Gesellschaft

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DGI NACHRICHTEN
Ausgabe: 03/2016
Erste S3-Leitlinie zur Therapie periimplantärer Infektionen erschienen

Die S3-Leitlinie: Die Behandlung periimplantärer Infektionen an Zahnimplantaten“ lesen Sie online auf www.dginet.de/web/dgi/leitlinien

 

Die Deutsche Gesellschaft für Implantologie (DGI) und die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) haben die erste S3-Leitlinie zur Behandlung periimplantärer Infektionen an Zahnimplantaten veröffentlicht. Autoren sind DGI-Präsident Prof. Dr. Frank Schwarz und Prof. Dr. Jürgen Becker, Düsseldorf.

 

Systematisch entwickelt, wissenschaftlich begründet und praxisorientiert: Die erste S3-Leitlinie zur Behandlung periimplantärer Infektionen ist nicht nur national, sondern auch international die erste Leitlinie zu diesem Thema auf höchstem Qualitätsniveau. Sie beschreibt jenen Therapiekorridor, in dem sich Zahnärztinnen und Zahnärzte bei der Behandlung von Patienten mit periimplantärer Mukositis oder Periimplantitis sicher bewegen können. „Das Ziel der Leitlinie ist es, Kolleginnen und Kollegen eine Entscheidungshilfe zur Therapie periimplantärer Infektionen zu bieten“, sagt DGI-Präsident Prof. Dr. Frank Schwarz, Düsseldorf, der zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Becker und elf Ko-Autoren die Leitlinie in rekordverdächtigem Tempo erstellt hat. Die Experten haben die klinische Wirksamkeit adjuvanter oder alternativer Maßnahmen im Vergleich zu konventionellen nichtchirurgischen und chirurgischen Therapieverfahren bewertet. Es ist die erste von insgesamt vier Leitlinien, mit deren Entwicklung Experten von 16 Fachgesellschaften und Organisationen bei der zweiten DGI-Leitlinienkonferenz im September 2015 begonnen haben.

 

Ein relevantes Problem. Die Prävalenzen auf Patientenebene variieren laut Literatur für die periimplantäre Mukositis zwischen 19 und 65 Prozent und für die Periimplantitis zwischen einem und 47 Prozent. Die gewichtete durchschnittliche Prävalenz beträgt 43 Prozent für die periimplanäre Mukositis und 22 Prozent für die Periimplantitis. Studien belegen die Folgen einer Nichtbehandlung: Nach einem Beobachtungszeitraum von fünf Jahren betrug die Konversion einer klinisch manifesten periimplantären Mukositis in eine Periimplantitis ohne Therapie 43,9 Prozent. Durch eine regelmäßige vorbeugende Therapie konnte die Inzidenz in der Kontrollgruppe hingegen auf 18,0 Prozent reduziert werden. Eine experimentell induzierte Periimplantitis zeichnet sich durch eine spontane Progression aus und führt unbehandelt zum Implantatverlust.

 

Die Weichen richtig stellen. Schon bei der Planung und der Behandlung gilt es, bestimmte Risikofaktoren zu beachten und zu vermeiden, die bei der Entstehung periimplantärer Entzündungen eine Rolle spielen. Es ist natürlich wichtig, Fehlpositionierungen von Implantaten zu vermeiden, ebenso den fehlerhaften Sitz und/ oder mangelnde Präzision der Sekundarteile und Überkonturierungen von Restaurationen.

 

Wichtig: Mukositis früh erkennen und behandeln. „Eine frühzeitig erkannt und behandelte periimplantäre Mukositis ist eine wichtige präventive Maßnahme zur Verhinderung einer Periimplantitis“, betont Prof. Schwarz. Dafür ist die konsequente Implantatnachsorge unerlässlich und Bestandteil der Behandlung. Allerdings berichten die Autoren aller im Leitlinienprozess bewerteten Publikationen von residualen Blutungswerten nach einem Beobachtungsintervall von drei bis zwölf Monaten. „Eine vollständige Abheilung der periimplantären Mukositis kann demnach nicht bei allen Patienten vorhersehbar erreicht werden“, kommentiert der DGI-Präsident. Daher sollten regelmäßige Nachkontrollen – möglichst alle drei Monate – erfolgen, um eine Nachbehandlung rechtzeitig einzuleiten.

