com

 

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Ausgabe 04/2017

Spezielles Konzept für zahnlose Patienten


QuattroFix ist ein spezielles Behandlungskonzept für eine festsitzende Totalprothesen-Versorgung für zahnlose Patienten mit atrophiertem Kieferkamm auf zwei geraden und zwei 30° angulierten Implantaten. Das einzigartig geformte und patentierte Design der Quattrocone30 Implantate wurde speziell entwickelt, um es optimal auf die schräge Implantat-Insertion abzustimmen und den Knochen damit komplett zu erhalten. Speziell die QuattroFix-Indikation sticht hier mit besonderen Anforderungen hervor, die jetzt erstmals wissenschaftlich und technisch kompetent adressiert wurde. Dem Praktiker wird mit Quattrocone30 ein System geboten, das mit sehr einfacher und effizienter Handhabung sichere Ergebnisse im Bereich der angulierten Implantatinsertion erzielt.

Medentika GmbH
Hammweg 8?10, 76549 Hügelsheim
Tel.: 07229 69912-0, Fax: -20
info@medentika.de
www.medentika.de

 

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Ausgabe 04/2017

Das neue FAIRE ICX-Implantat


Immer mehr wächst die Anzahl der Fälle, bei denen der Zahnarzt dazu gezwungen ist, im ästhetisch anspruchsvollen Bereich eine Sofortimplantation durchzuführen. Das bedeutet, dass das Implantat unmittelbar nach der Zahnextraktion in das im Kiefer vorhandene Knochenfach eingesetzt und darauf die provisorische Krone aufgesetzt wird. Sofortimplantation und Sofortbelastung sind nur unter bestimmten chirurgischen Voraussetzungen möglich. ICX-ACTIVE MASTER bietet Zahnmedizinern eine sehr hohe Flexibilität hinsichtlich Insertion und prothetischer Möglichkeiten. Eigenschaften wie die hohe Primärstabilität selbst in ungünstigen Knochenverhältnissen, eine maximale Weichgewebs- wie Knochenerhaltung und die anpassbare Implantatausrichtung werden die Anwender überzeugen.

medentis medical GmbH
Walporzheimer Str. 48-52, 53474 Bad Neuenahr/Ahrweiler
Tel.: 02641 9110-0, Fax: 02641 9110-120
info@medentis.de, www.medentis.de

 

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Ausgabe 04/2017

2. CAMLOG Start-up-Days im April 2018


CAMLOG veranstaltet am 13. und 14. April 2018 in Frankfurt am Main zum zweiten Mal die Start-up-Days. Bei der Auftaktveranstaltung 2016 begeisterte das neuartige Fortbildungskonzept 230 junge Zahnmediziner und Zahnmedizinerinnen. Das innovative Fortbildungsformat bietet Hilfestellungen zur beruflichen Orientierung beziehungsweise Spezialisierung sowie zu Herausforderungen in der Gründungsphase, Übernahme, Neugründung. Die Teilnehmenden bekommen hilfreiche Tools zur Praxis- und Mitarbeiterführung an die Hand. In unterschiedlichen Workshops wird wertvolles Basiswissen in den Bereichen Betriebswirtschaft, Praxiskonzeption, Mitarbeiterführung, Marketing und der Implantologie vermittelt. Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter www.log-in-to-your-future.de.

CAMLOG Vertriebs GmbH
Maybachstraße 5, 71299 Wimsheim
Tel.: 07044 9445-100, Fax: 07044 9445-11603
info.de@camlog.com

 

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Ausgabe 04/2017

Alternative zu Sinuslift und Augmentation


Ob Patienten oder Anwender: Bei beiden Gruppen überwiegt die Überzeugung, dass augmentative Maßnahmen wie der Sinuslift fast immer mit einem erhöhten Risiko verbunden sind. Eine überzeugende Alternative stellen die Bicon Short Implants dar, mit denen sich Sinuslift und Augmentation oft umgehen lassen. Wichtigste Erfolgsfaktoren des beliebten Systems sind dabei vor allem das seit 30 Jahren bewährte „Plateau Design“ und die selbsthemmende Konusverbindung zwischen Implantat und Abutment. Fachleute sprechen sogar von einem möglichen Knochengewinn. Die Short Implants von Bicon maximieren die Positionierungsmöglichkeiten der Implantate und minimieren zugleich die Notwendigkeit für einen Knochenaufbau.

