Praxis

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AUS DER PRAXIS FüR DIE PRAXIS
Ausgabe: 01/2017 - Peer W. Kämmerer - Malte Scholz - Ingo Buttchereit
Umfangreiche regenerative Periimplantitistherapie

Ziel: Ziel der vorliegenden Falldarstellung ist die Beschreibung einer komplexen regenerativ-chirurgischen Periimplantitistherapie.

Material und Methode: Bei einer 70-jährigen Patientin vor Bisphosphonattherapie mit Periimplantitis an 7 Implantaten im Oberkiefer wurde eine erfolgreiche Periimplantitistherapie, bestehend aus einer Umarbeitung der Prothese, einer supra- und subgingivalen Reinigung sowie einer photodynamisch aktivierten Therapie, durchgeführt. Anschließend erfolgten die chirurgische Degranulation des periimplantären Gewebes mit einer kombiniert mechanischen/chemischen Reinigung der exponierten Implantatoberflächen sowie eine Augmentation mit Knochenersatzmaterial und eine abschließende Weichgewebskorrektur mittels xenogener Membran.

Schlussfolgerung: Mittels des vorgestellten Protokolls zur Periimplantitistherapie lassen sich gute Ergebnisse erzielen und ein Implantaterhalt kann auch in kritischen Situationen erreicht werden.

Objective: Aim of this case report is the description of a complex regenerative therapy of peri-implantitis.

Material and methods: A 70-year old patient before therapy with bisphosponates and peri-implantitis at 7 maxillary implants was successfully treated. The therapy consisted of revision of the prosthesis, a supra- and subgingival scaling and a photodynamic activated therapy. This was followed by surgical degranulation of peri-implant tissue with a combined mechanical/chemical cleaning of the exposed implant surfaces, augmentation with bone substitute material and a final soft tissue augmentation with a xenogenic membrane.

Conclusion: By means of this protocol, treatment of peri-implantitis can be conducted with good results even in critical situations.

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Ausgabe: 01/2017 - Martin Lorenzoni - Kerstin Theisen
Implantatprothetische Rehabilitation einer Patientin mit Morbus Down – interdisziplinärer Workflow

Einführung: Implantat-gestützte prothetische Rehabilitationen zeigen eine größere Patientenzufriedenheit im Vergleich zu abnehmbaren prothetischen Versorgungen. Systemische Erkrankungen wie das Morbus Down Syndrom können allerdings die Behandlungsplanung und Therapie beeinflussen. Typische orale Manifestationen dieses Syndroms umfassen Makroglossie, Dysplasie des OK mit Zahnunterzahl, Stellungsanomalien der Zähne, Kreuzbiss, verkürzte Zahnwurzeln und frontal offener Biss.

Material und Methode: Dieser Fallbericht beschreibt therapeutische Maßnahmen der Implantat-chirurgischen und -prothetischen Rehabilitation bei einer Patientin mit Morbus Down Syndrom unter Einbeziehung digitaler Behandlungskonzepte.

Ergebnisse: Eine aufwendige Therapie mit dentalen Implantaten in Kombination mit einer prothetisch-restaurativen Versorgung kann bei einer Syndrom-Patientin erfolgreich durchgeführt werden.

Schlussfolgerung: Es hat sich an diesem Fallbeispiel gezeigt, dass der digitale Workflow und insbesondere digitale Abformungen Behandlungsabläufe bei kompromittierten Patienten erleichtern können.

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Ausgabe: 02/2017 - José Eduardo Maté Sánchez de Val - Ronny Gläser
Langzeitanalyse der Knochenstabilität eines Implantatsystems mit Plattformswitch und flachen Verbindungen – radiologische Beurteilung

Hintergrund: Zahnimplantate haben ihre Eignung für die prognostisch günstige Behandlung von fehlenden Zähnen erwiesen. Eine umfassende Literaturbasis mit zahlreichen Studien ist vorhanden, die die sichere Behandlung belegen. Behandlungsprotokolle und Implantate zur Verbesserung der Osseointegration wurden eingeführt – einschließlich Oberflächentopografie, Implantatdesign (Konstruktion), Implantatkörper, Verbindung, Belastungszeit und Belastungsart. Insgesamt weisen die Überlebensraten in langfristigen Untersuchungen von Implantaten hohe Werte oberhalb von 95% auf.