 

Diagnostischer Schlüsselparameter. Schlüsselparameter für die klinische Diagnostik periimplantärer Infektionen ist die Blutung auf Sondierung (BOP), die vor allem bei fortgeschrittenen Läsionen einer Periimplantitis von putriden Exsudationen begleitet sein kann. Der marginale Knochenabbau lässt zumeist auch die periimplantären Sondierungstiefen steigen. „Die Taschenbildung ist ein zuverlässiges diagnostisches Kriterium einer Periimplantitis, sagt Prof. Schwarz. Der radiologisch nachweisbare Knochenabbau unterscheidet die Periimlantitis von einer Mukositis.

Vor Therapiebeginn sollten systemische und lokale Risikofaktoren identifiziert werden. Ebenso gilt es, weitere Faktoren zu berücksichtigen: einen fehlerhaften Sitz und/oder mangelnde Präzision der Sekundarteile, Überkonturierungen von Restaurationen oder Fehlpositionierungen der Implantate.

 

1. Empfehlungen zur nichtchirurgischen Therapie der periimplantären Mukositis

Bei einer periimplantären Mukositis soll eine regelmäßige professionelle, mechanische Plaque-Entfernung erfolgen.

Eine Optimierung der häuslichen Mundhygiene durch den Patienten kann den Therapieerfolg positiv beeinflussen.

Durch alternative oder adjuvante Maßnahmen kann die klinische Effektivität einer nichtchirurgischen Therapie der periimplantären Mukositis im Vergleich zu einem manuellen Debridement nicht signifikant verbessert werden.

2. Empfehlungen zur nichtchirurgischen Therapie der Periimplantitis

Alternative oder adjuvante Maßnahmen zu einem manuellen Debridement sollten für die nichtchirurgischen Therapie der Periimplantitis eingesetzt werden. Evidenz liegt für die alternative Monotherapie mittels Er:YAG-Laser und Glycin-gestützten Air- Polishings sowie für den adjuvanten Einsatz lokaler Antibiotika mit kontrollierter Freisetzung (einmalige Anwendung von Doxycyclin), CHX-Chips und antimikrobieller photodynamischer Therapie vor.

Der Behandlungserfolg und die Stabilität der erzielten klinischen Ergebnisse (> sechs Monate) sollten aber insbesondere bei initial tiefen Taschen von > 7 mm als prognostisch ungünstig eingestuft werden.

Wenn das Behandlungsziel durch eine nichtchirurgische Therapie nicht erreicht werden kann, sollten insbesondere fortgeschrittene Läsionen frühzeitig einer chirurgischen Therapie zugeführt werden.

3. Empfehlungen zur chirurgischen Therapie der Periimplantitis

Welches chirurgische Protokoll zu bevorzugen ist, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus der Literatur nicht ableiten.

Bei einer chirurgischen Therapie soll zunächst das Granulationsgewebe vollständig entfernt werden.

Die Dekontamination exponierter Implantatoberflächen ist wichtig. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann nicht beurteilt werden, ob eine spezifische Reinigungsmethode anderen überlegen ist. Häufig wurden jedoch mechanische (zur Reduktion des Biofilms) und chemische (zur Reduktion und Inaktivierung des Biofilms) Verfahren kombiniert.

Zum jetzigen Zeitpunkt kann der zusätzliche Nutzen einer peri- und/ oder postoperativen Antibiotikagabe nicht bewertet werden. Eine unterstützende one-shot-Gabe bei der chirurgischen Therapie der Periimplantitis kann erfolgen.

Nach Dekontamination können augmentative Verfahren zu einer radiologisch nachweisbaren Auffüllung intraossarer Defektkomponenten führen.

Alle chirurgischen Therapieansätzen bergen grundsätzlich ein hohes Risiko für die postoperative Entstehung mukosaler Rezessionen.

Zur Stabilisierung der periimplantären Mukosa kann eine Weichgewebsaugmentation erwogen werden.

Eine Explantation sollte bei Implantatlockerung, nicht behebbaren technischen Komplikationen, komplexen Implantatdesigns (wie Hohlzylinder), Therapieresistenz oder Übergreifen der Infektion auf anatomische Nachbarstrukturen erfolgen.

 

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DGI KONGRESS ABSTRACTS
DGI NACHRICHTEN
Ausgabe: 01/2016 - Barbara Ritzert
Im Fokus: Die Unverträglichkeit von Implantaten und DentalmaterialienZahnimplantat-Unverträglichkeit

Was ist dran an Meldungen über Unverträglichkeitsreaktionen auf Zahnimplantate? Antworten auf diese Frage liefert eine Studie der DGI. Ihre vorläufigen Ergebnisse stehen im Mittelpunkt des ersten DGI-Sommersymposiums am 18. Juni 2016 in Frankfurt. Hochkarätige Experten beleuchten aus dem Blickwinkel verschiedener Disziplinen die komplexen Prozesse allergischer, toxischer und entzündlicher Reaktionen auf Implantate und Dentalmaterialien und schlagen dabei den Bogen zu periimplantären Erkrankungen.