Bicon Europe Ltd.
Hauptstr. 1, 55491 Büchenbeuren
Tel.: 06543 81820-0, Fax: 06543 81820-1
germany@bicon.com, www.bicon.com

 

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Ausgabe 04/2017

Keratoren für einfache Lösungen


Mithilfe von Keratoren lassen sich optimale Lösungen für die Fixierung und das Handling eines herausnehmbaren Zahnersatzes kostengünstig realisieren. Dank des Doppelretentionskonzepts verfügt ein Kerator über eine bis zu 28-mal längere Lebensdauer als andere Retentionselemente. Die selbstausrichtenden Eigenschaften der Keratoren sorgen dafür, dass sich in der Regel zeitaufwendige Behandlungswiederholungen zur Fixierung von implantatgetragenem Zahnersatz und Prothesen erübrigen. MF Dental, Fachhändler für Zahnarztbedarf, präsentiert eine umfangreiche Auswahl an qualitätsgeprüften und praxisbewährten Keratoren, die durch ihre selbstausrichtende Konstruktion überzeugen und für unterschiedliche Implantatsysteme erhältlich sind.

MF Dental
Lerchenstraße 10, 92708 Mantel
Tel.: 09605 9245-20, Fax: 09605 9245-21
info@mf-dental.de
www.mf-dental.de

 

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Ausgabe 04/2017

Implantatstabilität mit neuer Oberfläche B+


Die neue MIS Implantatoberfläche B+ entspricht mit ihren innovativen Eigenschaften den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Zusammenhang zwischen erfolgreicher Osseointegration und Hydrophilie. In einem Spezialverfahren werden Multi-Phosphonat Moleküle mit der Titanoberfläche verbunden. Dabei weist die B+ Oberfläche bestimmte biologische Eigenschaften auf: Unter anderem unterstützen Multi-Phosphonate aus enzymatisch beständigen und damit extrem widerstandsfähigen Molekülen die Hydrophilie. Mehrere unabhängige und internationale klinische Studien belegen, dass die biomechanische und biochemische Beschaffenheit der B+ Implantatoberfläche sowohl die Knochenheilung als auch das Knochenwachstum fördert. Dadurch wird eine signifikant verbesserte Implantatstabilität erreicht.

MIS Germany
Simeonscarré 2, 32423 Minden
Tel.: 0571 972762-0, Fax: 0571 972762-62
service@mis-implants.de, www.mis-implants.com

 

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Ausgabe 04/2017

Neue Kurse zeigen digitale Chancen auf


Der digitale Workflow bietet Chancen zur Steigerung der Qualität der implantologischen Versorgung und wirtschaftlichen Effizienz. FairImplant unterstützt die Abläufe von der Implantatplanung, über das inter- und extraorale Scannen, bis hin zur digitalen Konstruktion (CAD) und individuellen Fertigung von Aufbauten (CAM). Es stehen dazu abgestimmte Zubehörteile wie Scanbodies, Abutmentrohlinge oder Analoge für gedruckte Modelle zur Verfügung. Das Gesamtsystem, Titan oder Keramik, einteilig oder zweiteilig, ist in den wesentlichen Anwendungsprogrammen wie exocad und 3Shape hinterlegt. Um Anwendern und Interessenten die derzeitigen digitalen Chancen aufzuzeigen, ist ein neues Kursprogramm aufgelegt worden.

FairImplant GmbH
Kieler Straße 103-107, 25474 Bönningstedt
Tel.: 040 2533055-0, Fax: -29
info@fairimplant.de
www.fairimplant.de

 

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Ausgabe 04/2017

Flexibel mit den Kurz-Implantaten von BTI


Für die implantologische Versorgung von Patienten mit fortgeschrittener Kieferatrophie bietet BTI Biotechnology Institute mit seinen kurzen und extra kurzen Implantaten eines der umfangreichsten Systeme am Markt. Die kurzen BTI-Implantate sind in reduzierten Längen von 5,5 bis 8,5 Millimetern in jeweils unterschiedlichen Durchmessern verfügbar. Damit bieten sie Zahnärzten die optimale Flexibilität, die sie für die sichere und schonende implantologische Versorgung von schwierigen Ausgangssituationen mit wenig Knochenangebot benötigen. Knochenaufbaumaßnahmen lassen sich in vielen Fällen durch Kurz-Implantate vermeiden. Die kurzen BTI-Implantate zeichnen sich durch einen modifizierten Apex aus, damit das Implantat mit der maximalen Anzahl kompletter Windungen verankert werden kann.