Ziel: Ziel dieser Studie war es, mithilfe der radiologischen Untersuchung, die langfristige Stabilität des Knochens um die Implantate zu bewerten.

Material und Methode: Am Tag der Implantation, zum Zeitpunkt des Einsetzens der Prothese, beim Recall nach einem Jahr und nach 7 Jahren wurden standardisierte Röntgenbilder unter Verwendung eines Parallelisierungssystems (one-position) aufgenommen. 60 Implantate (blueSKY, bredent medical GmbH Co. KG, Senden, Deutschland) wurden gesetzt und nach einem Zeitraum des gedeckten Einheilens von 3 bis 6 Monaten mit zementierten Metallkeramik- und Zirkoneinzelkronen versorgt. Die radiologische Untersuchung wurde PC-gestützt durchgeführt. Die Abstände zwischen Plattform und erstem Knochenkontakt wurden aufgezeichnet.

Ergebnisse: Während des Untersuchungszeitraums gingen keine Implantate verloren; auch konnten keine auffälligen Entzündungserscheinungen beobachtet werden. Die gemessenen Abstandswerte zwischen der Implantatplattform und dem ersten Kontakt mit periimplantärem Knochen wurden festgehalten. Zu Beginn der Implantation ergab sich ein durchschnittlicher Abstand von 0,23 ± 0,02 mm mit einer Abweichung von 0,20 ± 0,04 zum Zeitpunkt des Verbindens mit der Prothese und ein Wert von 0,31 ± 0,11 bei der Nachuntersuchung nach einem Jahr. Nach 7 Jahren lag das Knochenniveau bei 0,68±0,03mm.

Schlussfolgerung: Angesichts der Einschränkungen einer klinischen Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe lässt sich festhalten, dass die Kombination eines Plattformswitch mit geeignetem Implantatdesign und entsprechenden Aufbauten die Stabilisierung von periimplantärem Gewebe zu ermöglichen scheint. Die apikale Migration des Knochens wird während des langfristigen Untersuchungszeitraums minimiert.

Zitierweise: Sánchez de Val JEM, Gläser R: Langzeitanalyse der Knochenstabilität eines Implantatsystems mit Plattformswitch und flachen Verbindungen – radiologische Beurteilung. Z Zahnärztl Implantol 2017; 33: 143-151

DOI 10.3238/ZZI.2017.0143–0151

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Ausgabe: 02/2017
/article/n-a/aus-der-praxis-fuer-die-praxis/y/m/2218

Zeitpunkt

Setzen des Implantats

0,23 ± 0,02

0,18 ± 0,01

0,27 ± 0,04

Verbinden mit der Prothese

0,20 ± 0,04

0,19 ± 0,03

0,21 ± 0,10

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Ausgabe: 02/2017
/article/n-a/aus-der-praxis-fuer-die-praxis/y/m/2217

(I)
Implantation

0,23 ± 0,02

0,20 ± 0,04

0,31 ± 0,11

0,68 0,03 * (p=0,043)

(R2) 7 Jahre

(P) Prothetikverbindung

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Ausgabe: 03/2017 - Michael Fischer - Benjamin Votteler
Sofortimplantat in der ästhetischen Zone – Erfolg oder Misserfolg?

Hintergrund: In diesem Fallbericht wird eine Sofortimplantation in der Front gezeigt. Die Situation stellte sowohl den Behandler als auch den Zahntechniker vor die besondere Herausforderung, eine ästhetisch ansprechende Lösung zu finden, die gleichzeitig dem Wunsch des Patienten entsprach, der die Ausgangssituation exakt wiederhergestellt haben wollte.