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Ausgabe: 01/2016 - Barbara Ritzert
In der Implantologie sicher unterwegs: Leitlinien im FokusLeitlinien als Leitplanken in der Implantologie – präsentiert und diskutiert beim 2. DGI-Sommersymposium in Kassel, 25. Juni 2016

Leitlinien sind – trotz aller Kritik – in der modernen Medizin unverzichtbar: Es sind nützliche Leitplanken für die Praxis. Sie beschreiben jene etwas andere „therapeutische Breite“, in der Zahnärzte sich sicher bewegen können. Die DGI gehört zu den Initiatoren mehrerer Leitlinien für die Implantologie. Diese – und ihre Bedeutung für die tägliche Praxis – stehen im Mittelpunkt des zweiten DGI-Sommersymposiums am 25. Juni 2016 in Kassel.

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Ausgabe: 01/2016
Forschungsmethoden verstehen und trainieren

Zum 14. Mal können junge Zahnärztinnen und Zahnärzte vom 27. Juni bis 1. Juli 2016 an der DGI-Sommerakademie in Kiel moderne Forschungsmethoden kennenlernen und trainieren.

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Ausgabe: 01/2016
„Einen Schritt näher am ersten eigenen Implantat“

Im Rahmen der zurückliegenden IDS hatte die DGI insgesamt vier Hospitationen bei Vorstandsmitgliedern unter jungen Besuchern des DGI-Standes verlost. Das Angebot wurde sehr gut angenommen – weit überwiegend von jungen Studentinnen und Assistentinnen, die im zurückliegenden Jahr ihre Hospitation erfolgreich gemeistert haben. Zwei junge Zahnärztinnen hospitierten bei Dr. Karl-Ludwig Ackermann in Praxis und Labor, eine bei Prof. Dr. Axel Zöllner und eine bei Dr. Gerhard Iglhaut.

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Ausgabe: 01/2016 - Derk Siebers
Rot-Weiß-Ästhetik sicher etablieren

Zum neunten Mal in Folge trafen sich Mitte November in Berlin die Absolventen des Masterstudiengangs von DGI und Steinbeis-Hochschule zu einem spannenden Thema.

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Ausgabe: 01/2016 - Birgit Dohlus
DGI-Steinbeis-Master Orale Implantologie und Parodontaltherapie boomt wie nie

Die letzten Anmeldungen für den soeben gestarteten Studiengang Nr. 15 zum Master of Science in Oraler Implantologie und Parodontaltherapie (MOI), ausgerichtet in Zusammenarbeit von DGI und Steinbeis-Hochschule, gingen kurzfristig zwischen Weihnachten und Neujahr ein. Zum Jahresbeginn 2016 stand damit fest: Nichts geht mehr. Der „MOI 15“ ist komplett ausgebucht.

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Ausgabe: 01/2016 - Birgit Dohlus
Glanzerfolg in Wien, erste Konzepte für Hamburg 2016

Es war ein genialer Coup, den Start des Forums des Nexte Generation-Komitees aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei der 7. Gemeinschaftstagung der implantologischen Fachgesellschaften im vergangenen November in Wien ausgerechnet von Prof. Dr. Niklaus P. Lang moderieren zu lassen: die junge Garde der Implantologie auf der Bühne – und der Grandseigneur der Implantologie, Ehrenmitglied der DGI, am Moderationspult.

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Ausgabe: 01/2016 - Günter Dhom
Ein Lehrer aus Leidenschaft: Sebastian Schmidinger zum Siebzigsten

Schule, Schwabing, Zahnheilkunde und was dann? Sebastian Schmidinger hat Glück, er wird 1972 Assistent bei Dr. Eugen Steiner, dem Gründungsmitglied der DGZI. Er tritt an mit großen, wachen Augen und der Erkenntnis, dass es sehr viel zu lernen gibt, vor allem in der Anatomie, der Mutter aller Chirurgie. Gefördert durch Steiner, kann er halbe Tage in der Anatomie verbringen. Die Frage „Warum hat etwas gerade eine solche Form, welche Funktion steckt dahinter?“ taucht auf und wird bis heute zu seiner ständigen Begleiterin. Wer je Sebastian Schmidinger bei seinen Vorlesungen über die Anatomie der Kiefer gehört und gesehen hat, spürt sein tiefes Verständnis der Funktion und der daraus resultierenden Formenvielfalt in der Anatomie im Dienste der Implantologie.

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