BTI Deutschland GmbH
Mannheimer Str. 17, 75179 Pforzheim
Tel.: 07231 42806-12, Fax: 07231 42806-15
info@bti-implant.de, www.bti-biotechnologyinstitute.de

 

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Ausgabe 04/2017

Easy-Driver-System exklusiv bei RKS ortho


Das kieferorthopädische Speziallabor RKS ortho hat jetzt in Deutschland die exklusive Lizenz für das Easy-Driver-System des italienischen KFO-Labors Uniontech. Das System macht es möglich, dass Patienten in nur einer Sitzung Mini-Implantate für die Befestigung von skelettalen Verankerungssystemen und die Apparatur selbst erhalten. Damit vereinfacht die Easy-Driver-Methode den Arbeitsablauf im Vergleich zum konventionellen Vorgehen mit freihand-gesetzten Mini-Implantaten deutlich: Die Positionen für die Mini-Implantate werden digital geplant und mit einer Insertionsschablone exakt umgesetzt, sodass die vorgefertigte Apparatur sofort passgenau an den eingesetzten Implantaten befestigt wird.

RKS ortho GmbH
Wilhelmshavener Straße 35, 26180 Rastede
Tel.: 0049 4402 86378-0, Fax: 0049 4402 86378-99
info@RKSortho.de
www.RKSortho.de

 

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Ausgabe 04/2017

Noch bessere Ästhetik mit Sky fast & fixed


Die Firma bredent medical hat das SKY fast & fixed System weiterentwickelt. Erste Rückmeldungen von begeisterten Anwendern zeigen, dass es gelungen ist, die Behandlungszeiten zu verkürzen und die ästhetischen Möglichkeiten der Versorgung zu erhöhen. SKY fast & ermöglicht eine festsitzende, implantatgetragene Full-Arch-Sofortversorgung nach nur einem Eingriff. Neu sind die Abutments mit einer Narrow-Platform. Sie sind tailliert, deshalb hat das Weichgewebe mehr Platz zur Anlagerung. Die neuen Verschlusspins verhindern, dass Komposite in den Schraubenkanal laufen. Der Verschlusspin verbindet sich aufgrund des Materials (POM) nicht mit den Kompositen, so lässt er sich nach Herstellung des Provisoriums problemlos entfernen. Für die definitive Versorgung gibt es ab jetzt auch neue, schmalere Prothetikkappen.

bredent medical GmbH & Co. KG
Weißenhorner Straße 2, 89250 Senden
Tel.: 07309 8726-00, Fax: 07309 8726-35
info-medical@bredent.com, www.bredent-medical.com

 

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Ausgabe 04/2017

DGI-kongress: Alles über keramik-Implantate


Im Rahmen des 31. Kongresses der DGI in Düsseldorf findet am 30. 11. 2017 der vitaclinical Workshop „ceramic.implant – Wissenschaft & Anwendung“ statt. Titanunverträglichkeit in der oralen Implantologie ist seit geraumer Zeit Forschungsgegenstand und rückt damit auch immer mehr in den Fokus praktizierender Implantologen. Eine biokompatible Alternative bietet mittlerweile das keramische Implantat. Aber wie ist der Stand der Dinge und wo geht die Reise hin? Diese Fragen werden von sieben namhaften Referenten aus Wissenschaft und Praxis beantwortet. Weitere Informationen zur Veranstaltung und die Möglichkeit zur Anmeldung sind zu finden unter www.dgi-kongress.de/programm/workshops-der-sponsoren.

VITA Zahnfabrik
H. Rauter GmbH & Co. KG
Postfach 1338, 79704 Bad Säckingen
Tel.: 07761 562-0, Fax: 07761 562-299
info@vita-zahnfabrik.com, www.vita-zahnfabrik.com

 

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