Methode: Der frakturierte Zahn 11 wurde mittels Benex-Extraktor strukturschonend entfernt und ein Sofortimplantat gesetzt. Nach der Einheilungsdauer von 4 Monaten wurde im Rahmen eines Zahntechniker-Workshops von verschiedenen Zahntechnikermeistern je eine vollkeramische Krone für ein Hybridabutment gefertigt. Angestrebt wurde eine okklusale Verschraubung, die aber unter den gegebenen Umständen nur durch eine individuelle Lösung erreicht werden konnte.

Ergebnis und Schlussfolgerung: Die zentrale Frage ist in diesem Fall: Was stellt ein ästhetisch gelungenes Ergebnis dar? Bringt hier der Pink Esthetic Score nach Prof. Fürhauser eine für den Patienten befriedigende Lösung? Denn dies hätte einen größeren chirurgischen Aufwand und eindeutig eine Veränderung des ursprünglichen Gingivaverlaufs bedeutet, was der Patient ausdrücklich abgelehnt hatte.

Background: This case report shows an immediate implant replacement in the upper anterior region. This special original situation was a challenge not only to the dentist, but also to the dental technician in finding an esthetic solution that correlated with the patient’s request to restore the original situation.

Methods: The fractured tooth 11 was extracted by using the Benex-Extractor to maintain the anatomic structures before inserting an immediate implant replacement. After 4months of healing several masters of dental technicians each produced a full ceramic crown for a hybrid abutment. The aim was to achieve an occlusal screw-access to avoid cementation. This could only be reached within the scope of an individual solution.

Result and conclusion: The central question in this case is what defines a successful esthetic result. Would Prof. Fürhauser’s Pink Esthetic Score have enabled us to offer the patient a satisfactory solution? This would have meant a much more comprehensive surgical intervention and would have changed the gingival line, a situation which the patient had expressly rejected.

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Ausgabe: 03/2017 - Martin Guffart
Implantate als strategische Ergänzung der autochthonen Dentition

Der fortschreitende Wissenszuwachs in allen Bereichen der Biowissenschaften, Medizin und Zahnmedizin öffnet zunehmend den Blick auf die Komplexität der Ursachen klinischer Befunde. Diese Entwicklung zeigt aber auch Möglichkeiten auf, bisherige Therapieoptionen und -konzepte zu überdenken und weiterzuentwickeln und neue Therapieoptionen hervorzubringen. Bisher angewandte zahnärztliche Therapieformen wie Vielfachextraktionen vor prothetischen Rehabilitationen werden zukünftig von neuen evidenzbasierten Konzepten ersetzt werden, die den Erhalt biologischer Strukturen mithilfe professioneller Primär- und Sekundarprävention ermöglichen und gleichzeitig die funktionelle Stabilisierung durch den Einsatz von lokalen Implantaten gewährleisten. Zwei exemplarische klinische Fälle mit jeweils unterschiedlichem Verlust an dentaler Funktion, die nach einem evidenzbasierten, therapieoffenen Protokoll behandelt wurden, veranschaulichen das Behandlungskonzept.

The progressive increase in evidence-based knowledge in biosciences, medicine and dentistry helps us to create a new perspective into the complex correlations of diverse aetiological factors and different clinical diagnosis as well as therapeutical pathways. As a result of this ongoing process, existing models of dental therapy will have to be reassessed. Established dental therapies like multiple extraction in advance of complex and definitive prosthodontic rehabilitation will be replaced by new concepts that focus on the preservation of biological structures by evidence-based dental therapies applying adequate primary and secondary prevention and stabilizing the dental function by local dental implant support.

Two typical cases present different stages of destructed dental entities that underwent treatment following a science-based and therapy-open strategic concept of dental cure and rehabilitation.

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